Frage von Dedate, 148

Wie weit kann ich dieses Pferd runterhandeln?

Hallo,

ich weiß, die Frage ist sichern nicht einfach zu beatworten, aber ich habe null Handelerfahrung, daher freue ich mich über jede Meinung :)

Ich interessiere mich für folgendes Pferd, welches meiner Meinung nach zu teuer ist (leider Liebe auf den ersten, zweiten und auch dritten Blick..): 10-jährige Englische Vollblutstute, Exrennpferd, wurde seit ein paar Monaten "dressurmäßig" (mit engem Ausbinder ein bisschen möchtegernmäßig nach unten geritten, also vllt nicht mehr so durchgeknallt, wie während der Rennbahnzeit, aber auch nicht toll geritten) geritten. Schimmel, recht hübsch, aber meiner Meinung nach trotzdem nicht für die Warmblutzucht oder so geeignet (was vllt den Preis nach oben treiben könnte). Wird wirklich als reines Freizeitpferd verkauft, hat jetzt also keinen extrem hohen Zuchtwert oder so. Steht in den Niederlanden (sind die Preise da anders). Preisvorstellung: 3500€, Verkäuferin lässt aber noch mit sich reden (das muss ich morgen dann machen)...

Naja, ich bin total schlecht im verhandeln und trau mich da auch nicht wirklich weit runter zu gehen, ich weiß einfach nicht, wann es unverschämt wird. Was meint ihr? So aus der Ferne? Ich kenne halt einige Fälle, bei denen für vergleichbare Pferde 2000€ gezahlt wurden und solche findet man auch im Netz (leider hab ich mich in halt in diese Stute verliebt). Aber sind 2000€ als Angebot zu abschreckend? Das ist immerhin fast die Hälfte des ursprünglichen Preises.. Aber da ich auch noch den Transport, AKU etc miteinrechnen muss... Naja.. Bei so einem "alten" Rennpferd muss ich halt auch schon mit eventuellen späteren Folgeerscheinungen rechnen..

Ach, vielleicht mach ich mir zu viele Gedanken, aber was meint ihr? Wie würdet ihr verhandeln? Was wäre angebracht?

Ich freu mich auf alle Tipps und Anregungen, vielen Dank schonmal :)

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 82

sich in ein pferd zu vergucken ist ein schlechter berater.

das runter reiten mit eingem ausbinder und das "vielleicht nicht ganz so durchgeknallt", sind nicht so die aspekte, unter denen man ein pferd kaufen sollte.

ich hab auch schon in einer ganz normalen reitstunde eine 5jährige aktiv im rennsport laufende stute geritten - und das war überhaupt kein problem.

vollblüter sind nicht generell durchgeknallt.

galopper sind nicht generell durchgeknallt.

beide kann man ganz hervorragend über den rücken vorwärts abwärts reiten. der vorteil beim galopper ist, dass, wenn er frisch aus dem rennsport kommt, er bezüglich schenkelhilfen herrlich unvorbelastet und sensibel ist.

du stellst ein solches pferd um, indem du mit stimme arbeitest und nach und nach vom zügel auf die allgemeinen reithilfen umstellst. wobei ich mir eine umstellung auf western schwerer vorstellen kann, als auf englisch, weil die pferde in der regel doch gerade am anfang den zügel und die hilfe über das gebiss doch sehr brauchen.

wenn die stute mit ausbinder umgestellt wurde, würde ich sie stehen lassen, wo sie ist - weil das einfach von unkenntnis und hau-ruck-verfahren hindeutet.

ich würde mal sagen, du bist noch nicht bereit für ein eigenes pferd.

wenn ICH bei einem solchen pferd als potentieller käufer handeln würde, wüsste ich genau, wo ich anfange und wäre auch relativ sicher, wo die verhandlung landen würde. ;-))

Kommentar von Urlewas ,

Könnte ich auch alles so unterschreiben.

Kommentar von WesternCalimero ,

Ich auch..

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde, 54

Weißt Du, auch ich war schon in ein Pferd verliebt.

Und ich hätte auch schon öfter wirklich gute (!) Pferde geschenkt bekommen können. Aber ich verzichte, weil ein Pferd eine große, ins besondere auch finanzielle(!), Verantwortung ist.

Wenn Jemand ein Pferd unbedingt will, und dann ein Problem damit hat, ob es nun 500€ mehr oder weniger kostet, sollte er sich kein Pferd kaufen.

Wenn es Dir jetzt schon auf ein paar hundert € ankommt, ( oder lass es auch 1000 sein...), bist Du offensichtlich finanziell nicht gut genug aufgestellt, um ein Pferd zu halten.

Du solltest nach Abzug von Kaufpreis,  Überführungskosten, Ankaufsuntersuchung u.s.w. noch mindestens  zehntausend € auf der hohen Kante haben, um eventuelle Tierarztkosten und möglicherweise nötigen Beritt ( Sattler.....) bestreiten zu können.

Gestern erst hatten wir hier eine Fragestellerin, die durch tragische Umstände in Geldnot gekommen ist und das Pferd steht lahm, ihrer Vermutung nach mit Rehe da! Da ist in Zukunft nichts mehr mit kostengünstiger offenstallhaltung, vom Tierarzt zu schweigen. Und schon eine Kolik, mit der ja jeder Pferdebesitzern mal rechnen muss, kostet 3000€ bei ungewissem Ausgang. Kannst Du wirklich für ein Pferd sorgen, auch wenn so was passiert?

Wenn Du das Pferd liebst, überläßt Du es jemand, der sich nicht über Transportkosten Gedanken machen muss.

Antwort
von michi57319, 80

Lies dir doch bitte noch mal deine Frage durch, oder druck sie dir aus. Dann nimm einen Leuchtmarker und markiere alle sehr guten Ideen von dir, die zielführend sind.

Das ist schon einen ganze Menge Argumente, die du vorbringen kannst.

Das allergrößte Problem ist, daß du das Pferd haben willst. Das macht ungeschickt und ängstlich in der Verhandlung, weil du es ja unbedingt willst.

Preislich ist da was drin, aber ohne den Verkäufer gut zu kennen ist es natürlich schwierig zu beurteilen, ob er bei einem Gebot von 2 Tausend dicht macht, oder ob er anfängt zu handeln, wie ein Araber.

Fakt ist, mit dem Tier wirst du noch einiges an Arbeit haben. Auch das sollte in die Kaufpreisverhandlungen einfließen. Das ist kein Pferd, auf das du dich mal eben für einen entspannten Ausritt im Gelände setzen kannst.

Die Rennbahn vergißt die Stute nie, die Ausbinder haben sie lediglich gezwungen, anders zu gehen. Aus diesem Pferd machst du auch nicht mal eben ein Gemütstier. Sie ist gewohnt, schnell hochzudrehen und genauso schnell wieder nachzulassen.

So ein Pferd würde ich mir nicht holen, wenn mein Ziel gemütliche Waldausflüge wären. Damit hast du viel Arbeit auf dem Platz, oder in der Halle.

Kommentar von ponyfliege ,

ich würde als pferdehändler bei so einem angebot den potentiellen käufer schlichtweg auslachen.

Kommentar von michi57319 ,

Bei allen Angeboten ist immer die Frage "Geht da noch was?"

Dabei ist es völlig egal, um welche Ware es sich handelt. Dienstleistung, Fahrzeug, Tier.

Handeln kann man lernen.

Antwort
von sukueh, 28

Du hast das Pferd bislang noch nicht in Natura gesehen, oder ? 

Deine Frage bzgl. Transportkosten etc. lässt darauf schließen.

Ganz ehrlich, wenn mit mir am Telefon schon jemand das Handeln anfangen würde, ohne das Tier überhaupt gesehen zu haben, würde ich gleich abblocken.

An deiner Stelle würde ich mir das Pferd auch wirklich erst einmal anschauen, es Probereiten und mir DANN einen Preis ausdenken, den MIR das Pferd REALISTISCH wert wäre und dann erst mit dem Verhandeln beginnen.

Ich kenn auch Fälle, wo die Leute sich in Bilder von Pferden verguckt haben, bei ersten Kennenlernen das Pferd aber sofort abgeschrieben haben, weil es halt doch nicht gestimmt hat. 

Was andere für ein Pferd bezahlt haben, interessiert insofern nicht.

Antwort
von ErsterSchnee, 71

Ich würde gar nicht groß verhandeln. Entweder du willst es oder du willst es nicht. Transport, Fahrtkosten und Tierarztbeduche sind nicht das Problem des Verkäufers. Warum sollte er auf Geld verzichten, nur weil du eine weite Anreise hast? 

Antwort
von meinereiner100, 57

Ein Bekannter von mir den ich 2-3 mal die Woche treffe züchtet seit 40 Jahren Pferde. Hat heute glaub, ich noch 50-60.

Er sagte mir mal, das Frauen seine besten Kunden sind. Haben die sich einmal in ein Pferd verliebt, dann ist es meist egal wie alt es ist, oder ob es andere Probleme hat. Und der Preis stimmt ...

Wenn Du keine Erfahrung hast: nehm einen älteren erfahrenen Pferdeliebhaber mit. So ein Pferd mag ja einem gefallen, nur wenn es in Zukunft nur Kosten verursacht, hat man sicherlich auch keine Freude dran.Sei denn, Geld spielt keine Rolle...

Kommentar von Michel2015 ,

Oh da gebe ich Dir Recht. Erfolgreiche Züchter sind Psychater und Partnervemittler im Zweitjob.

Antwort
von DCKLFMBL, 60

Wenn es Klick gemacht hat dann ist das Dein Pferd! Ich würde einfach mal 2000 sagen und dann wird die Verkäuferin entweder sagen zu wenig und Hochhandeln oder sagen das das Okay ist.

Viel Glück!

Kommentar von ErsterSchnee ,

Wenn mir jemand nur den halben Preis bieten würde, würde ich den wieder nach Hause schicken und ihm noch nicht mal mehr die Uhrzeit sagen! Halber Preis ist doch mehr als unverschämt - auf so einen Geizknochen hätte ich überhaupt keine Lust!

Und würde ein Verkäufer mir gegenüber zum halben Preis verkaufen wollen, würde ich das auch nicht wollen.  Einfach um diese Hier und Bescheißerei beim ersten Preis nicht zu unterstützen!

Antwort
von hupsipu, 68

Ohne Fotos, Videos, Probereiten und AKU-Ergebnisse? Da sind alle Summen die man nennen könnte reine Spekulation...

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