Frage von DBKai, 27

Wie wichtig ist euch Fairness am Arbeitsplatz?

Wie kann man eine Arbeit so fair wie möglich verteilen und es eher eindeutig machen, wer, wann, was, wie gemacht hat? Wie kann man sich fair in Gesprächen mit anderen verhalten?

Antwort
von regex9, 7

Wie kann man eine Arbeit so fair wie möglich verteilen?

Dazu müsste definiert werden, was Fairness in diesem Kontext bedeutet. Heißt es, dass jeder Arbeit bekommt oder auch, dass jeder die Arbeit bekommt, mit der er zurecht kommt? Nur wenn es keine Arbeit gibt, die den Qualifikationen des Arbeiters entspricht (bspw., weil er gerade erst neu zur Firma hinzugekommen ist), könnte dieser ja wieder ohne Aufgabe da stehen.

Eine faire Arbeitsverteilung erfolgt meiner Meinung nach Qualifikation und Auslastung im persönlichen Gespräch mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen. Es gibt die Möglichkeit, sofort Einwände oder Einschätzungen zu erheben und Missverständnisse oder Probleme zu vermeiden. 

Wie kann man es eher eindeutig machen, wer, wann, was, wie gemacht hat?

Durch ein Project Management System wie Hosted Redmine oder JIRA. Jede Aufgabe wird als Ticket/Issue angelegt, kann den jeweiligen Ressourcen zugewiesen werden, ermöglicht Kommentare und leichte Dokumentation sowie eine explizite Zeitbuchung. Die Zuordnung eines Zeitstempels ist ebenso möglich.

Wie kann man sich fair in Gesprächen mit anderen verhalten?

Indem man gesellschaftlich festgelegte Normen/Regeln einhält (aktiv zuhören, höflich und freundlich bleiben, ausreden lassen, Feedback geben). Fordere die Einschätzung/Meinung der anderen Person ein, gib ihr die Möglichkeit, eigene Stellungen zu beziehen.

Antwort
von dieLuka, 8

Das funktioniert nicht.

Stell dir vor es gibt 5 Aufgaben und 4 Personen.

Du müsstest bei allen 5 Aufgaben den genauen Aufwand kennen und dann die Aufgaben Stückeln damit jeder gleich viel zu tun hat.

Dann muss auch noch die 2. Aufgabe ganz dringend erledigt werden und die 3. nicht. Wie bewertet man das?

Und wieviel Mehraufwand hat man wenn man eine Aufgabe splittet so das sich 2 nun ständig absprechen müssen?

Was wen sich nachträglich Änderungen an einer Aufgabe ergeben oder eine Aufgabe doch nicht so Lösbar ist wie zuerst gedacht?

Was du machen kannst ist jedem ein Themengebiet zuzuweisen und kleinere aufgaben die keinem Gebiet zugewiesen werden können dann an die zu verteilen die Luft haben.

Das wäre aber auch nicht gerecht denn gegebenenfalls hat ja Person A nur Luft wil sie schnell arbeitet während Person b gründlicher arbeitet und Person c lieber auf das Handy schaut.

Kommentar von DBKai ,

Man kann sich dann ja bei der Aufgabenbewältigung abwechseln - so das jeder mal jede Aufgabe macht...

Oder man kann die 5. Aufgabe auf alle 4 abwechselnd verteilen... Am Montag macht es der... am Dienstag der... am Mittwoch der.. usw...

Das wäre aber auch nicht gerecht denn gegebenenfalls hat ja Person A nur
Luft wil sie schnell arbeitet während Person b gründlicher arbeitet und
Person c lieber auf das Handy schaut.

Das kann man ja alles besprechen und analysieren.... Was ist wichtig und dringend und warum? Wie sollte das gemacht werden? Wie viel Zeit hat man dafür? Und so weiter...

Wenn der Aufgabenbereich für den Tag eindeutig definiert ist, sollte es keine größeren Probleme geben müssen... und wenn jemand seinen eindeutig definierten Aufgabenbereich immer schneller fertig hat als andere und das auch ordentlich macht - dann auch noch zusätzliche Arbeiten übernimmt, sollte sich das positiv für die Person auswirken, denn immerhin ist sie ja ein Gewinn für das Unternehmen... dann gibt es einen Bonus... eine Belohnung ... etwas in der Art...
Leistungsgerecht... fair...

Ich glaube wohl, dass man die Arbeit fair verteilen kann... man muss sich nur mal hinsetzen und gut darüber nachdenken... Prioritäten setzen... die Aufgaben fair verteilen...  sich ev. abwechseln... usw.

Kommentar von dieLuka ,

Das geht aber nur bei gleichbleibenden Aufgaben und da wird das wohl auch gemacht.

Wenn Aufgabe 1 die Kasse ist und aufgabe 2 ist das Lager und aufgabe 3 ist Kundenbetreuung dann ja, geht das.

wenn die Aufgaben aber die betreuung von bestimmten Kunden, die abarbeitung von Prozessen mit immer neuen Daten/Anforderungen oder die betreuung von Projekten sind ist das anders.

Ich habe z.B. 2 aufgaben Software a betreuen und software b. Jemand anders betreut software c (das ist aufgabe 3).

durch gesetzesänderungen gibt es diese woche viel für a und wenig für b und c zu tun. dafür kommt in der folge Woche ne beschwerde das c nicht so funktioniert wie gewollt und gleichzeitig soll ein neues interface für b entwickelt werden.

da funktioniert das schon nicht mehr. Ich kann ja nicht mitten bei der entwicklung oder kundenbetreuung sagen. sorrry aber morgen macht das fr. meier. Genauso wenig kann ich vorhersagen wie viel Aufwand dahinter steckt,

daher wie gesagt funktioniert das nur bei vorhersebarem aufwand und wiederkehrenden Aufgaben.

Anderes Beispiel:

Aufgabe A ist es in der Werkstatt für Ordnung zu sorgen, b ist das inventar und c ist die reperatur. Da lässt es sich ggf sagen wenn alle 3 kräfte 8 stunden arbeiten macht mal der eine einen Tag das dann das andere und zuletzt die reperatur und wiederholung.

wenn aber z.b. der KFZ-Mechaniker aufgrund seiner ausbildung nur als KFZ mechaniker arbeitet und nicht fegt oder das inventar macht funktioniert es wieder nicht. Denn ggf kommt ein totalschaden und einmal Glühbirne wechseln. Am nächsten tag kommen 2 mal bremsen und dann 1 mal tüv. Wie verteile ich das gerecht?

Kommentar von regex9 ,

Oder man kann die 5. Aufgabe auf alle 4 abwechselnd verteilen... Am Montag macht es der... am Dienstag der... am Mittwoch der.. usw...

Von was einer Arbeit redest du da? Von Routine-Aufgaben - Waren bestellen, Kasse hüten, Waren einräumen und aussortieren bei einem Supermarkt? In einer Firma, wo jede Aufgabe anders ist, wäre das nämlich äußerst ineffizient.

Ein weiterer Kritikpunkt wäre folgender: Angenommen, es handelt sich nun um einen Supermarkt, wo Hans arbeitet. Hans kann fast alles richtig gut, nur im Rechnen hat er Schwächen. Oder im Umgang mit anderen Menschen, im Umgang mit Stress und Zeitdruck. Nun setzt du ihn zwangsweise jeden Dienstag an die Kasse (Fairness-Prinzip), wo er total überfordert ist. Bezogen auf seine Qualifikation wirkt sich das negativ auf den Betrieb aus. Er verrechnet sich öfter oder vergisst vor Aufregung, Kunden zu grüßen oder nach deren Kundenkarte zu fragen. Würdest du ihn wiederum nur noch die anderen Aufgaben machen lassen, könnte bei den Mitarbeitern Ärger aufkommen - Hans braucht nie an die Kasse, das ist doch unfair.

Ob sich für jeden Arbeitsbereich eine faire Lösung finden lässt, würde ich daher pauschal nicht behaupten. Das muss man sich in jedem Einzelfall genau anschauen und dann abwägen, wo die Priorität höher liegt. Ein zusätzlicher Faktor sind die Arbeitnehmer, die alle anders fühlen und denken.

Antwort
von DougundPizza, 7

Arbeit ist nicht fair das wird es auch nie sein. Am besten ist es die Leute nach Ihren Qualifikationen zu verteilen. Manche Menschen sind effektiver als andere und beklommen für dieselbe Arbeit manchmal mehr oder weniger Geld... Du weißt doch sicher nicht was deine Kollegen verdienen oder ?

Kommentar von DBKai ,

Woher willst du WISSEN, dass es niemals fair sein wird/kann? Daran kann man arbeiten und es war in der Vergangenheit ja auch schon mal viel unfairer als heute und fairer ist es nur geworden, weil sich Menschen dafür eingesetzt haben und genau so könnte es auch weiter gehen... bis es irgendwann auch mal wirklich fair ist...

