Frage von Liesino123, 123

Wie viele offene Monatsbeiträge darf das Fitness-Studio rückwirkend verlangen?

Folgender Sachverhalt:

Im Jahr 2013 wurde ein Vertrag mit einem Fitness-Studio geschlossen für meine damals 15-jährige Tochter, für die Laufzeit von 12 Monaten und einem monatlichen Beitrag von 29,99€. Diesen Vertrag unterschrieb ich als Erziehungsberechtigter. Der Vertrag verlängerte sich automatisch nach zwölf Monaten Laufzeit.

Der monatliche Beitrag wurde bis Juni 2014 immer pünktlich abgebucht, das Studio hat ein Lastschriftmandat. Im Juli 2014 wurde eine Lastschrift mangels Deckung zurück gebucht, im August 2014 wurde der doppelte Monatsbeitrag mangels Deckung zurück gebucht. Ich bin mir dessen bewusst, dass ich davon hätte Kenntnis nehmen müssen, dem war aber leider nicht so.

Ich erhielt keine Mahnungen, Zahlungserinnerungen und es wurden auch keine weiteren Lastschriften vorgenommen.

Im Vertrag ist eine Vorfälligkeitsklausel enthalten, die besagt, dass ich nach drei rückständigen Monatsbeiträgen bei eigenem Verschulden (was ich mangels Deckung zu verschulden habe), die versäumten und die nächsten zehn Monatsbeiträge zu zahlen habe. Dazu wurde ich nicht aufgefordert.

Im Dezember 2014 zahlte meine damals 16-jährige Tochter die ab Juli 2014 ausstehenden 6 Beiträge ohne mein Wissen oder meine Genehmigung und teilte mir dieses auch nicht mit. Ende des Jahres 2014 kündigte ich diesen Vertrag mit dem Fitness-Studio, das Studio bestreitet eine Kündigung erhalten zu haben und ich habe leider auch keine Bestätigung erhalten. Bin dem ärgerlicher Weise auch nicht hinterher gegangen.

Nun, im Januar 2016, wollte sich meine Tochter, neu anmelden und im Zuge dessen wird ihr mitgeteilt, dass noch Beiträge ab Januar 2015 bis Januar 2016 offen seien, insgesamt 389,87€.

Ich bin mir dessen bewusst, dass ich die ausstehenden Raten, hätte bemerken müssen. Andererseits geht doch aus der Vorfälligkeitsklausel hervor, dass ich maximal mit 13 Monatsbeiträgen in Verzug geraten kann, da bereits nach drei rückständigen Monatsbeiträgen die gesamten Beiträge der Restlaufzeit (laut Vertrag 10 Monate) fällig wären. Meine damals minderjährige Tochter zahlte die ausstehenden Monatsbeiträge im Dezember 2014 ohne mein Wissen, ansonsten hätte ich nochmals kündigen können bis zum Ende der Vertragslaufzeit. Ich bin jedoch von einer wirksamen Kündigung ausgegangen aufgrund fehlender Lastschriften. Auch im März 2015 wurde ich nicht darauf hingewiesen, dass ich zum zweiten mal in Folge mit drei Monatsbeiträgen im Rückstand bin und diese drei plus zehn weitere, aufgrund der Vorfälligkeitsklausel, fällig sind. Darf das Studio also den Vertrag weiter laufen lassen und mich nicht über rückständige Monatsbeiträge informieren, obwohl sie laut Vertrag schon zweimal 13 Monatsbeiträge auf einmal hätten fordern müssen?

Aufgrund der Tatsache, dass ich eine Kündigung einreichte, muss ja fast davon ausgegangen werden, dass man mich absichtlich nicht informiert hat.

Vielen Dank für eure hilfreichen Antworten im voraus.

Antwort
von lohne, 55

Du hast sehr viel "verschlampt" Leider! Und hinzu kommt, dass deine Tochter bezahlt hatte. Ab da läuft die neue Kündigungsfrist. Du hättest per Einwurfeinschreiben kündigen sollen, dann hättest du einen Beweis der Kündigung. Es wird darauf hinauslaufen, dass du dir einen Anwalt nimmst.

Kommentar von Liesino123 ,

Danke für die Antwort. Rechtlich gesehen hätte meine minderjährige Tochter die Raten aber nicht bezahlen dürfen und das Studio muss ihr die 210€ auf Verlangen zurück zahlen, weil der Betrag über den Satz des Taschengeld-Paragraphen liegt. 

Ich weiß, dass ich sehr viel verschlampt habe. Von ihrer Zahlung habe ich jedoch nichts gewusst, sonst hätte ich ja noch einmal rechtswirksam kündigen können.

Mir wurde ja immer noch keine Rechnung oder Mahnung geschickt, sondern es wurde meiner Tochter telefonisch mitgeteilt, weil sie sich neu anmelden wollte. Wir sind ja beide davon ausgegangen, dass es gekündigt ist. 

Antwort
von zeytiin, 74

Wann hats du den die Kündigung eingereicht ? Aber den Betrag musst du zahlen.

Kommentar von zeytiin ,

Halt wo es bis zur Kündigung war.  Und es gibt ja eine Kündigungsfrist Frist heist z.b von 3 Monaten

Kommentar von Liesino123 ,

Ich muss den Betrag zahlen, obwohl ich niemals angemahnt/erinnert worden bin, keine vorfälligen Monatsbeiträge verlangt worden sind und das Lastschriftmandat auch nicht genutzt wurde?

Ich möchte betonen, dass laut des Vertrags, 13 Monatsbeiträge auf einmal fällig wären, sobald ich mit drei Beiträgen im Rückstand bin. Muss mich das Studio darüber informieren? Ich habe eher den Eindruck, dass absichtlich nicht gemahnt oder etwas verlangt wurde, um später mehr Beiträge verlangen zu können.

Die Kündigung existiert nicht in Augen des Fitness-Studios. Ich habe auch keine Kündigungsbestätigung, demnach ist sie nicht rechtskräftig.

Kommentar von zeytiin ,

Hm so Weit ich das kenn wen man kündigt muss man den Schlüssel auch abgeben bekommt das Geld wieder und muss die Kündigung untachreiben der besitzter unterschreibt auch beide bekommen eine Kopie .. Ja ich würd es zählen oder abmachen eine raten Zahlung es kann sowas vorkommen durch Fehler im Systeme z.b bei mir war das gleiche einmal könnten die bei mir nichts abziehen und bis jetzt hat sich um das Anliegen niemand gekümmert ich bin sogar hingegangen habe es Ihnen gesagt sie meinten es wäre trotzdem abgebucht naja mir wird bestimmt das gleiche passieren

Kommentar von Liesino123 ,

Meine Tochter hatte keinen Schlüssel. Die Kündigung wurde auf dem Postweg eingeschickt. Natürlich kann es zu Fehlern im System (fehlende Mahnung, Kündigung nicht registriert) des fitness-Studios kommen, aber warum sollte ich dafür zahlen?

Wenn eine andere Firma dir zum Beispiel bei Kartenzahlung zu viel abbucht, müssen sie es dir auch zurück erstatten.

Antwort
von Baltarsar, 40

Du kannst froh sein, dass das Studio deine Schulden noch nicht gerichtlich eingefordert hat. Ich an deren Stelle hätte schon längst das gerichtliche Mahnverfahren oder ein Inkassobüro beauftragt und die offenstehenden Beiträge eingefordert.

Da du selbst unglaublich viel verschlampt hast und keinerlei Nachweise hast, wirst wohl auch nicht mit Anwaltlicher Hilfe da rauskommen, schließlich besteht / bestand ein rechtsgültiger Vertrag der von dir gewisse Verpflichtung forderte, die du mit deiner Unterschrift bestätigt hast und zu erbringen hast. Du kannst dich jetzt eigentlich nur noch mit dem Studio in Verbindung setzen und um Ratenzahlung bitten oder den offenstehenden Betrag gänzlich überweisen.

Das Studio muss sich aber auf einen Ratenzahlungsplan nicht einlassen und kann die Offenstände komplett fordern. Mache es diesmal schriftlich und per Einschreiben und verschlamp nicht wieder alles.

