Frage von Studentin19, 215

Wie Vorurteile gegenüber Flüchtlinge los werden?

Hey,

ich habe mich an der Uni bei einem Projekt eingeschrieben, in dem man Flüchtlingen hilft hier zurecht zu kommen. So, wir hatten dann auch ne WhatsApp Gruppe und so weiter und ich habe auch mit ein paar einzeln geschrieben. So hat mir gestern einer direkt erstmal Bilder von seinem besten Stück geschickt und ein anderer meinte auf einmal, dass alle Deutschen hässlich seien, dass die ja nicht unser Geld kriegten, sondern das der USA und dass hier alles scheie sei und die Menschen hier dumm seien (sein Deutschlehrer hier könne wohl nur Deutsch, kein Englisch und in seinem Land könnten alle Lehrer 4-5 Sprachen) usw. Ich bin richtig sauer, die sind mir alle so unsympathisch, obwohl ich weiß, dass nur etwa 10% "scheße sind aber ich kann gegen diesen "Hass" nichts tun, ich will jedem unvoreingenommen ne Chance geben aber irgendwie habe ich so ne Wut in mir, dass viele überhaupt nicht dankbar sind!

Wie kann ich wieder toleranter werden? Ich will es ja aber innerlich merke ich, dass ich ne Abneigung entwickel!

Antwort
von kayo1548, 108

"ich will jedem unvoreingenommen ne Chance geben aber irgendwie habe ich
so ne Wut in mir, dass viele überhaupt nicht dankbar sind! "

völlig nachvollziehbar und 100%ig neutral kann niemand an eine Sache heran gehen.

Aber du hast schon recht, dass es wichtig ist das möglichst zu versuchen.

Ich denke das beste wäre hier (auch unabhängig von solchen Situationen) eine professionelle Distanz zu haben.

Dazu könnte auch gehören, dass man genau ausarbeitet wie man einzelnen helfen kann, Infomappen, Inforveranstaltungen usw.

Dadurch würdest du mit Sicherheit auch objektiv strukurierter informieren.

Wie gesagt: da mit jedem persönlichen Kontakt auf privater Ebene zu halten halte ich ohnehin für den falschen Weg; im EInzelfall kannst du das natürlich machen (verbieten kann es dir ja niemand) musst aber dann wie du schon erkannt hast schauen, dass sich das nicht auf die anderen auswirkt.

Antwort
von tinimini, 25

Jürgen Todenhöfer schreibt dazu 

Liebe Freunde, niemand ist wütender auf die Kölner Sexualrandalierer und Taschendiebe als unsere muslimischen Mitbürger. Die Täter sollten - sobald sie überführt sind und soweit dies juristisch möglich ist - abgeschoben werden. Gleichzeitig sollten Politik und Medien jedoch aufhören, alle Flüchtlinge und Muslime unter Generalverdacht zu stellen und immer offener gegen Muslime zu hetzen.

Laut BKA begehen Flüchtlinge nicht mehr Straftaten als Deutsche. Der Anteil der Sexualdelikte an ihren Straftaten liegt unter 1 %. Politik und Medien müssen aufhören, die ekelhaften Ereignisse von Köln jeden Tag etwas mehr aufzublasen! Viele Leute glauben inzwischen wegen der sensationsgeilen Berichterstattung, in Köln habe es - neben den 381 angezeigten widerlichen sexuellen Belästigungen und Grabschereien - auch noch Hunderte von 'Vergewaltigungen' gegeben. Und nicht 3, was schlimm genug ist. (Zahlen der Kölner Staatsanwaltschaft von heute morgen!).

Liebe Medien, berichtet endlich korrekt und ausgewogen! Hört auf zu übertreiben! Das Ganze ist schlimm genug. Wenn betrunkene Deutsche die widerlichen Taten begangen hätten, spräche längst niemand mehr darüber. Und an die Gerichte appelliere ich: Bestraft Sexualdelikte härter! Das bisherige Strafmaß ist im Vergleich zu anderen Delikten meist lächerlich gering.

