Frage von 1maxmustermann1, 35

Wie werde ich extrovertierter bwz. besser in Gesprächen?

Eigentlich liebe ich alle Sachen am introvertiert sein, doch mich stört es, dass ich mir immer einrede, dass ich nicht auf andere (fremde, teils bekannte) Menschen zu gehen kann und einfach mal ein gutes Gespräch führen kann oder einfach mal in fremder Gesellschaft lauter zu sein.

In meinem Freundeskreis verhalte ich mich wie ein extrovertierter, bzw ich bin dort extrovertiert, sobald aber fremde Menschen dabei sind, sagt mir mein Gehirn "aha, fremder Mensch, was sage ich jetzt am besten", ab dem Punkt werde ich wieder stiller, beteilige mich dennoch aber am Gespräch. Sobald es aber zu einer 4-Augen Konversation kommt, werde ich bei einem fremden Mensch total nervös und fange an richtig schlechten Small Talk zuführen, bis dieser abflaut. Ich bin mir sicher ich könnte auch mit Fremden ein schönes Gespräch führen, bloß jedes mal denke ich mir "was sage ich jetzt" und das löst dann ein Blackout aus.

Ich hoffe ihr habt ein paar Tipps für mich :)

PS: Was mich immer wurmt ist, dass viele meiner Freunde extrovertiert sind und die einfach mit jedem das Quatschen anfangen können und wenn ich sie frage wie sie das machen, sagen sie ich rede einfach mit ihnen.

Antwort
von Wolfnight, 13

Ich denke, viele verstehen nicht ganz, was Extro- und Introversion bedeutet. Es ist nichts, was sich mit der Zeit ändert, von der eigenen Stimmung oder dem Gesprächspartner abhängt. Es ist ein Wesenszug. Manche Menschen sind auch eine Mischung zwischen extro- und introvertiert, aber laut deiner Schilderung scheinst du mehr zu Introversion zu neigen. Dass man unter Menschen, denen man vertraut, offen sein kann, ist bei jedem normal. Wenn jemand sonst schüchtern und zurückhaltend ist, könnte es sein, dass diese Person in ihrem engsten Freundeskreis ganz anders wirkt.

Damit will ich dir jetzt auf keinen Fall einreden, dass du nicht lernen kannst, selbstbewusster und besser in Gesprächen zu werden. Nur, dass man sein Wesen akzeptieren sollte. Wahrscheinlich wirst du dich nie so wohl dabei fühlen, neue Personen kennenzulernen wie jemand, der von Natur aus offen ist. Es ist nicht falsch, introvertiert zu sein auch wenn uns das eine Gesellschaft, in der 2/3 der Bevölkerung Extrovertierte sind, glauben lassen will.

Hier noch ein Video:

Antwort
von wewog, 23

Hallo,

das ist schlicht und einfach eine Frage des Selbstbewußtseins. Als ich 17 oder 18 war, ging es mir ähnlich. Im Freundeskreis war ich der Extrovertierte, da konnte ich den Ton angeben, da hatte ich alles im Griff. Aber sobald Fremde dazu kamen, wurde es schwierig. In der Gruppe ging es noch halbwegs, aber allein im 4-Augen-Gespräch war es dann eine echte Herausforderung.

Aber zu Dir: was Dir helfen kann? So blöd es sich anhört, aber es ist wirklich: üben, üben, üben. Plapper fremde Menschen an: im Supermarkt, im Café, in der Kneipe - egal wo: fang ein Gespräch an und sammel damit Erfahrung und somit auch Selbstvertrauen.

Was für einen Job hast Du? Gibts für Dich die Möglíchkeit, Vorträge zu halten? Dann mach das, auch das stärkt das Selbstvertrauen und den Konakt zu wildfremden Menschen.

Kommentar von 1maxmustermann1 ,

Mache dieses Jahr mein Abi und bin 19, dass mit dem Selbstbewusstsein kann stimmen, ich bin durchgefallen in der 9. Klasse, dass hatte schon einen gewissen negativen Einfluss auf mein Selbstbewusstsein. Oft ist es auch so, dass ich eher (auf freundliche Art und Weise) Autorität ausstrahle und es dann Leute verwundert sind warum ich plötzlich so zurückhalten bin und denken ich mag sie nicht. Es ist jetzt auch schon vorgekommen, dass ich mitbekomme habe, dass ein Mädchen was von mir will, bloß ich trau mich oft einfach nicht ein nettes Gespräch anzufangen. 
Aber Danke für den Tipp, ich werde es auf jedenfall anwenden und dann bin ich mir sicher es wird schon klappen. :)

Antwort
von IsabelGarcia, 8

Ich stimme "Wolfnight" zu. Wenn du introvertiert bist, dann ist das schön. Konzentriere dich auf deine Stärken und akzeptiere dich so wie du bist.

Natürlich kann du üben und da finde ich den Tipp von "wewog" auch gut, doch dann bist du ein Introvertierter, der mittlerweile auch bei Fremden den Smalltalk hinbekommt. Du wirst dadurch nicht ein extrovertierter Mensch werden. Und warum auch?

Ich bin selbst introvertiert und finde es großartig.

Mein Tipp: Sprich die Situation an. Du weißt nicht, was du sagen sollst bei fremden Menschen, dann sag: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Bei fremden Menschen fehlen mir oft die Worte."

Du möchtest jemanden ansprechen und weißt nicht wie? Dann geht hin und sage: "Ich würde mich gerne mit dir unterhalten, weiß aber noch nicht, worüber wir reden könnten."

Schlagfertigkeit und Redegewandtheit sind kein Hexenwerk. Häufig reden viele einfach nur darüber, was ihnen gerade im Kopf herum schwirrt. Wenn bei dir nur Leere im Kopf ist, dann sag genau das: "Komisch, ich würde mich gerne unterhalten, habe aber im Moment gerade völlige Leere im Kopf." Oder sag: "Heute fallen mir nur blöde Witze ein. Ich habe das Gefühl, dass kein einziger lustig ist."

Du sollst dich nicht unter wert verkaufen, sondern dir damit den Druck nehmen. Und nach außen hin wird dies häufig als ungeheure Stärke aufgenommen. Wer kann schon zu seinen Schwächen stehen? Die Starken. Und du gehörst dann dazu. Abgesehen davon, musst du nichts mehr verstecken, wenn du es schon ausgesprochen hast. Das ein extrovertierter andere anspricht, ist keine Höchstleistung sondern Normalität. Wenn es aber ein Introvertierter macht und zu seinen Schwächen steht, dann ziehen viele ihren Hut davor und schon: Habt ihr ein Gesprächsthema ;-)

Kommentar von 1maxmustermann1 ,

Naja, die Stärken von introvertiert zu sein sehe ich nicht wirklich, früher war ich zu 80% extrovertiert (würde ich behaupten), konnte mit jedem quatschen, doch dann bin ich durchgefallen und habe mitbekommen wie die neue Klasse über andere hart ab gelästert hat, damit ich denen nicht wirklich die Chance gebe auf mir umzuhacken, hab ich von den Leuten abgewendet und dann fing es an, es entstand eine so eine Spirale nach unten. Das hört sich wahrscheinlich schlimm an, aber nach meinem Gefühl bin ich Verhältnis mäßig nicht stark introvertiert, ich vergleiche mich immer nur mit meinen stark extrovertierten Freunden und ärger mich drüber warum ich nicht mehr so bin wie früher.

Deswegen will ich auch nicht akzeptieren, dass ich evt. introvertiert bin und umso mehr ich lese, bilde ich mir ein, dass ich introvertiert bin und deshalb nicht mit anderen Menschen reden kann bzw. nicht ohne nervös zu werden. Wenn ich es schaffe, diesen Gedanken abzuschalten, bin ich mir sicher, dass ich wieder offener werde. Und eigentlich verhalte ich mich auch nur bei Leuten so, vor denen ich Angst habe beurteilt zu werden, sprich hauptsächlich gleichaltrige.

Kann es vlt einfach sein, dass ich zwischen Introversion und Extroversion bin, bloß ein angeschlagenes Selbstbewusstsein habe? 

Kommentar von rharlaf1 ,

Introversion ist angeboren. Da wird sich in deinem Leben nichts dran ändern. Du kannst nur lernen, damit umzugehen.
Es gibt genügend Tests im Internet um herauszufinden wo du stehst. (www.introvertiert.org)

Wenn es um dein Selbstbewusstsein geht, ist das etwas anderes. Da solltest du schon unterscheiden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community