Wie werde ich meine suizidgedanken wieder los?

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9 Antworten

Naja, Sport und gutes Essen mag ja den motivierten Menschen unter uns ein guter Rat sein, aber mal ehrlich: Ich wette mal Leute wie du und ich haben weder guten Hunger noch Lust auf Bewegung. 

Prinzipiell gibt es keinen Rat, wie du dir Gedanken los wirst. Du musst eine individuelle Lösung finden und das kann Jahre dauern. Eine Therapie anfangen ist sicher hilfreich, erfordert aber auch Mut und Zeit und manchmal hat man auch einfach niemanden, mit dem man reden kann. Da braucht auch niemand sagen: such dir wen! Haha..

Sieh es als guten Anfang, dass du schon mal den Willen hast, diese Gedanken aufgeben zu wollen. Das ist ein großer Schritt. Mir hat es immer geholfen, mich zu beschäftigen und Dinge zu wagen, vor denen ich eigentlich Angst hatte (Kontakt zu Menschen, rausgehen, feiern gehen, alleine spazieren etc). Ich glaube, du musst niemandem gleich deine Probleme aufzwingen und wahrscheinlich willst du das auch gar nicht, aber jeglicher Kontakt zu Menschen verändert manchmal die Sicht auf die Welt.

Ich weiß nicht,wie deine Lebensverhältnisse aussehen, aber ich will hier mal paar Sachen nennen, die ich mache und die mir ganz gut helfen:

Versuche, dein Heim so oft wie möglich zu verlassen. Falls du viel Zeit hast und an einer Depression leidest, versuche Interesse an normalen Tätigkeiten zu gewinnen wie zb einkaufen, kochen, Ernährung, Bücher und lege viel Sorgfalt hinein. Ich verbringe manchmal Ewigkeiten im Supermarkt und guck mir alles genau an, beobachte die Menschen und versuche, so viel wie möglich an Beobachtungen mitzunehmen, die ich dann auch in Zeichnungen umzusetzen versuche.

Und was hältst du von einem Haustier? Falls du sonst niemanden hast, der dich höchstwahrscheinlich vermissen würde, gäbe es dann ein kleines Lebewesen, dass dich liebt und braucht und für das du Verantwortung hast. Für mich zb ist es extrem entspannend, auf der Couch mit meinen Katzen zu liegen und sie schnurren zu hören :) 

Manchmal sind es auch die kleinen Dinge im Leben. Als ich gehört habe, dass meine Lieblingsband und meine Lieblingsserie (wohl die einzigen Dinge, für die ich mich früher überhaupt noch interessiert hab) dieses Jahr ein neues Album/neue Folgen veröffentlichen, habe ich den Gedanken gefasst, dass ich das niemals verpassen will. Also muss dieses Jahr noch durchgehalten werden! 

Ich versuche auch immer, so viele Dinge wie möglich interessant zu finden. So stelle ich mir immer die Frage: wenn ich jetzt weg wäre, wie wüsste ich dann wie es mit der Erde und den Menschen, die ich kenne, weitergeht? Ich habe so vieles noch nicht erlebt und weiß so vieles noch nicht. Auf der Erde passieren momentan höchst spannende Dinge (Trump, AFD, Kriege, Umwelt, Klima,...) und ich bin sicher, dass ich wissen will, wie das alles ausgeht. Welche Menschen lerne ich vielleicht noch kennen? Was passiert mit meiner Geschichte? Will ich so viele Jahre und Erfahrungen wirklich wegwerfen, auch wenn sie schlecht und schwierig sein könnten?

Versuch, dich als eine starke Person zu sehen. Willst du wirklich deinen negativen Gedanken und Erfahrungen den Sieg überlassen oder willst du ihn selbst tragen, dein Kopf als Herrscher über deine Gedanken und die Art und Weise, wie du  Geschehnisse auslegst?

Denk immer daran, dass gut und böse nicht existent sind. Beurteilungen sind subjektiv. Was für dich schlecht ist, ist eigentlich neutral, für einen anderen vielleicht sogar das beste, was ihm passieren kann. Dich kann logischerweise nichts kleinkriegen, was faktisch nur eine neutrale Erfahrung oder Begebenheit ist. Es kommt nur darauf an, wie du es auslegst. Ich hab aufgehört, Dinge auszulegen und nehme alles mit Gelassenheit so, wies kommt. Mein Lebenslauf ist nur einer von vielen und um mein Leben dreht sich nicht die Welt. Anderswo leiden andere Menschen genauso oder stärker, aber wen interessiert das. Die Welt dreht sich weiter und dein Leben damit auch, ohne das irgendwas passiert. Du bist genauso wertvoll oder wertlos wie andere, du hast nichts verdient, also auch nichts schlechtes. Es ist dein gutes Recht, dir dein Leben zu nehmen, aber genauso dir etwas gutes zu tun. Die Frage ist, was du willst.

Falls du das Gefühl hast, in Problemen und Bürokratie zu versinken, der Stress sich häuft und du gar nicht weißt,wo du anfangen sollst, dann setz dich hin, schreib alles auf und plane. Auch wenn das Zeit in Anspruch nimmt und die Pläne nur längerfristig funktionieren, so kann es extrem erleichternd sein, einfach nach einem Plan zu handeln und somit die Sorgen von sich zu schieben. Funktioniert auch super bei Geldproblemen. Hinsetzen, ausrechnen, Monatspläne aufstellen. Das gibt Sicherheit und nimmt die Angst.

Änderungen helfen auch viel. Ändere deinen Kleidungsstil, deine Frisur, deine Wohnung, zieh um, mach Urlaub, versuch dich in neuen Tätigkeiten. Damit kannst du im Idealfall deine Gedanken beschäftigen. So ein bisschen nach dem Prinzip paradoxe Intervention.

Falls du einsam bist, ist es natürlich wenig hilfreich zu sagen: na dann such dir Freunde! Vielleicht hast du eben damit auch Schwierigkeiten. Die meisten Menschen sind, denk ich mal, nicht absichtlich allein. Ich versuche immer, mir klarzumachen, dass Alleinsein nicht das Problem ist, sondern dass ich nicht alleine sein kann. An sich bin ich doch aber Mensch genug, um mich nicht durch andere definieren zu müssen. Ehrlich gesagt, keine Ahnung, wie man Freunde findet und auf Menschen zugeht. Und naja, Menschen sind auch nicht immer cool. Ich glaube, das Schlüsselwort ist Respekt vor sich selbst. Verzweifelte und selbstmitleidige Menschen nerven, und man muss sich nicht schon selbst auf den Leim gehen. Hab Stolz und Selbstachtung, um in deinen eigenen Augen ein achtenswerter, starker Mensch zu sein. Du musst dich nicht lieben, du kannst dich auch hassen, aber verliere nicht die Haltung vor dir selbst. 

Und noch was: wenn du gern Pizza isst, dann iss halt eine Pizza. Lass dir nichts vorschreiben. Es ist auch dein gutes Recht unglücklich und ungesund zu sein, so dämlich wie es auch klingt. Damit meine ich auch, dass es manchmal nichts bringt, gegen seine eigenen Gedanken anzukämpfen. Versuch lieber, sie zu verstehen, zu analysieren und aus ihnen zu lernen. Gedanken sind auch keine Handlungsvorschriften. Gedanken kommen eben, sie verschwinden auch, manchmal wollen sie nicht gehen, aber dann sei doch so freundlich und begrüße sie mit Respekt und Wissen und dann verabschiede sie höflich und schmeiß sie raus :)

Ich weiß nicht, ob das geholfen hat oder ob überhaupt irgendwas helfen kann ... ich bin jetzt auch zu faul, meinen Text nochmal zu lesen. Also keine Ahnung, ob das alles so Sinn ergibt. 

