Frage von Annaliese, 49

Wie weit rückwirkend kann eine Mietminderung bei Bauarbeiten durch den Vermieter und einer defekte Hauseingangstür geltend gemacht werden?

Hallo,

Mein Vermieter baut seit Anfang des Jahres die unter uns liegende komplette Etage um. Dadurch entsteht eine Menge an Lärm, der zum Teil bis in die Abendstunden ( gegen 20 Uhr) und auch am Wochenende anhält Darüber hinaus auch eine Menge an Schmutz im Treppenhaus.

Daneben ist seit zwei Monaten die Hauseingangstür defekt (eine Angel ausgebrochen, meist kein selbständiges Ins-Schloss-Fallen) und seit einem Monat funktioniert auch der Türöffner nicht mehr.

Alle Schäden sind dem Eigentümer durch seine ständige Anwesenheit bekannt.

Nun meine Frage: Wie weit kann ich in den einzelnen Fällen die Miete rückwirkend mindern? Unstriitig scheint mir dies für die Zukunft. Wie ist dies aber mit der Miete für dem Monat März, die ich ja bereits Anfang März bezahlt habe.

Vielen Dank für Eure Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von deKlaus, 25

Wie man bespw. bei Lärm kürzen kann findest Du in einem guten Artikel hier:

http://www.immo-magazin.de/mietminderung-leicht-gemacht-was-muss-man-ertragen-wo...

Rückwirkende Mietminderung ist schwer, denn Du musst dem Vermieter die Mangel unverzüglich anzeigen. Unverzüglich bedeutet ohne schuldhaftes Zögern (§ 121 BGB) ...  das ist sehr weit interpretierbar

Antwort
von albatros, 16

Eine Mietminderung ist bei erheblichen Mängeln Kraft Gesetz (BGB)
automatisch gemindert. Der Mieter darf ab Kenntnis des Vermieters (und
das ist ja dem Vermieter als Auftraggeber der Arbeiten bzw.
Selbstdurchführer derselben hinreichend bekannt) die Miete bis zu 6
Monate rückwirkend mindern (Rechtsprechnung).

Antwort
von BarbaraAndree, 28

Zu deiner Frage gebeich dir nachstehend zwei Links:

http://www.mietminderung.org/mietminderung-renovierungsarbeiten-in-nachbarwohnun...

http://www.mietminderung.org/mietminderung-defekte-haustuer/

Antwort
von oppenriederhaus, 21

§ 814 BGB bestimmt, dass „ das zum Zwecke der Erfüllung einer Verbindlichkeit Geleistete (= Miete) nicht zurückgefordert werden kann, wenn der Leistende (= Mieter) gewusst hat, dass er zur Leistung nicht verpflichtet war. Mit anderen Worten: Der Mieter kann aufgrund der Mietminderung zu viel bezahlte Mieten vom Vermieter nicht zurückfordern, wenn er die Rechtslage bei Zahlung der Miete positiv kannte.

Dazu genügt es nicht, dass dem Mieter der Mangel als solcher bekannt war. Vielmehr musste er wissen, dass er aufgrund der kraft Gesetzes automatisch eintretenden Mietminderung nicht zur Zahlung der vollen Miete verpflichtet gewesen wäre (BGH NJW 1997, 2381).

http://www.mietminderung.org/mietminderung-814-bgb/

Kommentar von albatros ,

Eine Mietminderung ist bei erheblichen Mängeln Kraft Gesetz (BGB) automatisch gemindert. Der Mieter darf ab Kenntnis des Vermieters (und das ist ja dem Vermieter als Auftraggeber der Arbeiten bzw. Selbstdurchführer derselben hinreichend bekannt) die Miete bis zu 6 Monate rückwirkend mindern Rechtsprechnung).

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