Frage von lareyna65, 55

Wie wehre ich mich effektiv gegen angeblichen Urheberrechtsverstoß auf YouTube?

Was ich konkret wissen möchte: wie bewege ich den Menschen, der die Deaktivierung meines Videos veranlaßte, zur schriftlichen Stellungnahme mir gegenüber? Mir fällt einfach nichts mehr ein. Hatte ihm mehrere (höfliche!) Anfragen geschickt, an die E-Mail-Adresse, die er bei YouTube angab, und an die seiner Firma. Es besteht Grund zur Annahme, daß er selbst das Urheberrecht NICHT besitzt, gegen das ich verstoßen haben soll. Ich fand heraus, daß er mit einem einschlägig bekannten Abmahnanwalt zusammenarbeitet. Über die dubiosen Aktivitäten dieser Clique gibt es massenhaft Einträge im Internet. Eine Abmahnung bekam ich zwar nicht, jedoch ist ärgerlich, daß mein YouTube-Account nun mit diesem einen Urheberrechtsverstoß belastet ist. Es geht sehr wahrscheinlich um ein oder mehrere Bilder aus einer großen Bilderdatenbank, die als lizenzfrei angeboten wurden. Der Typ behauptet im Nachhinein, daran Urheberrecht zu besitzen. Ich bat ihn, forderte ihn auf, mir diese Bilder zu zeigen - wie gesagt, keine Reaktion. Die Auskunft des Anwalts lautet dahingehend, daß man nichts machen kann, weil der selbsternannte Urheberrechtsinhaber leider nicht zur Offenlegung verpflichtet ist. Und wenn ich Widerruf bei YouTube einreiche, hat er sicherlich die besseren Karten, verdreht die Tatsachen, und ich hätte letztendlich eine Menge an Zeit, Nerven und vor allem Geld für Nichts und wieder Nichts aufgewendet. Ich habe mit dem gelöschten Video nicht mal Geld verdient (kein monetarisierter Channel, keinerlei Werbung usw.), so daß ihm keine Einnahmen entgangen sind. Ein bißchen habe ich Angst, er wiederholt das Spiel, und ich werde von YouTube gesperrt. - Wäre toll, wenn jemand eine Idee oder Erfahrung hat, was ich noch in der Angelegenheit unternehmen kann. Einfach daß er mir Aufklärung gibt, um welches Bild es geht, und seinen Anspruch glaubhaft darlegt (wenn er letzteres überhaupt kann). Vielen vielen Dank!

Expertenantwort
von ThomasMorus, Community-Experte für Urheberrecht & Youtube, 16

Wenn du schon professionelle anwaltliche Beratung eingeholt hast, bezweifle ich leider, dass wir hier bei gutefrage noch wesentlich viel weiteres beitragen können.

Der Fall ist leider wirklich schwierig abzuschätzen, weil ja notwendige Informationen fehlen. Ohne zu wissen, ob dieser Anwalt tatsächlich den Urheber des Bilds vertritt, kann man ja keine sinnvolle Entscheidung treffen.

Hast du mal dran gedacht die Fotografen bei Fotolia anzuschreiben, und zu fragen, ob die tatsächlichen Rechte bei ihnen liegen? Wenn die dann eine Antwort schicken, kannst du ja entscheiden, ob die dir plausibel vorkommen.

Wird bei Youtube nicht normalerweise auch irgendwo angezeigt, welcher Abschnitt des Videos konkret beanstandet wird? Dann könnte man ja wenigstens auf das verwendete Bild schließen.

Um wie viele Bilder handelt es sich in dem Video überhaupt? Im Zweifelsfall musst du die halt alle einmal durch die Google-Reverse-Image-Suche jagen und schauen, ob irgendwelche davon auf Websites professioneller Fotografen auftauchen.

