Wie wäre die Weltgeschichte verlaufen, sofern es zu keinem 1. Weltkrieg gekommen wäre?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Dann hätte womöglich Deutschland die Stellung als weltweit führende Forschungs- und Industrienation eingenommen und nicht die USA. Zu der Zeit war Deutsch noch die internationale Wissenschaftssprache.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Drei Punkte müssten bei einer solchen Überlegung auf jeden Fall berücksichtigt werden, die auch unabhängig vom Ersten Weltkrieg schon wirksam waren.

1. Der Nationalismus: Besonders in Russland und in Österreich-Ungarn gärte es ganz gewaltig. Die Völker wollten sich selbst regieren und es kam immer wieder zu Aufständen, derer die Vielvölkerstaaten nur noch schwer Herr wurden. Der Österreichisch-Ungarische Ausgleich ist schon der erste Schritt der Kapitulation vor der Realität gewesen. Franz-Ferdinand z.B. plante, Österreich-Ungarn vollständig in einen Bundesstaat aufzulösen, weil er wusste, dass das bisherige Modell nicht mehr tragfähig war. Auch in Irland gab es schon lange Aufstände, ebenso im russischen Baltikum und in Polen.

2. Dekolonialisierung: Schon vor dem ersten Weltkrieg gab es eine stärker werdende Bewegung, die forderte, die Kolonien aufzugeben, weil sie schlicht im Unterhalt zu teuer wurden und drohten, die Wirtschaft der Mutterländer zu gefährden. Aus diesem Grunde wurden ja auch die Siedlerkolonien Kanada, Südafrika, Australien und Neuseeland schon früh innenpolitisch unabhängig und waren nur noch außenpolitisch von Großbritannien gesteuert. Der Prozess hat sich durch die beiden Weltkriege natürlich gewaltig beschleunigt, aber gekommen wäre er wohl so oder so, nur dann halt vielleicht in den 80ern und 90ern, nicht in den 50ern und 60ern.

3. Demokratisierung: Das aufstrebende Bürgertum und die Arbeiterklasse strebten nach mehr politischer MItbestimmung. In vielen Ländern, die in den beiden Weltkriegen neutral waren, war dies ein schleichender Prozess, der überall zu ähnlichen Ergebnissen führte. In anderen Ländern wurden diese Prozesse entweder beschleunigt oder durch kommunistische bzw. faschistische Umstürze insofern abgebrochen, als ihnen die Monarchie selbst zum Opfer fiel. Eine generelle Richtung zur parlamentarischen Demokratie ist aber unverkennbar.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hätte hätte Fahrradkette - wen wir wüssten wie sich etwas entwickelt, könnten wir die Zukunft genau Voraussagen...

Wir können nicht mal das Wetter mit Sicherheit Voraussagen, vielleicht noch für 1 oder 2 Tage, danach ist es schon nur noch ein Glücksspiel.

Verschwende deine Zeit lieber nicht damit über so was nachzudenken - du kannst es sowieso nicht beantworten, alles könnte passiert sein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ist zwar mehr als müßig, darüber zu spintisieren, aber ich hab gerade nichts zu tun.

Es hätte keinen 2. Weltkrieg gegeben

Es hätte keine NS-Diktatur gegeben

  • Deutschland wäre vermutlich eine konstitutionelle Monarchie.
  • Die europäischen Ländergrenzen würden so ähnlich aussehen wie im Jahre 1918. Es gäbe kein Polen. Österreich-Ungarn hätte sich nach dem Ableben von Kaiser Franz-Joseph erneuert und wäre ebenfalls eine konstitutionelle Monarchie.
  • Der technische Fortschritt wäre langsamer verlaufen, da der Krieg als Vater aller Dinge nicht im Raume stand.
  • Rußland wäre eine konstitutionelle Monarchie. Der Kommunistenaufstand wäre niedergeschlagen und Lenin und Genossen nach Sibirien verbannt worden.
  • Die USA wären keine Weltmacht geworden,sondern hätten sich auf splendid isolation beschränkt und nur in ihrem Hinterhof Südamerika eine Vormachtstellung eingenommen.
  • Das britische Empire hätte seine Vormachtstellung behalten.
  • Der Kolonialalismus hätte bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts fortbestanden, danach wären die ehemaligen Kolonien zu Vasallenstaaten ihrer ehemaligen Kolonialherren geworden.
  • Preußen würde es heute noch geben.
Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es hätte keinen NS gegeben, keinen zweiten Weltkrieg und kein Auschwitz. Wahrscheinlich wäre D noch Monarchie, aber ähnlich wie in GB, NL etc. hätte der Kaiser seine Macht an das Parlament abtreten müssen. D hätte noch die Grenzen von 1914. 

Österreich-Ungarn wäre untergegangen, denn die slawischen Völker hätte man nicht mehr lange unterdrücken können. Ostmitteleuropa würde also ähnlich wie heute aussehen. 

Das Zarenreich wäre wahrscheinlich untergegangen, aber Lenin hätte ohne Weltkrieg den Kommunismus nicht aufrichten können. R wäre eine (Halb-)demokratie wie heute. 

Die USA wären allein wegen ihrer Macht und Wirtschaftsstärke todsicher zur Weltmacht aufgestiegen, das Empire wäre abgestiegen, aber langsamer. Der Kolonialismus hätte geendet. Natürlich hätte es Preußen noch gegeben, so wie es Bayern oder Mecklenburg noch gibt. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Viele Fragen...
Also, den 2. Weltkrieg hätte es wahrscheinlich genau so wenig gegeben wie die NSDAP.
Die USA wäre keine Weltmacht und in Russland hätte der Kommunismus wohl auch nie die Oberhand bekommen.
Das britische Empire wäre heute noch eine Weltmacht, Preußen würde es auch noch geben.
Vermutlich hätten wir auch noch einen Kaiser.

Der technische Fortschritt wäre in manchen Dingen etwas später erfolgt. 

Nur bei den Ländergrenzen bin ich mir nicht so sicher, auf jeden Fall sähen die anders als als wir sie kennen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von will1984
01.11.2016, 14:13

Der Faschismus hätte allgemein nicht ohne den 1. Weltkrieg in Europa gefruchtet. Insgesamt würden noch die Zustände wie am Anfang des 20. Jahrhunderts bestehen?

Aus anderer kontrafaktischer Geschichtsforschung ist mir eher bekannt, dass Deutschland sich gegen die Monarchie (ab 1930er/1940er Jahre) aufgelehnt hätte und einen Präsidialstaat gebildet hätte.

0

Was möchtest Du wissen?