Frage von PaulRanzer, 29

Wie viele Pegidaanhänger gibt es?

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 16
  1. Im engsten Sinne einige Hundert.
  2. Im engen Sinne einige Tausend.
  3. Im weiteren Sinne einige Hunderttausend.
  4. Im weitesten Sinne einige Millionen.

... und es werden täglich mehr.

Zu 1) Der "harte Kern" beschränkt sich auf einige Hundert "Hardcore-Sympathisanten". Das sind zum Teil politische Speichellecker und Trittbrettfahrer; darunter übrigens auch (ehemalige) FDP-Mitglieder, die sich wohl wegen der schwindenden Aussichten auf erfolgreiche politische Karrieren in der FDP nach neuen Betätigungsfeldern umgesehen haben.

Das ist auch der Teil, der am Ende übrig bleiben wird. Nicht in dieser Konstellation, aber in dieser Größenordnung.

Zu 2) Der enge Kreis umfasst jene, die "regelmäßig demonstrieren gehen" und das "um der Organisations-Ziele willen" machen. Auch der ist und bleibt überschaubar, denn dazu bedarf es intensiverer Beschäftigung mit und Vereinnahmung der Themen.

Das ist der "verlässliche Teil" Pegidas; also jene Truppe, auf die man zählen kann, wenn man zu Demos und Veranstaltungen ruft.

Zu 3) Als weiteren Kreis kann man die "gelegentlichen Demonstranten" zählen. Das sind Leute, bei denen "Zeit, Lust & Laune" zusammenpassen müssen, um sich aktiv zu beteiligen.

Du kannst ihn dir als "politisch interessierten Stammtisch" vorstellen.

Zu 4) Das sind all jene, die von Pediga-Demos hören, sehen oder lesen und wenigstens gelegentlich denken "Recht habt ihr! Macht weiter! Lasst euch nicht entmutigen!"; die aber selbst nicht oder nur höchst sporadisch selbst aktiv werden würden.

Dieser Teil wächst täglich; auch - und gerade - im Angesicht der immer weniger euphorischen "Tschaka!"-Nachrichten in den Medien und proportional zum Erschöpfungszustand der "freiwilligen Helfer". Es ist zugleich auch der gefährlichste Teil, weil politisch unberechenbar und nicht selten rückenmark-getrieben.

Interessanterweise ist das zugleich der Teil, der sehnsüchtig auf "positives Feedback" der agierenden "Volksparteien" wartet; der aber durch das zermürbende Warten auf "... und zwar so ..." nach "Wir schaffen das!" (Wir erinnern uns an: "Yes, we can!"?) zunehmend demoralisiert wird.

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Interessanterweise ist der typische Pediga-Anhänger der Kategorien (2) & (3) nach verschiedenen Studien:

  • Angehöriger der Mittelschicht
  • 66% konfessionslos, 5% protestantisch
  • Gut (Berufsabschluss) bis sehr gut (Hochschulabschluss) ausgebildet
  • Berufstätig
  • Überdurchschnittlich verdienend
  • 66% Nicht-Wähler, 17% AfD-Wähler, 9% CDU-Wähler, 4% NPD-Wähler

Es handelt sich also um die vielbeschworene "Mitte der Gesellschaft".

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Falls es untergegangen ist: 66% Nicht-Wähler. Aus dem Umfeld guter bis sehr guter Bildung. Also genau jenes Klientel, das eigentlich - so der selbstgegebene Auftrag aller Parteien - politisch interessiert und aktiv sein müsste.

Damit kann man schlussfolgern: Pegida ist ein Krebsgeschwür des politischen Versagens der "Volksparteien". 

Listigerweise stimmt diese Schlussfolgerung aber nicht, denn Pegida ist extrem nützlich, um das Versagen der politischen Parteien zu vertuschen. Und deshalb tun sie auch alles, um Pegida zu stärken und hinter dem Rücken des Streits des Pöbels untereinander die Spuren ihres Versagens zu verwischen...

Pegida ist also kein "Krebsgeschwür", sondern von den Volksparteien erzeugt, getragen und befördert. Es ist ihr "rechter Arm", den sie zur Durchsetzung ihres Machtanspruchs benutzen und irgendwann als Bauernopfer fallen lassen werden...

... ob das allerdings dem gut bis sehr gut gebildeten Pöbel, der sich sowieso schon frustriert aus der politischen Aktivität zurückgezogen hat, gefallen wird, ... nun, wir werden es erleben.

Antwort
von himako333, 26

jedes Mitglied ist ein Mitglied zu viel, da deren Volksverhetzungen zuviele dummdämlichen  Nachahmer- Brüllhälse motivieren gegen unsere Gesetze zu verstoßen. 

