Frage von Vitaly1989, 260

Wie war der materielle Lebensstandard in der DDR im Vergleich zu der BRD?

War die westdeutsche Produktion viel moderner als die ostdeutsche? Zum Beispiel, Elektronik, Haushaltgeräte etc.

Danke für eure Antworten! :)

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektronik, 69

Alles was man wirklich zum leben brauchte, wie Lebensmittel, Wohnraum und Energie waren spottbillig. dafür kostete alles, was nur entfernt den anschein von Luxus erahnen ließ ein vermögen. die Waschmaschine und auch das Auto waren ja erwähnt... leider wurde damals seitens der volksführung das Auto auch als Luxus eingestuft.

ach ja wo wir bereits beim thema sind. der trabant war damals zur Markteinführung ein doch recht fortschrittliches auto, wenn man vom zweitaktmotor mal absieht. dass er gewählt wurde, statt einem modernen viertakter hatte aber damals noch seine guten gründe, weil einfacher zu warten und zu reparieren etc..

Lächerlich hat sich der Trabant eigendlich nur deswegen gemacht, weil er so lange unverändert gebaut wurde und praltisch kaum eine Inovation in das Auto eingeflossen ist. hätte man ihm doch wenigstens nach 10 Jahren Produktion mal einen Viertaktmotor spendiert.

Was damals im Osten auch ein riesen Problem war, war die Infrastruktur, nicht nur was den Telefon- sondern auch den Stromanschluss betrifft. Unser Altmeister hat vor Jahren mal einen 21 kW Duchlauferhitzer in die damals noch existente DDR geschafft. mit dem Ergebnis, dass im ganzen Dorf die Lichter flackerten, wenn der gute Mann geduscht hat :-)

zu guter letzt möchte ich mich noch mal entschuldigen, das was wir "Wessis" damals mit euch "ossis" angestellt haben, war bei weitem nicht fair z.B. dass wir euch schrottreife Autos überteuert verkauft haben oder eben elektronische geräte zu Preisen, jenseits von Gut und Böse...

bei allem verständniss, dass man auch irgendwo geld verdienen muss um satt zu werden, es gehört sich einfach nicht, die unbedarftheit anderer Leute so schamlos auszunutzen!

lg, Anna

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke für die Antwort! :)

Antwort
von JTKirk2000, 127

Wie war der materielle Lebensstandard in der DDR im Vergleich zu der BRD?

Sehr wahrscheinlich ja. Ich bin bis zu meinem 13. Lebensjahr in der DDR aufgewachsen - dann kam die Wiedervereinigung. Die DDR durfte man, wenn überhaupt, nur in die Ostblockstaaten verlassen, beispielsweise für einen Urlaub. Produkte wie Tropenfrüchte waren Mangelware und immer entsprechend schnell ausverkauft. Selbst Dinge wie Zement waren, obwohl sie auch in der DDR vertrieben wurden, recht knapp - dies gilt umso mehr für Autos, die damals eine Warteliste hatten, welche nicht selten viele Jahre beinhaltete. Daher gibt es die etwas scherzhafte Aussage, dass man bei der Geburt einen Trabant bestellen konnte, und ihn dann pünktlich zum 18. Geburtstag erhalten hat, aber ganz so schlimm war es dann wohl doch wieder nicht. 

War die westdeutsche Produktion viel moderner als die ostdeutsche? Zum Beispiel, Elektronik, Haushaltgeräte etc.

Ich will es mal so ausdrücken. In der DDR wurden in den letzten Jahren unter anderem zwei Arten von Computer produziert. Zum einen der KC-85 und zum anderen der Commodore 64. Ersterer war ein ziemlicher Koloss und arbeitete fast vollständig mit Speichermodulen und ansonsten allenfalls noch Speicherkassetten, identisch mit den Musikkassetten - abgesehen vom Inhalt. Letzterer, also der Commodore 64 war wesentlich kompakter, konnte sowohl Module, als auch Speicherkassetten (ebenfalls wurden auch hier Musikkasseten verwendet, nur eben mit Dateninhalt) und Disketten (5,25 Zoll (360 KB auf insgesamt beiden Seiten), aber auch seltener 3,5 Zoll (720 KB), aber jeweils nur im DD-Format, während die Speicherkapazitäten der späteren HD-Formate, wie sie für frühe Windows-PCs verwendet wurden, bei 1200 KB (5,25") bzw. 1440 KB (3,5") lagen). Als Monitor konnte man beim Commodore 64 einen ganz normalen Fernseher benutzen. Je nach Bauart hatte der C64 entweder nur einen AV-Ausgang oder auch zusätzlich einen Antennenausgang für den Fernseher. 

Insbesondere unterschieden sich diese beiden Computer einschließlich ihrer Peripheriegeräte darin, dass der KC-85 in der DDR verwendet wurde, während der Commodore 64 ausschließlich für den Export produziert wurde.

Am weitesten verbreitet in Haushalten der DDR waren in Sachen Fernseher die Schwarzweiß-Röhrenfernseher in Größen von um die 50 cm Bilddiagonale, bis maximal aber selten 80 cm. Farb-Röhrenfernseher gab es auch, aber die waren entschieden teurer und waren entsprechend weniger verbreitet. An Musikunterhaltungselektronik waren Schallplattenspieler, Tonbandgeräte und später auch Kassettenasbspiel- (und -aufnahme-) -geräte üblich und natürlich gab es auch Radios.

Was Haushaltsgeräte angeht, so habe ich dahingehend keine Vergleichswerte, aber drücken wir es mal so aus: es gab damals vieles noch nicht, was heutzutage als selbstverständlich gilt. Ein Gasherd mit Backofen, ein Bügeleisen (ohne Dampffunktion), ein Bodenstaubsauger, ein Küchenmixer und ähnliches waren aber auch in der DDR nichts ungewöhnliches.

Gab es in Westdeutschland ein gutes Sozialsystem für die Leute, die nicht arbeiten konnten?

Ich will dazu schreiben, wie es in der DDR aussah. Wer nicht arbeiten wollte, aber hätte arbeiten können, soll angeblich ins Zuchthaus für mindestens einige Monate, wenn nicht sogar ein paar Jahre gekommen sein. Dagegen sind moderne Gefängnisse wie ein Kindergarten. Nur wer wirklich nicht arbeiten konnte, weil er entsprechend schwer physisch und/oder geistig eingeschränkt war, hatte entsprechende Unterstützung bekommen. Allerdings hatte auch jeder Arbeit bekommen, der arbeiten wollte. Es war nur nicht immer unbedingt die Arbeit, die einem vielleicht vorschwebte. Oft war es auch so, dass man in dem Beruf weiter gearbeitet hatte, den man auch gelernt hatte - wenn auch vielleicht nicht in immer demselben Betrieb.

In der DDR herrschte damals diktatur

Das ist allerdings auch wahr. Schließlich war dies der Grund, weshalb die Wiedervereinigung stattfand, weil es immer mehr Volksaufstände gab, derer die Polizei selbst mit Unterstützung der NVA nicht mehr Herr werden konnte. Sicher waren auch die Ausreiseverbote mit ein Grund, und ebenso auch die Seltenheit von beispielsweise Tropenfrüchten, aber auch die Meinungsfreiheit war eingeschränkt und das hatte den Leuten verständlicherweise am wenigsten gepasst.

Kommentar von Vitaly1989 ,

Was um den Commodore 64 angeht, war es doch der populärste Spielcomputer aus den USA, der ab 1982 produziert wurde. Vielleicht, versuchte die elektronische Industrie der DDR die frühere Modellen der westlichen Computer zu kopieren. Ähnlich war es bei uns in der USSR.

Danke für deine Antwort!

Kommentar von JTKirk2000 ,

Der Transrapid wurde auch in Japan als eigene Erfindung dargestellt, und trotzdem ist es eine deutsche Erfindung und Produktion, die aber in Japan gebaut wurde. Soweit mir bekannt verhält es sich ähnlich mit dem Commodore 64, nur dass dieser in der DDR allein für den Export produziert wurde.

Kommentar von PatrickLassan ,

Commodore war ein US-Firma. Der C64 wurde mit ziemlicher Sicherheit nicht in der DDR produziert.

https://de.wikipedia.org/wiki/Commodore_64

Antwort
von Claud18, 119

Ich stelle heute fest, dass vor allem die Küchengeräte aus der DDR für die Ewigkeit gemacht waren. Ich benutze seit 30 Jahren meinen RG28, und bisher ging lediglich häufig benutztes Zubehör kaputt. Viel Unterschiede sehe ich bei diesen Geräten nicht, nur waren sie in der DDR teilweise viel teurer (Nähmaschine ohne Freiarm 1000.- Mark, halbautomatische Waschmaschine 1800.- Mark, eine vollautomatische war Luxus), man musste also regelrecht darauf sparen. Und man bekam nicht alles und nicht immer. Die Wartezeiten für Autos sind auch kein Geheimnis.

Was die Telefon- bzw. Computerbranche anging, so hinkten wir allerdings tatsächlich um 20 Jahre hinterher. Das haben wir bei der Maueröffnung gemerkt, als wir im Westen Scheckkartenrechner für 7.- DM bekommen konnten und bei uns die billigsten Taschenrechner 135.- Mark kosteten und man dafür noch eine Berechtigung brauchte (von der Schule). Zur Wendezeit hatten nur wenige Haushalte einen Telefonanschluss, und wir mussten danach auch noch eine Weile warten, ehe wir einen bekamen. Meine Eltern bekamen nach einem Umzug auch nach 8 Jahren Wartezeit in der DDR keinen. Videokameras, -abspielgeräte und -bänder bekam man in der DDR überhaupt nicht, wir mussten uns mit Zelluloidfilmen begnügen. Erst zur Wendezeit wurden sie bei uns eingeführt (für 7000.- Mark).


Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke für deine Erinnerung! :) Ja, viele Sachen waren der Sowjetunion ähnlich :)

Kommentar von metalfreak311 ,

Habe mal eine Doku über das "Wendemuseum" in Los Angeles: https://de.wikipedia.org/wiki/The_Wende_Museum gesehen. Da wurde Passanten das RG 28 (Rührgerät, siehe oben) unter die Nase gehalten, und die wollten nicht glauben, dass es ein schon älteres DDR-Produkt war, weil das Design so modern aussah.

Kommentar von Peppie85 ,

du wirst es mir nicht glauben, aber so was gibts hier bei uns in der gegend auch noch, nennt sich Offdilln, da gibts bis heute kaum schnelles internet :-)

Kommentar von Claud18 ,

Internet war zu DDR-Zeiten überhaupt kein Thema, da es im großen Stil erst in den 90er Jahren eingeführt wurde. Da aber gab es die DDR nicht mehr.

Antwort
von lordmojo, 69

Die Standards lassen sich auf die jeweilige Wirtschaft zurück führen.

Während die BRD die freie Marktwirtschaft besaß gab es in der DDR nur die vom Staat gelenkte Planwirtschaft.

Dadurch waren Grund Produkte wie Lebensmittel oder Haushaltswaren ( ausgenommen Importwaren zB Bananen...., hat mit der Außenpolitik des Ostblocks zu tun) in der DDR um einiges billiger als in der BRD. 

Wohingegen Konsum/ Luxusgüter in der BRD viel billiger waren. 

So kam es schon mal das der Staat sich verkalkuliert und zuwenig trabbis gebaut werden und du 20 Jahre auf ein auto warten darfst ;)

Kommentar von Vitaly1989 ,

Danke! :) Und die Autos waren doch immer gleich, während es im Westen immer technologische Entwicklung gab.

Kommentar von Claud18 ,

Die gab es bei uns auch, wie man später erfuhr. Nur wurden die Neuerungen dann oft nicht gebaut bzw. nicht zugelassen (zu westlich, zu hoher Energieverbrauch und ähnliche Gründe).

Antwort
von vikiller01, 151

Die BRD War um 1000 mal besser als DDR. Die DDR hatte Defizit in Läden als die BDR und BDR waren waren auch besser als in der DDR. DDR erlaubte nicht mal den Leuten ohne Genemigung nach BDR zu verreisen weil sie Angst hatten das die Person da bleibe. Ja und BDR War viel moderner als die DDR.

Kommentar von Vitaly1989 ,

Gab es in Westdeutschland ein gutes Sozialsystem für die Leute, die nicht arbeiten konnten?

Kommentar von vikiller01 ,

Ja gab es. In der DDR herrschte damals diktatur

Kommentar von karapus001 ,

Die BRD War um 1000 mal besser als DDR

Das kommt drauf an. Für verschiedene Leute war es in der BRD besser, für andere in der DDR. Kommt auf die Mentalität drauf an.

Es gab in der DDR Weniger Arbeitslose als in der BRD. Viele bekammen ein Haus vom Staat finanziert. Keiner hatte mal Sorgen, dass sie arbeitslos werden, wie jetzt der Fall in Deutschland ist

Keine Reklame aller Art. Reklame ist das Grausamste am Kapitalismus.
Reklame ist Gehirnwäsche und macht den gesunden Geist kaputt

Keine Superreichen gab es, Millionäre schon. Es gab keine Armut, wie
Bettler, Obdachlose, Drogensüchtige, Kinderprostitution. ( Leider gab es
viele Alkoholkranke.)

Man hatte auch keine Angst seine Wohnung zu verlieren.

Allgemein hatte man keine Existenzängste wegen sozialer Unsicherheit und das ist schließlich auch ein Stück Lebensqualität.

Ja gab es. In der DDR herrschte damals diktatur

Ist ja heute nicht anders, nur das es im Westen heute eine "verdeckte" Diktatur gibt.

Kommentar von Vitaly1989 ,

Es gibt teilweise Wahrheit in deinen Worten. Aber Westdeutschland hatte und hat doch keinen wilden Kapitalismus, wie die USA. In den USA, wenn man seine Arbeit verliert, kann man schnell obdachlos werden. Aber Deutschland hat doch eine sozialorientierte Marktwirtschaft, und die Leute die nicht arbeiten können, bekommen Sozialhilfe. Nicht wahr?

Kommentar von PatrickLassan ,

Es gab in der DDR Weniger Arbeitslose als in der BRD.

Stimmt. Das sorgte aber auch dafür, dass die Produktivität geringer war.

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