Frage von Santi1526, 79

Wie war die Situation im Jahre 1945 auf dem Land (da, wo die Bauern sind mit Bauernhöfen xD) in Deutschland?

Frage steht ja oben. Freue mich auf Antworten :) LG andrea

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von chog77, 31

Meine Großeltern (8 Kinder) hatte damals einen großen Hof in Nordbaden. Sie hatten Milchvieh, Schweine, Hühner, einen großen Garten mit Obstbäumen,sowie etwas Getreideanbau. Sie konnten sich mit allem Lebensnotwendigen also selbst versorgen gut versorgen. Zum Haushalt gehörte eine unverheiratete Tante (Magd) und ein angestellter Knecht. Als der Knecht und die ältesten beiden Söhne zum Kriegsdienst eingezogen wurden,bekamen meine Großeltern einen russischen Kriegsgefangenen zur Zwangsarbeit zugewiesen, der die Arbeit des Knechts übernahm. Mein Großvater war nicht in der Partei und behandelte den Russen wie jeden anderen Knecht auch. Das hieß er schlief in seinem eigenen Zimmer und aß mit der Familie am Tisch. Wahrscheinlich ging es ihm bei meinen Großeltern deutlich besser als im Kriegsgefangenenlager. Nach 1,5 Jahren sollte der Russe gegen einen Franzosen ausgetauscht werden, mein Großvater konnte durchsetzen, dass sein "Mischa" blieb und bis zu Kriegsende auf dem Hof verblieb. 1991 nach dem Ende des Kalten Krieges haben wir übrigens nochmal einen Brief aus Russland erhalten, meine Großeltern waren da leider nicht mehr am Leben.

Obwohl es kein unmittelbarer Kriegsschauplatz war, kam es doch gelegentlich zu Zwischenfällen. Meine Oma war beispielsweise mit Gemüse zum 15km entfernten Wochenmarkt unterwegs mit der Bahn, als diese bombardiert wurde. Die Bomben waren eigentlich für das 70km entfernte Mannheim mit seinen Industrieanlagen gedacht. Da dort schlechtes Wetter war, erwischte es halt den Zug, zum Glück nicht meine Oma.

Mein Großvater war auch mal mit dem Traktor zum Pflügen unterwegs, als er von Flugzeugen mit Maschinengewehren angegriffen wurde, die eigentlich zum Militärflugplatz im Nachbarort unterwegs waren. Ungefährlich war es auch auf dem Land nicht.

Mein Großvater war ein wohlhabender Bauer, er war im Dorf anerkannt und fungierte lange als Ortsvorstand (aus noch in der Nazi-Zeit) und war als gläubiger Katholik im Pfarrgemeiderat . Er weigerte sich jedoch Zeit seines Lebens in eine Partei oder eine Gewerkschaft einzutreten, obwohl er durchaus politisch aktiv war.

Im Rückblick meinte er, dass es auch auf dem Land eine sehr gefährliche Zeit war und man sehr aufpassen musste, was man zu wem sagte, vor allem, wenn man nicht NSDAP-Mitglied war. Auch von Denunziationen und Hinrichtungen konnte er auf dem Land berichten. z.B erzählte er von einem deutschen Mädchen, dass sich in einem Nachbarort auf einen polnischen Zwangsarbeiter eingelassen hatte. Den Polen haben sie ohne Gerichtsverhandlung erschossen, das Mädchen in ein Lager geschickt, nach Hause kam sie nicht mehr. 

Also auch auf dem Land konnte man die Auswirkungen des Krieges durchaus spüren.


Antwort
von giselastrobel, 46

Sie waren zum Grossteil Selbstversorger mit  Eiern, Milch Obst Gemüse und Fleisch.

Viele Leute aus der Stadt kamen zu den Bauern aufs Land und haben Waren zum Tausch gegen Essen angeboten, wie zum Beispiel gutes Porzellan um ein paar Kartoffeln und Getreide zu bekommen.

Hinter vorgehaltener Hand wurde sogar behauptet das die Bauern in ihrem Kuhstall Teppiche hatten.

aus Erzählungen meiner Grosstante Anna sie war 1945 19 Jahre alt auf einen 4 Seitenhof in Sachsen

Kommentar von Santi1526 ,

Vielen Dank für deine Atwort war echt hilfreich! :)

Antwort
von Geraldianer, 22

In meiner Heimatstadt wurden  im September ´45 alle Bauern in die amerikanische Kaserne zitiert. Die hatten natürlich schlimme Befürchtungen.

Sie waren überrascht, als die Amis ihnen Gewehre in die Hand drückten. Sie sollten damit ihre Ernte gegen Diebe sichern. Die Amis mussten die Versorgung in Deutschland sicher stellen und benötigten dazu die Bauern.

Antwort
von adabei, 48

Es ging ihnen im Schnitt wesentlich besser als den Leuten in den ausgebombten Städten, die oft nicht mehr wussten, wie sie ihre Familien ernähren sollten.
Da die Bauern immer noch Vieh hatte und ihr Land bebauen konnten, konnten sie von dem leben, was sie produzierten und hatten oft noch Lebensmittel, die sie den Leuten aus der Stadt im Austausch für Wertgegenstände überlassen konnten. Nicht umsonst fahren die Städter zum Hamstern aufs Land.

Kommentar von Santi1526 ,

Vielen dank für deine anwort!, hat mir echt weitergeholfen :)

Kommentar von adabei ,

Upps: "fuhren die Städter"

Kommentar von Santi1526 ,

kd ich selber achte nie auf Rechtschreibfehler im Internet xDD

Kommentar von adabei ,

Ich eigentlich schon. ;-)

Kommentar von adabei ,
Kommentar von Santi1526 ,

Danke :)

Antwort
von Accountowner08, 10

besser als in der STadt.

Es fehlte an Lebensmitteln, und Bauern konnten das, was sie anbauten auf dem Schwarzmarkt teuer verkaufen... Manche sind bei der Gelegenheit ziemlich reich geworden...

Antwort
von Klaraaha, 16

Meine Großeltern waren Winzer. Hatten also keine Viehzucht außer Hühnern und Gemüseanbau nur im eigenen Garten. Verhungert ist aber auf dem Land wohl keiner. Auch die Bauern haben untereinander getauscht. Wein gegen Schwein oder Wein gegen Kartoffeln. Geld haben die damals auch nicht gebraucht. Man konnte ohnehin nicht viel dafür kaufen.

Antwort
von Philippus1990, 24

Nimmst Du deine eigene Frage nicht ernst?

Kommentar von Santi1526 ,

Ich verstehe nicht wie du das meinst aber wenn du das so meinst das ich nicht antworte oder so, ich habe wenig zeit und bin sehr selten online weil ich nur noch unterwegs bin.

Kommentar von Philippus1990 ,

Ich meine wegen dem "xD" in deiner Frage...

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