Frage von ErdbeerCookie92, 89

Wie viel Urlaub steht mir in diesem Fall noch zu?

Hi zusammen :)

Ich trete am 01. November meine neue Arbeitsstelle an und freue mich extrem darüber.

Bevor ich mit meinem Chef meinen Plan über die Verwendung des Resturlaubs bespreche, wäre es super, wenn mich jemand über die rechtlich korrekte Situation aufklären könnte.

Ich dachte immer, dass einfach die Anzahl der Urlaubstage laut Vertrag durch 12 geteilt wird und das dann anteilig berechnet wird... Aber nachdem ich etwas rumgelesen habe, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob das wirklich so einfach ist...

Es sieht so aus:

-Jahresurlaub insgesamt: 27 Tage 

-Resturlaub, den ich noch aus 2015 übrig hatte: 2,5 Tage

-Bisher genommen: 22 Tage

So.... Kann mir jemand sagen, ob mir jetzt im Oktober beim aktuellen Arbeitgeber noch etwas zusteht und wenn ja, wie viel?

Vielen lieben Dank im Voraus! :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, Arbeitsrecht, Kündigung, 38

Was steht denn zum Urlaubsanspruch im Arbeitsvertrag? Gibt es dort eine "Zwölftelregelung" oder gilt ein entsprechender Tarifvertrag?

Wenn kein Tarifvertrag mit Zwölftelung des Urlaubs angewendet wird und es im Arbeitsvertrag nichts zur Zwölftelregelung gibt, stehen Dir für dieses Jahr die kompletten 27 Urlaubstage zu.

Mit dem Resturlaub vom letzten Jahr hat das nichts zu tun. Wenn die in die genommenen Urlaubstage eingerechnet sind, ziehst Du sie wieder ab.

Sollte es eine Zwölftelung des Urlaubs geben, hast Du Anspruch auf 10/12 der 27 Jahresurlaubstage. Das sind 22,5 Urlaubstage die nach § 5 Bundesurlaubsgesetz auf 23 Urlaubstage aufzurunden sind.

Wenn Du Anspruch auf den kompletten Jahresurlaub hast und diesen in Anspruch nimmst, braucht Dir Dein neuer AG aber keinen Urlaub mehr für dieses Jahr geben. Ausnahme wäre nur wenn es im neuen Betrieb mehr Urlaub gibt. Dann müsste dieser anteilig auf die restlichen zwei Monate in diesem Jahr gerechnet werden.

Kommentar von ErdbeerCookie92 ,

Vielen Dank! :)

Der Arbeitsvertrag ist allgemein sehr spärlich ausgeführt, da steht nichts von einer Zwölftelregel soweit ich weiß. (Schau ich aber vorsichtshalber nochmal nach)

Na, dann muss ich jetzt mal überlegen, wie ich das meinem Chef verklickere, dass ich meine 27 Urlaubstage voll nehmen will :D Denn bisher hat JEDER Arbeitgeber das immer anteilig umgerechnet, bei allen, die ich kenn... Scheint wohl die gesetzliche Regelung nicht so bekannt zu sein oder die Chefs versuchens mal,einem den Urlaub so kurz wie möglich zu halten ;)

Im neuen Job hab ich dann nichts mehr, aber egal. :)

Kommentar von Hexle2 ,

Es ist wohl richtig dass einigen Arbeitgebern der Anspruch auf den vollen Jahresurlaub bei Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte (wenn man schon länger als sechs Monate gearbeitet hat und bei keinem anderen AG schon Urlaub genommen wurde) nicht bekannt ist.

Ich weiß allerdings auch von AG die die Regelung kennen aber die Unkenntnis des AN voraussetzen um nicht den kompletten Jahresurlaub gewähren zu müssen.

In vielen Tarifverträgen und Arbeitsverträgen gibt es inzwischen die Zwölftelregelung aber ohne diese gilt die gesetzliche Bestimmung nach dem Bundesurlaubsgesetz.

Dass Du dann beim neuen AG dieses Jahr keinen Urlaubsanspruch mehr hast dürfte nicht so schlimm sein. In den verbleibenden zwei Monaten gibt es ja auch noch einige Feiertage ;-))

Kommentar von ErdbeerCookie92 ,

Danke :)

Ja eben, im Dezember sind ohnehin viele Feiertage und vielleicht hat ja das Unternehmen da auch mal zu ;) . (Und wenn nicht, ists auch egal. Im neuen Job ist man ja meist noch motiviert :D) Und die Unkenntnis ist in dem Fall vielleicht auch eher von Vorteil.

