Wie wehrt man sich als Unterschichtler gegen das von der Elite iniziierte System erfolgreich?

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28 Antworten

Was soll Konfuzius gesagt haben, "es ist besser eine Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen."

Ich bin auch auf dem Dorf aufgewachsen und als ich mit 15 die Hauptschule verließ, war gerade mein Vater gestorben. Meine Mutter hatte auch kein Geld.

Es gibt genügend Weiterbildungsmöglichkeiten, z. B. habe ich mit 35 die Hochschulreife gemacht. Habe zwei Fächer studiert (eines nach der Hochschulreife, eins mit 47).

Also bitte jammere nicht über das System, denn reich sind in Deutschland  ziemlich wenige, gute Jobs haben viele Millionen.

Also informiere dich und packe es an.

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Kommentar von problemkind28
14.08.2016, 19:43

Sie hatten aber den Vorteil noch in einem System aufgewachsen zu sein wo so etwas möglich gewesen ist. Unter dem Leistungsdruck eines heutigen Bachelors wird eine solche Karriere wie Sie sie einst durchlebt haben nicht mehr möglich sein. Hat sich dieser Aufstieg für sie gelohnt? Oder waren die Entbehrungen zu groß? Wie haben Sie Studium, nebst Familien- und Finanzplanung sowie soziale Absicherung (Versicherung, Hausbau, etc.) gemeistert?

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Wie wehrt man sich als Unterschichtler ...

Wehren kann man sich nur dann, wenn man angegriffen wird. Greift das System dich an? Es gibt dir lediglich nicht die Chance, die du dir wünscht. Was unterscheidet die anderen, die von diesem System eine Chance bekommen, von dir? 

Ich vermute - Bildung.

Eine der großen Errungenschaften der modernen Gesellschaft in DE ist, dass niemandem der Zugang zu Bildung verwehrt wird, wenn er die entsprechenden intellektuellen Voraussetzungen mitbringt.

Du musst also nicht zwingend aus einer bestimmten höheren Gesellschaftsschicht stammen, um deine Bildung vervollständigen zu können.

Okay - mancher Bildungserwerb ist nicht ganz kostenlos, aber es ist deine Entscheidung, ob du Erspartes in Urlaub oder Bildung investierst.

konnte es mir bisher noch nicht einmal leisten in den Urlaub zu fliegen.

Ich bin auch erst mit Mitte 30 das erste Mal richtig in den Urlaub

gefahren.

Alles vorher war mit dem Zelt 50 km weiter an einen See für ein paar Tage, Ferien in der Laube der Freundin oder so etwas. Ich habe es trotzdem überlebt.

Ich habe keine Chance, meine Bildung ist schlecht und mein Umfeld war bäuerlich geprägt. 

Mein Vater (Jg. 1919) hat eine Dorfschule besucht und ist mit 14 in die Lehre.

Auch ich bin auf dem Dorf groß geworden, habe allerdings in der Stadt eine Schule besucht.

Abi, (erstes)  Diplomingenieur-Studium, während des zweiten waren meine Kinder schon da. In meinem ersten Studium (1980 in den neuen BL) hätte ich meinen Vater verklagen müssen auf Unterhalt. Dazu war ich zu stolz - also manchen Monat sogar 3 WE jobben, um über die Runden zu kommen - 

S-Bahnzüge nachts reinigen (nichts für Hygienefanatiker), Klinikflure wischen, Küchenhilfe im Restaurant - McJob halt. Und das bei einem Studiengang, in dem weniger als 50% den Abschluss geschafft haben.

Ich habe vor kurzem erst den AdA- Schein gemacht bei der IHK- die Ausbildereignung. Und ich bin seit Jahren Generation 50+.

Sicher ist so ein Lebensmodell nicht jedermanns Sache, aber es gibt nur zwei Möglichkeiten:

Entweder rappel dich auf, tu was für Bildung und Ausbildung - oder nimm, was man dir bisher geboten hat und hör auf zu jammern.

Es gibt eine Menge Leute, die sind nicht reich und privilegiert geboren worden, aber dennoch haben sie den Weg ziemlich weit nach oben geschafft.

Aber die haben Biss und Durchhaltevermögen gehabt, und die haben nicht darauf gewartet, dass die Gesellschaft ihnen einen "Platz an der Sonne" zuteilt.