Was für Aussagen hast du über die Anwälte denn genau gefunden? Irgendwas konkretes, dass sich so ähnlich wie dein Fall anhört? Ansonsten könnte es nämlich sein, dass einige Abmahn-Opfer in den Foren groß herumtönen, weil sie sauer sind abgemahnt worden zu sein.

Copyfraud (also die fälschliche Beanspruchung von Urheberrechten) ist gerade bei Youtube ein riesiges Problem.

Ich verstehe aber gerade im vorliegenden Fall nicht, warum der Anwalt das Urheberrecht fälschlich beanspruchen sollte. Er hat dir keine Abmahnung geschickt und keine Werbung vor dem Video geschaltet. Er hat keinen Vorteil von der Sache.

Das spricht doch eher dafür, dass er tatsächlich einen Fotografen vertritt, dessen Bilder von Dritten unrechtmäßig auf den Bild-Portalen eingestellt wurden, und deren Weiterverbreitung er nun verhindern will.

Leider kennt das Urheberrecht ja kein Prinzip des guten Glaubens. Deswegen haftest du auch für Bildnutzungen, wenn du selbst nicht erkennen konntest, dass diese widerrechtlich zur Benutzung zur Verfügung gestellt wurden.

(Der Begriff "lizenzfrei" ist nebenbei etwas missverständlich. Denn "ohne Lizenz" (="ohne Erlaubnis") darfst du die Bilder ja gerade nicht verwenden. Treffender wäre: "frei lizenziert")

Ein gewisses Restrisiko bleibt bei Bild-Portalen leider immer. Denn mit absoluter Sicherheit kann eben niemand sagen, ob der Uploader auch wirklich die nötigen Rechte besitzt. Das gilt übrigens bei kostenlosen Bild-Börsen ebenso wie bei kostenpflichtigen.

Was immer du vorhast: Ich wünsche dir viel Erfolg dabei. Von Leuten wie dir, die Inhalte für Portale wie Youtube erstellen und damit nicht einmal Geld verdienen, lebt schließlich das Internet und seine Kultur.

Kommentar von lareyna65 ,

Vielen Dank, daß du dich so intensiv mit dem Problem auseinandersetzt, und für deine aufbauenden Worte. Evtl. habe ich mich in der Schilderung des Problems mißverständlich ausgedrückt: nicht der Anwalt behauptet, der Urheber des beanstandeten Bildes zu sein, sondern ein Fotograf und Mediengestalter. Dieser arbeitet jedoch oft mit besagtem Anwalt Hand in Hand, d.h. denjenigen, die (oft unwissentlich) gegen das komplizierte Urheberrecht verstoßen, flattert eine saftige Abmahnung ins Haus. Ich will hier keine Namen nennen, aber der Anwalt und auch der Fotograf/Mediengestalter werden nicht nur in Foren erwähnt, sondern ebenso auf Seiten anderer Anwälte und weiteren rechtsberatenden Seiten, wo konkrete Tipps gegeben werden und u.a. darauf hingewiesen wird, daß speziell dieser Abmahnanwalt Fantasiesummen einfordert und seine Aktionen mehr als zweifelhaft sind. Nun, ich hatte das Glück, mich nicht mit ihm auseinandersetzen zu müssen, und es wird in der Hinsicht auch nichts auf mich zukommen. Der Fotograf meldete sich inzwischen bei mir, versicherte schriftlich, daß er den Anwalt nicht einschaltet, und konnte mit dem Bild belegen, daß er tatsächlich der Urheber des Bildes ist. Ich hatte den Quellenhinweis nicht angegeben. Es handelt sich nur um ein einziges Bild. YouTube hatte sofort gelöscht, so daß ich den beanstandeten Abschnitt des Videos nicht einsehen konnte. Das Ende vom Lied: ich setzte alle Videos, fast einhundert, auf privat, denn die Sache ist mir zu heiß: noch zwei Video-Deaktivierungsaufforderungen dieser Art, und mein Account ist weg. Nachträglich schaffe ich es zeitlich nicht, alle verwendeten Bilder diesbezüglich zu checken. Vielleicht fällt mir etwas mit eigenen Kreationen ein, wo ich auf der sicheren Seite bin.