WARUM BERICHTEN DIE MEDIEN VIEL WENIGER ÜBER ANTI-MUSLIMISCHE STRAFTATEN UND ANGRIFFE AUF FLÜCHTLINGE? Es gibt ja nicht nur die kriminellen Sexualstraftäter und Taschendiebe von Köln. Sondern auch 924 gefährliche Angriffe überwiegend Rechtsradikaler auf Flüchtlingsheime. Das Medienecho hier ist erstaunlich gering. Stellt Euch einmal vor, Muslime hätten im letzten Jahr 924 Anschläge auf deutsche Heime verübt! Die Hölle wäre los.

Auch die mörderischen Brandanschläge von Mölln, Solingen, Hoyerswerda, bei denen in den 90er Jahren Dutzende Flüchtlinge verbrannten und verletzt wurden, sollten die Politiker und Medien nicht so leicht vergessen. Oder die schwangere Muslimin Marwa El Sherbini, die 2009 im Dresdner Landgericht vor den Augen des Richters von dem islamfeindlichen Angeklagten mit 16 Messerstichen ermordet wurde. Oder die NSU-Morde usw.

Und wieder machen rechtsradikale Schlägerbanden Jagd auf Ausländer. Schon lange können junge Musliminnen bei Dunkelheit nicht mehr ohne Angst durch Deutschlands Straßen gehen. Unsere muslimischen Mitbürger leben inzwischen in ständiger Angst und Sorge. Warum wird beim Thema Sicherheit mit zweierlei Maß gemessen? Nicht die 'Urdeutschen', sondern unsere muslimischen Mitbürger leben in Gefahr. DAS ist die Realität in Deutschland. Der Rassismus alter Zeiten ist wiederauferstanden.

DIE DÜMMLICHEN ANTI-MUSLIMISCHEN VERALLGEMEINERUNGEN MÜSSEN AUFHÖREN. Zwei Beispiele zeigen, wie ungerecht Verallgemeinerungen sein können:

-Der Vatikan hat zwischen 2004 und 2014 immerhin 848 Priester wegen Kindesmissbrauchs ihres Amtes enthoben. 2572 weitere wurden verurteilt. Trotzdem hat niemand das Recht zu sagen, alle Seelsorger seien Kinderschänder. Die Priester, die ich kenne, sind untadelige Menschen.

-Bush hat den Tod von einer Million Irakern und 220.000 Afghanen zu verantworten. Trotzdem käme niemand auf die Idee zu behaupten, alle US-Amerikaner seien Mörder. Die Mehrzahl der Amerikaner, die ich kenne sind prima Männer und Frauen. Nur Bush und seine Kumpane gehören vor den Internationalen Strafgerichtshof.

Im modernen Rechtsstaat gibt es keine Sippenhaft wie einst unter den Nazis, wo die Gestapo selbst die Kinder des Widerstandskämpfers Graf Stauffenberg abholte und wegsperrte. Und auch keine Kollektivschuld, die man nach dem 2. Weltkrieg allen Deutschen unterstellen wollte. Als Jugendlicher musste ich mir diesen Vorwurf im Ausland ständig anhören. Franzosen standen damals auf und gingen weg, wenn sie hörten, dass ich ein Deutscher, ein "bloche", war. "Boche" war damals das schlimmste Schimpfwort der Franzosen gegen die verhassten Deutschen.

Das humanitäre Völkerrecht bestimmt in Artikel 33 des IV. Genfer Abkommens, dass niemand für ein Verbrechen verurteilt werden darf, das er nicht persönlich begangen hat. Daran sollten sich in diesen Tagen alle erinnern, die versuchen, die anti-muslimische Massen-Hysterie weiter anzuheizen. Und aufhören, mit Islam- und Ausländerfeindlichkeit Wahlkampf zu betreiben.

WIR BRAUCHEN KEINE POLITIK A LA TRUMP, LE PEN ODER ORBAN. Mir graut es vor Politikern, die die Ereignisse von Köln zusammen mit dem Terrorproblem missbrauchen wollen, um wichtige rechtsstaatliche Grundwerte auszuhebeln. Die unser Land nach rechts drängen wollen. Die offenbar nur auf eine solche Gelegenheit gewartet haben.

