Frage von UpdateDotExe, 29

Wie war die Situation in zerstörten deutschen Städten nach dem 2. Weltkrieg?

Hallo,

ich brauche das für einen Vortrag in dem Fach Geschichte, 10. Klasse. Wie dem Titel zu entnehmen ist, geht es darum, wie es den überlebenden Bürgern nach Kriegsende ging, welche in deutschen Städten lebten.

Ich bräuchte Informationen zu: - Lebensmittelbeschaffung - Schlafplätze - Wiederaufbau (Trümmerfrauen) - etc...

Ich frage inbesondere die alten Hasen unter euch, die sich in sowas gut auskennen. Ich bitte aber echt nur um gering gehaltene kleine Daten. Bitte keine Romane. (Bsp.: Lebensmittelbeschaffung: Hilfe durch Sowjets, Transporter aus... [hier seit ihr gefragt, ich habe nämlich keine Ahnung ;) ]

Antwort
von leucolone, 10

Hier wird es keine bessere Antworten als im Internet wie z.B. auf Wikipedia oder anderen Internetportalen geben. Einer der wichtigsten Punkte ist wohl aber die Entnazifizierung gewesen.

Antwort
von Linuxaffiner, 7

Das härteste war der Winter 1946 - es war eisig kalt und in den zerstörten Städteh war das für die Bevölkerung kein Vergnügen.

In Köln hat Kardinal Frings den "Diebstahl von Lebensmitteln und Kohle" als lässliche Sünde eingestuft - das Wort vom Fringsen ging in die Stadtgeschichte ein..

LA

Antwort
von josef050153, 9

Bei Lebensmittel erhielt man einerseits Marken, um sie im Geschäft einkaufen zu können (wenn was da war). Zum Zweiten fuhren viele Menschen aus den Städten in die umliegenden Dörfer und tauschten Lebensmittel gegen Wertgegenstände ein. Das war zwar nicht erlaubt, aber es scherte sich (außer der Polizei) niemand darum. Die festgelegten Rationen waren anfangs nicht einmal ausreichend zum Verhungern.

Hilfe von der Sowjetunion kam nicht sehr viel, die hatten ja selbst durch ihre Abschottung und Kollektivierung der Landwirtschaft mit Versorgungsproblemen zu kämpfen. Die meiste Hilfe kam aus den USA und Kanada; am bekanntesten sind wohl die CARE-Pakete.

Schlafplätze waren oft als solche nicht zu bezeichnen. Selbst wenn Häuser in den Städten intakt waren, die meisten Fenster waren kaputt.

Der Wiederaufbau geschah professionell. Erstmal wurde der Schutt und all das, was die sowjetischen Plünderer übriggelassen hatten, aufgeräumt. Hier spielten auch die Trümmerfrauen (eine heute oft überschätzte) Rolle, dann wurde langsam mit dem Hausbau begonnen, anfangs natürlich händisch, später auch mit Maschinen. Auch die Infrastruktur (Elektrizität, Gas, Wasser) musste in Stand gesetzt werden.

Antwort
von TT1006, 11

Ich möchte ja gar nichtmal deine Faulheit anprangern, aber was glaubst du, wie dein Lehrer reagiert, wenn in deinem Quellenverzeichnis gutefrage.net steht? Ich als Geschichtslehrer in der 10. würde sicherlich eine Note abziehen, wenn das (und vllt noch Wiki) die einzige Quelle wäre.

Also google mal selbst ein bisschen. Wenn du dir ein bisschen Mühe gibst oder Glück hast, findest du aufgezeichnete Augenzeugenberichte.

Kleines Bsp nach 20sek "Recherche": http://www.regionalgeschichte.net/bibliothek/texte/aufsaetze/schwedt-alltagsgesc...

Kommentar von UpdateDotExe ,

Sie als "Geschichtslehrer" (Die Glaubwürdigkeit von deinem Kommentar auf gutefrage.net ist abzusehen) hätten auch ein bisschen Stoff zur Frage entsprechend schreiben können ;)
Hätte mir mehr geholfen als das.

Außerdem ging es um eine Stadt im hohen Norden spezifisch ("Anklam") und es gibt nunmal nicht viel dazu. Ich war zwar wirklich zu faul, um einfach direkt nachzugucken, habe aber hier auch etwas schönes gefunden. (Der Kommentar über Ihrem ist perfekt und wird die Hilfreichste Antwort werden). Ein Quellenverzeichnis wird soweit ich weiß nicht verlang bzw. ich gebe es kaum an und wenn doch werde ich gutefrage.net einfach weglassen.

Danke für nichts. Ich hoffe, Sie verstehen es

Kommentar von TT1006 ,

Zunächst mal möchte ich ein kleines Missverständnis aus dem Weg räumen: Ich bin kein Geschichtslehrer. Ich habe dafür zwar den Konjunktiv verwendet, aber zugegebenermaßen hätte ich das wohl etwas deutlicher machen müssen.

Wenn du vorhast, den Kommentar "über" meinem (bei mir gibt's btw keinen über meinem, ich vermute du meinst den von josef050153) als einzige Quelle zu benutzen, dann wird das nur ein sehr kurzer und magerer Vortrag. Ich weiß ja nicht, welcher Umfang für dieses vorgesehen ist, aber viel mehr als 3min wirst du da nicht rausschlagen können.

Was kann durchaus verstehen, dass viele (leider) nicht viel mit Geschichte anfangen können. Aber ein paar Grundlagen im Recherchieren brauchst du auch für andere Themenbereiche früher oder später und da bietet es sich an, mal 15-30min für diese kleine Recherche zu investieren, um daraus zu lernen. Sowohl über die Nachkriegszeit, als auch über das Recherchieren. Kleiner Tipp dazu: Vermutlich hast du auch in deinem Schulbuch ein bisschen was über das Thema. Da musst du nichtmal eine gute Quelle suchen, sondern nur die richtige Seite finden.

Aber eigentlich bin ich gar nicht so unfreundlich ...

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Sehr interessant finde ich, dass sich die Nachkriegszeit zT noch bis in dieses Jahrtausend hineinzieht. Das berühmteste Beispiel dafür ist die Dresdner Frauenkirche. Erstmals gab es noch in den letzten Monaten des Krieges, also kaum ein Jahr nach ihrer Zerstörung, Bestrebungen, sie wiederaufzubauen. Letztlich wurde die Wiedererrichtung aber erst 2005 abgeschlossen. Und - wie du schon richtig sagtest - ist der Wiederaufbau einer der populärsten Aspekte der Nachkriegszeit. (http://www.frauenkirche-dresden.de/wiederaufbau/)

Hier mal noch zwei Links zu Zeitzeugengesprächen:

http://www.gymnasium-francisceum.de/downloads/geschichte/zeitzeugen.pdf

https://www.dhm.de/lemo/zeitzeugen/helga-diel-erinnerungen-an-krieg-und-nachkrie...

Beide Zeitzeugen sind zwar nicht aus Anklam (da wirst du im Netz ewig suchen können), aber immerhin aus dem Osten, sodass eine gewisse Vergleichbarkeit entsteht. Der LEMO-Artikel ist nur unter Punkt D relevant, wesentlich kürzer, aber dadurch vermutlich besser für dich. ;)

Die Nahrungsbeschaffung bestand im Grunde aus zwei Teilen. Zum einen hieß´es natürlich immer die Rationen abholen, zum anderen beschafften sich viele aber auch anders Lebensmittel und andere Güter. So florierte der Schwarzmarkt, auf dem es u.a. auch Ami-Zigaretten gab. Viele Menschen versuchten auch auf dem Land ihr Glück und klapperten die Bauernhöfe ab. Berühmt sind auch die Bildern von Menschen, die von Zügen und LKW Kohle klauen - für die Winter ein sehr wichtiges Gut.

Nach den Bombenangriffen auf ihre Heimat flohen viele Menschen erstmal auf das Land. Zum einen, weil es da mehr Nahrung gab, zum anderen, weil dort die Gefahr von Bombenangriffen wesentlich geringer war. Dort wohnten sie oft bei Verwandten/Bekannten oder quartierten sich bei Bauern ein, für die sie Arbeiten konnten.

Der Wiederaufbau ging von sehr schnell bis sehr langsam voran. Zeitzeugen, an die ich mich aus einer Doku erinnern kann, beschrieben die Deutschen damals als enorm fleißig, sodass alle mit anpackten und der Aufbau oftmals zügig voran ging. Aber wie oben beschrieben gab es Ausnahmen, die bis noch vor kurzem andauerten.

Der Osten hatte das Pech, dass die Russen zunächst sehr destruktiv mit ihrer Besatzungszone umgingen. Maschinen uvm wurden geplündert und in die Sowjetunion gebracht, es gibt unzählige Geschichten über Missbrauch seitens der Soldaten und im Vergleich zu den Westmächten wurde auch im Verlauf der Nachkriegszeit weniger unterstützt.

Falls du dich jetzt etwas mehr für das Thema interessierst, habe ich hier mal noch den Link zu einer interessanten Kurzgeschichte aus der Nachkriegszeit, aus der auch ein bisschen was über das Leben in den zerbombten Städten hervorgeht:

http://www.deutschunddeutlich.de/contentLD/GD/GT82rRatten.pdf

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Und jetzt frage ich mich mal, wieso ich dir doch die Antwort in den Mund gelegt habe ... :S

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