Frage von MissClaudi84, 36

Wie viele Urlaubstage stehen mir nach 4 Monaten Minijob zu - Und muss ich bei 4 Monaten auch eine Kündigungsfrist von 1 Monat einhalten?

Mein Minijob-Vertrag gilt seit 01.07. diesen Jahres und ich arbeite 1 Tag je Woche neben meiner Vollzeitstelle. Da ich nie frei hatte und nun am 28.09. kündigen möchte und keine feste Arbeitszeit vereinbart ist (ich bleibe im Schnitt 6-7 Stunden), wüsste ich gern, wie viele Urlaubstage mir noch zustehen? 4 Monate, 6-7 Std / wöchentlich / 1 Arbeitstag

Außerdem frage ich mich, ob ich nach meiner Kündigung am 28. September noch den Oktober über arbeiten muss oder ob bei 4 Monaten keine Kündigungsfrist besteht.

Danke für eure Hilfe!

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Antwort
von wilees, 21

Die Kündigungsfrist müsstest Du bitte Deinem Vertrag entnehmen. Oder wenn es keine entsprechenden Vereinbarungen gibt, gilt § 622 BGB.

Berechnung Urlaubstage kannst Du im folgenden Link nachlesen:

http://www.geringfuegigebeschaeftigung.org/urlaubsanspruch.php


Berechnung der Urlaubstage bei geringfügiger Beschäftigung


Die Faustformel für die Berechnung lautet: Arbeitstage pro Woche mal 24 geteilt durch die Zahl der sechs Werktage pro Woche (die das Gesetz vorsieht) = Urlaubsanspruch in Werktagen. Das klingt etwas kompliziert, geht aber in der Praxis auf. Für einzelne Beispiele von Arbeitstagen pro
Woche gelten etwa die nachfolgenden Berechnungen:

ein Arbeitstag: 1 x 24 / 6 = 4 Urlaubstage
zwei Arbeitstage: 2 x 24 / 6 = 8 Urlaubstage
drei Arbeitstage: 3 x 24 / 6 = 12 Urlaubstage
vier Arbeitstage: 4 x 24 / 6 = 16 Urlaubstage
fünf Arbeitstage: 5 x 24 / 6 = 20 Urlaubstage
sechs Arbeitstage: 6 x 24 / 6 = 24 Urlaubstage



Kommentar von Sirius66 ,

Das gilt aber nicht nur für geringfügige Beschäftigungen!

Antwort
von Familiengerd, 15

Zum Urlaubsanspruch:

Maßgebend ist für Dich entweder der gesetzliche Urlaubsanspruch oder - wenn er höher ist - der betriebsüblich gewährte.

Ausgehend vom gesetzlichen Urlaubsanspruch von 24 Werktagen bei einer 6-Tage-Woche hat Du bei einer 1-Tage-Woche 1/6 des Anspruchs:

24 Werktage Urlaub ./. 6 Arbeits-/Werktage * 1 Arbeitstage = 4 Tage Jahresurlaub.

Von diesem Urlaubsanspruch steht Dir für jeden vollen Beschäftigungsmonat (der muss nicht mit dem Kalendermonat identisch sein) 1/12 zu.

Wenn Du bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses 4 volle Beschäftigungsmonate erfüllt hast, hast Du einen Anspruch von 4/12 des Jahresurlaubs:

4 Tag Urlaub ./. 12 Monate * 4 Beschäftigungsmonate = 1,33 Tage Urlaub.

Wenn Du den Urlaub bis zum ende des Arbeitsverhältnisses noch nimmst (was zwingend Vorrang vor einer Abgeltung hat), wird der Anspruch auf 1 Tag abgerundet.

Wird der Urlaub ausgezahlt, weil Du ihn aus dringenden betrieblichen Gründen nicht nehmen kannst (was wohl ausgesprochen unwahrscheinlich sein dürfte),dann muss er minutengenau ausgezahlt werden!

Zur Kündigungsfrist:

Wenn in Deinem Arbeitsvertrag (sofern es einen schriftlichen gibt) oder einem anzuwendenden Tarifvertrag nichts Anderes vereinbart wurde, dann gilt (wenn keine Probezeit vereinbart wurde) die gesetzliche Kündigungsfrist von 4 Wochen/28 Kalendertagen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats; Du kannst dann also zum 31.10. frühestens kündigen (späteste Abgabe der Kündigung am 03.10.; da das ein gesetzlicher Feiertag ist, muss die Kündigung früher abgegeben werden, wenn an diesem Tag nicht normal im Betrieb gearbeitet wird: also am Freitag, den 30.09., wenn am Sonntag und Samstag, den 02. und 01 10, auch nicht gearbeitet wird).

Ist eine Probezeit vereinbart und zu Kündigungsfristen vertraglich nichts bestimmt, hast Du bis zum letzten Tag der Probezeit eine Frist von 14 Tagen zu einem beliebigen Datum.

Antwort
von Sirius66, 23

Die Arbeitsstunden spielen keine Rolle, weil der Urlaubstag immer genauso lang ist wie der Arbeitstag.

Bei einem Arbeitstag/Woche hast du einen gesetzlichen Anspruch von 4 Tagen JAHRESurlaub (4x1). Geteilt durch 12 sind das 0.333. Du hast also eigentlich nur ein paar Stunden frei, wird aber in der Regel aufgerundet. Also 1 Tag.

Da ich hier vom gesetzlichen Mindesturlaub ausgehe, weil ich deinen Vertrag nicht kenne, kann das u.U. falsch sein. Dies trifft auch auf die Kündigungfristen zu. Das musst du nachlesen. Kommt auch drauf an, ob du noch in der Probezeit bist.

Gruß S.


Kommentar von MissClaudi84 ,

Vielen Dank für deine Mühe! Ich wusste nicht, dass man das aufrundet und ich somit einen Urlaubstag habe. Deine Infos haben mir sehr geholfen.

Kommentar von Sirius66 ,

"In der Regel" ... manche AG haben da so ihre Tricks ... du musst deinen Vertrag lesen. Er enthält im Grunde alle Antworten.

Gruß S.

Kommentar von Maximilian112 ,

0,33 * 4 Monate ergibt 1,33. Also nix mit Aufrunden.

Kommentar von Sirius66 ,

Jahresanspruch 4 Tage. Monatsanspruch 0,33. Das wird bei sehr vielen AG AUFGERUNDET. Aber nicht bei allen.

Für die 4 Monate muss man es mal 4 rechnen, logisch. Sind dann 1,32 - das ergibt 1 ganzen Tag plus Rest 0,33!

Aber das Prinzip des Aufrundens bleibt, wenn der AG es generell zulässt. Das es evtl. nur Stunden sind, (evtl auch ein halber Tag) habe ich geschrieben.

Kommentar von Familiengerd ,

Rest 0,33

Zumindest nach dem Gesetz gibt es einen "Rest 0,33" dann nicht, wenn Urlaub tatsächlich genommen wird.

Nur bei der Abgeltung von Urlaub (wenn er wegen der Kündigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr genommen werden kann) ist ein Rest "minutengenau" abzurechnen.

Antwort
von brido, 23

Alles in Deinem Vertrag. Normaler Urlaub ist 4 Wochen pro Jahr  also  bei Dir 4 Tage à 7- 8 Stunden ca. pro Jahr.  

Kommentar von Familiengerd ,

Alles in Deinem Vertrag.

Hier steht nirgendwo, dass es einen schriftlichen Vertrag gibt, auf den sich die Fragestellerin berufen könnte.

Auf einen mündlichen Vertrag kann man sich wegen der Beweisprobleme nur schwerlich berufen.

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