Der beste Patz Deutschlands ist in der Mitte. Weit weg von rassistischer Hetze und dummen anti-muslimischen Vorurteilen. Weit weg von der rechten Ecke. Manchmal fürchte ich, wir verlieren gerade unseren moralischen Kompass. Euer JT

Antwort
von gamine, 54

Wozu willst du denn Dankbarkeit? Anstelle eines Ordens?

Du kannst doch verstehen, dass ein Imigrant sich nicht von sich aus integrieren kann, sondern den Kontakt mit Einheimischen braucht, um die Art und Weise der Menschen im Land kennen zu lernen. Nur dadurch ist es ihm möglich sich anzupassen.

Dass das ein schwieriger Prozess ist, dessen solltest du dir bewusst sein. Die Person von der du sprichst braucht vielleicht mehr Zeit und vor allem gute Erfahrungen mit Einheimischen. Dann wird sie ihre Meinung auch ändern.

Antwort
von kaufi, 103

Das ist recht schwierig zu beantworten. Ich selbst komme normalerweise mit jedem klar, weil ich in der Regel hilfsbereit und zuvorkommend bin.

Wenn man allerdings in einer Russendisco angepöbelt wird und dann noch rausfliegt obwohl man doch nur friedlich was trinken wollte, 2 mal grundlos von Albanern angegriffen wird, dann beginnt man wahrhaftig zu hassen.

Man muss sich aber immer vor Augen halten, das es wie überall Gute und Schlechte gibt.

Wenn man dann aber wieder Aktenzeichen XY schaut oder so manche Knastreportagen, dann wird schnell klar, das nunmal mehr Ausländer auf der kriminellen Schiene fahren......sorry, aber es ist so.

Es ist aber auch kein Wunder, denn bei uns ist der Knast immernoch besser als bei denen der Alltag im Lande.

Antwort
von DonkeyDerby, 107

Die "sozialen Medien" (sollte man sie nicht besser asoziale Medien nennen?) laden frustrierte Menschen aller Nationen dazu ein, ihren Frust rauszulassen. 

Wenn man sich mit Menschen direkt (face to face, analog!) unterhält, sind die meisten Menschen viel zivilisierter und drücken auch ihren Frust wesentlich gemäßigter aus.

Ich empfehle Dir, auf What's App, facebook, twitter etc. zu verzichten und mit Menschen direkt zu kommunizieren. Das hilft etwas, den Glauben an die Menschheit wiederzugewinnen...


Übrigens ist es müßig, Dankbarkeit zu erwarten. Dankbarkeit bekommt man geschenkt oder auch nicht. Das ist nicht nur im Umgang mit Flüchtlingen so, sondern auch im ganz normalen privaten Umfeld.


Kommentar von railan ,

Schön, dass es noch jemand "asoziale Medien" nennt. Der Meinung bin ich auch schon lange.

Kommentar von DonkeyDerby ,

GF ist ja auch ein schönes Beispiel dafür. Was hier so geschrieben wird, würde mancher seinem "Gegenüber" nicht ins Angesicht sagen.

Antwort
von Machtnix53, 62

"Zivilisiert zu sein bedeutet, nacheinander neun Schwarzhaarigen zu begegnen, die sich alle als Arxlö cher erweisen, und trotzdem dem zehnten Schwarzhaarigen nicht deshalb in die Fre sse zu hauen.

Sascha Lobo

Ich hab zwar Probleme mit dem Wort "Zivilsiert", aber was er damit sagen will, ist absolut zutreffend.

Antwort
von ThorbenHeiler, 28

Versuche einfach gerecht und objektiv zu sein. Das hilft Deutschen, Neudeutschen und Flüchtlingen. Nicht jedes Vorteil ist falsch, nicht jedes Vorurteil ist negativ. Vorurteile sind einfach "schnelle Bewertungen" einer Situation um Gefahren und Chancen schon frühzeitig erkennen zu können.

