Frage von IchSasukeUchiha, 64

Wie wichtig ist das Einfahren bei einem Neuwagen (2016)?

Hallo Ich fahre seit heute einen neuen Suzuki Swift 1.2 Club und habe deshalb angefangen mich mit dem Thema "Einfahren" zu beschäftigen. Leider findet man dazu im Internet 10000 Meinungen und alle sind verschieden. Jetzt nicht nur auf mein Auto bezogen. Wie wichtig ist das Einfahren? Kann schlechtes Einfahren wirklich die Leistung des Motors verschlechtern und natürlich, wie fährt man richtig ein? Bitte nur konstruktive Antworten und Diskussionen. Sowas wie:,, steht doch im Handbuch du Idiot!!11!" kann man sich sparen.

Danke für jede Antwort.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Vando, 58

Naja, das Einfahren gibt es heute nach wie vor. Aber, sie ist heute nicht mehr so wichtig wie früher.

Die Sache ist, weshalb man früher neue Motoren einfahren musste, ist, dass man Oberflächen nie absolut glatt bekam und auch nie absolut glatt bekommen wird. Man muss eine Metalloberfläche nur stark genug vergrößern und man sieht, dass das eine einzige Gebirgskette mit Spitzen und Tälern ist. Die Spitzen von Kolbenringen und Zylinderwand schlagen beim Einfahren aufeinander, und tragen sich ab. Dadurch wird die Oberfläche besser, als als das Honen mit dem Honstein.

Heute sind die Techniken der Oberflächenbehandlung besser als früher, sodass die Spitzen extrem klein geworden sind, und auch extrem wenig Abtragung stattfindet. Aber extrem gering ist, ist eben prinzipiell immer noch da (wie gesagt, man muss nur stark genug vergrößern). 

Für den Alltag, kann man das aber mittlerweile vernachlässigen. Wenn, dann dient das um das letzte 0,5% an Leistung und Lebensdauer rauszuholen.

Wenn du eben den letzten Rest rausquetschen willst, dann würde ich dir raten den Motor, so wie früher, die ersten paar 1000km nicht mit Vollgas zu fahren, aber immer wieder bei unterschiedlichen Drehzahlen zu halten, da da die Abtragung durch alle Drehzahlen gleichmäßig stattfindet. (Hohe Drehzahlen jedoch erst relativ spät fahren).

 

Kommentar von Interessierter7 ,

perfekt beschrieben! Daumen hoch !

Kommentar von Vando ,

Danke. :)

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 44

Also die Sache ist die. Die heutigen Fertigungsmethoden sind soweit fortgeschritten, dass überall da, wo Metall auf Metall reibt sehr glatte Oberflächen produziert werden. Das ist eigentlich fast überall im Motor so.

Aber wenn man z.B. neu Kolben oder Zylinder unters Mikroskop legt, sieht die Oberfläche dann doch wie Berg und Tal aus. Die Spitzen dieser "Mikroberge" muss man beim Einfahren abschleifen. Die aufeinander reibenden Oberflächen erledigen das von alleine. Die polieren sich sozusagen gegenseitig. Das geht aber nur, wenn man ganz vorsichtig einfährt. Wird der Motor auch nur einmal hochgejubelt, polieren sich die Oberflächen nicht sondern erzeugen Riefen.

Je sorgfältiger man den Motor einfährt, umso glatter werden die Oberflächen. Je glatter die sind, umso weniger Reibung gibt es da und umso mehr Leistung wird erzeugt. Das kann durchaus zwischen gut und schlecht eingefahren 5 PS ausmachen. Fährt man gar nicht ein, geht der Motor deswegen nicht kaputt, aber er hat weniger Leistung und Lebensdauer. Die glatten Oberflächen kommen dem Motor über seine gesamte Lebensdauer zu Gute.

Formel 1 Motoren absolvieren z.B. auch ein umfangreiches Einfahrprogramm auf dem Prüfstand, bevor sie eingesetzt werden, weil sie dann mehr Leistung bringen und länger halten.

Die Angaben im Handbuch stellen in etwa einen Mittelwert dar. Wer es gut mit seinem Auto meint, fährt länger zurückhaltend. Wems nicht so drauf ankommt, gibt halt Gas.

Antwort
von Peppie85, 47

idiot hätte ich jetzt nicht gesagt, aber im handbuch finden sich tatsächlich hinweise zum einfahren...

man sollte das auto nicht von anfang an gleich richtig quälen. bis sich alles eingelaufen hat und schön flüssig läuft. aber viel wichtiger als aufs gaspedal zu achten ist aufs bremspedal zu achten. damit die bremsscheiben keine riefen kriegen oder sich nicht verziehen etc. sollte auf den ersten kilometern eher zurückhaltend gebremst werden, damit sich ein schön gleichmässiges tragbild auf den bremsscheiben bildet...