 Wie haben in der BRD einen festen Stamm von fast 30% der Nichtwähler und darunter sind auch viele der  7 %  Harzler mit Aufstockern etwas mehr , die gut 7 % sind z. Z. wohl das evtl. Wahlpotential solcher fanatischen  Gruppen.. 

 also so niedriger der Bildungsstand je leichter rennt diese Unterschicht vereinfachten Parolen hinterher, was anderes kapieren die ja eh nicht.. 

Kommentar von Unsinkable2 ,

Das ist so falsch, dass ich gar nicht weiß, wo ich mit den Korrekturen beginnen soll.

jedes Mitglied ist ein Mitglied zu viel,

Die "Mitglieder der Pegida" sind das kleinste (politische) Problem. Ihre Mitläufer sind es sehr viel mehr. Und die sind nicht erfasst.

also so niedriger der Bildungsstand je leichter rennt diese Unterschicht vereinfachten Parolen hinterher

Es gibt bereits verschiedene Studien zum "Demonstranten-Potenzial". Danach ist der typische "Pegidist" die "nahezu perfekte bürgerliche Mitte": Gut gebildet, in Arbeit, "besserverdienend", konfessionslos. 

Einzig mit "Nicht-Wähler" hast du Recht: 66% der "Pegidisten" sind "Nicht-Wähler", sehen sich also schon geraume Zeit nicht mehr von der aktiven Politik vertreten. In einer Demokratie ist das ein extrem gefährlicher Zustand; der keineswegs "aus dem Nichts" kommt; sondern den "Volksparteien" seit langer Zeit bekannt ist.

da deren Volksverhetzungen zuviele dummdämlichen  Nachahmer- Brüllhälse motivieren

Mittlerweile mussten ZDF, NDR, SPIEGEL ONLINE und verschiedene andere Fernsehsender und Zeitungen Widerrufe zu ihrer Berichterstattung im Hinblick auf den "Aufreger Pirincci" (vgl. "KZ") veröffentlichen. 

Wer hier also "das Volk verhetzt" ist offensichtlich noch offen...

Kommentar von himako333 ,

unser  Innenminister Thomas de Maizière sagt dazu :

"Diejenigen, die das organisieren, sind harte Rechtsextremisten: Sie bezeichnen Asylbewerber pauschal als Verbrecher, alle Politiker als Hochverräter. Das ist fernab jeden demokratischen Konsenses. Und jeder, der da hingeht, weil er irgendwie Sorgen zum Ausdruck bringt, muss wissen, dass er Rattenfängern hinterherläuft. Bleiben Sie weg von denen, die diesen Hass, dieses Gift in unser Land spritzen."

 m. frdl. Gruß himako

Antwort
von jandav, 29

Egal wie viele es gibt, es sind im Zweifelsfall immerzu viele.

Antwort
von hummel3, 20

Das ist schwer zu bestimmen. - Bei Fortführung unserer derzeitigen Flüchtlingspolitik werden es aber auf jeden Fall noch mehr werden.

Kommentar von Lennister ,

Oh je. Ist dir schon aufgefallen, dass Pegida, AfD und Co erst wieder erstarken, seit Personen wie Seehofer ihre Rhetorik übernommen haben? Daran sollte man eigentlich erkennen können, dass nicht die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung Ursache des Erstarkens der Rechten ist, sondern die Übernahme ihrer Rhetorik durch Politiker und Medienvertreter. 

Kommentar von hummel3 ,

Ich habe da nach wie vor eine andere Wahrnehmung.

Antwort
von patrick097, 17

178.000 bei facebook .  11.000 auf der demo . 

Antwort
von Sarastro52, 11

Pegida wird in den Medien schlechtgeredet. Dabei sind die Pegida-Forderungen vernünftig. In jedem Einwanderungsland wie USA, Kanada, Australien werden die Grenzen bewacht, nur nach genauer Kontrolle kommt jemand rein, wird der Islamismus bekämpft und werden abgelehnte Asylbewerber abgeschoben. Das sind die Pegida-Forderungen. In einer Umfrage im Dezember 2014 haben ca. 25 % des Volkes diesen Forderungen voll zugestimmt, weitere 50 % haben teilweise zugestimmt. Zusammen also eine klare Mehrheit. Seither wagen die Medien nicht mehr, Umfragen zu den Pegida-Forderungen durchzuführen. Statt dessen prügelt man auf Pegida ein. In Wirklichkeit ist es eine kleine radikale Minderheit, die die Grenzen für jeden ungeprüft öffnen will und dafür ist, diese Massen mit Sozialhilfe unbegrenzt zu versorgen. Das hält ein Amerikaner, Australier für gestört.

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