Wie werden Einsatzkräfte (Notarzt oder RTW Besatzung) nach Einsätzen mit vielen Verletzten ,gar Toten betreut. Mir kam die Frage nach dem BadAibling Unfall auf?

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5 Antworten

Als Notarzt kann man aber auch zu dem Schluß kommen, ich bin nicht schuld an dem Unfall und habe mein Bestes getan. Nicht jeder braucht eine psychologische Nachbetreuung. Aber Augen auf bei der Berufswahl!

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Kommentar von Nomex64
16.02.2016, 23:57

Die Berufswahl ist nicht entscheidend. Jeder, aber auch wirklich jeder kann in die Situation kommen helfen zu müssen.

Ich habe bei Unglücken schon oft erlebt das selbst Unbeteiligte einen guten Job machen. Die hätten nie von sich gedacht das sie das können.

Und die haben, genau wie jeder Andere, einen Anspruch auch bestmögliche Nachsorge.

Und egal was du für eine Beruf hast, du kannst immer und überall in die Situation kommen das du jemandem helfen musst.

Wenn du an eine Unfallstelle kommt wirst du genauso in der selben Lage sein wie ein Arzt. Du wirst helfen müssen. Weil du wollen wirst das auch dir geholfen wird.

Es ist Geben und Nehmen. Und es wird dich belasten, und dann wirst auch du Hilfe bekommen. Hilfe in der Situation anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche sondern ein Zeichen von Stärke.

Kannst mir glauben, war schon oft in der Situation.

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Kommentar von derbas
17.02.2016, 15:24

Auch als Bestatter habe ich wirklich niemals schuld. Trotzdem kann ich auch in Situationen kommen die für mich nicht einfach sind. Und dann ist es gut, jemanden zu haben.

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Wir als Bestatter betreuen uns zunächst mal gegenseitig.
In Extremfällen würden wir allerdings auch vom KIT (Kriseninterventionsteam) der Kreispolizeibehörde und der beiden christlichen Kirchen betreut.
Dieses besteht aus Pfarrern, anderen freiwilligen Notfallseelsorgern und geschulten Polizeibeamten.

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Kommentar von Nomex64
16.02.2016, 23:37

Danke für die Rückmeldung. Das es da selbst bei Bestattern Bedarf gibt war mir bisher nicht bewusst. Aber klar sind genauso Menschen wie du und ich.

Naja ENT wir es wohl bei euch nicht geben. KIT ist aber was was jeder über die Leitstellen des Rettungsdienst bzw der Feuerwehr anfordern kann. Notfallseelsorger war ja das womit das angefangen hat. Nur hab ich mit da so machen meine Probleme weil die das so kirchlich angehen. Zumindest war es früher so. Mittlerweile wissen die aber auch das dies nicht der Ansatz sein kann.

Heute mache dir Leute einen geile Job, egal wo sie her kommen.

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Kommentar von derbas
17.02.2016, 15:20

Der Bedarf ist seltenstens. Ich wüsste nicht dass wir das während der letzten Jahre mal genutzt hätten. Aber bei uns ist das auch was anderes. Unsere Firma fährt an die 600 Kripofälle jährlich, da hat man schon alles gesehen.
Und dadurch bedingt haben wir auch privat Kontakt zu den KIT-Leiten, theoretisch könnten wir uns auch privat aussprechen.
Aber ich nehme an, dass man doch durch die Vielzahl der Sterbefälle etwas "abstumpft" und nichts mehr mit ins Privatleben nimmt.

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Dafür gibt es Einsatznachsorgeteams ENT.

Hier mal am Beispiel des THW http://www.thw.de/SharedDocs/Einheiten/DE/Inland/ENT.html?nn=925114

In einer gut funktionierenden HiOrg wird aber vieles von dem Druck und der Belastung schon abgebaut wenn die Kameraden oder Kollegen miteinander reden.

KIT sind nicht für die Einsatzkräfte sondern für die betroffenen Personen und Angehörigen gedacht. Dabei ähneln sich die Herangehensweisen und Methoden.

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Es gibt Einsatznachbesprechungen auf Wunsch mit Seelsorgern, da kann jeder der es wünscht teilnehmen.

Es gibt natürlich auch die Möglichkeit der einzelnen Betreuung nach solchen Erlebnissen.

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Die haben eine eigene Seelsorge, bei der man erlebtes besprechen und so verarbeiten kann. 

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