Antwort
von Mistserx1, 75

So eine Frechheit die die gezeigt haben!Null Toleranz wenn es ihnen nicht passt dann können sie auf der Stelle gehen!😠

Kommentar von gamine ,

"Wenn es ihnen nicht passt" - sie erzählt hier von EINEM

Kommentar von Studentin19 ,

von 2en

Kommentar von gamine ,

Egal. Deine Geschichte wirkt ohnehin frei erfunden.

Antwort
von Fielkeinnameein, 60

Hey,

keine Ahnung was genau du jetzt hören willst. Idioten gibt es überall. Auch bei Flüchtlingen.

Bei sowas sollte man nicht toleranter werden sondern sich ein dickeres Fell und eine "blablabla"-Einstellung zulegen. Hak den Deppen ab und leb dein Leben weiter.

Habe selbst auch schon viele von der Sorte getroffen aber die meisten sind sehr nette, freundliche und dankbare Menschen. Auch wenn es in den Medien nicht so rüberkommt, leider ..

Mfg

Antwort
von Chiliheadx, 111

Im grunde ist das ja kein Vorurteil, sondern Deine eigens gemachte Erfahrung aus der Deine Einstellung resultiert. Da kann man erstmal nichts machen, außer (wenn möglich) bessere Erfahrungen sammeln. Sollte das nicht gelingen, müsstest du wohl einsehen, dass du mit bestimmten Bevölkerungsgruppen so Deine Schwierigkeiten hast...

PS. Ich hoffe, dass du mit Deiner Schätzung von 10% falsch liegst. Denn das hieße ja, dass wir uns zwischen 100.000 und 150.000 A****cher ins Land geholt haben.

Kommentar von Studentin19 ,

Danke für die Antwort :-) Doch meine ich aber du musst es in Relation sehen, es gibt 900 000 "gute" Flüchtlinge

Kommentar von Fielkeinnameein ,

Wie zum Geier kommst du bitte auf 10% Oo

Antwort
von egglo2, 74

Verstehe dich gut.

Bei uns in der Stadt liefen auch schon Projekte für Flüchtlinge.

Auch da gab es einen relativ hohen Anteil an negativer Resonanz von den Flüchtlingen selbst.

Für mich ist das Thema gestorben. Ich werde mich nicht dafür einsetzen, dann muss ich mich auch nicht über meine vergeudete Zeit ärgern.

Wer sich integrieren will, kann das von sich aus tun. Wer nicht, soll gehen oder sich hier herumquälen. Mir ist das inzwischen wirklich egal.

Kommentar von gamine ,

Niemand kann sich "von sich aus" integrieren.

Integration ist ein Prozess, der von der integrierenden Gruppe ausgeht. Die zu integrierende Minderheit wird integriert. Man verwendet den Passiv! 

Um integriert werden zu können, passt sich die zu integrierende Person an. Dies ist ihr aktiver Beitrag.

Wenn also jemand sagt: "Der soll sich integrieren", ist das ausgemachter Blödsinn. Man könnte höchstens sagen: "Der soll sich anpassen" oder "Die sollen ihn integrieren", wenn man so etwas schon befehlen wollte.

Kommentar von egglo2 ,

Tolle Wortglauberei. Also gut, sie sollen sich intergrieren lassen, indem sie die Bereitschaft dazu zeigen und diese auch leben.

Es findet schon seit Jahrzehnten bei einigen so nicht statt.

Sie betonen oft von sich aus, dass sie anders sind und auch mit den Deutschen an sich nichts zu tun haben wollen. Ich habe keine Ahnung, wo du lebst. Ich komme aus der Nähe von Mannheim und was sich hier seit Jahren, eigentlich Jahrzehnten, abspielt, ist schon bemerkenswert. Besonders die Muslime wollen mit den Deutschen (Kartoffeln) nicht viel zu tun haben. Du musst nur in unsere Schulen schauen. Das war zu meiner Schulzeit so und ist heute bei unseren Kindern nicht anders.

Oft ist wenig Wille zur Integration erkennbar, im Gegenteil, es wird häufig betont, dass man anders ist.

Es sind nicht alle so! Aber die von einigen Gruppen selbst gewollte Abgrenzung zu uns ist nicht zu Übersehen, außer man lebt in seiner naiven Traumwelt.


Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten