Frage von oxBellaox, 49

Wie werden Referenzwerte ermittelt?

Bei Blutwerten gibt es ja immer einen sog. Referenzbereich mit einer Spanne "von ... bis". Wie werden diese Werte genau ermittelt? Der unterste Wert alt und tot krank und der oberste jung und kerngesund? Oder wie muss ich mir das vorstellen?

Für Links oder Literaturverweise wäre ich dankbar.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Paguangare, 35

Ob ein niedriger Wert eher krank und ein höherer Wert eher gesund ist, hängt ganz von der Natur des Parameters ab. Es könnte auch umgekehrt sein.

Lebertransaminasen z.B. sollten eher möglichst niedrig sein.

http://www.medicoconsult.de/Transaminasen/

Referenzwerte erhält man durch den Vergleich empirisch ermittelter Werte sehr vieler Patienten bzw. auch gesunder oder allgemeiner Probanden. Ich denke, darüber sind im Laufe der Jahrzehnte viele Forschungen gelaufen und Doktorarbeiten geschrieben worden, die in Fachzeitschriften veröffentlicht wurden und ihren Weg in Fachbücher gefunden haben.

Antwort
von Arteloni, 20

Genau so wie es bei Wikipedia steht:

Es wird eine gweisse Anzahl von gesunden Personen getestet. Wenn diese Normalverteilt sind wird der Referenzbereich mit +/- zwei Standardabweichungen um den Mittelwert ermittelt. Damit sind ca. 95% der Personen abgedeckt.

Bemerkenswert ist dabei, dass die fehlenden 5% ja auch gesund sind, jedoch nicht mehr im Referenzbereich liegen. 2,5% sind unter dem Referenzbereich und 2,5% sind darüber.

Desweiteren ist die Anzahl der getesteten oft erstaunlich gering. Manchmal sind es nur ca. 100 Personen. Deshalb sind Laborwerte und ihre Referenzbereiche immer vom Arzt zusammen mit der Anamnese und den Symptomen des Patienten zu interpretieren.

Kommentar von oxBellaox ,

gweisse Anzahl von gesunden Personen

Alter, Geschlecht, Größe, Gewicht dieser "gesunden" Personen bitte!

Außerdem heißt das noch lange nicht, dass ich mich mit einem  Referenzwert im unteren o. auch oberen Bereich auch wohl fühle. Ich bin also mit meinen Symptomen trotzdem "krank", obwohl ich in dieser Spanne liege.

Das können sich gesunde Menschen ohne Symptome meist gar nicht vorstellen.

Ich kenne für solches Verhalten gar keinen richtigen Ausdruck - vielleicht treffen es diese einigermaßen: ignorant, Beruf verfehlt, mangelnde Empathie, nicht verstehen wollen, was der Patient meint

Kommentar von Arteloni ,

Ich verstehe den ungehaltenen Kommentar jetzt nicht ganz.

Ich habe doch im prinzip geschrieben das man mit den Referenzbereichen kritisch umgehen muss. Nicht jeder im Referenzbereich ist gesund und nicht jeder Außerhalb ist krank.

Ich empfehle diesen Wikipedia Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/Beurteilung_eines_bin%C3%A4ren_Klassifikators

Deswegen habe ich doch geschrieben das man die Werte immer mit den Symptomen und der Anamnese des Patienten betrachten muss.

Zu deiner Nachfrage: Oft sind die Referenzbereiche nach Altersklassen und Geschlecht getrennt. Größe und Gewicht haben bei den meisten Parametern keinen Einfluss auf die Werte. Wenn es doch der Fall sein sollte dann obliegt es dem Arzt das einzuordnen.

Kommentar von oxBellaox ,

ungehaltener Kommentar? weil es mir nicht gefällt, dass du mit "genauso wie es bei Wikipedia steht" deine Antwort anfängst?

Ich hätte diese Frage nicht gestellt, wenn mir die Antwort bei Wiki ausgereicht hätte

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