Frage von jasminromina, 99

Wie viel Urlaubsanspruch ist zu gewähren?

Hallo zusammen,

folgender Sachverhalt:

Herr X beginnt am 01.10.2016 bei der Gemeinde Y als Angestellter im öffentlichen Dienst. TVöD gilt für diese Kommune.

Nun ist die Frage, wie viel Urlabsanspruch ihm zusteht.

Nach §26 TVöD stehen ihm jährlich 30 Tage zu. Diese sind ja zu "Zwölfteln". Somit hat er eigentlich 7,5 - also 8 Tage Anspruch auf Urlaub.

Aber der Tarifvertrag darf ja nicht schlechter als das Bundesurlaubsgesetz sein.

Dieses schreibt nämlich 24/6*5 Urlaubstage vor, also 20 Urlaubstage. Im Bundesurlaubsgesetz wird nur in ganz wenigen Ausnahmen "gezwöltelt" und somit bekäme Herr X ja 20 Urlaubstage, obwohl er nur drei Monate arbeitet. Irgendwie ist das ziemlich realitätsfremd aber laut unserem Lehrer richtig...

Könnt ihr weiterhelfen???

8 Tage oder 20 Tage?

Bitte wenn möglich mit Rechtsgrundlagen!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo jasminromina,

Schau mal bitte hier:
Recht Arbeit

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 99

Warum sollte der Tarifvertrag schlechter sein als das Bundesurlaubsgesetz? Du hast hier einen "Denkfehler" drin.

Herr X fängt im zweiten Halbjahr an und hat somit Anspruch auf 3/12 der 30 Tage. Das steht so im § 5 Abs. 1 a. Also hat Herr X in dem betreffenden Jahr 8 Urlaubstage.

Das Bundesurlaubsgesetz sagt, dass ein AN der nach Erfüllung der Wartezeit, sollte er noch bei keinem anderen AG Urlaub gehabt haben, Anspruch auf den kompletten Jahresurlaub, mindestens auf die vier Wochen Mindesturlaub hat. Die Wartezeit dauert aber 6 Monate. Das bekommt Herr X doch nicht mehr hin, wenn er nur noch drei Monate zu arbeiten hat.

Kommentar von jasminromina ,

weil das durchaus sein kann.

Kommentar von jasminromina ,

...und was ist mit der Wartezeit?
Den Urlaubsanspruch hat er ja trotzdem..

Kommentar von Hexle2 ,

Jetzt noch einmal:

Im § 5 Bundesurlaubsgesetz steht: 

"Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses hat der AN für Zeiten eines Kalenderjahres, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt."

Wenn ein AN im Oktober im Betrieb anfängt, hat er nur noch drei Monate zu arbeiten. Den vollen Urlaubsanspruch erwirbt man aber erst nach 6 Monaten (§ 4 BUrlG). Also wird gezwölftelt.

Wo ist hier das Problem? Der volle Urlaubsanspruch wird erst nach einem halben Jahr erworben. Egal ob das Bundesurlaubsgesetz oder ein Tarifvertrag Anwendung findet. Es kommen immer diese 8 Urlaubstage heraus.

Kommentar von jasminromina ,

es gibt auch Fälle, indem das Bundesurlaubsgesetz NICHT zwölftelt.

In diesen Fällen kann es arbeitnehmerfreundlicher sein als der TV.

Kommentar von Hexle2 ,

es gibt auch Fälle, indem das Bundesurlaubsgesetz NICHT zwölftelt.

Aber nicht, wenn der AN in der zweiten Jahreshälfte anfängt.

Das Bundesurlaubsgesetz zwölftelt nicht, wenn der AN nach der Wartezeit in der zweiten Jahreshälfte ausscheidet. Dann gibt es den kompletten gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub von vier Wochen.

Du solltest das BUrlG mal genau lesen und auch verstehen. Ich habe auf Deine Frage nach dem Urlaubsanspruch, wenn der AN im Oktober das Arbeitsverhältnis beginnt, geantwortet und auf nichts anderes.

Antwort
von JohnDerringer, 84

Ich kann dir zwar keine Rechtsgrundlage nennen, aber du hast schon Recht damit, dass das utopisch ist. Wenn man mal davon ausgeht, dass jemand, der 3 Monate arbeitet, 20 Tage Urlaub bekommt. Ich wurde damals im August verbeamtet und mir standen für das Jahr dann noch 10 Tage Urlaub zu. Das heißt: 30 Tage/12 Monate macht 2.5 Tage pro Monat.
2.5 * 8 (August )= 20, also 10 Tage Resturlaub.

Im deinem Fall würde ich das genau so rechnen.
2,5* 10 (Oktober )= 25
Bleiben noch 5 Tage Urlaub.

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