Frage von Franz577, 39

Wie werden Pilze in großem Stil gesammelt, die man nicht züchten kann?

Pfifferlinge und v.a. Steinpilze sind ja sehr gefragt (nur Trüffel ist noch teurer, aber das ist eher ein Exot) und ich frage mich, wie und wo diese Pilze in größerem Stil gewonnen werden, da man sie ja im Gegensatz zu anderen Pilzen (z.B. Champignons) nicht züchten kann.

Begeben sich da immer Sammeltrupps in die Wälder und suchen an bestimmten stellen oder haben die großen Pilzhändler eigene Wälder, die sonst niemand betreten darf und wo nur sie selbst sammeln können oder wie läuft das ab?

Antwort
von elagtric, 23

Hi. Auch wenn mensch bestimmte Pilze nicht direkt züchten kann, so kann er dennoch versuchen, sie "anzusiedeln".

Quasi wie die verschimmelte Brotscheibe in irgendeiner vergessenen Ecke.

Pilze (also das Myzel) können unwahrscheinlich gross werden, wenn sie auf entsprechende Umweltbedingungen stossen.

Ist mensch der Meinung, an einem bestimmten Ort könnte es was werden, reicht ein Stück Myzel oder ausreichend Sporen, um der ganzen Sache etwas Schwung zu verleihen.

Gibt ja ausser den Champignons, Pfifferlingen und Trüffeln auch noch andere begehrte Exemplare, die sich gut versilbern lassen (semilanceata, cyanescens & Co )

Ich denke, die grossen Pilzhändler kaufen einfach nur preiswert bei den Sammlern ein. Extra Pilzwiesen oder -wälder sind mir nicht bekannt, wohl aber recht potente Gebiete.

Hier in Thüringen leben viele Gasthäuser ganz gut vom Sammelfleiss einiger weniger. Ob nun Heidelbeeren, Himbeeren, Steinpilze usw ... für gute Ware kann mensch da schon einige Euros verdienen.

Antwort
von zehnvorzwei, 18

Hei, Franz577, vor ein paar Tagen las ich in der Zeitung, dass osteuropäische Banden die Wälder regelrecht plündern und alles an Pilzen herausrupfen, was so aussieht. Aber: Pilze zu sammeln, ist in Deutschland nur "in haushaltsüblichen Mengen" gestattet, Raubbau an den heimischen Pilzen also verboten. Außerdem stehen viele Arten unter Naturschutz. Im Handel bekommst du Pilze durchweg aus Osteuropa, Polen, Russland, wo sie offenbar gut gedeihen und billig zu beziehen sind. Und so. Grüße!.

Kommentar von Franz577 ,

Naja, "alles was so aussieht" geht auch nicht, denn ungenießbare oder gar giftige Pilze dürfen da logischerweise nicht dabei sein.

Die professionellen Sammler brauchen da also schon einen gewissen Sachverstand, nehme ich an.

Heißt das aber in anderen Worten, daß z.B. Steinpilze und Pfifferlinge nur deshalb erhältlich und noch einigermaßen bezahlbar sind, weil sie im Ausland in größeren Mengen geerntet werden können?

Dürfen in deutschen Wäldern keine Pilze kommerziell gesammelt werden bzw. wären derartige Pilze unerschwinglich, wenn das im Ausland auch so wäre?

Kommentar von zehnvorzwei ,

Angeblich werden die wahllos gepflückten Pilze erst nachher irgendwo vom "Sammler-Boss" aussortiert ~~ mein Wissensstand ist so, dass nur "haushaltsübliche Mengen" erlaubt sind (zumindest in NRW). Deine Schlussfrage: Das kann man vermuten.

Kommentar von Silo123 ,

Genau, in Deutschland ist das kommerzielle Pilzesammeln verboten, mit einer Ausnahme, aber da dürfen dann auch nur die Besitzer sammeln: Es werden mittlerweile in Deutschland tatsächlich schon vereinzelt Trüffel angebaut.

Und ganz selten sollen sogar mal Sammelgenehmigungen erteilt werden- kenne mich da aber nicht näher aus.

Psylos zu sammeln ist im übrigen auch verboten.

Das heißt aber nicht, daß nicht auch osteuropäische Sammler in deutsche Wälder einfallen. Solche Sammeltrupps werden wiederholt beobachtet. Aber natürlich werden die gesammelten Exemplare dann in osteuropäische Pilze umdeklariert, denn sonst dürften sie ja nicht verkauft werden

Kommentar von MARCINATOR1997 ,

Heißt das, wenn se ned intelligent genug sind Autos zu knacken oder wo einzubrechen gehen se jetzt schon in den Wald und plündern Mutter Natur aus ?! :O

Kommentar von zehnvorzwei ,

naja, scheint so. Grüße!

Kommentar von scatha ,

jooo. die "intelligentesten" von allen roden wertvollen regenwald um subventionen für biodiesel-plantagen abzuzocken

Antwort
von scatha, 23

Anscheinend sind es wirklich osteuropäische Sammeltrupps.

Ansonsten scheint die erfolgversprechendste Methode, einen solchen Pilz zu züchten, zu sein, daß man einen kleinen Baum von einem natürlichen Wuchsort mitsamt viel Wurzeln und Myzel verpflanzt.

Antwort
von Antwortapparat, 6

Steinpilze und Pfifferlinge kommen größten Teils aus Osteuropa. Jeder darf hier bei uns Pilze sammeln, dort wo es nicht verboten ist und für den eigenen Bedarf. https://www.anwalt.de/rechtstipps/pilze-sammeln-was-ist-erlaubt\_062512.html

Trüffel findet man überall in Europa, nur Osteuropa eher selten. Deutschland war bis ca. 1920-1925 Trüffel Land Nr. 1 in Europa.

Im Herbst sieht man sehr viele Osteuropäer durch die Wälder Brandenburgs und Sachsens streifen. Sie sammeln in erster Linie Steinpilze und Maronen.


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten