Frage von Shanti123,

wie weit geht notwehr? (sachlich)

Hallo ich wollte mal frage wie weit notwehr geht.

Angenommen 2 leute hätten einen streit. Nennen wir sie A und B

So..nun fängt A an, B mit einem Baseballschläger zu schlagen.

Was dürfte B Jetzt alles machen um sich zu wehren.

Darf er ebenfalls Waffen zücken?

Und was wäre wenn A dann im Krankenhaus liegt?

Müsste B dann schmerzensgeld an A zahlen?

Antwort von skyfly71,
6 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Ja, B darf sich mit einer Waffe wehren. Es gibt dazu ein sehr schönes Video, wo Polizisten gegen Rechtsradikale vorgehen. Plötzlich haben die Rechten Baseballschläger in der Hand und dann haben die Polizisten plötzlich Pistolen in der Hand 'lol' Da waren die Machtverhältnisse sehr schnell relativ klar^^

Notwehr bedeutet, daß man das mildeste zur Verfügung stehende Mittel verwendet, um einen Angriff sicher zu beenden oder zu verhindern. Das kann auch bedeuten, daß man ein deutlich härteres Mittel einsetzt als das Angreifer selbst - wenn einem eben nix anderes zur Verfügung steht, was ebenfalls sicher zum Erfolg führt. Und das kann dann eben auch bedeuten, daß man Waffen einsetzt. Selbst wenn der Angreifer dabei am Ende stirbt, dann hat er eben Pech gehabt. Das Recht muß NIE dem Unrecht weichen.

Und selbstverständlich hat der Angreifer natürlich keine Ansprüche gegen den Angegriffenen^^

Kommentar von colt1212,

schön erklärt. DH. mit ner definierung des paragraphen wäre es noch ne lehrbuchmäßige antwort...ich weiss...die ist zu laaaang

Kommentar von skyfly71,

Man kann natürlich den § 32 StGB http://dejure.org/gesetze/StGB/32.html nennen. Aber da steht ja nu nicht wirklich was drin... Und weder hab ich gerade nen Tröndle/Fischer zur Hand noch würde ich davon ausgehen, daß der Fragesteller einen hat ;-)

Kommentar von MrDirekt,

Hi skyfly71,

das besagte Video ist unter www.spiegel.de/video/video-13282.html zu finden und war Teil einer Reportage in Spiegel TV.

IdS

MrDirekt

Kommentar von skyfly71,

Ja, dankeschön für den Link. Genau den Film meinte ich. Immer wieder köstlich...

Antwort von Reiswaffel87,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Wenn ich selbst in diese Situation kommen würde, würde ich zusehen, dass ich Land gewinne. Und das ziemlich flott. Dazu verpflichtet bin ich aber nicht, denn es gilt der Grundsatz "Das Recht braucht dem Unrecht nicht zu weichen." Gesünder ist es dennoch manchmal... ;o) Selbst schon erlebt.

Nun aber zum Rechtlichen. Notwehr ist eine Handlung, die erforderlich ist um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwehren. Die Verteidigungshandlung muss erforderlich sein. Das heißt, dasss es kein milderes Mittel geben darf, dass genau so geeigent ist um den Angriff sicher abzuwehren. Man muss sich als Angegriffener aber dabei keinem Risiko aussetzen. Auch ist es keineswegs so, dass man mit gleichen Waffen kämpfen muss oder ähnliches. Das hat zur Folge, dass ein Angreifer, der einen mit Pfefferspray attackiert ggf. auch getötet wird.

Antwort von colt1212,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

ein messer dabei zu haben, ist nicht verboten, solange es keine bestimmten messer sind, deren führen in der öffentlicket verboten ist....so, aber nun zur eigentlichen frage...fakt ist, das erstmal natürlich überhaupt eine notwehr vorliegt (siehe hierzu http://dejure.org/gesetze/StGB/32.html). ich habe an anderer stelle schon einmal versucht, den paragraphen ausführlich zu erklären, das war so lang, das mache ich jetzt nicht nochmal, aber die definition sollte man sich auf jeden fall angucken, denn das fehlen nur eines tatbestandmerkmales, und schon ist es keine notwehr mehr!!. aber in diesem speziellen beispeil nehmen wir an, das eine notwehrsituation vorliegt, dann darf b sich so lang verhältnissmäßig wehren, bis der angriff aufhört. notfalls darf er sich mit einem messer wehren, aber er darf den a nicht über gebühr verletzen. also das messer in den bauch ist nicht, aber das messer in den oberschenkel zum beispiel, das dürfte gehen. b darf a eben keinen übermäßigen schaden zufügen, er darf ihn zwar kampfunfähig machen, aber nur so, das dieser nicht selber schwere schäden nimmt. oder eben solange sich wehren, bis a aufhört. b könnte sich auch mit tränengas wehren. in der notwehrsituation ist dies erlaubt.

Kommentar von Reiswaffel87,

Ob man, während man mit einem Baseballschläger angegriffen wird, in der Lage ist das Messer gezielt zu führen wage ich zu bezweifeln. Klar kann das Messer auch in den Bauch. Wäre dann eben im Einzelfall zu prüfen, man kann es aber nicht per se verneinen.

Auch geht es nicht um "Verhältnismäßigkeit", sondern "Erforderlichkeit" und kein in krasser Weise unangemessenes Mittel.

"aber nur so, das dieser nicht selber schwere schäden nimmt." Wo steht das denn bitte? Der Angreifer muss in Kauf nehmen, dass sich sein Opfer wehrt und hat dann ggf. eben Pech gehabt.

Kommentar von colt1212,

ob man das messer dan noch zeihen kann, okay, ist dann fraglich, gebe ich dir recht. aber sorry, du solltest eins wissen: das, was in einem paragraphen steht, sollte man auch definiren könne!!!. sprich: lernen, ihn auseinandernehmen und zu verstehen, was der GESETZESGEBER unter den einzelen tatbestandmerkmalen versteht, und nicht nur, was man im paragraphen lesen kann, denn ablesen kann jeder. ich musste es lernen. denn meine autos mit blaulicht waren grünweiss....

Kommentar von Reiswaffel87,

Du meinst damit die Verhältnismäßigkeit, oder? Das würde bedeuten, dass man sich einem Angriff auf das Eigentum nicht mit körperlicher Gewalt erwehren darf oder sich bei einer "bloßen" Körperverletzung nicht u.U. mit tötlicher Gewalt verteidigen darf. Beides trifft aber nicht zu.

Kommentar von colt1212,

nein, wahrscheinlich meine ich das für die laien da draussen (nicht du) wieder zu gut. ich versuche, solche sachen immer so zu erklären, das es jeder versteht. wenn ich jetzt anfange, die erforderlichkeit auch noch auseinanderzupflücken , wird es kompliziert. ich meine nicht die verhältnissmäßigkeit in dem sinne. sondern die wahl des mildesten mittels. wenn ich den a mit dem baseballschläger ohne schusswaffe ausser gefecht setze kann oder ihn dazu bringeen kann, den angriff abzubrechen, dann muss ich das nehmen. wie oben mit den messer. kann ich ihn anders erwischen als ihn gleich in den bauch und somit lebgensgefährlich zu verletzen, so muss ich das tun. klar, das ist in der praxis zwar so gut wie nie möglich, aber ein beispiel. apropos: gegen eigentum gilt nicht die notwehr, sondern der notstand..und klar darf ich mich , wenn es das mildeste mittel ist, bei körperverletzung auch u. U mit tödlicher gewalt wehren..wenn es die einzige möglichkeit ist!! aber versuche doch mal, hier in dem begrnezten platz einen paragraphen korrekt auseinandser zupflücken, so , das ihn jeder versteht. lehrbuchmäßig haut das hier doch nie hin....

Kommentar von trixieminze,

Eigentum ist notwehrfähig, da geschütztes Rechtsgut.

Antwort von FrauYvonne,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Man darf sich wehren. Wirkt aber unglaubwürdig, wenn man Waffen dabei hat, ein Messer zum Beispiel. Das ist nämlich verboten. Besser, man geht solchen Auseinandersetzungen aus dem Weg. Das ist nicht feige, sondern klug.

Antwort von trixieminze,

Notwehr ist Strafrecht, Schmerzengeld ist ziviles Recht. Hat nichts miteinander zu tun.

Antwort von trixieminze,

Notwehr richtet sich nicht an einem Niveau aus.

Antwort von Shanti123,

ähm ich öffne das alles mal jetzt. wie ihr euch denken konntet, ist mein fall genau so :D

ich probiere A einfach aus dem weg zu gehen :)

Antwort von marinii,

er darf sich wehren ich würde dann aber a ausdem weg gehen und wenn a dann im krankenhaus ist musst du nichts zahlen.aber du musst beweisen das es not wehr war

Antwort von KingThomas,

Nö aber du must beweisen das das notwehr war

Kommentar von Shanti123,

ist ein zeuge, welcher gleichzeitig mein freund wäre, beweis genug?

Kommentar von colt1212,

solnage er die wahrheit sagt, ja..

Kommentar von Reiswaffel87,

Grundsätzlich schon. Vor Gericht geht es aber nicht um Menge der Zeugen, die eine Seite aufbieten kann, sondern um deren Glaubwürdigkeit. Es kann also reichen, muss aber nicht. ;) Wobei du an diesen Umstand in der Notwehrsituation kaum einen Gedanken verschwenden wirst.

Kommentar von trixieminze,

Die Anklage ( Staatsanwalt ), muß beweisen.

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