Frage von habakuk63, 26

Wie wird die Welt nach dieser US Präsidentenwahl aussehen und noch wichtiger, wie sich verändern?

Befürchtet noch jemand extreme inneramerikanische Verwerfungen, die sich auch auf den Rest der Welt übertragen?

Ein Sieg von Donald Trump scheint unwahrscheinlich, weil er zu viele große gesellschaftliche Gruppen extrem angefeindet hat, so ist er groß geworden. Sollte ER US Präsident werden, dann gnade uns Gott aber auch ohne seinen Wahlsieg hat er den Amerikanern und auch dem Rest der Welt einen Bärendienst erwiesen.

Donald Trump hat eine recht große Gruppierung aus rechtskonservativen Intellektuellen, enttäuschten Machos der unteren Mittelklasse und militanten Neonazis mobilisiert und zu, teils illegalen, Protestaktionen motiviert. Diese Gruppierung ist durch Trump gesammelt und aktiviert worden und sie lässt sich nicht einfach abschalten. Sie alle eint ein wachsender Hass auf die moderne Gesellschaft. Sie teilen den Wunsch, die Zeit zurückzudrehen und zu den guten alten Zeiten zurückzukehren.

Noch lange werden sich die US-Amerikaner im Alltag mit den Verwerfungen auseinandersetzen müssen, unabhängig vom Wahlausgang. Erst jetzt ist die Armutsrate in den Vereinigten Staaten erstmals nicht gestiegen, seit 2008 (Lehmann Brothers). Die Finanzkrise von 2008 hat die US-Gesellschaft tief erschüttert, erholt davon haben sich nur die großen Konzerne. Dieses ist der Nährboden auf dem die Trump-Saat, aus Rassismus, antisolidarischer Einstellung bei gleichzeitigen sozialen Sicherheitsversprechen, aufgeht.

Trump gab den Impuls für Mauern nach Mexiko und für ein Handelsembargo gegen China und machte den Eindruck, dass er damit die Sicherheit im Land und die amerikanischen Arbeitsplätze sichert, beides trifft nach meiner Meinung nicht zu. Aber erzählen kann man es ja.

Durch diese Wahl wird die wachsende Kluft zwischen wenigen ökonomischen Gewinnern und vielen Verlierern des digitalen, globalisierten Kapitalismus, der Verlust an Einkommen und auch an Orientierung bedeutet, zu erheblichen Verwerfungen auch in Europa und Deutschland führen. Mehr noch, die extremen politischen Parteien und gesellschaftlichen(Rand)gruppen werden die Verwerfungen geschickt für ihre Propaganda nutzen. Die Kluft zwischen Arm und Reich zusammen mit einer Entfremdung der Eliten von der Mehrheit der Bevölkerung werden das Lebensgefühl: „die da in der Politik, in den Medien, an den Börsen“ verstärken und für erhebliche politische und soziale Unruhe in unseren Städten sorgen. Wir werden mehr PEGIDA und mehr AfD erleben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Meloschka25, 20