Kommentar von ThomasMorus ,

Ok. Sei mir mal nicht böse, aber wenn der vorgeschriebene Quellenhinweis gefehlt hat, dann war es das gute Recht des Fotografen gegen dich vorzugehen. Und er hat sich eher noch moderat verhalten, weil die Löschung des Videos veranlasst und nicht gleich zu schwereren juristischen Mitteln gegriffen hat, die er ja offensichtlich in anderen Fällen anwendet.

Wenn man Bilder von kostenlosen Bilddatenbanken verwendet, muss man halt noch mehr als bei sonstigen Datenbanken ganz genau auf die Lizenzbedingungen achten. Das gilt bei Pixelio genauso wie für Creative Commons lizenziertes Material.

Dass du deine ganzen Videos jetzt offline nimmst, ist aber natürlich extrem Schade. Schaffst du es wirklich nicht die Bild-Nachweise im Nachhinnein zu recherchieren? Vielleicht hilft die Reverse-Search von Google ja weiter, wenn du die Bilder noch hast. So findest du die Einträge bei Pixelio vielleicht wieder und kannst dann in der Videobeschreibung die entsprechenden Angaben hinzufügen.

Antwort
von RobertLiebling, 14

Einfach daß er mir Aufklärung gibt, um welches Bild es geht, und seinen
Anspruch glaubhaft darlegt (wenn er letzteres überhaupt kann).

Außer einer negativen Feststellungsklage fiele mir da keine Möglichkeit ein. Mit der Klage beantragst Du festzustellen, dass der behauptete Anspruch nicht besteht. Somit kann eine gerichtliche Klärung der Rechtslage herbeigeführt werden.

Risiko: Der Gegner ist tatsächlich der Urheber und kann dies beweisen. Dann trägst Du die Kosten des Verfahrens.

Mir wäre das zu heikel. Zudem würde ich nur Bilder verwenden, a) deren Urheber ich selbst bin oder b) die ich hieb- und stichfest lizenziert habe. Alles andere ist Harakiri.

Kommentar von lareyna65 ,

Danke! Ja, mir wäre das auch zu heikel, und ich muß es wohl auf sich beruhen lassen.

Antwort
von wotan38, 13

Erfahrung habe ich auf diesem Gebiet nicht, aber eine Idee. Wenn es keine Verpflichtung zur Offenlegung gibt, behaupte nach dem Grundsatz der Gleichbehandlung, dass Du die Rechte besitzst. Dann stünde Aussage gegen Aussage. Das Prinzip der missbräuchlichen Abmahnung beruht ja auch darauf, dass ggf. gelogen wird und dass das gerichtlich nicht aufgeklärt werden kann.

Wie könnte jemand das widerlegen, dass Du das Recht am Bild erworben hast (oder gar selbst das Bild gemacht hast)? Dein Kontrahend weiß vermutlich gar nicht, wem dieses Bild gehört und hätte gar keine Möglichkeit, den Rechteinhaber ausfindig zu machen? Falls es zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen sollte (was ich nicht glaube), könnte der Richter Dich nicht zwingen, Deinen Rechtsanspruch offen zu legen, ohne den anderen gleich zu behandeln.

Falls der Rechteinhaber ausfindig gemacht werden kann, weil er z.B. beim Bild Kontaktdaten hinterlassen hat, versuche Verbindung mit ihm aufzunehmen und mit ihm eine Einigung zu erzielen. Du könntest ihm auf jeden Fall mehr für ein Nutzungsrecht bieten als das Anwaltsbüro und Du kämest wenigstens billiger davon.

Kommentar von lareyna65 ,

Danke für deine Idee! Die Einigung mit dem Rechteinhaber, der sich nun doch gemeldet hat, ist inzwischen erfolgt, er ist tatsächlich die Person, die erklärt hatte, das Urheberrecht an dem Bild zu besitzen, und die Deaktivierung des Videos beantragt hatte. Er gab mir die schriftliche Versicherung, daß er den Abmahnanwalt nicht einschalten wird - also nochmal Glück gehabt, wenn man es so sieht.

Antwort
von alexbeckphoto, 23

Es geht sehr wahrscheinlich um ein oder mehrere Bilder aus einer großen Bilderdatenbank, die als lizenzfrei angeboten wurden.

Woher weisst du, dass diese Bilder dort auch rechtmässig "angeboten" wurden? Zudem musst du bedenken, dass "Lizenzfrei" nicht bedeutet, dass es von jedermann "einfach so" verwendet werden darf! Ich warne bei vielen Fragen hier wo jemand nach "kostenlosen Bildern" sucht immer und immer wieder davor, sich einfach aus irgendwelchen dubiosen Quellen irgendwelche Bilder runter zu laden, weil man dort nie sicher sein kann dass die Bilder dort auch rechtmäßig liegen. Wenn man Bilder nutzen will sollte man sie immer ordentlich lizensieren, dann ist man auf der sicheren Seite.

Ich habe mit dem gelöschten Video nicht mal Geld verdient (kein monetarisierter Channel, keinerlei Werbung usw.),

Das tut nichts zur Sache

so daß ihm keine Einnahmen entgangen sind.

Ob du was verdienst besagt ja nicht, dass jemandem keine Gewinne entgangen sind! Wenn du für die Nutzung an den Urheber normalerweise eine Gebühr zu zahlen hättest (und das hast du wenn der Urheber das will!) dann entgeht ihm natürlich die Einnahme, wenn du nicht bezahlst sondern es einfach so verwendest! Beispiel: Wenn du heute ohne Fahrkarte im Bus fährst, dann machst du damit ja keine Einnahmen, trotzdem entgeht dem Betreiber der Gewinn, weil du nicht ordnungsgemäß für die Nutzung des Busses bezahlt hast. Wenn du nicht ordnungsgemäß für die Nutzung von Bildern bezahlt hast, dann entgehen dem Urheber natürlich auch die entsprechenden Einnahmen!

Kommentar von lareyna65 ,

Danke! Stimmt, das mit den entgangenen Einnahmen aufgrund der Gebühren hatte ich in der Aufregung nicht bedacht. Ansonsten: ich hielt Dreamstime, Fotolia & Co. zum damaligen Zeitpunkt nicht für dubiose Quellen.

Kommentar von ThomasMorus ,

Hey Alex,

ich verstehe ja, dass du als Fotograf nochmal eine andere Perspektive auf solche Fälle hast. Aber bist du gerade nicht etwas zu streng mit lareyna65?

Gerade solche Projekte wie ein nicht monetarisierter Youtube-Kanal (wahrscheinlich noch zu einem Nischenthema) können für professionelle Fotos eben kein Budget aufwenden.

Außerdem wissen wir beide, dass "Fotos selbst schießen" und "ordentlich lizenzieren"(=bezahlen) auch nicht absolut rechtssicher sind. Auch auf kommerziellen Foto-Portalen sind Fake-Accounts unterwegs, die die Fotos von Dritten widerrechtlich verkaufen. Und beim selbst Fotos schießen kann man ohne die richtigen Kenntnisse problemlos allerhand Persönlichkeitsrechte, Markenschutzrechte, Besitzrechte oder fremde Urheberrechte verletzen.

Wenn große Magazine oder Marketing-Agenturen anfangen Bilder von Pixabay oder Splitshire zu verwenden, geschieht es denen natürlich Recht, wenn sie dann abgemahnt werden.

Aber eine kleine Youtuberin? Wer kann sich denn bitte
leisten, für sein Hobby wöchentlich 20-30 professionelle Fotos
einzukaufen?