übrigens sollte man nach den ersten 500 bis 600 km, spätestens nach 1000 km den Motorölfilter wechseln (lassen) damit sich eventuell gelöste rückstände, die sich dort festgesetzt haben nicht in zu großer menge darin häufen und so die filterleistung übermässig beeinträchtigen...

lg, Anna

Kommentar von IchSasukeUchiha ,

Ja im Handbuch wurde dafür eine seite vorgesehen. Ich meinte damit das man mir das nicht schreiben brauche, denn so schlau bin ich auch :D Schonmal Danke. Also im Grunde kann dem Motor nichts passieren bzw die Leistung wird vom Einfahren nicht beeinflusst?

Kommentar von Peppie85 ,

jein... es gibt gewisses verhalten, das dazu führt, dass der motor "versottert" d.h. er erreicht irgendwann nicht mehr die leistung, die er haben könnte,. das kommt aber weniger vom zu vielen gas geben, als viel mehr davon, dass man ihm nicht regemlässig ordentlich auslauf gönnt (freifahren)

also wenn der motor gut warm ist, ruhig mal ordentlich laufen lassen. aber nicht unbedingt auf den ersten paartausend kilometern. da sollte man in der tat noch etwas vorsichtiger zu werke gehen...

lg, Anna

Antwort
von jbinfo, 30

Solange du ihn nicht nur scheuchst musst du ihn nicht großartig einfahren. Fahr einfach so wie du immer fährst. Natürlich darfst du auch mal Vollgas fahren. Gerade beim Überholen kann das mal lebenswichtig sein.

Früher gab es noch Einfahröl. Das sollte dann zwischen 1.000 und 2.500 KM gewechselt werden. Das gibt es aber schon lange nicht mehr.

Fahr mit deinem Swift alle 12 Monate oder 15.000 KM zur Werkstatt und lass eine Inspektion machen. Dann ist alles gut für ein langes Suzuki-Auto-Leben.

Antwort
von Nemo75, 64

Soweit ich weiß die Drehzahl nach Vorschrift nicht überschreiten. Alles andere wie kein Vollgas zum Beschleunigen ist zu vernachlässigen

Kommentar von IchSasukeUchiha ,

Danke. Also im Grunde kann dem Motor nichts passieren bzw. die Leistung nicht verschlechtert werden?

Kommentar von Nemo75 ,

Nein da die Motoren heutzutage einen Testlauf hinter sich haben. Eine Streuung von Leistung (+|- 10 PS) ist Toleranz.

Aber erwarte bei 1,2 l nicht Zuviel😉

Antwort
von wollyuno, 40

fahr ihn mal die ersten 1000km etwas piano,sprich nicht voll ausdrehen

Antwort
von brummitga, 63

das gute Stück einfach mit Gefühl fahren; ansonsten ist diese Jahrhundertelang gepflegte Einfahren heute nicht mehr nötig.

Kommentar von IchSasukeUchiha ,

Also im Grunde kann dem Motor nichts passieren bzw. die Leistung nicht verschlechtert werden?

Kommentar von brummitga ,

nein. es sei denn, dein "gutes Gefühl" liegt bei 9000 U/min

Kommentar von IchSasukeUchiha ,

Hahaha. Nein :D

Kommentar von brummitga ,

dann viel  Spaß mit dem guten Stück und "immer eine saubere Stoßstange"

Antwort
von Mepodi, 55

Also was völlig klar sein dürfte: nicht gleich Vollgas geben und den Motor ans Limit bringen. Da stimmt mir wohl jeder zu.

Mit normaler Drehzahl fahren.
Auch nicht zu untertourig

Antwort
von newcomer, 49

das "Einfahren" von KFZ Motoren ist heutzutage nicht mehr nötig.
Du kannst nach dem Kauf fahren was die STVO zulässt

Kommentar von Nemo75 ,

Falsch!
Meist darf man die ersten 1000-3000 nicht das Drehzahlband ausreizen. Meist Max 4000 U/Min bei Benziner.

Kommentar von Modem1 ,

So heist es offiziell... 

Kommentar von Nemo75 ,

@Modem

Klar kannst ihn gleich voll ausreizen!
Nur ob das beim "Einlaufen" der vielen Mechanischen Bauteile gut tut und der dann auch 100.000km erlebt ist fraglich!

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