Frage von LuxemGamer, 76

Wie war es in der Zeit wie es noch kein Elektrisch gab?

Was waren die Aktivitäten der Familie in der Nacht?

Was waren die Einschränkungen für die Arbeit, Essen, Abend?

Weis jemand das, wie es damals war ? Wie schwer es war oder ob es früher besser war ?

Antwort
von lillian92, 32

Das hängt ganz von der Zeitperiode ab, nach der du fragst.

Mit Kerzen und Feuer hatte man Licht und Wärme – auch schon im Mittelalter. Aber es gab auch Gaslampen und -öfen oder gar Petroleumlampen, mit denen man sich durch die dunklen Stunden helfen konnte. Aktivitäten gingen von Lesen, über Gesellschaftsspiele, über Sticken und Handarbeiten für die Frauen, sowie Musik oder Kunst. 

Besser oder schlechter, wage ich nicht zu beurteilen, denn ich habe es nicht erlebt, aber ich würde einfach nur sagen: es war anders :)

Wenn dich das Thema interessiert, such dir doch ein paar historische Romane aus oder über Zeitepochen, die dich interessieren (Industrielle Revolution, Barock, Biedermeyer usw) ;)

Antwort
von veritas55, 23

Bzgl. des Kochens stimme ich Beutelkind zu: mit der Küchenhexe lässt es sich wunderbar kochen und backen - habe ich selber viele Jahre gemacht und nie einen Elektroherd vermisst. Mit Holz heize ich immer noch und würde meinen Ofen niemals gegen eine Heizung eintauschen weil die Wärme viel gemütlicher und die Luft nicht so trocken ist.

Im Bad hatten wir früher noch einen riesigen Kupferkessel in dem das Wasser für die Wanne mit Holz erhitzt wurde - etwa 2-3 Stunden vor dem Baden fingen die Vorbereitungen an. Gleichzeitig wurde es schön mollig warm im Badezimmer. Dass die ganze Familie mit einer einzigen Wannenfüllung auskommen musste (nacheinander...), habe ich zum Glück nicht mehr erlebt :D.

Als ich Kind war schraubte mein Opa bei Gewitter immer alle Sicherungen raus, dann saßen wir alle zusammen vor einer Petroleumlampe und es wurden Geschichten erzählt - das gehört zu meinen schönsten Erinnerungen und war viel spannender als jeder Fernsehabend :) !

Einen Kühlschrank hatten wir ganz früher noch nicht, dafür eine Speisekammer: einen unbeheizten Raum voller Regale wo die Lebensmittel immer frisch blieben, - dass etwas weggeworfen wurde war unvorstellbar....

Ohne Strom gab es früher einen Waschtag in der Woche an dem alle weiblichen Familienmitglieder eingespannt wurden. Dann wurde früh morgens ein riesiger Waschbottich eingeheizt (ähnlich wie die Küchenhexe und der Badeofen), die Wäsche wurde auf einem Waschbrett so lange gerubbelt bis sie sauber war, dann musste sie per Hand ausgewrungen werden und kam zum Bleichen in die Sonne. Die Prozedur nahm den ganzen Tag in Anspruch und in dem Punkt finde ich es jetzt mit einer Waschmaschine eindeutig besser :) !


Kommentar von veritas55 ,

Mir fallen z.Zt. (- wen wundert´s ;)) noch Weihnachtserlebnisse ohne Strom ein:

In der Adventszeit wurden an jedem Sonntag nach dem Anzünden der Kerze/n auf dem Adventskranz sämtliche Lampen ausgemacht. Dann saßen wir drumrum am runden Tisch fast im Finstern und alle freuten sich auf alles was kommt - dazu gab es mal einen Bratapfel aus dem Backofen der Küchenhexe von Tante Guste, mal die ersten Kostproben an frischgebackenen Plätzchen und stets einen duftenden heißen Kakao.

Heiligabend wurden vor der Bescherung sämtliche Kerzen angezündet, dann leuchteten mindestens 20 echte Wachskerzen am Weihnachtsbaum, vier dicke rote Adventskerzen auf dem Tisch und noch drei weitere, besonders edle, lange Kerzen auf einem Armleuchter der von den würdevoll blickenden Urgroßeltern bis zum Frischling (ich auf Schaffell) alle möglichen an.- und abwesenden Verwandten anstrahlte.

Diese rd. 30 Kerzen strahlten ein wundervolles Licht in die kuschelige Stube, so dass wir die Elektrofunzeln (- außer während der Bescherung ;)) für den restlichen Teil des Abends ausschalten konnten. Dann wurde erzählt und über das vergangene Jahr resümmiert, Wünsche, Träume und Pläne kamen auf den Tisch und auch die Nichtanwesenden waren in unseren Gedanken mit dabei.

Was auf dem Tisch natürlich auch nicht fehlen durfte waren der bunte Teller, Stollen, Printen, Marzipan, Wal.-, Para.- und Haselnüsse, der Duft frischgepellter Mandarinen und Orangen sowie die alles toppenden selbstgebackenen Kekse :).