Also mach was aus deinem Leben.

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Kommentar von problemkind28
14.08.2016, 19:56

Wie eignet man sich so einen Biss denn an, wenn man eher zu den Mimosen und emotional leicht Gebrechlichen gehört?

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Ich denke als erstes solltest Du für Dich die Frage beantworten, ob Du Dich tatsächlich gegen dieses System "wehren" willst oder bereit bist, bis zu einem gewissen Grad da mitzuspielen.

Das "System" exisiter nun mal. Den Moment betrachtet ist das eben so, ob es Dir gefällt oder nicht.

Mein Rat:

- Vieles ist Einstellungssache
- Bildung bringt Dich in jedem Fall weiter. Höchstwahrscheinlich beruflich, mindestens aber persönlich
- Schaue nicht so sehr auf die anderen, perfekt ist nichts und niemand
- Mache Dein eigenes Perfekt

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Überleg Dir wie die Alternative aussehen könnte. Was möchtest Du erreichen/haben?

Ich kenne z.B. jemanden, der wollte unbedingt teure Autos fahren. Also hat sein Vater gesagt: studiere und arbeite bei nem Autobauer. Das hat er dann auch getan. Er verdient jetzt gut Geld, bekommt allein ca. 8.000 Euro Prämie im Jahr neben dem recht hohen Monatsgehalt und kann ständig Top-Autos fahren, arbeitet mal in China, usw. Aber: er schläft schlecht, er ist Schlafwandler, würgt seine Freundin im Schlaf, ich meine er hat Probleme, es geht im deshalb nicht wirklich gut nur weil er viel Geld hat und "erfolgreich" ist sowie studiert hat.

Überhaupt bedeutet mehr Geld und "Erfolg" sowieso noch mehr Teil der Leistungsgesellschaft zu sein als vorher. Stress, Burnout usw. Willst Du das? Ein bäuerliches Umfeld - das hört sich für mich nach Natur an, nach ehrlicher und wichtiger Arbeit, das kann befriedigen. Und Bildung: wichtig ist doch, zu wissen wofür man lebt und einen Sinn zu finden. Man kann sich unabhängig davon selbst im internet genug weiterbilden.

Also, ich würd mir erstmal überlegen, was ich will und wieso. Evtl. gehts um das Selbstbewusstsein? Glaub mir, dass kommt auch mit Geld und Erfolg nicht, dass sind nur Ersatzdrogen für echte Persönlichkeit.

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Bevor du dir Gedanken machst, wie du das System ändern kannst, solltest du dir lieber Gedanken machen, was du bei dir selbst ändern kannst. Es sind nicht immer nur "die Anderen" Schuld. Das ist häufig eine Ausrede für eigenes Fehlverhalten.

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Messe deinen "Erfolg" bitte nicht an deinem Kontostand.
Wenn du im ländlichen Gebieten groß geworden bist, hast du wahrscheinlich ganz andere soziale Fähigkeiten als jemand aus dem 12. Stock einer Vorstadtsiedlung.
Erkenne was deine Stärken sind und frag' dich was du damit erreichen möchtest.
Zusammen mit diesen Antworten - und dem Internetanschluss, den du trotz ländlicher Umgebung ja hast ;-) - lässt sich ganz bestimmt was finden.  

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Siemens Chef Joe Käser stammt ursprünglich aus meiner Umgebung, also aus dem ländlichen Raum, in den ich mich als Pensionär zurück gezogen habe. Ich glaube nicht, dass es Ähnliches jemals geschrieben hätte.

Folgendes Zitat könntest du für dich leicht abwandeln: "Frage nicht, was der Staat für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst."

Übrigens sind heutzutage auch außerhalb von Großstädten bedeutende und sehr gute Mittelstandsunternehmen aktiv, bei denen man sich bewerben kann und die auch fast ständig Personal suchen.

Dann kann es natürlich auch mal heißen, weg vom heimatlichen Hof und woanders Erfahrungen sammeln. Gute Schulen gibt es übrigens allerorten auch auf dem Land.Heute fahren dort Schulbusse. Ich musste noch täglich 5km zur Schule laufen.

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Da hilft nur ein: Bildung verbessern. Und das geht auch ohne große finanzielle Mittel. Mein Vater hat auf dem Bau gearbeitet und ich hab mit nem Realschul-Abschluss begonnen. Heute hängen zwei Diplome an meiner Wand.