Selbstmord ist auch eine zu unsichere Sache, als dass sie der Komplexität eines Lebewesens gerecht werden könnte. Selbstmord ist andererseits der Ausdruck eines vielleicht vollkommenen Willens entgegen aller Überlebensinstinkte. Sicher ist aber, dass er unwichtig ist, weil kein Leben endlos ist und daher der Mühe nicht wert. Nutze deine Zeit, wie auch immer.

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Die Gedanken wirst du vermutlich nie wieder los

Es ist absolut schrecklich. Sobald du dich einmal auf diesen Pfad des denkens begeben hast gibt es kein zurück mehr. Die Gedanken breiten sich dann aus wie ein übles Krebsgeschwür. Vorallem dann wenn du selbst mal einen Suizidversuch unternommen hast oder von einem Suizid in deinem Umfeld betroffen warst.

Das einzige was ich dir raten kann ist ablenkung und beschäftigung. Versuche wieder in dein altes Leben, in die gewohnten Strukturen zurückzufinden denn Normalität im Alltag gibt dir nicht nur Halt sondern lenkt dich auch von deinen Gedanken ab.

Lg, Anduri87

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Selbst kannst du wenig machen. Geh zum Experten und rede mit Menschen, die dir wichtig sind darüber :) Mach Sport oder Reisen, irgendwas was dich ablenkt. Schau dir schöne Orte an und löse dich so gut wie es geht von Alltag... 

Alles Gute 

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Also. Ich spreche hier aus Erfahrung.du brauchst eine Person zum reden.Und wenn du die nicht hast.Ruf die Nummer gegen Kummer an oder wenn es gar nicht mehr geht dan Ruf die Polizei zu deinem eigenen Schutz. :) lg Michelle 😊

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untersrückte Wut u. anderes, geh Sport machen. 

Oder flieg mal dahin, wo Kinder vor Hunger sterben und versuche, zu helfen. Dann siehst Du, wie wichtig Du und Deine Hilfe sind.

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Hallo,
Du solltest jemanden haben, mit dem Du reden kannst.

Freunde, Familien und Beratungsstellen wären die richtigen Ansprechpartner.

Anonym kannst Du dich natürlich auch unterhalten, z.B. bei der Telefonseelsorge, die rund um die Uhr besetzt ist.

0800 111 0 111
0800 111 0 222

Unter https://chat.telefonseelsorge.org/index.php kannst Du dich auch mit Mitarbeitern der Telefonseelsorge online unterhalten.

Du solltest auch über psychiologische Hilfe nachdenken, alles worüber ihr euch unterhaltet ist durch das Arztgeheimnis geschützt.

Schämen brauchst Du dich nicht, denn Du stehst bestimmt nicht alleine da.

Suizid mag zwar wie eine Lösung aussehen, aber dies ist endgültig.

Deine Familie, Freunde und Bekannten werden sich sehr oft fragen, wie es dazu kam, wie sie es hätten verhindern können und machen sich Vorwürfe.
Oft zerbrechen Familien daran.

Möchtest Du das, oder möchtest Du dir lieber helfen lassen?

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Hallo Amq123,

wodurch hast Du sie denn bekommen? Bitte verstehe, ich frage das nicht aus Neugier, sondern um Dir zu helfen und so ist es halt etwas zu allgemein.

Bis gleich?

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Du könntest jetzt zu den gelben Seiten wechseln und dir ein paar Therapeuten anschauen. Wenn dir einer sympathisch ist, mach einen Termin aus.

Wenn es nur leicht negative Gedanken sind, denke daran, dass auch wieder schöne Zeiten kommen werden und du sie durch diese schlechte Phase noch mehr zu schätzen wissen wirst.

Ansonsten: regelmäßiger Ausdauersport und eine gesunde Ernährung.

Versuch den Kopf nicht hängen zu lassen. Das wird schon wieder.

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Mach sport oder such dir Ein Schönes Hobby Klappt z.b bei mir auch so bald ich an Suizid denke, denke ich automatisch an meine Ziele und dann sind die Gedanken wieder weg oder unternimm was mit freunden ^^

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