Frage von lucas1237, 76

Wie wird man besser in Interpretationen von Gedichten? Bringt es etwas wenn ich anfange öfters zu lesen? Ich kann einfach nicht Metaphern ins echte Leben?

Übertragen. Bitte helft mir :(

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LolleFee, Community-Experte für Sprache & deutsch, 33

Ich interpretiere Gedichte in drei Schritten:

  • Assoziationen - ohne die große, furchtbare Frage "Was will mir der Autor damit sagen?": Wie verstehe ich das Gedicht? Wie wirkt es auf mich? Womit kann ich gerade nichts anfangen? Worum geht es, was passiert?
  • Analyse - einfach nur notieren, noch nicht "deuten": Gedichtaufbau (Strophen, Verse), Rhythmus (Metrum, Hebungen und Kadenzen), Reimschema, ggf. Brüche kennzeichnen, semantische Felder (bspw. Farben, Bewegungen, Geräusche, Natur), Wortartenhäufungen (bspw. viele Substanive, Verben, Adjektive), sprachliche Mittel (> http://wortwuchs.net/rhetorische-figuren-liste/), wo gibt es Bilder, die aber so in der Realität nicht geschehen können?
  • Assoziationen und Analyse aufeinander beziehen: Inwiefern stützt die Form (Analyseteil) meine Ideen zu dem Gedicht (Assoziationsteil)? Es gibt keine Liste, was wie wirkt. Ein umarmender Reim kann sowohl erdrückend als auch schützend wirken, eine regelmäßige Form bzgl. Reim und Rhythmus sowohl wie ein Korsett als auch harmonisch wirken. Welche Stimmung wird wie gemalt? Die Frage ist nicht, was der Autor damit sagen will, sondern: Warum verstehe ich ein Gedicht so, wie ich es verstehe? Verstehe ich es vielleicht nach der Analyse noch anders oder umfassender als vor der Auseinandersetzung mit dem Gedicht?

Was Du tun kannst? Nicht einfach nur Gedichte und Interpretationen lesen.

  • Setz Dich mit den Gedichten auseinander und schreib solche Kurzkonzepte. Der Interpretationstext ist nachher nur das ausformulierte Konzept, nachdem man die Stichpunkte in eine Reihenfolge gebracht hat.
  • Lies Interpretationen und versuche, sie am betreffenden Gedicht nachzuvollziehen. 

Je mehr man sich mit Gedichten auseinandersetzt, desto schneller kommen Ideen. Desto einfacher wird das Analysieren. Desto faszinierender können Gedichte sein.

Kommentar von LolleFee ,

Hab vielen Dank für diesen Stern,  

ich nehm ihn wirklich gern.

Dir eine schöne Weihnachtszeit,

es ist ja bald so weit ;))

Antwort
von 4ssec67, 31

Du hörst oder liest ein Gedicht und musst das interpretieren. Wie du eine Interpretation schreibst lernst du in der Schule, nur wie du interpretierst oft nicht.

Du kannst dir einzelne ins Auge stechende Satzteile anschauen. Zuerst überlegst du, warum sie dir ins Auge stechen. Wodurch das bewirkt wird. Ob durch bestimmte Umschwünge des Taktes, oder einen Abbruch vom Satz. Im Grunde jedes Stilistische Mittel, das unmittelbar vor oder in dem Satzteil verwendet wird.
Als nächstes überlegst du dir, was dir dieser Satzteil sagt. Also, nicht ob du Bahnhof daraus verstehst, sondern was du damit verbindest.

Beispiel: Augen in der Großstadt, das ist der Titel von einem Gedicht in dem ich ne 1 bei der schlechtesten Lehrerin unserer Schule geschrieben habe. Augen in der Großstadt bezeichnet für mich so was wie Menschenmassen in einer Stadt, wobei dadurch, dass da nur Augen sind wirkt das für mich, als wäre das alles unpersönlich, als würden die Menschen mich nicht kennen. Das wirkt also recht deprimiert.

Dann versuchst du herauszufinden, warum der Autor das geschrieben hat. Beziehungsweise, ob er irgendwas damit verbindet. Als letztes versuchst du Parallelen zur Gesamten Welt zu finden und Vlt Lösungsansätze, die in dem Gedicht genannt werden.
Bsp. Entfremdung von Menschen

Das musst du alles möglichst intelligent klingend aufschreiben, Fach Wörter helfen, lassen sich aber notfalls umschreiben.
Wenn du merkst, dass das was du hingeschrieben hast nicht hinkommt, weil im Gedicht das Gegenteil steht, dann schreib hin, das der Autor auch die andere Seite der Medaille beleuchtet und somit sehr differenziert vorgeht, seine Meinung jedoch klar hervorgeht. Wenn du noch Fragen hast kontaktiere mich einfach

Kommentar von 4ssec67 ,

ich hab vergessen zu sagen, wie du das Übertragen kannst: wenn du bspw. einen Jungen hast, der seine Eltern verliert, dann aber freundlicherweise von jemand anderem aufgenommen wird, dann vergrößert du die Anzahl der Beteiligten Menschen massiv und hast plötzlich Völker die ihre Heimat verlieren und dann freundlicherweise aufgenommen werden. etwas weiter gedacht Völker, die vertrieben werden und dann aufgenommen werden. schon sind wir bei der aktuellen Flüchtlingskrise

Antwort
von HannesRe, 37

Ich denke es würde helfen Gedichte zu lesen und dann dazu zwei/drei Interpretationen. Auch hilft es die ganzen Fachbegriffe für stilistische Mittel zu lernen, plus die Verschiedenen Metren. (Jambus & co)
Und natürlich musst du im Unterricht aufpassen. Meist nimmt man vorher ein ähnliches Gedicht durch und dann muss man eigentlich nur das gleiche aufschreiben, in manchen Fällen auch parallelen zum Gedicht aus dem Unterricht finden
;)

Antwort
von Manakun24, 26

man braucht einfach nur fantasie musst dir nur überlegen was könnte der damit meinen
schlussvolgern sind auch richtig leicht
hör dir doch mal sowas an wie verschwörubgstheorien da ibterpretieren die leute bei dingen die mal passiert sind und versuche das was sie sagen zu verstehen

Antwort
von liquorcabinet, 16

Generell zu lesen würde helfen :) Aber dann auch wirklich Dinge, die dich interessieren. Es bringt rein gar nichts, wenn du dich jetzt dazu zwingst, ein Gedicht nach dem anderen zu lesen. Die meisten Menschen können nichts mit Lyrik anfangen, aber das mit der Schwierigkeit Metaphern deuten zu können, wundert mich etwas.. Denn mir fallen da spontan einige ein, wofür man eigentlich keine Bücher gelesen haben müsste. Kannst du ein paar Metaphern nennen, deren Sinn du nicht erschließen konntest/kannst?

Antwort
von planlss, 20

üben üben üben. lern die rhetorischen mittel wie vokabeln & such dir jedesmal ein Beispiel.

Antwort
von chiasso99, 25

hahhaha geht mir genauso :D ich hab es jetzt einfach akzeptiert und das brauchst du später auch nicht mehr

Kommentar von mychrissie ,

Vielleicht brauch man es doch, wenn man mal ein Mensch (und Diskussionspartner) werden will, der sich nicht nur mit platten, vorgefertigten Sätzen verständigen will, sondern mit einer lebendigen, bildhaften Sprache.

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