Wie viele Überstunden können mit dem Gehalt abgegolten werden?

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1 Antwort

" ... Mit dem vorgenannten Gehalt sind 20 Überstunden abgegolten..." der Rest wird mit Freizeit ausgeglichen. Ist das alles so rechtens?

Ja, das kann der AG im Arbeitsvertrag vereinbaren. Unrechtmäßig wäre es, wenn keine max. Stundenzahl vereinbart wäre.

und nach einer Arbeitsanweisungen nach 10 Arbeitsstunden nicht mehr gestempelt werden soll.

Das ist unrechtmäßig. Diese Maßnahme wurde vom AG angeordnet um die Verletzung des Arbeitszeitgesetzes das nur in Ausnahmen 10 Stunden/Tag zulässt nicht dokumentiert zu haben.

Selbstverständlich kann der AG nicht verlangen, dass sich AN nach 10 Stunden ausstempeln und dann Überstunden leisten die evtl. die 20-Stunden-Grenze der monatlichen Überstunden überschreiten und nicht als Freizeitausgleich gegeben werden. Zudem wird, wie gesagt der § 3 Arbeitszeitgesetz missachtet.

Ich vermute mal, es gibt keinen Betriebsrat.

Zusammengefasst:

  •  Der AG kann 20 Stunden/Monat mit dem Gehalt abgelten.
  •  Es ist unrechtmäßig vom AG die AN länger als zulässig (10 Stunden/Tag) zu beschäftigen. Außerdem darf im Durchschnitt  innerhalb von sechs Monaten oder 24 Wochen die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 48 Stunden nicht überschreiten.
  • Wenn der Freizeitausgleich vereinbart ist, muss er gegeben werden. Der AG darf nicht permanent Überstunden anordnen und alle Überstunden die die vereinbarten 20 Überstunden/Monat einfach verfallen lassen.

Bezüglich der Überschreitungen der täglichen Arbeitszeit kann man sich auch anonym ans Gewerbeaufsichtsamt wenden.

Wenn es keinen Betriebsrat gibt, müssen sich die einzelnen AN bezüglich der nicht bezahlten (verfallenen) Überstunden die vertraglich nicht abgegolten sind, leider selbst kümmern. Man kann sich an die zuständige Gewerkschaft wenden oder muss (nach Abmahnung an den AG) selbst mit (Rechtsschutz vorhanden?)  oder ohne Hilfe eines Rechtsanwalts.

Ich kenne Deinen Stundenlohn nicht. Rechne aber bitte mal aus, ob Du incl. der Überstunden evtl. unter dem Mindestlohn liegst. Das kann man auch beim Zoll melden, der für die Einhaltung des Mindestlohns zuständig ist.

Wenn Ihr keinen Betriebsrat habt, ist es jetzt höchste Zeit, einen zu wählen. Der hat u.a. ein Mitspracherecht bei der Festlegung der Arbeitszeiten, Schichtplänen und muss die Überstunden genehmigen. Zudem können Betriebsvereinbarungen getroffen werden, wie mit Zeitkonten umgegangen wird. Wendet Euch mal dringend an die zuständige Gewerkschaft. Die ist Euch bestimmt behilflich einen BR zu gründen.

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Kommentar von alexbababu
25.01.2016, 07:25

" ... Mit dem vorgenannten Gehalt sind 20 Überstunden abgegolten..." der Rest wird mit Freizeit ausgeglichen. Ist das alles so rechtens?

Ja, das kann der AG im Arbeitsvertrag vereinbaren. Unrechtmäßig wäre es, wenn keine max. Stundenzahl vereinbart wäre.


Wirklich? Ich dachte, 20 wäre unverhältnismäßig und bei 10 wäre Schluss?

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