Wie viele von 28 Urlaubstagen bei Kündigung zum 15.07.?

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2 Antworten

Was steht denn zum Urlaubsanspruch im Arbeitsvertrag? Gibt es eine "Zwölftelregelung" oder steht diese in einem anwendbaren Tarifvertrag?

Wenn es keine Zwölftelregelung gibt, hast Du Anspruch auf den kompletten Urlaub von 28 Tagen.

Mit Zwölftelregelung hast Du Anspruch auf 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat, mindestens aber auf den Mindesturlaub von 20 Tagen bei einer 5-Tage-Woche.

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Kommentar von maetsch
19.05.2016, 12:00

Eine Zwölftelregelung im Arbeitsvertrag wäre ungültig, es gilt das Bundesurlaubsgesetz. Das sieht aber nur in der zweiten Jahreshälfte den vollen Urlaubsanspruch vor. Was Du schreibst ist daher komplett falsch. Richtig ist nur der Hinweis, dass tarifvertragliche Regelungen beachtet werden müssen.

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Wenn

> Dein Arbeitsverhältnis bei Beendigung am 15.07. länger als 6 Monate bestanden hat,

> es keine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung des Urlaubsanspruchs bei unterjährigem Ausscheiden gibt und

> es im Vertrag keine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaubsanspruch gibt (z.B. durch eine Formulierung wie " Neben dem gesetzlichen Anspruch von 20 Arbeitstagen Urlaub wird ein weiterer Urlaub von 8 Tagen gewährt."),

dann hast Du Anspruch auf den gesamten vereinbarten Urlaub für dieses Kalenderjahr.

Dir steht dann allerdings kein Urlaubsanspruch bei einem neuen Arbeitgeber mehr zu - es sei denn, der Anspruch bei ihm wäre noch höher als beim jetzigen.

Das ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit entsprechender Anwendung des § 5 "Teilurlaub" Abs. 1. Das ist einheitliche Rechtsauffassung und durchgängige Rechtsprechung!

die 20 gesetztlich vorgeschrieben Urlaubstage komplett sowie anteilig die darüber hinausgehenden je nach Kündigungsdatum

Die 20 Tage gesetzlicher Mindesturlaub stehen Dir unter den genannten Bedingungen auf jeden Fall zu. Der zusätzliche gewährte Urlaub ist nur dann lediglich anteilig zu, wenn - wie gesagt - es eine vertragliche Vereinbarung zu einer anteiligen Verrechnung gibt oder in der vertraglichen Urlaubsvereinbarung eine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlich gewährtem Urlaub gibt - ohne diese zwei Einschränkungsmöglichkeiten hast Du auch Anspruch auf den vollen zusätzlichen Urlaub!

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