Frage von Filonacc, 67

Wie viele Mädchen sterben jährlich an der Gebärmutterhalskrebs Impfung und wie viele werden behindert o.a?

Ich werde nächstes Jahr dagegen geimpft und habe Angst zu sterben ???

Antwort
von uteausmuenchen, 23

Hallo Filonacc,

wenn Du hier nur fragst "wie viele", stellst Du Dir offensichtlich gar nicht mehr die eigentlich entscheidende Frage: Ob das denn überhaupt der Fall ist. Das ist nämlich keineswegs belegt.

Aber der Reihe nach.

Die HPV-Impfung schützt vor bestimmten Typen sogenannter "humaner Papillomaviren". Von denen gibt es verschiedene Arten. Von einigen ist nachgewiesen, dass sie ein Hauptauslösefaktor für Gebärmutterhalskrebs sind. Allein die Typen 16 und 18 gelten als "Hochrisiko-HPV-Typen", die weltweit für etwa 70 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sein dürften. (Quelle: https://www.krebsinformationsdienst.de/vorbeugung/risiken/hpv-impfung.php)

In Deutschland sterben jährlich etwa 2,6 von 100 000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Das klingt nach sehr wenig. Bei den vielen Millionen Frauen in Deutschland ergab das aber z.B. im Jahr 2012  1617 Gebärmutterhalskrebstote (Quelle: http://www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Gebaermutterhalskrebs/gebae...)Von diesen 1617 Toten wären dann etwa 70% allein durch diese beiden Virentypen verursacht.

Zahlen aus der Praxis bestätigen das bereits wenige Jahre nach der Einführung der Impfung: In Australien ging bereits wenige Jahre nach der flächendeckenden Einführung der Impfung die Zahl der Krebsvorstufen bei Mädchen um rund 59% zurück.

Unmittelbar nach der ersten Empfehlung der Impfung in Deutschland - das ist jetzt 13 Jahre her - gab es damals Bedenken, ob bereits ausreichend belegt ist, dass die Impfung wirklich einen Schutz vor der durch diese Virentypen verursachten Gebärmutterhalskrebs ist. Im Laufe dieser 13 Jahre haben sich aber sehr viele Daten angesammelt, die die Empfehlung dieser Impfung für junge Mädchenvon Jahr zu Jahr stichhaltiger rechtfertigen.

Leider orientieren sich viele Webseitn von Impfgegnern immer noch an den längst überholten, über ein Jahrzehnt alten Daten, weil das besser in ihre Darstellung passt. Deswegen liest man leider immer noch auf derartigen Webseiten, ein Nutzen dieser Impfung wäre nicht ausreichend belegt. Die obigen Daten zeigen, dass das nicht stimmt.

Du reduzierst mit dieser Impfung also nicht Dein Krebsrisiko auf Null. Nicht einmal Dein Risiko für Gebärmutterhalskrebs - aber das Risiko für eine der häufigsten Ursachen für diesen Krebstyp wird erfolgreich ausgeschaltet, was allein in Deutschland jedes Jahr über 1000 weniger Krebstote bedeuten wird.

So viel zum Nutzen der Impfung. Jetzt zum Risiko.

Natürlich hat man auch hierfür Daten.

Wirklich häufig sind nach der Impfung Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle zu beobachten. Dir kann also die Einstichstelle ein paar Tage weh tun. Ja. Im Vergleich zu Krebs ist das harmlos.

Anders als Impfgegner das gerne behaupten, werden Nebenwirkungen von Impfungen durchaus auch in placebokontrollierten Studien untersucht.

Dabei zeigte sich bereits bei üblichen Reaktionen wie z.B. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelschmerzen oder Übelkeit kein Unterschied in der Häufigkeit bei Impf- und Placebogruppe. Dasselbe gilt für Fieber. Und - und hierum geht es in Deiner Frage - dasslebe gilt eben auch für die wirklich sehr seltenen aber eben schweren Beschwerden.

Woran liegt so etwas? Placebos verursachen doch keine Nebenwirkungen oder schwere Krankheiten?

Nein. Kleinere Beschwerden wie Kopfschmerzen ergeben sich aber durch die "böse Schwester" des Placeboeffektes, den Nocebo-Effekt: Wer nach einer Impfung Angst hat, Nebenwirkungen zu erleiden, der erhöht tatsächlich über seine Erwartungshaltung das Risiko auf leichtere Reaktionen der genannten Arten.

Bei schweren Beschwerden oder chronischen Krankheiten, wie sie im Zeitraum Jahre nach der Impfung in seltenen Fällen dokumentiert wurden, ist der Nocebo-Effekt aber nicht die Erklärung.

Das Problem hier ist, dass nicht alles, was NACH einer Impfung passiert, auch deshalb passiert. Impfgegner machen Impfungen einfach für alles verantwortlich, was der Mensch in den Wochen, Monaten oder Jahren danach erleidet. Aber so einfach ist das nicht. Man kann auch ganz unabhängig von der Impfung schwer erkranken.

So zeigte sich in einer placebokontrollierten Studie, die das Auftreten von chronischen Krankheiten bis zu vier Jahre nach Gabe des HPV-Impfstoffs oder des Placebos untersuchte, dass bei weniger Frauen in der Impfgruppe eine chronische Krankheit (3%) aufgetreten war  als in der Placebogruppe (5 %).

Natürlich wurden auch Todesfälle, die nach der Impfung auftraten, betrachtet. Hier zeigte eine Metaanalyse, dass Todesfälle gleich häufig in Impf- und
Placebogruppe auftraten. Bei keinem davon leß sich ein medizinischer Zusammenhang zur Impfung bestätigen. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17671238?dopt=Abstract)

Also: Ja, auch nach Impfungen können ernst Krankheiten auftreten. In von Impfgegnern meist nicht genannten Untersuchungen zeigt sich aber, dass diese gleich häufig auch beobachtet werden, wenn man Placebos impft. Auch weitere Studien konnten Zusammenhänge zwischen der Impfung und schwereren Erkrankungen nicht bestätigen. Sie geistern durch die Medien, weil eben aufgrund der hohen Sorgfalt wirklich alle(!) Fälle schwerer Erkrankungen, die irgendwann nach Impfungen auftreten, auch gemeldet werden.

Die Zahlen sind aber nun einmal so, dass der Nutzen der Impfung die dokumentierten Risiken bei Weitem überwiegt. Nur deshalb wird die Impfung auch von der Stiko odr dem Robert Koch-Institut empfohlen.

Du solltest vor den richtigen Dingen Angst haben: Vor dem Krebs, nicht vor der Impfung...

Grüße

Antwort
von MalNachgedacht, 31

und habe Angst zu sterben ???

Es ist weltweit seit es die Gebärmutterhalskrebs-Impfung gibt KEIN EINZIGER Fall dokumentiert bei dem jemand an dieser Impfung gestorben wäre.

Zum Vergleich:

An Gebärmutterhalskrebs selbst sterben jedes Jahr alleine in Deutschland circa 1500 Frauen.

Natürlich macht die Gebärmutterhalskrebsimpfung nicht unsterblich - und es sind schon Menschen NACH dieser Impfung gestorben - aber es ist eben wie gesagt kein einziger Fall bekannt wo jemand DURCH diese Impfung gestorben wäre.

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