In den Feiertagen danach trudelten dann alle möglichen Tanten und Onkels und weitere Anverwandte auf, die unsere abendlichen Stunden bei Kerzenlicht, Leckereien und Erzählungen aus alten Zeiten genauso kuschelig fanden wie ich - so kamen wir bis zum 6. Januar wenn der Baum die gute Stube leider verlassen musste mit sehr wenig Strom für elektrisches Licht aus ohne dass wir irgendetwas vermisst hätten.

Diese schlichte aber gemütliche Atmosphäre in meiner Familie hat die Erinnerung an meine ersten fünf Weihnachtsfeste sehr geprägt und geben mir bis heute bisweilen ein Gefühl von Geborgenheit.


Antwort
von Beutelkind, 14

Als es noch kein Elektrisch gab, da gab's z.B. Küchenhexen statt Elektroherden. Auf der Küchenhexe stand den ganzen Tag ein Wasserkessel, so gab es allzeit kochendheißes Wasser. Außerdem heizte die Küchenhexe die Küche und - sofern der Schornstein günstig lag - auch noch Teile des restlichen Hauses.

Die Küchenhexe war sozusagen das Herz des Hauses, in ihrer Nähe versammelte sich die Familie, harrte der Köstlichkeiten, welche die Hausfrau mit viel Geduld der Küchenhexe abgerungen hatte...

Denn den ganzen Tag futterte die Küchenhexe Holz. Das Holz musste geschlagen, zerkleinert, nach Hause transportiert, getrocknet, gelagert und zerkleinert werden...^^ Das war sicher sehr beschwerlich!

Andererseits sind Speisen auf und aus einer Küchenhexe irgendwie ursprünglicher und munden meiner Ansicht nach besser als jene Speisen, die sich mittels Elektroherd fabrizieren lassen!
Pilzchips, beispielsweise, eine Nacht auf dem Küchenhexenrand gedörrt, schmecken so unvergleichlich köstlich - ähnliches auf einem Elektroherd zubereitet, da vergeht Dir der Appetit schon wenn Du nur an die Stromrechnung denkst...^^
Und ein Hefezopf, frisch aus einem echten Ofen, der schmeckt völlig anders als einer aus dem Backofen!

...Nach diesem Loblied auf die Küchenhexe hoffe ich mal, das Christkind schenkt mir eine! :)

Antwort
von rgamst, 31

Weder besser noch schlechter. Einfach anders. Wir sind heute gewohnt, ein klick und das Licht brennt. Früher Kerze oder so. Heute TV / PC früher mit der Familie Spiele gemacht u.s.w

Ich finde beides gut

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik & Strom, 5

einiges war besser, vieles aber auch schlechter....

die allermeisten denken an das elektrische licht, einige wenige auch an den fernseher und den pc, die sie vermissen würden... aber das wahre problem war der kühlschrank, den es ja damals nicht gab...

als ich gebohren wurde, gabs natürlich schon strom. es gab sogar schon den PC in seiner mehr oder weniger jetzigen form.

allerdings hatte ich in meiner kindheit nicht viel davon, mangels strom. so anfang der 90er jahre hat mein  papa nämlich entschlossen, ein neues leben zu beginnen.

das Problem dabei: Mama hatte damals keinen Job und hätte auch keinen bekommen, da Jenny schon deutlich zu erkennen war, in form einer entsprechenden wölbung von mamas bauch.

und wenn dann tonnenweise rechnungen und mahnungen kommen, dann muss man eben mal aussieben, was zeit hat und was nicht. dem entsprechend hatte ich einen nicht unerheblichen zeitraum in der tat am eigenen leib erfahren, was es heißt, keinen strom zu haben...

aber die zeiten sind vorbei...

lg, Anna

Antwort
von Topotec, 24

Es wurde gearbeitet, bis spät abends, dann noch Haushalt, essen, miteinander reden, ein wenig lesen bei Kerzenschein und dann wurde relativ früh geschlafen, weil man auch früh raus musste. 

Einschränkungen so gab es aus damaliger Sicht nicht, wenn man es nicht anders kennt, ist es halt so, wie heute auch. 

Sicher waren viele Arbeiten wesentlich schwerer und mühsamer, wofür es heute viele kleine Helferlein gibt.

Antwort
von Schewi, 20

Ohne Elektrizität nutzt du halt das Feuer als Energiequelle um zu kochen, Licht zu machen , zu heizen und solche Dinge. Ist auch nicht schlimm. Ist nur weniger komfortabel. Wir sind an den Luxus gewöhnt, genau wie die früher an deren Standard gewöhnt waren. Die waren auch nicht glücklicher oder unglücklicher als wir heute.

Nachts schläft man für gewöhnlich. Heute wie früher.

Die Arbeit war eher handwerklich geprägt mit weniger Maschinenunterstützung.

Antwort
von RexImperSenatus, 4

Licht gab es ja trotzdem - im alten Ägypten Öllampen, im Mittelalter Fackeln, später dann Gas......

Natürlich war es nicht so, wie heute - heute ist man soweit, daß man schon von Lichtverschmutzung redet !!! Aber dafür können wir heute auch Tag & Nacht ackern - weil es so schön viel helles Licht gibt. Die Umwelt leidet wie Sau darunter - es lebe der Fortschritt ! ( Und die Energieversorger )

    

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