Frage von GeisterHandtuch, 104

Wie viele Bäume braucht ein wald?

Ab wie vielen, zueinander stehenden Bäumen kann man sagen, dass es ein Wald ist? Würde mich mal brennend interessieren.

Antwort
von Nomex64, 32

Was ein Wald ist wird höchst unterschiedlich definiert und ist unabhängig von der Anzahl der Bäume. Siehe:

Die gesetzliche Definition:

Nach §2 Bundeswaldgesetz:

(1) Wald im Sinne dieses Gesetzes ist jede mit Forstpflanzen bestockte Grundfläche. Als Wald gelten auch kahlgeschlagene oder verlichtete Grundflächen, Waldwege, Waldeinteilungs- und Sicherungsstreifen, Waldblößen und Lichtungen, Waldwiesen, Wildäsungsplätze, Holzlagerplätze sowie weitere mit dem Wald verbundene und ihm dienende Flächen.

(2) Kein Wald im Sinne dieses Gesetzes sind

Grundflächen auf denen Baumarten mit dem Ziel baldiger Holzentnahme angepflanzt werden und deren Bestände eine Umtriebszeit von nicht länger als 20 Jahren haben (Kurzumtriebsplantagen), Flächen mit Baumbestand, die gleichzeitig dem Anbau landwirtschaftlicher Produkte dienen (agroforstliche Nutzung), mit Forstpflanzen bestockte Flächen, die am 6. August 2010 in dem in § 3 Satz 1 der InVeKoS-Verordnung vom 3. Dezember 2004 (BGBl. I S. 3194), die zuletzt durch Artikel 2 der Verordnung vom 7. Mai 2010 (eBAnz AT51 2010 V1) geändert worden ist, bezeichneten Flächenidentifizierungssystem als landwirtschaftliche Flächen erfasst sind, solange deren landwirtschaftliche Nutzung andauert und in der Flur oder im bebauten Gebiet gelegene kleinere Flächen, die mit einzelnen Baumgruppen, Baumreihen oder mit Hecken bestockt sind oder als Baumschulen verwendet werden. Die Länder können andere Grundflächen dem Wald zurechnen und Weihnachtsbaum- und Schmuckreisigkulturen sowie zum Wohnbereich gehörende Parkanlagen vom Waldbegriff ausnehmen.

Die ökologische Definition:

Wald ist ein vernetztes Sozialgebilde und Wirkungsgefüge seiner sich gegenseitig beeinflussenden und oft voneinander abhängigen biologischen, physikalischen und chemischen Bestandteile, das praktisch von der obersten Krone bis hinunter zu den äußersten Wurzelspitzen reicht. Kennzeichnend ist die konkurrenzbedingte Vorherrschaft der Bäume. Dadurch entsteht auch ein Waldbinnenklima, das sich wesentlich von dem des Freilandes unterschiedet. Dieses kann sich nur bei einer Mindesthöhe, Mindestfläche und Mindestdichte der Bäume entwickeln.

Nach dem BWaldG gehören also auch Flächen ganz ohne Bäume zum Wald (z.B. Kahlschlag) anderseits gehören Flächen mit vielen Bäumen nicht zum Wald (z.B. Weihnachtsbaumplantagen)

Antwort
von DelhiCheese, 62

In den Staaten der Erde existieren höchst unterschiedliche Vorstellungen
darüber, was unter einem Wald zu verstehen ist. Für internationale
forst- und umweltpolitische Abkommen ist jedoch eine einheitliche
Definition des Begriffs "Wald" unerlässlich. Auf eine solche Definition
hat man sich deshalb innerhalb der Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen geeinigt. Demnach
muss ein Wald eine Mindestfläche von einem halben Hektar (5000
Quadratmeter) haben. Diese Fläche braucht nur zu einem Zehntel von
Baumkronen überschirmt zu sein. Die Anzahl der Bäume spielt in der
Definition keine Rolle.

LG

Kommentar von DelhiCheese ,

Die braucht doch kein Mnesch!?

Kommentar von GeisterHandtuch ,

Das hätte ich nicht gedacht, dass das so umständlich sei. Vielen dank für die hilfreiche Antwort!

Antwort
von hydrahydra, 66

Das kannst du sagen, wann du willst, da gibt es keine offizielle Anzahl, aber es ein Wald ist.

Antwort
von XXpokerface, 47

Es gibt keine Anzahl, wo man dann davon spricht. Wald als Forstgut kann man nicht selber festlegen, sondern wird von oben bestimmt.

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