Jeder Mensch kann dazu lernen - wenn jeder immer nur das macht, was er schon kann, dann wird er sich nicht mehr weiter entwickeln....

Nein - ich weiß es nicht immer was meine Kollegen verdienen - würde es aber gerne wissen, weil ich auch für eine faire Entlohnung bin... wer viel weiß, viel kann und viel leistet soll mehr verdienen als jemand der wenig weiß, wenig kann und wenig leistet... ist ja wohl klar... Die Arbeit an sich selber und eine gute Leistung soll sich auf jeden Fall auszahlen. Ist ja ein Gesamtgewinn für ein ganzes Land, wenn jemand da engagiert ist...

Kommentar von regex9 ,

(...) wer viel weiß, viel kann und viel leistet soll mehr verdienen als jemand der wenig weiß, wenig kann und wenig leistet... ist ja wohl klar... (...) Ist ja ein Gesamtgewinn für ein ganzes Land, wenn jemand da engagiert ist...

Ja gut, aber was ist mit einem Arbeiter, der jung ist und noch nicht viel weiß, dafür aber freiwillig Überstunden schiebt? Er ist sicherlich nicht so effizient wie ein erfahrener Arbeiter, der in dieser Zeit 1-2 Aufgaben mehr schafft (allerdings immer pünktlich Feierabend macht). Hier ist die Frage, ob Effizienz höher gewertet wird als Engangement oder nicht.

Manche Arbeitnehmer sind aufgrund ihrer Qualifikation gar so teuer, sodass sie nur speziell eingesetzt werden. Sie entwerfen "lediglich" ein Konzept für eine Aufgabe und billigere Arbeitskräfte setzen dies um. Zweifellos ist die Aufgabe des erfahrenen Arbeiters schwierig und mühsam, doch die Umsetzung kann genauso aufwendig oder noch aufwendiger sein.

Kompetenz und Können sind demnach von Engangement erst einmal zu trennen.

Kommentar von DougundPizza ,

Woher ich das wissen will? Hmm ich arbeite schon eine Weile in einem recht großen Unternehmen. Wahrscheinlich kommt es auf die Art der Arbeit an, wenn man etwas produziert kann man sicher die Aufgaben einigermaßen fair verteilen. Aber sobald Aufgaben kommen,wo man selber analysieren und planen muss, sieht das ganz anders aus.
Musst du Aufgaben verteilen oder bist du in einem Team wo ihr diese gemeinsam abarbeitet?
Was die Kollegen verdienen wüsste ich auch gerne, aber man kann sowas anhand anderer Konditionen im Vertrag deuten. Im Grunde sollte man sich, aber nicht mit den Kollegen vergleichen, besonders nicht wenn man eine Gehaltserhöhung wollen würde^^
Entstehen irgendwelche Vorteile, wenn eine Aufgabe schneller erledigt wird ? Als darf der Arbeitnehmer dann früher heim?
Um was für eine Art von Aufgaben handelt es sich denn?

Kommentar von DougundPizza ,

Ich bin grundlegend deiner Meinung, aber ich finde wenn man effizient arbeitet dann zeigt man auch Engagement. Laut Statistiken ist es wichtig zu Beginn der Karriere zu zeigen wo man hin will. Überstunden allein rechtfertigen keine höhere Position. Je größer die Verantwortung desto größer ist auch das Gehalt meistens. Ich bin mittlerweile Projektleiter für ein Projekt wo ich am Anfang als reiner Informatiker tätig war. Man sollte sich garnicht daran aufhalten wieviel die anderen tun oder nicht. Wenn das der Maßstab ist bleibt man ewig in dieser Position stehen. Leistung und Effizienz ist viel wichtiger als Überstunden. Ich selbst hatte zu dem Zeitpunkt zu meiner Beförderung 25 minus Stunden. Ist nicht schlimm, aber es gab schon einige Kollegen aus anderen Abteilungen die sich darüber aufgeregt haben, dass ich befördert wurde obwohl ich minus Stunden habe erst 1 Jahr da arbeite und und...
Was noch sehr wichtig ist, was ich anfangs selbst nicht glauben wollte ist die soziale Kompetenz.

Mein Motto ist : Man muss mit der Zeit gehen oder mit Zeit gehen;)

Antwort
von atijaja, 9

DBKei ist wach

Fairness ist gut und ein Wunschtraum wenn es ums arbeiten geht.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten