Wie weit darf mein Religionslehrer mit seinen Behauptungen gehen?

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14 Antworten

Hallo EvaFragtUmRat,

ein Religionslehrer hat nicht die Aufgabe, seine Privatmeinung zu vertreten. Er unterrichtet mit Qualifikation im Auftrag der jeweiligen Kirche, evangelische Religionslehrer mit der "Vocatio", katholische mit der "Missio".

Die Meinung, dass Gott nur eine Annahme sei, ist aber nicht die Meinung der Kirchen. Die entsprechende Schulaufsicht könnte ihm da gehörig auf die Füße treten.

Vwergleichsweise dazu die Regelungen aus Bayern:

2. Schulaufsicht Der Religionsunterricht unterliegt als ordentliches Lehrfach grundsätzlich der staatlichen Schulaufsicht; die Kirchen und Religionsgemeinschaften bestimmen jedoch den Lehrinhalt und die Didaktik im Rahmen der gelten- den Bestimmungen und kirchenvertraglichen Vereinbarungen. Sie können durch Beauftragte den Religionsunterricht ihres Bekenntnisses besuchen lassen und sich dadurch von der Übereinstimmung des erteilten Unterrichtsmit den Grundsätzen der Religionsgemeinschaft, vom Stand der Kenntnisse in der Religionslehre und von der religiös-sittlichen Erziehung der bekenntniszugehörigen Schüler unterrichten (Art. 112 Abs. 1 BayEUG). Dabeibesitzen sie zwar keine dienstaufsichtlichen Befugnisse, können sich aber mit Lehrkräften über die Abstellung wahrgenommener Mängel ins Benehmen setzen oder bei Beanstandungen die Schulaufsichtsbehörden anrufen (Art. 112 Abs. 2 BayEUG).
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Ich selbst bin auch Christ, Ministrant etc. Aber da jeder Mensch seine Religion anders empfindet, muss man auch jedem das Recht gewähren, Religion zu kritisieren.
Für mich ist Religion bspw. Im Einklang mit den Naturgesetzen, ich habe aber auch einen Freund, der das ganz anders empfindet. Für ihn ist Evolution Humbug und Physik sowieso.
Als Lehrer hat er nicht nur das Recht, sondern sogar die Pflicht, Religion kritisch zu betrachten.

Mein Religionslehrer hat zum Beispiel immer mal wieder Gegenargumente berühmter Religionskritiker eingeworfen, was die Diskussion immer mehr angefacht hat. Er selbst ist aber auch sehr katholisch, bringt sie nur ein um uns zu zeigen, dass es verschiedene Sichtweisen gibt.

Wenn er nun ehrlich eine Religion schlecht macht, dann hat er zwar nicht sein Recht auf Meinungsfreiheit verletzt, ist aber am Ziel vorbeigeschlagen, den Schülern die ethische Bewandtheit der verschiedenen Religionen (und Sekten) nahezubringen. Verbieten kann man ihm sowas jedoch rein rechtlich nicht.

Eine Bitte, aus Rücksicht auf die Kultur einiger Schüler/innen, so harte Kritik außen vor zu lassen ist aber bestimmt möglich. Kleiner Tipp, freundlich bleiben, sonst wirkt sich das oft schlecht auf Noten aus.

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Hallo,

sagt unser Lehrer oft, dass Gott nur eine Annahme sei
und hat auch letzte Stunde ziemlich über die Bibel
hergezogen

euer Lehrer hat recht, Gott ist nur eine "Annahme" und die "Bibel" ist sehr wohl kritisch zu hinterfragen.
Was euer Lehrer genau gesagt hat wissen wir hier ja nicht. Du hast ja nur deine Befindlichkeit darüber gebracht und deine Interpretation dessen was der Lehrer sagte.
Wer an Gott glaubt, der nimmt eben an, das Gott ist. Für die meisten, welche "glauben", hat Gott eben nur Wahrscheinlichkeit, mehr oder weniger.
Wie ist es denn bei dir ? Ist für dich Gott "gewiss" ? Hast du (belastbare) Erkenntnisse darüber daß Gott ist ? Ist es nicht so, daß das was du vielleicht als gewiss empfindest nur von dir "angelernt" wurde ? Hast du verdeckte Angst, dies zu hinterfragen, weil dir angelernt wurde, daß "Zweifel" Sünde sei ?
Es ist mit 17 Jahren sehr wohl angebracht angelerntes zu hinterfragen, reif und mündig zu werden,  auch und gerade als (bekennender) Christ.
Wenn euer Lehrer versucht, euch durch Hinterfragung zur "Reife" auch im religiösen Denken zu führen, dann kann dies nicht verkehrt sein.
Die "Bibel" ist für Christen kein Lehrbuch und mit Sicherheit nicht das "Wort Gottes". In den Schriften des NT ist die Botschaft Jesu enthalten. Diese ist nachvollziehbar. Jesus selbst sagt ja, daß er die Wahrheit (=Erkenntnis) verkündet , welche frei macht. Was meint er wohl damit ?
Ich kann hier keinen größeren Vortrag halten es wird eh schon zu umfangreich.
Nur noch dies: Lies mal im AT Jeremia 31,31-34. Der "Neue Bund" , welcher das Gesetz des Herzens zu Grundlage hat, macht frei und kennt keine Denkverbote. Genau dies beinhaltet auch die Botschaft Jesu, durchgehend in den Evangelien. Der "Alte Bund" mit seinem Vorschriften-Denken wurde abgelöst (Hebräer 8,8-13 oder den ganzen Brief). Dafür ist Jesus gestorben. (s. dazu auch Luk.22,20)

es doch seine Aufgabe, Schülern dabei zu helfen, sich 
ihre Meinung selbst zu bilden.

Wie sollte dies aussehen ?

Gruß Viktor

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Die Schule ist weder Moschee, noch Kirche, noch Synagoge.

Ein Lehrer sollte über die Gleichartigkeit und Verschiedenheit der Religionen hinweisen, über die Entstehung, u.s.w.

Zum Glauben erziehen sollte er nicht.

Wenn er ein guter Lehrer ist, behandelt er die einzelnen Religionen gleich kritisch.

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Religionsunterricht in einer deutschen Schule ist eben etwas anderes als religiöse Indoktrination.

Wenn du statt sachlichem Religionsunterricht lieber fundamentalistische Predigten hören willst, dann wechsele in eine christlich-fundamentalistische Privatschule. Oder wechsele den Glauben und besuche nebenbei eine Koranschule.

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Kommentar von EvaFragtUmRat
26.01.2016, 22:17

Ich will ihm ja gar nicht das Wort verbieten, wollte lediglich wissen, was er eben sagen darf und was nicht.

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Kannst du etwa das Gegenteil beweisen? Wenn dein Lehrer dich nun zum Widerspruch herausfordert, kann das im Übrigen deine Überzeugung nur festigen.

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Deine Argumentation wirkt so, als dürfe man Religion nicht kritisieren. Aber man darf alles kritisieren.
Und Religionsunterricht ist dazu da, Religion und auch die Bibel zu hinterfragen und beide Seiten darzustellen. Du darfst als Christ ja gern denken, dass dein Lehrer Blödsinn redet. Aber wenn ich/wir denken, dass du an Blödsinn glaubst, darf man das auch sagen. Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit sind zwei Grundrechte, die du hier einschränken willst..

Dass mag ich an religiösen Leuten nicht, gegen ihre heilige Überzeugen darf man nichts sagen.. Rechtlich zum Glück doch.
Wenn ich Kapitalismuskritisch bin, muss ich im Politikunterricht trotzdem freie Marktwirtschaft lernen.

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Respekt. Der Lehrer macht seinen Job gut. Religionsunterricht ist ein religionskundlicher Unterricht, also hat er auch die Aufgabe, im Unterricht Religion zu hinterfragen.

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Kommentar von nachhilfenoetig
26.01.2016, 22:04

Dies sollte aber nicht zum ständigen Niedermachen der Religion ausarten finde ich

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Dein Reli-Lehrer tut das, was "sein Gott" (Offb.12,9) im zu sagen eingab.

Da die ganze Welt unter Einfluss Satans steht, ist "Gottes Wahrheit" (Joh.17,17) nicht immer für jeden zugänglich.

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In der 11. Klasse sollte man seine Meinung nicht von der Meinung eines Lehrers abhängig machen. Außerdem sagt er ja nicht, zumindest hast du das nicht geschrieben, dass die Schüler*innen auch nicht an Gott glauben dürfen.

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Der Religionslehrer hat nicht die Pflicht die Religion zu verteidigen sondern den Schülern einen wissenschaftlichen Umgang mit dem Thema beizubringen und gewisse ethische Themen wie z.B. Abtreibung zu behandeln.

Wenn du nur jemanden suchst der dich bestätigt, dann such dir einen Priester. Du hast einen sehr guten, wenn nicht sogar fantastischen Religionslehrer, wenn dieser nicht nur predigt (was die meisten Reli-Lehrer machen) sondern sich auch kritisch mit dem Thema mit den Schülern auseinandersetzt.

Um sich eine Meinung zu bilden, benötigst du unterschiedliche Sichtweisen, es ist gut dass der Lehrer diese zur Verfügung stellt.

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Das Gott nur eine Annahme ist stimmt ja auch, bewiesen ist gar nichts und eine Annahme kann wahr sein.

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Kommentar von EvaFragtUmRat
26.01.2016, 21:58

Das stimmt eigentlich. Vielleicht hat es mich nur ein bisschen getroffen, weil ich so überzeugt bin.

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der heinzi tüddelt.

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Ich glaube du hast was falsch verstanden. Jemand der Theologie studiert, zweifelt die Theorie, nenne ich es jetzt mal, wahrscheinlich nicht an. Hast du vielleicht ein Zitat oder genauen Wortlaut? 

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Kommentar von 716167
26.01.2016, 21:55

Theologie hat sehr viel mit Anzweifeln und Hinterfragen von Glaubensinhalten zu tun.

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Kommentar von Patchouli
27.01.2016, 04:21

Gerade durch das Theologiestudium kommen viele vom Glauben ab, weil sie sich dort erst richtig damit auseinandersetzen müssen.

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