Frage von Guyicognit0, 83

Wie wird man einen Betriebsrat oder Verdi los?

Hallo ich Arbeitnehmer einer größeren Firma habe seit fast nem Jahr nun einen Betriebsrat in der Firma. Das Problem ist es wird immer so hoch gelobt dabei war einem von vorn herein klar dass es ein Flopp ist. Direkt haben sich alle aus der Firma die ohnehin fast nichts machen oder faul sind für den Betriebsrat gemeldet und nun haben wir 2 Leute aus unser 8 mann Abteilung die dort circa 5-6 Stunden mindestens in der Woche sitzen und noch weniger tun. Generell Die Verdi besteht auch nur aus Leuten die den ganzen Tag andere Menschen voll labern um immer mehr Idioten zusammen zu bekommen die ihren Unterhalt sichern. Die die sich am meisten darüber beschweren dass sie zu viel arbeiten müssen und zu wenig Geld bekommen aber auch nie Leistung zeigen sind nun genau die, welche im Betriebsrat sitzen. keinen kann man davon kündigen und wir haben nur Nachteile weil man nicht mal mehr Überstunden freiwillig machen darf selbst wenn man total absäuft. Selbst ohne den BR haben wir regelmäßig mehr Lohn bekommen oder andere Vergütungen selbst eine Arbeitsstunde in der Woche wurde uns erlassen. Das einzige was die Leute gestört hatte dass sie ab und an mal samstags arbeiten mussten. Und darum wurde der BR via verdi in die Firma geholt.

Was kann man nun tun um die ganzen Idioten los zu werden und vielleicht mal vernünftige arbeitskollegen zu bekommen die auch Bock haben zu arbeiten?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, 53

Das ist doch wieder einmal typisch, keine Ahnung von Betriebsratsarbeit aber eine große Klappe und was die Gewerkschaft betrifft solltest Du froh sein, dass es sie gibt. Vor den Gewerkschaften hat man von sechs Wochen Urlaub und Arbeitszeiten von weniger als 10 oder 12 Stunden/Tag und das an sechs Tagen/Woche, nur geträumt.

Du solltest Dir die Geschichte der Gewerkschaften und des Betriebsverfassungsgesetzes erst einmal genau anschauen (und verstehen), bevor Du Dich mit so viel Polemik aus dem Fenster lehnst.

Wenn Deine Kollegen keinen Betriebsrat gewollt hätten, gäbe es auch keinen und niemand wird gezwungen Gewerkschaftsmitglied zu werden.

Deine Ansichten über Betriebsratsarbeit sind "Stammtischparolen" von Menschen die keine Ahnung haben und auch nicht haben wollen, da sie ihre Meinung ansonsten revidieren müssten.

 Ein BR ist kein "Kaffekränzchen" und viele BR die sich für ihre Kollegen und Kolleginnen einsetzen tun das obwohl sie z.T. ihre Gesundheit und ihren Arbeitsplatz aufs Spiel setzen.

Ich empfehle Dir mal einige Artikel über "Union-Busting" zu lesen und diverse Dokumentationen die im TV schon liefen anzuschauen. Zudem solltest Du Dich bei der nächsten BR-Wahl aufstellen lassen. Dann kannst Du alles besser machen.

http://arbeitsunrecht.de

Eigentlich wollte ich so viel gar nicht schreiben aber bei solchen Vorurteilen geht es mit mir durch. Ein BR ist auch nicht für Dich persönlich da sondern fürs Kollektiv. Das weiß mancher aber erst zu schätzen, wenn es dem Betrieb mal nicht mehr so gut geht oder z.B. die Geschäftsleitung wechselt.

Kommentar von Guyicognit0 ,

Wer sagt denn das ich nicht deiner Meinung bin? es ist nur speziell in unterer Firma so, dass die Leute einfach zu dumm sind. Siehe Kommentar unter diesem 

Kommentar von Hexle2 ,

Du bist also nicht der Meinung dass man den BR und die Gewerkschaft "loswerden" muss? Dann habe ich Dich wohl falsch verstanden.

Wenn Du mit der Arbeit des BR und den BR-Mitgliedern nicht zufrieden bist, empfehle ich Dir, Dich bei den nächsten Wahlen selbst aufstellen zu lassen. Es ist zwar ein Klischee aber eines das zutrifft: Jeder Betrieb hat den Betriebsrat den es verdient (weil er eben so gewählt hat unter den Kandidaten die sich aufstellen ließen und bereit sind Verantwortung zu übernehmen).