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Kommentar von problemkind28
14.08.2016, 19:47

Und wie alt bist du heute?

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Vielleicht kannst du etwas sehr gut, was viele andere nicht so gut können? Mache eine Liste mit diesen Dingen, und überlege, wie du das einsetzen oder anbieten kannst. 

Und natürlich, Weiterbildung ist immer eine gute Sache, dadurch verbessert man die eigene Position auf jeden Fall. 

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Beamte sind immer noch eine arrogante Minderheit. Wir alle lassen uns noch viel zu viel von Systemerhaltern gefallen. Das ist ein Gehirnwäscheprinzip. Alleine wird man es nie schaffen. Das alte verkrustete System kann man nur durch einen sogenannten "Austausch" verlassen. Das System lässt sich durch Petionen, Demonstrationen und Streiks ändern. Am meisten weh tut es den Reichen wenn du von ihnen nicht abhängig bist. Eine friedliche Demonstration kann im Nachhinein mehr bewirken als man denkt. Bei uns in Österreich wurde durch friedliche Demonstration erstmals in der Geschichte ein Wahlergebnis per Verfassungsgerichtshof zu Fall gebracht. Immer weiter arbeiten und sich in Gruppen einfügen, die etwas sinnvolles voranbringen wollen. Damit fährt man am Ende besser als immer nur die Betriebe zu suchen, die in Wirklichkeit Systemaufrechterhalter sind.

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Kommentar von fluffiknuffi2
14.08.2016, 13:20

Ja Beamte sind eine Minderheit daher verstehe ich nicht ganz warum du sie erwähnst, welche Rolle sie bei der Frage spielen? Die sind nahezu irrelevant. Man sollte sich offensichtlich gar nicht erst in eine Situation bringen, in der man auf die Leistung der öffentlichen Hand (und die Taten der Beamten, das meinst du ja vermutlich) angewiesen ist.

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Kommentar von Sonnenstern811
14.08.2016, 15:42

Wie viele Beamte kennst denn, um so töricht zu verallgemeinern? So etwas sehe ich als Arroganz an. Die vom Verfassungsgericht hast du hier ja indirekt gelobt. Die haben durch ihre Entscheidung nämlich die Wahlwiederholung erst ermöglicht. Ob dies nun auf Druck von der Straße geschah, sei mal dagingestellt.

Übrigens ist längst nicht jeder Öffentlich Bedienstete Beamter. Jedenfalls ist das in Deutschland so. Auch wenn manche Menschen sich ihr Weltbild so etwas vereinfacht zurecht stricken.

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Bilde dich weiter. Das System ist nicht schuld an deiner Situation, die hast du dir teilweise selbst zuzuschreiben, teilweise ist sie Ergebnis deiner Erziehung.

Vielleicht definierst du erstmal deine Ziele, dann kannst du dir Gedanken darüber machen, wie du sie erreichst. Ich denke deine Einstellung ist das erste, das ein wenig Überarbeitung braucht.

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  1. keine Panik! 
  2. es ist nie zu spät etwas zu ändern
  3. Überlege Dir welche Themen Dich interessieren und worin andere einen Wert sehen für den sie bereit sind etwas zu bezahlen
  4. Fang an so viel wie möglich über das Thema herauszufinden (googlen) und zu lesen (Bücher), bilde Dich täglich weiter. Fange langsam an mit 15 min am Tag und steigere dich. Erfolg ist kein Sprint sondern ein Dauerlauf
  5. Geld ist immer nur ein Tauschmittel - Je mehr Wert Du jemanden bietest, desto mehr ist jemand bereit dafür zu bezahlen
  6.  Nutze die Zeit | unsere Lebenszeit ist viel kostbarer als Geld
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Ein bäuerliches Umfeld bedeutet micht fehlende Intelligenz, oder? Dann frag´doch mal dieses Umfeld. Die hätten bestimmt ´nen schlauen Ratschlag für Dich. Ich fürchte nur, der würde Dir nicht schmecken.

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Es bringt dir jedenfalls nichts, gegen das System zu schimpfen und den Anderen die Schuld zu geben.

Tu selbst was. Lerne. Mach Schulabschlüsse nach. Das ist harte Arbeit, lohnt sich aber. Vielleicht nicht unbedingt finanziell, aber es tut dir und der Seele gut.

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Nicht permanent solche destruktiven Fragen stellen!

Spuck in die Hände und bring dein Leben dahin wo du es haben willst.

Es wird dir keiner auf deine Fragen eine Patentlösung auf dem Silbertablett servieren.

Jeder ist seines Glückes Schmied! Es gibt nichts gutes, es sei den mann tut es.

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Hallo!

Du solltest die Situation offensiver sehen & dich nicht im Selbstmitleid suhlen. Wenn ich deine Frage lese - sorry! - klingt das tlw. doch schon sehr nach Selbstmitleid & das hemmt dich, macht dich emotional fertig & bringt dich nicht weiter.

Der Raum München in dem du offenbar lebst ist zudem ein verdammt teures Pflaster ---------> orientiere dich um & versuche es in anderen Gebieten. Da ist nicht nur die Lebensführung deutlich preiswerter, sondern auch die Arbeitsmarktsituation evtl. besser.

Du musst nicht studiert sein und kein Abi haben, um es "zu was zu bringen", wie die Gesellschaft ach so gern sagt -------> das Entscheidende sind reelle Ziele, die du dir setzt, ein gesunder Wille, Mut zur Leistung & den Mut, etwas selbst in die Hand zu nehmen. 

Ich sage mal ---------> du hast jetzt noch eine einzige Chance & die besteht darin, dein Leben in die Hand zu nehmen, dir ein Ziel zu setzen und zu wissen, was du willst und was du kannst. Und orientiere dich räumlich ggf. auch um!

Alles Gute!

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Du stellst Dich in all Deinen Fragen als Opfer dar, anstatt mit Positivismus aktiv zu werden. Das ist Dein großes Problem. Mach eine Therapie und erkenne endlich, dass sich im Leben immer etwas nach vorne bewegt, wenn man da auch selbst seine Beine in die Richtung trägt.

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Jenseits der poliischen Palavareien wirst Du nicht viel ändern können, außer arbeiten bis Dir der Rücken bricht und im Alter eine HartzIV Rente erhalten.

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1 Ziehe dich nicht runter und sehe das alles nicht so negativ.

2 deine Bildung kannst du jederzeit verbessern egal ob du einen besseren Schulabschluß nachmachst oder dich nur weiterbildest zb über die VHS.

3 wen du beruflich keinen Chance mehr hast versuche eine Umschulung vom Amt zu bekommen..

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Mein Bruder beschreitet derzeit den zweiten (oder eher dritten) Bildungsweg und wird sein Fachabi machen. Von ihm weiß ich, dass mit ihm auch dreißigjährige diesen Weg gehen. Es ist also noch nicht zu spät!

Und erzähl jetzt nichts von Eliten. Wer sind die, die VW-fahrenden Helfershelfer der Illuminaten? Ausreden! Ausreden!!

Du hast nur ein Leben, YOLO und so, also mach was daraus. Rumjammern und die Illumina...Eliten beschuldigen wird dir nicht helfen, so viel ist klar.

Wie arm bist du wirklich? Kannst du nicht in eine Großstadt ziehen? Ich glaube schon, wenn dein finanziell größtes Problem ist, keinen Urlaub bezahlen zu können. Zieh um, bilde dich beruflich oder wie auch immer weiter und dann in ein paar Jahren lass es beruflich krachen! Mit Einsatz, Durchhaltevermögen, einer "Packen-wir-es-an"-Einstellung und nicht mit Ausreden!

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Kommentar von problemkind28
14.08.2016, 19:39

Ich krieg 1300 Netto im Monat, bin wie gesagt 30 Jahre alt, bezahle davon 700 Euro Miete und habe 600 Euro für alles was das Leben zu bieten hat, inkl. Versicherungen und wohne in der Nähe von München - ich bewerbe mich nun schon seit einem Jahr auf verschiedene Stellen aber immer heißt es, das die jemanden finden der besser auf das Stellenprofil passt als ich.

Genau auf solche "Packen-wir-es-an"-Menschen warten die doch nur. Die lassen sich wunderbar herrlich ausnutzen - das ist ja das deprimierende. Da kann man lernen wie mal will, die heutige Jugend ist eh eine verlorene Generation.

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