Wie wird eine Erinnerung im Gehirn vom Gehirn erkannt und abgerufen?

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5 Antworten

Irgendwann hab ich mal einen Artikel über einen neuen Computerchip gelesen, der "wie ein Gehirn" funktionieren soll, wo grob der Unterschied bei der Speicheradressierung zwischen dem neuen Chip und einem normalen Chip beschrieben wurde.

Bei einem normalen Chip ist die Adressierung so, dass z.B. jedes Byte eine Adresse hat. Wenn man jetzt den Inhalt vom Speicherplatz Nr. 6543 haben will, wird an die Steuerleitung der Wert 6543 angelegt und die entsprechende Speicherzelle wird dadurch aktiviert und legt ihren Speicherinhalt auf den Datenbus.

Bei dem neuen Chip funktioniert das aber genau andersrum. Das heißt, man gibt dem Chip ein Ergebnis und daraufhin melden sich ein paar Speicherzellen und signalisieren, dass sie dieses Ergebnis kennen.

Übertragen auf ein echtes Gehirn, stell ich es mir so vor, dass ein Reiz reinkommt, z.B. ein Geruch. Der Reiz wandert quer durchs Erinnerungszentrum und dort gibt es ein paar Zellen, die den Reiz kennen und daraufhin losfeuern. Dadurch, dass sie losfeuern, werden auch andere Zellen im direkten Umfeld ausgelöst, die dann weitergehende Infos über die Erinnerung halten, z.B. die bildhafte Erinnerung "das, was so riecht, kann man Essen und es sind kleine grüne Kügelchen und längere orangene Stäbchen". Dadurch werden wieder Signale ausgelöst, bis man beim Sprachzentrum angekommen ist, wo dann rauskommt, dass das Nahrungsmittel "Erbsen und Möhren" heißt.

Bei der Erinnerung an einen Geburtstag ist es ja ähnlich. Du denkst an "Geburtstag" und siehst z.B. einen Kuchen mit brennenden Kerzen obendrauf im inneren Auge, dann erinnerst du dich daran, von wem du ein Geschenk gekriegt hast und was in dem Geschenk drin war und wie du dich gefreut hast etc.

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Leider ist es ein Irrtum und Medienlüge, dass das Gehirn eine Art Muskel ist, welches trainiert werden kann. Die Masse des Gehirns und des Gedächtnises nimmt von Jahr zu Jahr ab. Ab dem 50. Lebensjahr um etwa 30 Gramm

Antwort: Das sind Impulse, die eine Erinnerung im Gehirn hervorrufen. Es wird zwischen Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis unterschieden.

Damit du dich an dein Geburtstag nach Jahren erinnern kannst, musst du dein Gehirn wöchentlich über einen gewissen Zeitraum beanspruchen. Dabei entsteht ein Paradoxon - den du musst dein Ereignis vergessen und versuchen dich wieder zu erinnern. Der Zeitraum darf nicht zu weit auseinander liegen. Ansonsten kannst du die Erinnerung von Kurzzeit in Langzeit nicht mehr verschieben. D.h., du musst etwas oft vergessen, um dich an etwas zu erinnern. )

Früher haben die Schulen anders unterrichtet und z.B. die Gedichte zum Lernen über längeren Zeitraum als Hausaufgabe aufgegeben. Die Folge war, dass die meisten Schüler auch nach 30 Jahren sich an das Gedicht erinnern und noch heute problemlos aufsagen können. 

Warum? Weil sie in diesem Zeitraum mehrfach das Gedicht vergessen haben und immer wieder neu gelernt haben bzw. den Kurzzeitgedächtnis beansprucht haben und dieses hat die Impulse an Langzeitgedächtnis übergeben. Hier zum Verständnis:

1. Eine Erinnerung ist die Funktion der Nervenzellen.

2. Um sich an etwas erinnern zu können, ist eine bestimmte Anzahl von Neuronen notwendig. Nicht weniger als 100. Diese genügen, um die Verbindungen von einem Ereignis in der Vergangenheit zu speichern. Folglich hängt die Erinnerung an der Verbindung, die in die Zelle eindringt.

3. Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis wird unterschiedlich lang gespeichert. Das Gedächtnis ist immer dynamisch!

4. Gedächtnis kann nicht lokalisiert werden.

5. Gedächtnis ist von elektrischen Stromimpulsen abhängig. Kein Energiefluss, kein Gedächtnis!

(Das Leben der Tiere und der Menschen (bezogen auf Erinnerungen) teilt sich nicht in Segmente auf (Jahre, Monate, Tage), sondern in Ereignisse, die in Zeit eingeordnet werden.

Bin kein Neurologe, daher meine unprofessionelle Antwort. Grüße. 

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Kommentar von JustinBieber02
26.09.2016, 06:41

Danke. Kann man dann sagen, dass das Gehirn die entsprechende Erinnerung anhand der Art der Veränderung der Synapsen, in einem Neuronennetzwerk erkennt?

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Ich bezweifle das man heute eine Ahnung hat wie das funktioniert, und ich beschäftige mich intensiv mit dem Thema. Man sieht gewisses feuern und hat eine Ahnung der Symptome. Das wars dann schon.

Vermutlich werden verschiedene Erinnerungen Sprache, Erlebnisse -Kurzzeit/Langzeit , Abläufe verschieden gespeichert. 

Fact ist sicher, dass Abläufe, Wege usw. die oft genutzt werden so eine Art Nerven Autobahn werden und teils automatisiert werden. Dadurch ist es so schwierig alte4 Gewohnheiten zu ändern. Sie befinden sich meiner Meinung nach im Hirn. Vermutlich sind das die Engramme.

Erinnerungen und Gefühle werden anders gespeichert, persönlich vermute ich im ganzen Körper bzw. Teilregionen. Man merkt das zB bei Massagen im Rücken.

Ich gehe davon aus das es auch ein wenig funktioniert wie Cypher meint.

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Man weiss darüber nichts Wirkliches bzw. Konkretes, man beschränkt sich auf ein paar Begriff wie Engramme, die man in den Synapsen verortet, die entsprechend aufgebaut werden. Doch wie deren Aufbau aussieht, und wie die Abrufung nun ganz konkret aussieht, das ist ein Terra incognita noch immer. Es ist eigentlich fast nichts gesagt, wenn man angibt, es geschieht elektrochemisch. Ja und, wie aber nun genau? Wüßte man dies, würde man wohl so das Denken gleich mit entschlüsseln.

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Endgrammlisting

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