Frage von rockermeister, 106

Wie wird dieser Schadenfall reguliert?

Folgendes: Kurierfahrer hält direkt vor der Schranke des belieferten Kunden und steigt aus seinem Fahrzeug. (will zum Pförtner sich anmelden) Der Transporter rollt Richtung Schranke und es entsteht ein Schaden am Transporter sowie an der Schranke. (Handbremse nicht angezogen)

Wie wird so ein Schadenfall üblicherweise reguliert? In wie weit greift die beschränkte Arbeitnehmerhaftung? Kann mich da jemand aufklären?

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 62

Der Fremdschaden ist ganz normal über die KFZ-Haftpflicht gedeckt. Der Eigenschaden am Transporter wäre ein Vollkaskoschaden mit der entsprechenden Selbstbeteiligung.

Der Arbeitnehmer kann hier zum teil in Regress genommen werden, weil das nicht Betätigen der Feststellbremse eine Fahrlässigkeit darstellt.

Kommentar von Nightstick ,

... wobei es hier für die Beurteilung, ob es sich um leichte, mittlere oder grobe Fahrlässigkeit handelt, auf den Status des Kurierfahrers ankommt.

So würde man z.B. einem Aushilfsfahrer dieses Fehlverhalten nicht so streng anlasten wie einem Berufskraftfahrer.

Kommentar von DerHans ,

Wenn das Fahrzeug weg rollt, ist das sogar bei einem Fahranfänger fahrlässig.

Und AUCH Kurierfahrer sind ja Berufskraftfahrer

Kommentar von Nightstick ,

Kurierfahrer sind natürlich nicht automatisch Berufskraftfahrer, weil Berufskraftfahrer eine spezielle Ausbildung und Prüfung absolvieren, und damit z.B. sozilalversicherungsrechtlich nicht mehr als Ungelernte gelten.

Kommentar von DerHans ,

Wer beruflich den ganzen Tag fährt ist erst mal Berufskraftfahrer. Er unterscheidet sich nur vom Ausbildungsberuf des Berufskraftfahrers. 

Nach 4 Jahren Tätigkeit kann er sich genau so gut als Berufskraftfahrer bezeichnen, wie der "Gelernte".

Mit der Fragestellung hat das aber überhaupt nichts zu tun.

Kommentar von Nightstick ,

Nach vier Jahren kann er sich zwar so bezeichnen, ist aber keiner, zumindest nicht im sozialversicherungsrechtlichen Sinn!

Und daran angelehnt m.E. auch nicht im arbeits- und haftungsrechtlichen Sinn (womit wir wieder bei der Frage wären).

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Mittlere Fahrlässigkeit?  Was ist denn dass???

Es gibt nur:

Fahrlässige Handlung (versehentlich)

Grobe Fahrlässigkeit (grobes verschulden oder billigend inkauf nehmen)

Vorsatz (bewusste Handlung)

Kommentar von MoechteAWissen ,

Hey Rudi ,

ne du. Es gibt „ mehrere Stufen der Fahrlässigkeit.“
(<-fachlich nicht ganz korrekt)

U.a. auch die „ mittlere Fahrlässigkeit“.

Sie findet z.B. bei der  Arbeitnehmerhaftung Anwendung.

Ab dieser „ Stufe“ kann der Arbeitnehmer von dem Arbeitgeber in Regress genommen werden.

Antwort
von Apolon, 43

Der Schaden wird durch die Kfz-Versicherung des Fahrzeugs beglichen.

Fremdschaden - Schranke durch die Kfz-Haftpflichtversicherung;

Eigenschaden - durch die Vollkasko-Versicherung.

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