Frage von Brad81, 21

Wie viel Urlaubsanspruch habe ich nach meiner Kündigung?

Hallo zusammen,

ich wurde zum Ende nächsten Monats betriebsbedingt gekündigt. Eigentlich habe ich 26 Tage im Jahr Urlaub. Jetzt meine Frage; Wie viele Tage Urlaub stehen mir zu. Ich hatte eigentlich noch 10 Tage Urlaub. Wird es dann anteilig berechnet, also sprich 26/12 und dann * 10 oder stehen mir komplett die Tage zu, weil ich zum zweiten Halbjahr gekündigt wurde? Auch soll es die gesetzliche Mindestregelung mit 20 Tagen geben ( bei 5 Tage die Wochetätigkeit). Soweit ich verstanden habe, kann mein Arbeitgeber anteilig berechnen, jedoch nicht unter die 20. Ich bin mir nicht sicher. Vielen Dank im Voraus. Viele Grüße

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Familiengerd, 21

Soweit ich verstanden habe, kann mein Arbeitgeber anteilig berechnen, jedoch nicht unter die 20.

Das ist richtig, wenn es denn eine Vereinbarung zu einer anteiligen Urlaubsberechnung gibt.

Generell gilt: Wenn

> Dein Arbeitsverhältnis bei Beendigung in der 2. Jahreshälfte länger als 6 Monate bestanden hat,

> es keine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung des Urlaubsanspruchs bei unterjährigem Ausscheiden gibt und

> es im Vertrag keine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaubsanspruch gibt (z.B. durch eine Formulierung wie " Neben dem gesetzlichen Anspruch von 20 Arbeitstagen Urlaub wird ein weiterer Urlaub von 8 Tagen gewährt."),

dann hast Du Anspruch auf den gesamten vereinbarten Urlaub für dieses Kalenderjahr.

Dir steht dann allerdings kein Urlaubsanspruch bei einem neuen Arbeitgeber mehr zu - es sei denn, der Anspruch bei ihm wäre noch höher als beim jetzigen.

Das ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit entsprechender Anwendung des § 5 "Teilurlaub" Abs. 1 (Ausschluss der Bedingungen, unter denen nur ein anteiliger Anspruch auf den gesetzlichen Urlaub besteht), ist einheitliche Rechtsauffassung und durchgängige Rechtsprechung!

Die 20 Tage gesetzlicher Mindesturlaub stehen Dir auf jeden Fall zu, gleichgültig, welche vertragliche Vereinbarung es gibt.

Denn auch bei Vereinbarung einer anteiligen Berechnung darf im Ergebnis der gesetzliche Urlaubsanspruch nicht unterschritten werden.

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Wenn Dir Urlaub ausgezahlt wird und Du bist arbeitslos und hast Anspruch auf ALG 1, dann verzögert sich der Beginn der Zahlung des ALG um die Dauer des ausgezahlten Urlaubs - das ALG 1 wird also nicht gekürzt, sondern der Leistungsbeginn verschiebt sich nur um diese Zeit.

Das wird zwar oft als ungerecht empfunden, ist aber richtig und logisch, um nicht Arbeitslose zu benachteiligen, die ihren ganzen Urlaub noch in der Kündigungsfrist genommen haben: Du nimmst Deinen bezahlten Urlaub dann sozusagen nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses und vor Beginn der Zahlung von ALG 1.

Kommentar von Brad81 ,

Bei mir steht 20 plus also werden mir 4 Tage abgezogen. Vielen Dank für deine Antwort.

Antwort
von agentharibo, 15

Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt, sofern der Arbeitsvertrag nichts anderes besagt, 14 Tage zum Monatsende.

Wenn dein Urlaubsanspruch 26 Tage im Kalenderjahr ist, sind das für 2016 =

26 : 12 x 10 = 21 2/3 Tage

Den bereits genommenen Urlaub musst du davon abziehn.

Sofern der Urlaub nicht bis zum Ende der Beschäftigung genommen werden kann, ist er extra zu vergüten.

Also, such dir aus was du machen willst, Urlaub nehmen oder auszahlen lassen.

Das wäre wichtig, wenn du dich im Anschluss arbeitslos melden willst.

Kommentar von Familiengerd ,

Die Antwort ist falsch - mit Ausnahme des Hinweises auf den Entgeltungsanspruch!

14 Tage zum Monatsende

Wie kommst Du denn auf diese Frist?

Die gesetzliche Kündigungfrist bei Kündigung durch den Arbeitgeber richtet sich nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses (BGB § 622 Abs. 1 und 2).

Lediglich in der Probezeit beträgt sie  14 Tage zu einem beliebigen Datum!

Wenn dein Urlaubsanspruch 26 Tage im Kalenderjahr ist, sind das für 2016 = 26 : 12 x 10 = 21 2/3 Tage

Die Berechnung ist falsch, wenn es keine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung gibt; dann besteht Anspruch auf den gesamten vereinbarten Jahresurlaub, sofern das Arbeitsverhältnis bei Beendigung in der 2. Jahreshälfte länger als 6 Monate bestanden hat.

Also, such dir aus was du machen willst, Urlaub nehmen oder auszahlen lassen.

Das ist keine Frage des "Aussuchens"!

Urlaub darf grundsätzlich nur dann ausgezahlt werden, wenn er wegen der Beendigung des Arbeitsverhältnisses aus dringenden betrieblichen Gründen ganz oder teilweise nicht mehr genommen werden kann!

Kommentar von Brad81 ,

@agentharibo: Stimmte so nicht, aber dennoch danke :-)

@familiengerd: Stimme ich zu. Danke für deine Antwort.

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