Frage von msch2003, 219

Wie wird der Durchnitt der Provision gerechnet bei Lohnfortzahlung, wenn man im Vorjahr auch schon mehrere Monate krank war?

Hallo, ich bin 2015 mehrere Monate krank gewesen, um genau zu sein 7 Monate, ich bin Provisionsabhängig eingestellt. Habe ein geringes Fixum und dazu Umsatzprovision.

Da ich nur 5 Monate arbeiten konnte ist mein Prrovisionsduchschnitt für eine Lohnfortzahlung und Krankengel dementsprechend niedrig.

Mein Arbeitgeber berechnet den bezahlten Umsatz von 2015 durch 253 Arbeitstage. Ich war aber 2015 nur 88 Tage arbeiten.

Das wirkt sich erheblich auf die Lohnfortzahlung wie auch aufs Krankengeld aus sollte ich wieder krank werden.

Kennt sich jemand damit aus, oder hat schon solche Erfahrungen gesammelt.

Danke

Antwort
von lastgasp, 161

http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a164-entgeltfortzah...

Siehe Seite 17/18 für die grundsätzliche Regelung, das Rechnen mit sog. mutmaßlichen Provisionen. Hierbei gilt § 4 Abs. 1(a) Entgeltfortzahlungsgesetz (EFZG):

"...Erhält der Arbeitnehmer eine auf das Ergebnis der Arbeit
abgestellte Vergütung, so ist der von dem Arbeitnehmer in der für ihn
maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit erzielbare Durchschnittsverdienst
der Berechnung zugrunde zu legen."

Um das nachvollziehen zu können, kann ich Dir ein Beispiel aus einem Handelsunternehmen geben, dessen angestellte Außendienstler überwiegend auf Prov.-Basis arbeiten. Da die Vertreter fast 50% ihrer Provision über Saisongeschäft im Januar und September verdienen (Messen und Weihnachtsgeschäft), wäre der Durchschnitt für einen Kollegen, der im Februar bis Mai krank ist, nahezu Null, weil in der Zeit nur geringe provisionsabhängige Umsätze laufen.

In der Praxis heißt das:

Zitat aus dem Kommentar zum Entgeltfortzahlungsgesetz

Bei der Ermittlung der Höhe der fortzuzahlenden Provision ist darauf abzustellen, welche Provision der Arbeitnehmer nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit während der Zeit der Arbeitsunfähigkeit erzielt hätte. Da das oft nicht so genau zu bestimmen ist, ist ggf. im Rahmen einer Schätzung der erzielbaren Provision der in einem längeren Referenzzeitraum erzielte Durchschnittsverdienst heranzuziehen. Üblich ist hierbei, den Durchschnittsverdienst der letzten 12 Monate für die Entgeltfortzahlung zugrunde zu legen, um Zufallsergebnisse auszuschließen. Bei kurzer Beschäftigungsdauer wird der Durchschnitt vergleichbarer Mitarbeiter zugrunde gelegt.

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