Frage von thetee99, 86

Wie wehrt man sich als Mieter am effektivsten gegen eine fragwürdige Heizkostenabrechnung?

Hallo, wir haben in einer neuen Wohnung eine horrende Nebenkostennachzahlung die wegen laufender Klärung noch offen steht. Der Knackpunkt sind die angeblichen Heizkosten. Die Heizkörper haben alle pro Zimmer ein elektr. HKV-Zähler angebracht. Wir sind lt. Mietvertag unterjährig im Oktober eingezogen, haben aber bereits auf Wunsch/Forderung des Vermieters früher mit Nebenkostenzahlungen angefangen (frühere Nutzung für Renovierung/Umzug). Effektiv haben wir also für 10 von 12 Monaten Nebenkosten einbezahlt. Trotzdem hat der Betrag kaum gereicht um auch nur die Heizkosten zu decken (dazu kommen noch die Wohnnebenkosten). Verglichen mit diesem Vorjahr haben wir aktuell (selbes Heizverhalten) gerade mal 1/3 des Verbrauchs zum Vorjahr und die Wintermonate sind da auch schon so gut wie vorbei. Die große Diskrepanz ist für uns nicht nachvollziehbar, aber nach Gesprächen mit der Hausverwaltung und der Heizkostenabrechnungsfirma sind wir auch nicht weiter gekommen.

Hat jemand damit Erfahrung und weiß wie man in so einem Fall am besten vorgeht, abgesehen von einem langwierigen, teuren Rechtsstreit? Wäre für Tipps dankbar!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 39

Tip, die Abrechnung fachanwaltlich prüfen lassen.

Nächster Tip, prüfen ob nicht evtl. die Vorauszahlungen zu gering angesetzt wurden.

Wie groß ist denn die Wohnung, wie hoch die monatlichen Vorauszahlungen, ist die Warmwasseraufbereitung dabei und zu Letzt welche Heizungsart? Zentralheizung im Haus oder gar Fernwärme?

aber nach Gesprächen mit der Hausverwaltung und der Heizkostenabrechnungsfirma sind wir auch nicht weiter gekommen.

Euer Vertrags- und somit Ansprechpartner ist der Vermieter. Die anderen, HV und Abrechnungsfirma, lediglich "Erfüllungsgehilfen".

Kommentar von thetee99 ,

Wir zahlen 3,25 EUR/m² an Nebenkosten, bei 77m² Nutzfläche. Warmwasser ist inklusive und es handelt sich um eine zentrale Gasheizung.

Ich weiß ja, Heizkosten miteinander zu vergleichen ist jedesmal als würde man Äpfel mit Birnen vergleichen. Das Heizverhalten ist immer individuell, aber wie gesagt:

wir haben "angeblich" im Vorjahr über 1.000 HKV Einheiten verbaucht in effektiv 9 Monaten und aktuell liegen wir heute bei 350 HKV-Einheiten in ebenfalls 9 Monaten inkl. Wintermonate... das finde ich nicht schlüssig... :(

Antwort
von Turbomann, 38

@ thetee99

Hast du schon mal an die Möglichkeit gedacht zum Mieterbund (Mieterverein, Mieterschutz) zu gehen? Die Beiträge kann man sich leisten und dort wirst du auch beraten.

Kommentar von thetee99 ,

Ja danke. Ich befürchte nur, da der Heizkostenverbrauch durch die HKV Zähler dokumentiert wird, müssen die auch davon ausgehen, dass es so stimmt. Nur glaube ich, dass uns etwas untergejubelt wurde, denn der Verbrauch ist viel zu hoch. Man kann es nur kaum beweisen.

Kommentar von Turbomann ,

 @ thetee99

Du hast aber das Recht beim Vermieter die Abrechnungen einzusehen. Nur musst du dort hin, er ist nicht verpflichtet dir die Unterlagen zu bringen. Auch kannst du eine Kopie verlangen, für diese kann allerdings der Vermieter einen kleinen Unkostenbeitrag verlangen.

Du hast auch das Recht, deine Abrechnung überprüfen zu lassen und wo du das machen lassen kannst, wurde dir ja schon geschrieben.

Antwort
von vanillakusss, 37

Na ja, was heißt unangebracht. Wenn der Zähler etwas anzeigt, wird das vom Vermieter in Rechnung gestellt. Ich habe allerdings, leider nur mit einem halben Ohr, etwas über diese Art Zähler gehört, die sind nicht zuverlässig aber ich habe keine Ahnung, warum.

Sind eure NK niedrig angesetzt? Das machen viele Vermieter sehr gerne weil sie so die Wohnung attraktiver machen.

Wenn du Zweifel an der NK Abrechnung hast, kannst du damit zu einem Mieterverein gehen, die kümmern sich darum.

Kommentar von thetee99 ,

Die mtl. Nebenkosten sind für meinen Geschmack eigentlich recht hoch. Mehr als 1/3 der Miete.

Die HKV-Geräte messen die Differenz von Raumtemperatur zu Heizkörper. Der Schwachpunkt ist wohl das sie auch im Sommer bei großer Hitze anfangen können zu zählen.

Kommentar von vanillakusss ,

Ja, da war auch etwas über die fehlerhaften Geräte, dass die zu viel Verbrauch anzeigen. Ich habe echt nur zwischendurch mal hingehört und geguckt.

Blöd ist halt, dass die Zahlen für die Abrechnung genommen werden. Ich habe keine Ahnung was man da machen soll aber ich gehe davon aus, dass Mietervereine das Problem schon kennen.

Ich würde erst der Abrechnung widersprechen und/oder nur unter Vorbehalt zahlen mit dem Hinweis, dass du die NK Abrechnung überprüfen lässt. Und dann solltest du damit zum Mieterverein gehen.

Antwort
von silberwind58, 41

Das kann man über den MIeterschutz auch klären lassen und kostet 40€ im Jahr.

Kommentar von tictak2000 ,

preise sind gestiegen auf 80 euro und Aufnahmegebühr sind 20 euro

Kommentar von silberwind58 ,

Immer noch preiswerter als ein Anwalt.

Kommentar von tictak2000 ,

davon hab ich ja nichts geschrieben kommt auch darauf an du musst Mindestens dann 2 jahre Mitglied sein sind also dann insgesamt 180 euro weis jetzt nicht was ein Anwalt kostet aber ich bin auch beim Mieterschutzbund....

Kommentar von vanillakusss ,

85 Euro. Plus Aufnahmegebühr. Aber immer noch günstiger als ein Anwalt für Mietrecht.

Antwort
von tictak2000, 41

bei sowas hilft meistens nur Mieterschutzbund

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