Frage von bagdader, 22

Wie viele Irre, Geisteskranke, bzw. psychisch Gestörte hat eigentlich das bayerische Königshaus der Wittelsbacher hervorgebracht?

Ludwigs II. Irrsinn, seine Anfälle und Ausfälle (einen kleinwüchsigen Diener warf er beispielsweise gegen die Wand, Resultat, der Mann starb ein halbes Jahr später) sind in den zahlreichen moderneren Biografien wohl dokumentiert und bedürfen keiner weiteren Erläuterung.

Dann der Otto, des Märchenkönigs kloaner Bruader, auch er ein Fall für die Psychiatrie. Er starb, umnachtet, vor der Öffentlichkeit verborgen, 1916, auf Schloss Fürstenried, südwestlich von München. Zahlreich sind die Berichte von den Besuchen jener Kommission, die Otto alljährlich begutachtete und zum Schluss kam „Spinnt oiwei no!“. Einmal, als Otto einen seiner wenigen lichten Momente hatte, warf er der Kommission sein Frühstückstablett samt Inhalt hinten nach. Er traf den Prälaten mit der Kaffeekanne am Rücken… (Siehe u.a. der Wiki-Eintrag zu Otto)

Auch in der Familie des Kronprinzen Rupprecht, des Sohnes des letzten Bayern-Kinis Ludwig III., ging nicht alles nur rational und ’normal‘ zu, wie dessen Tochter Irmingard von Bayern in ihren Memoiren Jugend-Erinnerungen 1923–1950. EOS, St. Ottilien 2000. ISBN 3-8306-7041-9 festhält: „Ein Vetter, ein älterer Herr schien er mir, war Antonius Coburg. Seine Mutter Mathilde war eine jüngere Schwester unseres Vaters: sie hatte den etwas verrückten alten Herzog von Coburg geheiratet und ihre Kinder schlugen dem verrückten Vater nach… Antonius war unangenehm für uns und erschreckend. Er bellte, wenn er sprach, hatte ein großes herabhängendes Kinn, das auf der Brust aufsaß, strähnige dunkle Haare und eine krumme Haltung mit leichtem Buckel. Wir flüchteten bei seiner Ankunft. Er brauchte immer Geld und machte krumme Geschäfte mit noch krummeren Freunden… Antonius wurde manchmal gewalttätig, wenn er verärgert war.“

In der Rupprecht-Biografie von Sendtner liest man: „Der erste Gedanke des Prinzen war es, Marie Gabriele (seine erste Frau) wieder nach dem Süden zu bringen. Schon am 28. Juni (1912) fragte er bei Hildebrand (einem ihm nahestehenden Bekannten) an, welchen Ort er empfehlen würde. Forte dei Marmi komme diesmal nicht in Frage – wegen der traurigen Erinnerung an den Tod des Haushofmeisters. Nach Pianore zur Tante Parma wollte sie nicht – wegen der großen Geselligkeit und wegen der deprimierenden Eindrücke im Umgang mit den kretinösen Kindern (einige der 24 Kinder des Herzogs, damals schon zwischen 30 und 40 Jahre alt, waren schwachsinnig)…“ (S. 169; Kurt Sendtner, Rupprecht von Wittelsbach – Kronprinz von Bayern, München 1954)

Freilich gibt’s noch eine Reihe weitere Beispiele von irren Wittelsbachern bzw. deren anormalen Ehegatten.

Wer weiß darüber Bescheid? Bitte um zahlreiche Meldung. Danke

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