Wenn man da nicht ein kalkuliertes Risiko mit den Bildern eingehen würde, dann könnten solche Kanäle einfach gar nicht funktionieren. Da entgeht professionellen Fotografen auch kein Umsatz. Denn die Kanäle gäbe es ohne kostenlose Bilddatenbanken einfach nicht.

Das Internet und seine Kultur leben schließlich von den Usern, die Kunstwerke, Inhalte und Wissen miteinander teilen. Hobbyfotografen, die ihre Fotos Creative Commons lizenzieren, Youtuber die Videos produzieren oder zwei Hornochsen, die kostenlos bei gutefrage Fragen zum Urheberrecht beantworten ;)

Kommentar von alexbeckphoto ,

ich verstehe ja, dass du als Fotograf nochmal eine andere Perspektive auf solche Fälle hast. Aber bist du gerade nicht etwas zu streng mit lareyna65?

Natürlich sehe ich das anders. Denn ich muss meinen Lebensunterhalt damit bestreiten wie andere Fotografen auch. Bilder machen sich nicht von selbst und Bilder zu machen kostet auch Geld. Was glaubst du kostet es ein Studio zu unterhalten. Auch Kameras, Licht, Computer, Software, Models, Requisiten usw usw müssen bezahlt werden. Das alles kostet eine Menge Geld. Wenn also jemand diese Bilder nutzen will dann muss er natürlich dafür zahlen. Ob er sie nun "professionell" nutzt oder es nur als Hobby betreibt ist unerheblich. Wenn ich mit heute Fußball-Schuhe kaufe dann bekomme ich die ja auch nicht umsonst weil ich ja nur als Hobby in meiner Freizeit auf den Ball trete. Dann muss ich dafür bezahlen. 

Gerade solche Projekte wie ein nicht monetarisierter Youtube-Kanal (wahrscheinlich noch zu einem Nischenthema) können für professionelle Fotos eben kein Budget aufwenden.

Es ist vollkommen irrelevant ob jemand nun Geld damit verdient oder nicht, wenn er es nutzen will, dann kostet das nun mal Geld. Wenn er nicht dafür bezahlen kann oder will, dann muss er eben darauf verzichten. So einfach ist das. Das kann man nicht als "zu streng" bezeichnen, das ist ganz einfach so. Genausso kann ich ja auch nicht einfach so in einen Laden gehen und "kostenlos" die teure Flasche Champagner mitnehmen nur weil ich sie gerne hätte aber kein Geld damit verdiene - wenn ich sie will dann muss ich dafür zahlen.  Oder eben ganz einfach drauf verzichten. Wenn man glaubt einen YouTube Kanal zu betreiben, auch wenn man es nur als Hobby ansieht, dann muss man auch die Kosten dafür tragen. Oder eben drauf verzichten. Aber einfach so zu glauben, man könne alles "kostenlos" nutzen, weil man ja schliesslich kein Geld damit verdient, so läuft es nun mal nicht.

Nein, ich bin nicht zu streng, ich bin realistisch, denn so ist nun mal das Leben. Die Dinge kosten Geld, auch Bilder, denn es kostet ja schliesslich auch Geld die Bilder zu machen.

Außerdem wissen wir beide, dass "Fotos selbst schießen" und "ordentlich lizenzieren"(=bezahlen) auch nicht absolut rechtssicher sind. Auch auf kommerziellen Foto-Portalen sind Fake-Accounts unterwegs, die die Fotos von Dritten widerrechtlich verkaufen. Und beim selbst Fotos schießen kann man ohne die richtigen Kenntnisse problemlos allerhand Persönlichkeitsrechte, Markenschutzrechte, Besitzrechte oder fremde Urheberrechte verletzen.

