Frage von jonamellmann, 93

Wie wird man Anhänger des deismus?

Ich bin noch jung und eigentlich Christ aber irgendwie ergibt deismus für mich mehr Sinn. Aber ich weiss mic nicht wir ich einer werde und es ich meiner Mutter sagen soll

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von RobinsonCruesoe, 62

Du weißt, dass es Deismus gibt und denkst darüber nach, ob Dir die Vorstellung eines besonderen Eingreifens Gottes in die Welt, die nun ohne Gottes Einwirken wie ein Uhrwerk abläuft.

Da dies für Dich eine Alternative ist, von der Deine Mutter zu überzeugen Du einigermaßen Angst hast, nehme ich nun an, dass in Deiner Familie, also zumindest bei Deiner Mutter und Dir, ein theistisches Gottesbild leitend ist.

Du hast Dich mit diesen beiden Denktraditionen auseinandergesetzt; d.h. bist Du schon ziemlich aufgeweckt. Aber andererseits möchtest Du Deine Mutter nicht enttäuschen, das lässt mich vermuten, dass Dir Du noch jung bist.

Du sagst, dass Du eigentlich Christ seist, dass aber der Deismus mehr Sinn für Dich macht. Ich persönlich glaube nicht, dass der Deismus dieses "aber" rechtfertigt. Vielmehr hört sich das für mich so an, als wolltest Du schon noch Christ sein, aber Gott mehr die Rolle eines Uhrmachers zugestehen, höchstens, wenn's denn unbedingt sein muss.

Die scheinbar fromme Vorstellung, Gott habe zu einem bestimmten Zeitpunkt "eingegriffen", verkennt, dass die Schöpfung keinen zeitlichen Anfang hat. Vielmehr ist alles jederzeit  dadurch ausgewiesen, dass es ohne Gott nicht sein kann.

Gott so zu denken wie es der Deismus tut, nämlich dass dieser ein paar Materieklumpen vor sich hat und dann sich überlegt, eine Welt zu schaffen oder Materie ungeformt liegen zu lassen, ist weder besonders fromm noch eine Alternative zum Atheismus, wenn Du Dich, wie ich meine, eigentlich von diesem angezogen fühlst. Dann steh dazu. Deine Mutter wird's verkraften...

Antwort
von SibTiger, 43

Also ich habe absolut kein Problem damit, ein deistisches Gottesbild zu haben, und trotzdem Mitglied der evangelischen Landeskirche zu sein.

Genau genommen sind viele der heutigen Menschen, die noch an Gott glauben mehr oder weniger Deisten. Sogar unter Pastoren findet kann man sie finden, auch wenn sie das natürlich nicht von der Kanzel predigen.

Antwort
von suziesext07, 34

in der Geschichte des Gott-Glaubens hat es doch wirklich zig verschiedene, sich abwechselnde Gottesbilder gegeben. ist doch auch klar: du kannst Gott nicht sehen, du musst dir, im Rahmen deines Bildungsstandes und deines Seelenlebens, ein Bild von Gott machen; mal haben sie Gott als Richter oder Herr oder als die Liebe oder was weiss ich beschrieben. Aber alle religiösen Schriften und Worte und Gedanken sind immer nur Reden über Gott.

Egal ob du jetzt n philosophisches Gottesbild machst wie Aristoteles oder n rein gefühlsmässiges. Und Theist, Deist, Monotheist, Polytheist, A-Theist:

Das sind doch immer bloss deine subjektiven Vorstellungen über Gott, und die haben in letzter Instanz überhaupt keinerlei Bedeutung oder Wert, nicht wahr?

Ändert sich für dich irgendwas, ob du über Gott sagst: er ist einer, er ist viele, er ist drei, er ist keiner, er ist n Uhrmacher, er ist n Architekt, er ist n Richter, er ist n Vater? Du sagst doch eh immer nur das über Gott, was du selber grade bist, fühlst, hoffst und fürchtest.

Antwort
von braatucha, 41

Ich bin selber Deist.Naja im Prinzip kannst du die Biebel einfach Symbolisch sehen und auf die Wissenschaft hören.

Kommentar von jonamellmann ,

Ok kann ich denn trotz diesem neuen glauben die christliche Kirche besuchen da es schwer wird dies zu vermeiden

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