Trump, so lautet eine Prognose, würde auf der halben Welt Konflikte und Kriege anzetteln und in den USA eine Art Autokratie à la Wladimir Putin errichten. Nun, es könnte so kommen. Sehr wahrscheinlich ist das aber nicht. Realistischer wäre wohl eher das Blockade-Szenario: Trump wäre schlicht ein Präsident des politischen Stillstands. Er würde sich mit allen anlegen, das Land und die Welt weiter spalten, nichts voranbringen. Amerika und wir alle würden vier kostbare Jahre verlieren, drängende Probleme blieben ungelöst. Das macht Trump gefährlich. Denn die Welt kann sich keinen Stillstand leisten. Trump verspricht "Overnight Solutions", wie das die Amerikaner nennen, über Nacht ersonnene Lösungen. Aber die gibt es nicht. Schon gar nicht in einer vernetzten, hochkomplexen Welt. Der Klimawandel, die Probleme der Globalisierung, der Kampf zwischen Arm und Reich, der Rassismus in den USA, das sind gigantische Themen, die verschwinden nicht einfach, nur weil Donald Trump es will. Darauf hat auch Barack Obama in Philadelphia völlig zu Recht hingewiesen. Er muss es wissen. Ein US-Präsident ist mächtig, aber eben nicht allmächtig. Eine Wahl gewinnen ist eine Sache, erfolgreich regieren etwas völlig anderes. Der politische Amateur Trump würde im Regierungsalltag national wie international auf eine Phalanx von hartgesottenen politischen Profis treffen, die sich im Gegensatz zu seinen Wählern von ein paar starken Sprüchen und Drohungen nicht beeindrucken lassen. Sie drohen einfach zurück und lassen ihn genussvoll auflaufen.Trump will mit den Chinesen neue Handelsabkommen besprechen? Er will, dass die Nato-Partner mehr Geld für das Militär ausgeben? Er will mit einer Koalition ruckzuck den IS zerschlagen? Er will, dass Mexiko für eine Mauer zu den USA bezahlt? Da kann man nur sagen: Viel Spaß.In der US-Innenpolitik ist es dasselbe: Der Kongress, der Oberste Gerichtshof, das sind alles sehr starke, selbstbewusste Institutionen, auf die er nur begrenzten Einfluss hätte. Wenn Trump sich nicht grundlegend wandelt und mehr auf seine Gegner zugeht, würde er seine politische Agenda gar nicht oder nur im Schneckentempo voranbringen. Wenn er meint, er könne sich über das Gesetz hinwegsetzen, würde ihm "impeachment" drohen, die Amtsenthebung. Eine Diktatur würde Trump nicht errichten, dafür ist die Demokratie in den USA zu stark - und dafür hat dieser Mann zu viele Gegner.

Kommentar von habakuk63 ,

Und wie schätzt du die Auswirkungen des "Trump Wahlkampfes" auf die USA und den Rest der Welt ein, auch wenn Trump (hoffentlich) nicht der nächste US Präsident wird? Die Menschen, die Trump erreicht und aktiviert hat, die gehen doch übermorgen nicht in den Keller.

Kommentar von LaQuica ,

"Trump, so lautet eine Prognose, würde auf der halben Welt Konflikte und Kriege anzetteln und in den USA eine Art Autokratie à la Wladimir Putin errichten."  

Also die Prognose würde ich ja gerne mal sehen da das alles gegen seine Aussagen die er getätigt hat spricht. Er sagt nämlich das er die USA nicht weiter die Weltpolizei spielen lassen wird und die Army heim holen will. Wie willst du dann bitte Kriege auslösen? 

Dagegen sagt Clinton jetzt bevor sie Präsidentin ist schon das man Cyberangriffe von Russland und China mit Militärischen Angriffen gleichsetzen MUSS und darauf dementsprechend Regieren muss. Die Sache dabei ist das man die Herkunft verschleiern kann und somit könnte zb. Nordkorea oder ein anderes Land sowas Russland bzw China anhängen und Clinton würde dann auf diese Losgehen .. Das ist gefährlich.  

Kommentar von Meloschka25 ,

Es ist einfach ein  "Imperativ". 

Trump ist gegen alles unamerikanische ... Der Milliardär, ist ein rassistischer, islamophober Populist, dem vor allem in den Südstaaten die weiße Mittelschicht zugetan ist. Das sagt doch alles aus :D