Dann muss man sich entsprechend informieren. Wer glaubt das Internet sei ein rechtsfreier Raum der irrt sich nun mal. Wer unbedingt meint etwas im Internet publizieren zu müssen, der muss sich an die geltenden Regeln halten. Da muss man sich dann auch entsprechend informieren. Nur weil es heute dank Internet so einfach geworden ist dass es jeder publizieren kann heisst das eben nicht, dass da auf einmal jeder tun und lassen kann was er will. Nantürlich gibt es Regeln an die man sich halten muss beim Publizieren (wie ja auch sonst überall im Leben), zum Einen natürlich die Urheberrecht bei fremdem Material, zum Anderen auch andere Rechte bei selbst gemachtem Material. Trotzdem sollte man im Zweifel lieber selbst sein Material erstellen, denn die Regeln sind durchaus überschaubar und wer meint unbedingt seine Nase in YouTube sehen zu wollen, dem kann man auch zumuten dass er sich da entsprechend informiert. Ansonsten, da muss ich mich dann wiederholen, muss er es eben bleiben lassen.

Aber eine kleine Youtuberin? Wer kann sich denn bitte
leisten, für sein Hobby wöchentlich 20-30 professionelle Fotos
einzukaufen?

20-30 Bilder kosten heute bei vielen Anbietern gerade mal irgendwas um die 20 bis 50€ je nach Größe. Das kann man sich leisten, wenn man es unbedingt will.  

Wenn man da nicht ein kalkuliertes Risiko mit den Bildern eingehen würde, dann könnten solche Kanäle einfach gar nicht funktionieren.

Wenn man ein kalkuliertes Risiko eingeht muss man auch mit den Folgen leben können!

 Da entgeht professionellen Fotografen auch kein Umsatz. Denn die Kanäle gäbe es ohne kostenlose Bilddatenbanken einfach nicht.

Sorry, aber dieses Argument ist kompletter Unsinn. Das könntest du dann ja als totschlag-Argument immer anführen. Dann könntest du auch im Supermarkt klauen gehen mit der Behauptung, wenn es keine Kunden gäbe dann gäbe es ja auch die Firma nicht die das Zeug herstellt und dann würden die ja auch nichts verdinen, deshalb darfst du als Kunde die Sachen dann einfach so kostenlos mitnehmen. Nein, so geht es nicht. Wenn man einen YouTube kanal machen will dann muss man sich überlegen, was man denn da macht. Entweder produziert man selbst ober man kauft sich das Material. Oder man lässt es bleiben. Aber einfach irgendwas "klauen" geht nun mal nicht. Wenn man was nutzt das Geld kostet dann muss man es zahlen.

Kommentar von ThomasMorus ,

Hallo nochmal Alex,

normalerweise könnte ich bei so einem Thema sehr gut damit leben, dass wir einfach verschiedener Meinung sind.

Wenn du sagst, jemand, der nicht wöchentlich 50 Euro für Bilder ausgeben kann, hat es nicht verdient einen youtube-Kanal zu betreiben, dann ist das halt deine Meinung.

Wogegen ich mich wehre ist deine "Bilderklau"-Rethorik. Denn es gibt ja nun einmal Unmengen von Hobbyfotografen oder Semiprofessionelle Fotografen in der Etablierungsphase, die ihre Fotos sehr gerne der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Alleine creative commons-lizenzierte Inhalte gibt es seit letztem Jahr eine Milliarde.

In diesen Fällen sind sich Fotografen und Nutzer ja völlig einig über die Bild-Veröffentlichung. Ich kann nicht verstehen, warum das "Bilderklau" sein soll.

Die Qualität dieser Bilder schwankt natürlich, aber gerade für solche Hobbyprojekte wie private Blogs oder Youtube-Kanäle, die sich eben keine professionellen Fotos holen werden, sind solche Bilder ja gedacht.

Es wäre schade, wenn eine unheilige Allianz aus verbrecherischen Uploadern und Abmahnanwälten diesen Kulturaustausch zerstören würden. Denn wenn nur wenige urheberrechtswidrige Bilder auf einer Plattform wie Flickr oder Wikicommons auftauchen, zerstört die Abmahngefahr halt das Vertrauen in die Plattform. Und das obwohl die überwiegende Mehrheit der dortigen User, ihre Bilder ja zur Verfügung stellen möchte.

Und dafür, dass das notwendige Fachwissen über Urheberrecht und sonstige Publikationsvorschriften verbreitet wird, kämpfen wir beide ja hier bei gutefrage ;)

Kommentar von alexbeckphoto ,

Wenn du sagst, jemand, der nicht wöchentlich 50 Euro für Bilder ausgeben kann, hat es nicht verdient einen youtube-Kanal zu betreiben, dann ist das halt deine Meinung.

Nein. Ich habe gesagt wenn man fremde Bilder nutzen will kann man auch dafür zahlen, denn so viel kostet es nicht. Alternativ kann man es auch bleiben lassen oder selbst das Material erstellen das man benötigt. Das "Wollen" alleine reicht eben nicht um einfach mal einen Youtube Kanal zu erstellen, da muss man dann auch was dafür tun und evtl. eben auch ein wenig Geld rein stecken. Das ist das Selbe wie bei jedem anderen Hobby auch! Wenn ich heute Fussball spielen will, dann reicht es eben nicht einfach nur zu wollen und auf einem Platz zu stehen, dazu brauche ich dann eben auch dei Fußball-Schuhe und die muss ich mir dann eben kaufen und wenn ich nicht alleine mit mir selbst spielen will dann muss ich auch Mitglied in einem Verein sein und da entsprechende Beiträge zahlen. Wenn ich also einen YouTube Kanal betreiben will dann muss man eben, zumindest wenn man fremdes Material nutzen will, dafür auch entsprechende Lizenz Gebühren bezahlen! Wie gesagt: ansonsten kann man das Material ja auch selbst machen (ist das nicht auch genau der Sinn von YouTube?!) Aber einfach zu sagen "ich will" und zu glauben dass das reicht und man dann alles einfach so umsonst bekommt ist nun mal falsch - so läuft es nicht! 

Wogegen ich mich wehre ist deine "Bilderklau"-Rethorik. Denn es gibt ja nun einmal Unmengen von Hobbyfotografen oder Semiprofessionelle Fotografen in der Etablierungsphase, die ihre Fotos sehr gerne der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Alleine creative commons-lizenzierte Inhalte gibt es seit letztem Jahr eine Milliarde.

Ja klar. Jeder kann sein Material "verschenken" wenn er das will. Das ist seine Sache. Aber es ist nun mal eben auch so, dass nicht alles was irgendwo angeblich "kostenlos" angeboten wird auch tatsächlich rechtmässig so gekennzeichnet ist. Das ist ein Risiko und dessen muss man sich bewusst sein. Wenn man glaubt sich ein klein wenig Geld sparen zu müssen und alles umsonst haben will dann muss man eben auch mit einem gewissen Risiko leben dass vielleicht nicht alles tatsächlich umsonst ist und man damit auch auf die Schnauze fallen kann.

In diesen Fällen sind sich Fotografen und Nutzer ja völlig einig über die Bild-Veröffentlichung. Ich kann nicht verstehen, warum das "Bilderklau" sein soll.

Kannst du mir sagen wo ich das geschrieben haben soll?!?!?!?!? 

Ich habe darauf hingewiesen dass es eben gefährlich sein kann. Klar ist das vielleicht eine Ausnahme, aber die Gefahr besteht und der muss man sich eben bewusst sein. Viele Bilder sind frei verwendbar, viele Bilder dir unrechtmässig verwendet werden werden nie gefunden und es passiert nichts, in manchen Fällen werden aber die Bilder gefunden und dann muss man eben auch mit den entsprechenden Konsequenzen leben. Auch wenn man geglaubt hat, dass man da ja "frei verfügbares" Material genutzt hat...


Antwort
von lareyna65, 28

Beim Anwalt, den ich kontaktierte, handelt es sich natürlich nicht um den Abmahnanwalt, sondern um unabhängige Beratung.

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