Frage von dertol, 85

Wie werden Menschen beerdigt die keine Hinterbliebenen oder Verwandten mehr haben?

Antwort
von astridSalzmann, 15

Hallo dertol, "erst wird geprüft .... und dann wird geprüft" - schön wär's.

Wenn Verstorbene ohne Angehörige keine Bestattungsvorsorge getroffen haben und dies auch z.B. durch das Bei-sich-tragen eines Vorsorgeausweises des Bestatters belegt werden kann, wird von den zuständigen Ordnungsbehörden (mal das Ordnungsamt, aber auch Gesundheitsämter - z.B. in Berlin) die billigste - entschuldige bitte diesen Ausdruck, aber es ist leider so - Entsorgung vorgenommen, die vor Ort zu kriegen ist.

Inzwischen werden diese ordnungsbehördlichen "Bestattungen" sogar schon ausgeschrieben, um immer noch etwas billigeres zu kriegen.

Natürlich könnte man sagen - in Ordnung, das spart Steuergelder.

Aber erstens ist es würdelos und zweitens wird damit einmal mehr die Arbeit der Bestatter, des Friedhofpersonals etc. entwertet. Aber die landläufige Meinung ist ja eh' daß Bestatter nur Abzocker sind, "weil sie auch noch am Tod verdienen wollen" - komischerweise möchten aber nur sehr wenige diese verantwortungsvolle Arbeit leisten - das sollen sie dann aber am besten für lau....

Übrigens macht sich auch kein Amt die Mühe (wahrscheinlich haben sie in Zeiten des massiven Personalabbaus im öffentlichen Dienst ja auch nicht das Personal) herauszukriegen, ob und bei welcher Bank die Verstorbenen ohne Angehörige Gelder haben und wie viel, welcher Glaubensgemeinschaft sie eventuell angehörten etc.

Wie viele Banken und Gemeinden sollten sie denn auch anfragen und wie lange sollen Verstorbene dann nicht bestattet werden, bis das alles geklärt ist?

Wenn sich bei der Auflösung des Nachlasses später herausstellen sollte, daß Verstorbene vermögend waren und - möglicherweise kein Testament hinterlassen haben - um so besser - freut sich die Gemeinde. Sollten Erben benannt worden sein, holt sich das Amt die "Entsorgungskosten" von denen wieder

Ich rate deshalb gerade auch Alleinstehenden dazu, eine Bestattungsvorsorge inhaltlicher Art und finanziell gesichert zu treffen, sowie dies stets irgendwie dokumentiert bei sich zu haben (Bestattervisitenkarte reicht zur Not).

Und Menschen mit Angehörigen könnten diese damit später sehr entlasten - emotional und finanziell.

Antwort
von Keana, 48

Stadtverwaltung regelt das. Wenn der Verstorbene in der Kirch war, gibt es einen Pfarrer dazu, ansonsten nichts. Keine Blumen, kein Schnickschnack. Da gab es kürzlich einen Artikel in den Medien darüber.

Antwort
von derbas, 28

Was viele hier schreiben ist nicht ganz richtig und entspricht der Berichterstattung der Zeitung mit den vier Buchstaben.

Als erstes wird geprüft, ob der Verstorbene einen Bestattungswunsch hatte und ob eventuell noch andere Personen oder Vereine da sind, die freiwillig die Bestattung übernehmen.

Danach wird geprüft, ob Geld vorhanden und verfügbar ist.

Sollte das der Fall sein, wird die Beerdigung nach Wunsch des Verstorbenen oder des zahlenden durchgeführt.

Sollte kein Geld und kein freiwillig zahlender vorhanden sein, wird von Seiten des Ordnungsamtes eine *ortsübliche, günstige Bestattung* organisiert. Das heißt nicht zwangsläufig Einäscherung und anonyme Beisetzung, sondern in vielen Orten ist die Ortsübliche eine einfache Erdbestattung, wenn eine Trauergesellschaft da sein sollte auch mit kleinem Blumenschmuck. Es muss nicht immer das billigste vom billigsten sein.
In vielen Orten ist die Finanzlage allerdings doch so, dass ein "einfacher Abtrag" stattfindet.

Antwort
von bachforelle49, 17

interessante Frage.. aber alltäglich, da die Anzahl der Anonymen und Mittellosen immer mehr ansteigt, irgendwann bei steigender Anzahl wird sie die Zahl der Reichen übertreffen.. Es kann dem Toden natürlich egal sein, wie und wo seine Knochen bleichen, aber klugerweise hätte er ja zu Lebenszeiten etwas ansparen können .. oder so...

frage mich sowieso, warum man auf der einen Seite seine Körperorgane spenden soll, und auf der anderen Seite geht der Ärzteschaft das sonstwo vorbei, was mit dem Körper dann geschieht. Das geht so weit, daß du, wenn du zu Lebendzeiten deinen Körper für Uni- und Forschungszwecke vermachst, damit die angehenden Ärzte an dir rumschnippeln können, du für deine Entsorgung dann doch löhnen mußt.. und nicht zu knapp...

In der Realität gibt,s da die soziale Bestattung, sodaß aus irgendeinem Fond, der sich wohl durch Spenden finanziert, die Körper auf einem besonderen Bestattungsfeld eben bestattet werden.. Aber da taucht ja auch die Frage auf, ob vielleicht und wer dann dabei ist und sich noch an dich erinnert.. Vergessen bist du ja erst dann (lt. Zitat), wenn sich niemand mehr an dich erinnert...

Antwort
von silberwind58, 36

Die bekommen ein Urnengrab. 

Antwort
von Wasserglaette, 7

Wie auch immer die Entsorgung vorgenommen wird, es handelt sich um einen Leichnam und keinen Menschen mehr, allenfalls um sterbliche Überreste eins Menschen.

Antwort
von FancyDiamond, 32

Sowas übernimmt dann das Amt. Alles vom Billigsten und hernach irgendwo anonym verscharrt. Sehr traurig!

Antwort
von LustgurkeV2, 27

Die bekommen ein bescheidenes Grab auf Staatskosten. Wahrscheinlich werden sie Eingeäschert.

Antwort
von Joshi2855, 38

Also wenn es wirklich gar keinen mehr gibt, keine Freunde, Familie oder was auch immer, dann wohl das billigste. Mit 100 anderen gleichzeitig verbrannt werden und fertig.


Kommentar von derbas ,

Falsch. Sammeleinäscherungen gibt es in ganz Europa nicht.
Ist technisch nicht sinnvoll und in den meisten Ländern ohnehin nicht gestattet.

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