Kommentar von Meloschka25 ,

Trump hat mal eben Grundpfeiler amerikanischer Außen- und Sicherheitspolitik über den Haufen geworfen. Amerika müsse aufhören, Europa und Asien zu beschützen, weil man sich das nicht mehr leisten könne.Japan und Südkorea und möglicherweise auch Saudi-Arabien sollten sich die Atombombe beschaffen, um sich selbst zu schützen. Und im Übrigen sei die Nato überflüssig, da Amerika den größten Teil der Verteidigungsausgaben im Bündnis übernehme und eine Menge Länder nur noch Trittbrettfahrer seien.Es ist nicht das erste Mal, dass Trump den Verbündeten in Asien den Weg zur Bombe empfiehlt und damit die jahrzehntelange Nichtweiterverbreitungspolitik der USA aufkündigt. Die bestand aus einem Deal mit den Verbündeten in Europa und Asien: Ihr lasst die Finger von der Bombe, weil das die Welt nur noch gefährlicher machen würde, und wir beschützen euch dafür.Auch die Überzeugung, Amerika werde von seinen Alliierten über den Tisch gezogen, hegt Trump seit den 80er-Jahren. Von da ist es nur ein kleiner Schritt, auch die Nato für überflüssig zu erklären, die in den vergangenen Jahrzehnten das Rückgrat der atlantischen Allianz bildete und noch immer bildet. Aber Trump glaubt ja auch, dass er mit Autokraten wie Wladimir Putin wunderbar auskommen wird. Wer braucht also noch die Nato, wenn der „Meister des Deals“ über die Köpfe der Verbündeten hinweg eine Sonderbeziehung zu Putin pflegen kann?Trumps außenpolitische Ideen haben unter Amerikas asiatischen Verbündeten schon zu erheblicher Unruhe geführt. Es ist nun an der Zeit, dass auch Europa sich der Gefahr bewusst wird, die von einer Trump-Präsidentschaft ausgehen könnte. „In meinem Erwachsenenleben kann ich mich an keinen Moment erinnern, der so dramatisch war wie dieser“, schrieb die Historikerin Anne Applebaum vor Kurzem in der „Washington Post“.„Wir sind gerade zwei oder drei schlecht laufende Wahlen entfernt vom Ende der Nato, dem Ende der EU und vielleicht vom Ende der liberalen Weltordnung in ihrer gewohnten Form.“ Denn die Wähler sind derzeit unberechenbar.Es ist nicht ausgeschlossen, dass Marine Le Pen in Frankreich Präsidentin werden könnte. Sie will Frankreich am liebsten aus der Nato und der EU führen, strebt ebenfalls ein Sonderverhältnis zu Putin an und plädiert für Protektionismus statt für eine freie Weltordnung.

Antwort
von voayager, 21

Und was genau ist deine Frage ?

Ein Ex-FBI-Chef berichtete mal im TV, dass alle Präsidenten unter denen er diente, in ihrer Politik ziemlich gleich waren, daher gilt der Grundsatz "business as usual". Was soll sich da groß ändern, komt die Clinton ans Ruder, werden einige Bomben mehr auf Länder fallen, die nicht parieren, alles unter dem Deckmantel irgendwelcher Menschenrechte, wie gehabt. Naxch der Wahl wird die Wallstreet auch weiterhin die wichtigste Anlaufstelle sein, also nun wirklich nichts Neues, daher ist diese Wahl das übliche Spektakel, dem die Befolgung der Bedürfnis der Banken und Konzerne wie stets folgt.

Der tapfere Bundesbürger hat seine Show, an der er sich aufgeilen kann, so wie es bei all den anderen Entainment-Veranstaltungen sowie Quizsendungen auch der Fall ist. So was nennt man gemeinhin Zuschauerdemokratie, die sich in der Ergötzung von Sensatiönchen und Skandalen erschöpft, also keinesfalls eine politische Haltung. Diese würde ein genaues Hinschauen auf die Verquickung von Staat und Kapital vielmehr gerichtet sein.

Kommentar von thetee99 ,

Was soll sich da groß ändern[...]

Also falls Trump gewählt werden sollte und er sich tatsächlich mehr auf den US-inländischen Produktionsmarkt fokusieren und damit weniger importieren möchte, wäre das für die deutsche Wirtschaft und damit verbundene Arbeitsplätze doch eher nachteilig, da die USA seit 1 - 2 Jahren zu einem der wichtigsten Export-Abnehmer Deutschlands avancierten.

Generell muss man sagen, solange die deutsche Wirtschaft stark vom Exporthandel abhängig ist, ist der zunehmende Nationalismus in Europa, den USA aber auch Deutschland selbst, sehr kontraproduktiv.

Kommentar von voayager ,

TTIP ist im Anmarsch und du orakelst von einbrechendem Export der deutschen Wirtschaft. Hat Trump je dieses Freihandelsabkommen negiert? Das wäre mir neu.

Davon mal abgesehen, dieser Mann wird nicht Präsident der USA, dazu hat er sich gar zu viel zu Schulden kommen lassen.

Kommentar von thetee99 ,

Die Absage an den weltweiten Freihandel ist ein zentrales Wahlkampfthema von Trump gewesen: http://www.handelsblatt.com/politik/international/us-wahl-2016/clintons-und-trum...

TTIP birgt noch ganz andere Probleme. Aber den Handel mit den USA einzuschränken, aus welchen Gründen auch immer, wäre zum jetzigen Zeitpunkt schlecht für die deutsche Wirtschaft.

Kommentar von voayager ,

Nun gut, TTIP lehnt Trump ab, doch wenn die Wallstreet dieses Abkommen unbedingt will, dann wird er sich den Konzernen und Banken wohl beugen.

Antwort
von Panazee, 18

Es ist wohl die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Sehr viele (eine Mehrheit?) wählen ja gar nicht, weil sie wirklich eine/n der beiden als perfekte/n Präsident/in sehen, sondern weil sie die andere Option für noch ungeeigneter halten als das was sie wählen.

Antwort
von NiklasHahnpfahl, 19

Ich bin ja der Meinung, dass der Präsident (egal welcher) nicht wirklich entscheiden kann, was er macht. Sein Beraterstab und die ganzen Lobbys würden Trump zu einem gemäßigten Politik führen. So war das doch schon immer. Große Töne im Wahlkampf spucken kann erst mal jeder.

Antwort
von whabifan, 15

Ich lehn mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und sage....egal ob Trump oder Clinton, es wird sich kaum was ändern.

Antwort
von PatrickLassan, 21

Das passt wohl eher hierhin:

https://www.gutefrage.net/forum

Antwort
von LaQuica, 16

Jaja immer nur über Trump ... 

Das niemand sich Sorgen wegen Clinton macht .. Sie hat den Lybien und Irak Krieg unterstützt und nach vorne getrieben, lässt sich reden von Wirtschaftsbossen und der Rüstungsindustrie bezahlen, sagt jetzt schon man MUSS Cyberangriffe von Russland und China mit Militärischen Angriffen gleichsetzen und darauf deutlich reagieren. Das wird darauf hinauslaufen das Sie Russland und China so dermaßen vor den Kopf stößt und ihnen jeden kleinen scheiß vorwirft bis es eskalieren wird. Sie ist keine Frau für den Frieden. Sie ist Kriegsgeil (das hat ihre zeit aus Außenministerin mehr als deutlich gezeigt) aber das wird ja total ignoriert und immer nur über Trump hergezogen ... 

Die Präsidentschaft ist keine Frage danach wer Sympathischer ist, sondern danach wer weniger gefährlich für die Welt und Amerika ist. 

Antwort
von brigischa, 18

Selbst wenn Trump Präsident wird, heißt das nicht automatisch, dass er machen kann, was er will. Da gibt es immer noch den Kongress und die Gewaltenteilung, die Geheimdienste und das Militär. Er wird schnell zu einem Spielball dieser Mächte werden, ähnlich wie Obama.

Antwort
von FynniK, 26

In der Mitte das Welt will sein einer Wand mit Trump weil wenn der gewählt werd.

Hillarri:
Jede Mann muss zu langen Haaren Frau werden Operation

Kommentar von PatrickLassan ,

Gibt es dazu auch eine deutsche Übersetzung?

Kommentar von thetee99 ,

Haare von Trump auch Operation?

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