Frage von nini97, 57

Wie wird der Mensch hier bis zum Schluss begleitet?

Ein über 70-jähriger Mann hatte einen Schlaganfall. So aber, dass er zu therapieren wäre. Nun gibt es eine Verfügung (von ihm und den Angehörigen) dass er nicht therapiert werden will. Nun kommt er wohl in ein Hospitz und es wird die Nahrung und alles andere abgesetzt. Die Angehörigen wollen ihn dann bei seinem letzten Weg begleiten. Nun die Frage, damit er nicht leiden muss, was wird da gemacht ? Morphium gespritzt ? und wie lange kann das dauern, bis dieser Mann dann stirbt ? habe den Mann gesehen, und finde so eine Entscheidung schon sehr heftig So eine Entscheidung schon vorher gefällt zu haben. Danke und schönen Sonntag für Euch.

Antwort
von David56, 13

Es ist nicht zwingend so, daß er in ein Hospiz kommen muss, wo man ihn sterben lässt. Es kommt immer öfter vor, daß behandelnde Ärzte die der Meinung sind, daß noch insoweit Aussichten auf Besserung bestehen, daß der Patient mit akzeptabler Lebensqualität weiterleben kann, die Patientenverfügung ignorieren und einer Verlegung in ein Hospiz nicht zustimmen. Auch kommt es in solchen Fällen vor, daß sie ihren Bericht für das Hospiz so abfassen, daß dem Hospiz nichts anderes übrig bleibt, als den Patienten abzulehnen, da ihnen sonst der Vorwurf der aktiven Sterbehilfe (die in D verboten ist) gemacht werden könnte.

Es gab ja schon Fälle wo z.B. Apoplexpatienten mit solch einer Patientenverfügung vor Gericht gezogen sind, weil sie sterben wollten, die Ärzte, bzw. das Hospiz aber anderer Meinung war und das Gericht die Klage abwies. 
Nur die Ernährung mittels Magensonde und der Verlust  der Gehfähigkeit wird kein deutsches Gericht als Grund anerkennen, daß man solch einen Patienten verhungern lässt.
Das würde man als Grund anerkennen, wenn er z.B. im Koma läge, oder andersweitig nicht mehr interagieren könnte. Aber so, wie Du den Fall beschreibst wohl eher nicht.

Eine Patientenverfügung ist kein Freibrief für einen Suizid.

Antwort
von poppys, 16

Es kommt auf die Beschwerden an, die er hat. Wenn er Schmerzen hat, dann kann man durchaus zu Morphin greifen, wenn nicht, dann nicht. Bei anderen Beschwerden werden andere Medikamente eingesetzt.

Du schreibst, das er momentan in einer Reha ist. Das bedeutet doch auch, das man zunächst versucht hat, die Folgen des Schlaganfalls zu behandeln, aber anscheinend besteht da keine bzw. nur wenig Aussicht auf vollständige Genesung.

Über den Zeitraum wird dir niemand etwas sagen können. Wenn Komplikationen wie einen Lungenentzündung etc. eintreten, dann kann es sehr schnell gehen, wenn nicht, dann wird es länger dauern - ich habe schon Patienten in ähnlichen Situationen begleitet, die noch 2, 3 Wochen gelebt haben.

Kommentar von nini97 ,

er wird zur zeit in der reha am Bett fixiert, kann sich kaum bewegen, da er die magensonde (nase) rausreissen will, Schmerzen kann ich nicht beurteilen, glaube wenige, wenn überhaupt, Er wirkt körpgerlich noch sehr agil. Behandlung fand nicht statt, außer Magensonde, da es diese Verfügung gibt. Aussicht, auf vollstänidige Genesung, ?? es werden mit Sicherheit Folgeschäden bleiben, es wird aber nicht versucht. Warum er in der Reha ist, weiß ich nicht, doch Aussicht würde schon bestehen, er schluckt ja auch usw. , offensichtlich ist es aber so, dass schon vor dem Schlaganfall für den Ernstfall, dass alles abgelehnt wurde. Ich weiss nur, er kommt aus der Reha raus in ein Hospiz , da er und die Angehörigen, das alles vorher so bestimmt haben. Ich finde dass persönlich sehr schrecklich , da hier gar nicht um den Menschen gekämpft wird. Die Angehörigen sind auf seinen Tod vorbereitet.

Kommentar von poppys ,

Eine Behandlung fand doch statt, zumindest in Form der Magensonde. In wie weit hier noch andere Maßnahmen hätten getroffen werden können, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen.

Aber ehrlich, so wollte ich auch nicht im Bett liegen. Eine nasale Magensonde ist mehr als fies und dann auch noch fixiert werden, damit man sich das blöde Ding nicht selber entfernt? Allein die Vorstellung, im Bett zu liegen und sich nicht mal irgendwo kratzen zu können - grausam!

Wenn er das vorher so verfügt hat, dann sollte man seinen Willen auch respektieren. Ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen, als das ich mir vorher Gedanken mache, alles schriftlich festhalte und dann wird alles anders entschieden. Leicht haben sich seine Angehörigen das ganze sicher nicht gemacht - ich berate Palliativpatienten und deren Angehörige gerade in solchen Situationen und ich habe es noch nie erlebt, das die sich mit der Umsetzung des Patientenwillen leicht getan haben.

Antwort
von nettermensch, 28

was heisst therapierbar. ist es oder nicht. wenn e eine Chance hätte, dass zu therapieren, kommt er gar nicht im hospitz.

kann er noch gehen oder liegt er nur im koma

Kommentar von nini97 ,

er liegt nicht im Koma, wird nicht beatmetet , liegt in der Reha, bekommt Nahrung durch Magensonde. Er atmet alleine und spricht auch. Er muss wohl aber eine Vollmacht haben  und soll nun in ein Hospiz in dem dann alles abgesetzt wird. Eine Therapie wird abgelehnt. Das war sein Wunsch vor dem Schlaganfall. Alles Absetzen und Sterben lassen.

Kommentar von nettermensch ,

wenn er so in einer patientenverfügung so geschrieben hat, dann ist es so. nur überrascht ist es schon, das nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft erden

Kommentar von nini97 ,

ja ich war auch sehr überrascht, als ich es mitbekommen habe (Bettnachbar eines Angehörigen) Nun aber die Frage, wie lange würde es dauern , bis er dann "erlöst" ist ? Ohne Nahrung und Wasser kann das ja noch Tage dauern, oder ?

Kommentar von nettermensch ,

ohne trinken 4 - 5  tage.  ist aber grass,

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