Lass dem neuen Betriebsrat jetzt mal etwas Zeit. Ich kenne das aus eigener Erfahrung dass sich manchmal AN aufstellen/wählen lassen im Glauben man trifft sich einmal die Woche zum Kaffee und erfährt nebenbei alles was interessant ist und die Kollegen nicht wissen.

Einer dieser Kollegen hat schon nach knapp zwei Jahren das Handtuch geworfen und zwei andere sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Spätestens beim ersten Aufeinanderprallen verschiedener Meinungen von BR und GL merken manche BRM dass die Arbeit als Betriebsrat kein "Lottogewinn" ist sondern dass man sich zwischen die Fronten begibt und zwischen allen Stühlen sitzt.

Egal was Du als BR tust, Du wirst nie zur Zufriedenheit aller arbeiten. Du schließt Kompromisse und hast es dadurch oft mit beiden Seiten verscherzt, da jede meint man hält als BR zur anderen. "Entspanntes arbeiten" sieht oft anders aus.

Du wirst auch immer Arbeitskollegen haben, die mehr und andere die weniger als der Durchschnitt arbeiten. Das ist aber etwas um das sich der Vorgesetzte/Abteilungsleiter/AG kümmern muss. Das hat weder mit der Gewerkschaft noch mit dem BR etwas zu tun.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit, 33

Wenn es in dem Betrieb so aussieht, wie du hier beschreibst, kann ich dir nur einen Rat geben: verlasse das Unternehmen ganz schnell, sonst besteht die Gefahr, dass du dich den Geflogenheiten wie Faulheit usw. anpasst und dich irgendwann im Kreis "der ganzen Idioten" wie zuhause fühlst. ;-)

Antwort
von PeterSchu, 45

Verdi hat nicht den Betriebsrat in den Betrieb geholt, sondern ihr habt ihn gewählt. Und wenn du es als Betriebsrat besser gemacht hättest, hättst du dich zur Wahl stellen können.

Antwort
von Interesierter, 55

Offenbar hast du das Prinzip der Mitbestimmung noch nicht so ganz verstanden.

Ein Betriebsrat ist nicht dafür da, Faule zu schützen. Er sorgt vielmehr dafür, dass sich der Arbeitgeber an gesetzliche und vertragliche Vorgaben hält.

Es ist natürlich einfach, die Leute, die auf ihrem Recht bestehen, einfach rauszuhauen. Genau dagegen geht der Betriebsrat vor.

Überstunden werden gemacht, wenn sie notwendig sind und auch entsprechend bezahlt werden. Ein Dauerzustand sollten Überstunden nicht sein, denn dann löst der Arbeitgeber seine Probleme auf dem Rücken der Arbeitnehmer. Niemand, auch nicht der Betriebsrat hindert dich daran, innerhalb des gesetzlichen Rahmens Überstunden zu machen.

Im Übrigen habt ihr als Belegschaft den Betriebsrat in demokratischer Wahl selbst gewählt. Wenn ihr nun mit der Besetzung nicht zufrieden seid, dann liegt das an eurer eigenen Wahlentscheidung.

Kommentar von Guyicognit0 ,

Also, mir sind dessen Vorteile durchaus bewusst und eine Hand voll Leute. .. Etwa 20 die in der verdi waren haben den Betriebsrat in die Firma geholt. 

Überstunden wurden bisher immer vergütet. 

Urlaub hatten wir so oder so 30 Tage 

es gab nichts auszusetzen außer dass die Leute ab und an auf nem Samstag rein mussten. Was wiederum daran lag dass sie eigentlich kein Bock hatten und im Grunde nicht rein gemusst hätten .. Hätten sein über die Woche normal gearbeitet. 

Man macht sich bei uns absolut nicht tot und wir verdienen weit über den durchschnitt in unserer Branche. Trotzdem haben die Leute immer das Gefühl sie bekommen zu wenig und tun deshalb nichts. bzw. wenn einer nichts tut gucken andere sich das ab und machen eben so nichts 

Kommentar von Interesierter ,

Nun, Kollege Zufall kommt mir hier gerade zu Hilfe. Lies diesen aktuellen Artikel der "Zeit" einfach mal durch und denk darüber nach, wie viele Überstunden in Deutschland unbezahlt geleistet werden. Das ist einer der Gründe, warum ein Betriebsrat in der Regel etwas Gutes ist. http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/arbeitszeit-ueberstunden-arbeitnehmer-inst...

Nur mal so am Rande bemerkt. Die Gewerkschaften waren es, die dir zu 30 Tagen Urlaub, zu bezahlten Überstunden, zu Kündigungsschutz, zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und zu deinen übrigen Arbeitnehmerrechten verholfen haben.

Ein Betriebsrat wird nicht in die Firma geholt sondern er wird von der Belegschaft gewählt. Ihr selbst habt die Leute gewählt. Offenbar war die Mehrheit deiner Kollegen nicht deiner Meinung, sonst wären die Personen, die du hier nun nicht im Betriebsrat sehen willst, nicht gewählt worden. 

Es ist in Deutschland nicht statthaft, jemanden zu kündigen oder auch nur schlechter zu behandeln, nur weil er seine gesetzlichen bzw. vertraglichen Rechte durchsetzt.

Antwort
von Familiengerd, 44

Glaubst Du etwa, dass irgend Jemand, der sich mit dem Thema mit Kenntnis befasst und eine Antwort geben könnte, Dir auf Deinen ideologisch geprägten Unsinn tatsächlich objektiv antworten würde?!?!

Ich jedenfalls tue es nicht, obwohl ich dazu in der Lage wäre.

Geantwortet habe ich nur, um Dir genau das hier zu sagen!

Kommentar von Guyicognit0 ,

mir ist bewusst dass es den ein oder anderen troll gibt. Und viele zu dem thema vermutlich pro betriebsrat sind. Was ich auch wäre, wenn nicht solche pfeifen bei uns darin sitzen würden. (Siehe andere Kommentare) 

im Grunde hatte es bei uns nichts gegeben was irgendwie schlecht war, dass die Firma selbst alles dafür getan hat dass die Leute bleiben. Da es eine hohe Fluktuations rate bei uns nach wie vor Gibt. Was aber an den Leuten selbst liegt 

Kommentar von Interesierter ,

Wenn es solche "Pfeifen" sind, warum habt ihr sie dann gewählt? Oder sehen deine Kollegen das anders?

Eine andauernd hohe Fluktuation liegt nicht an den Leuten sondern am Betriebsklima, am Lohn oder an den Arbeitsbedingungen. Leute, die sich wohl fühlen, die angemessen bezahlt werden und die sonst nichts zu meckern haben, kündigen nicht.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn ich so lese, was Du in den einzelnen Kommentaren schreibst, finde ich sehr viel Widersprüchliches darin:

Einerseits ist der Betrieb in Deinen Augen offensichtlich "toll", was Bezahlung, Urlaubsanspruch, "Freiheiten" usw. angeht, andererseits gibt es (im Gegensatz dazu) eine hohe Fluktuation - die ganz sicher nicht alleine "an den Leuten selbst liegt" -, hatten die Leute "eigentlich kein Bock" und "immer das Gefühl sie bekommen zu wenig und tun deshalb nichts" usw.

Es kommt relativ selten vor, dass einzelne Arbeitnehmer aufgrund von durch den Betriebsrat durchgesetzte Vereinheitlichung von Regeln im Betrieb auch schon mal einen Nachteil erleiden (sicher nicht existenziell). Und in der Regel werden Arbeitnehmern auch keine Freiheiten genommen, die sich im Rahmen von Gesetzen, Vereinbarungen usw. bewegen; und kein Betriebsrat kann und wird Dir Überstunden im gesetzlichen Rahmen verbieten (das hat Dir Interessierter auch schon gesagt).

Ein vernünftiger, auch nur halbwegs gut arbeitender Betriebsrat treibt keinen Keil zwischen Belegschaft und Arbeitgeber und steht auch nicht in grundsätzlicher Opposition zu ihm, wenn es sich auf der anderen Seite ebenfalls um einen "vernünftigen, auch nur halbwegs gut arbeitenden" Arbeitgeber handelt!

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Über Deine offene oder versteckte Kritik an den Gewerkschaften will ich mich nicht weiter äußern: deren Verdienste um die Arbeitnehmerschaft (Deine 30 Tage Urlaub, Dein Einkommen, Deine Arbeitszeit usw. usw.) sind historisch und über jeden Zweifel erhaben - bei aller Kritik, die man in bestimmten einzelnen Punkten an ihnen vorbringen können mag!

Antwort
von BVBDortmund, 24

Ich kann Dich sehr gut verstehen und hae es auch so erlebt in einem DAX konzern der immer noch viele beamte hat

die nun als insichbeurlaute beamte in Führungspositionen gekommen sind

Man wird dich loswerden wollen

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