Kommentar von Liesino123 ,

Dessen bin ich mir bewusst (rechtsgültiger Vertrag). In dem Vertrag steht eben, dass bei 3 rückständigen Raten, alle Raten auf einmal fällig werden für den Rest der Laufzeit. Ist diese Vorfälligkeitsklausel denn nur für mich bindend und nicht für das Studio? 

Ich bin ja bereit, die 13 Raten zu bezahlen, darüber wurde ich aber nie informiert. Hätte man mich informiert, hätte ich gewusst, dass keine Kündigung vorliegt. 

Kommentar von Baltarsar ,

Wenn denen eine Kündigung vorgelegen hätte, hätten sie sich bei dir gemeldet und zumindest bestätigt, dass dein Vertrag fristgerecht gekündigt wurde. Da sie dies nicht getan haben, muss dir bewusst gewesen sein, wenn du nicht völlig weltfremd bist, dass der Vertrag weiterhin bestand hat.

Und nein, das Studio hat sich bezüglich der Vertragsrahmenbedingungen völlig korrekt verhalten und sogar richtig anständig. Sie hätten bereits nach den ersten drei geplatzten Raten ein Insolvenzbüro beauftragen können. Darauf haben sie verzichtet, auch haben sie dir keinerlei Mahnung zukommen lassen, um dich nicht mit Bearbeitungskosten und Mahngebühren zu belasten.

Also geh dort hin und begleiche deine Schulden am besten in Bar und sprich mit denen in aller Freundlichkeit. Nicht jeder Gläubiger ist so freundlich, friedlich und geduldig. Ein solch faires und zuvorkommendes Verhalten ist heute mehr als selten anzutreffen.

Nun bist du an der Reihe deinen Vertragspflichten nachzukommen und anständig und fair zu denen zu sein.

Kommentar von Liesino123 ,

Gehen wir mal davon aus, dem Studio lag tatsächlich keine Kündigung vor. Wie lange hätte das Studio denn noch warten dürfen, bis es mich auf die offenen Monatsbeiträge aufmerksam macht? 

Auch jetzt weiß ich erst durch meine Tochter davon, dass Beiträge seit Januar 2015 offen sind, weil sie dort wegen `Neuanmeldung` angerufen hat, woraufhin es ihr mitgeteilt wurde.

Es ist also noch immer keine Mahnung/Zahlungserinnerung/Rechnung eingegangen.

Tatsache ist, dass mich Mahngebühren oder Bearbeitungskosten günstiger gekommen wären, als unzählige Monatsbeiträge.

Kommentar von Baltarsar ,

Entschuldige meine Frage, aber wie schwer von Begriff bist du eigentlich?

Das Fitnessstudio musste dich über die Offenstände gar nicht informieren, schließlich bist du einen rechtsgültigen Vertrag eingegangen, der deine Verpflichtungen auch im Falle des Nichtzahlens genau erörtert.

Kurzum, nicht das Studio hat hier etwas versäumt, sondern allein du hast versäumt deinen vertraglichen Pflichten nachzukommen.

Und sorry, für so beschränkt halte ich dich nun wirklich nicht, dass du nicht begreifst, dass, wenn keine Kündigungsbestätigung bei dir eintrudelt, der Vertrag weiterhin besteht.

Ich vermute ehr, dass du hier krampfhaft nach Fehlern des Studios suchst um dich vor deinen Vertragspflichten zu drücken.

Aber gut, nun auch nochmal für dich ganz genau geschildert. Ein Gläubiger hat genau 2 Jahre Zeit seine Forderung in schriftlicher oder mündlicher Form geltend zu machen und das in vollem Umfang. In deinem Fall hat dies der Gläubiger getan und somit ist er Fristgerecht geblieben.

Sei also lieber froh, dass das Studio die Forderung bisher erst mündlich gefordert hat. Sollten sie dazu übergehen, alles schriftlich zu machen, dürften auf dich Mahngebühren und Bearbeitungsgebühren zu kommen.

Wie gesagt, ich hätte dir bereits ein Inkassobüro auf den Hals geschickt.

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