Ich kenne nämlich auch keinen Arbeitgeber, der nach einem Jobwechsel jemals gefragt hat, wie viel Urlaub man noch übrig hat. Auch da gabs den Urlaub bisher immer Anteilig ;)

Kommentar von Hexle2 ,

Dann wünsche ich Dir mal alles Gute im neuen Job und wenn der neue AG nicht nach der Urlaubsbescheinigung fragt und Dir Urlaub gewährt ist das ja für Dich auch nicht schlecht.

Kommentar von Familiengerd ,

@ ErdbeerCookie92:

Die Antwort von Hexle2 ist vollkommen korrekt!

Rechtsgrundlage ist das Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit § 5 "Teilurlaub" Abs. 1, der in den Buchstaben a, b und c abschließend die Fälle benennt, in denen lediglich ein Teilurlaub zu gewähren ist.

Die Voraussetzungen für lediglich Teilurlaub treffen auf Dich nicht zu, so dass Dir der volle vereinbarte Jahresurlaub, mindestens aber (je nach vertraglicher Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung/"Zwölftelung") der volle gesetzliche Urlaub zusteht.

Kommentar von ErdbeerCookie92 ,

Vielen Dank euch! Dann werd ich mir mal überlegen,wie ich das Thema anschneide, ohne dass es in nem Streit endet, wer jetzt recht hat ;)

Kommentar von Hexle2 ,

 ohne dass es in nem Streit endet, wer jetzt recht hat ;)

Wir streiten nicht, wir tauschen uns nur aus ;-)

Ich hatte so einen Fall übrigens letztes Jahr innerhalb der Familie. Da wollte der AG einem AN der im August in Rente ging auch nicht den kompletten Jahresurlaub bezahlen obwohl es keine Zwölftelregelung im Arbeitsvertrag gab und auch kein Tarifvertrag Anwendung fand.

Als in der letzten Abrechnung der Resturlaub nicht komplett bezahlt wurde, habe ich eine Mahnung mit Fristsetzung geschrieben und dem AG mitgeteilt, dass Klage erhoben wird, falls zum genannten Termin kein Zahlungseingang zu verzeichnen wäre.

Nach vier Tagen kam ein Brief mit einer Entschuldigung dass das ein Versehen gewesen sei (wer's glaubt) und selbstverständlich alles nachbezahlt und eine neue Endabrechnung erstellt wird.

Das nur mal zur Info.

Kommentar von ErdbeerCookie92 ,

Haha, das mit dem Streit war auf mich und mein Chef bezogen ;) Hier darf gerne diskutiert (/sich ausgetauscht) werden, dafür ist die Kommentarfunktion ja da;)

Ich wollte die Firma eigentlich im guten verlassen (man sieht sich ja schließlich immer 2 mal im Leben und man weiß ja nie, wofür es gut ist) aber mal schauen :D Wegen den paar Tagen nen Streit riskieren wäre es irgendwie nicht wert...

Kommentar von Hexle2 ,

Alles Gute

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen.

Antwort
von kabatee, 29

Heuer steht dir der ganze jahresurlaub zu!

Kommentar von ErdbeerCookie92 ,

Der gesetzliche Mindestanspruch oder der vertraglich vereinbarte?
Habe beides schon gehört :)

Antwort
von AnnaStark, 42

Beim neuen Arbeitgeber hast Du nur auf 5 Tage Anspruch  (27/12*2 aufgerundet)

Den alten Urlaub muss Dir der letzte Arbeitgeber auszahlen.

Kommentar von ErdbeerCookie92 ,

Auch hier: Sorry, ich hab mich missverständlich ausgedrückt.Ich rede davon, wie viel mir im Oktober, beim aktuellen AG noch zusteht :-)

Kommentar von AnnaStark ,

Okay, dann 23 Tage gesetzlich, und aus Kulanz evtl. noch den aus 2015. Wenn keine Vereinbarung existiert, muss er es aber nicht geben, da dieser normalerweise am 31. März verfallen ist.

Wenn nicht alle Tage genommen werden können, muss der Rest ausbezahlt werden.

Wenn Du die 27 Tage schon genommen hättest, bräuchtest Du aber nichts mehr zurückzahlen

Kommentar von ErdbeerCookie92 ,

Ich hatte im März die 2,5 Urlaubstage schon voll, in dem Fall sollten die nicht verfallen sein.

Danke :)

Aber das widerspricht ja jetzt wieder dem, was Hexle2 sagt. (23<-->27)

Kommentar von Hexle2 ,

Aber das widerspricht ja jetzt wieder dem, was Hexle2 sagt. (23<-->27)

Ich bin mir aber bei meiner Antwort sicher dass sie stimmt.

Kommentar von AnnaStark ,

Nee, das widerspricht sich nicht zu Hexle. Wenn Du die 27 nehmen könntest, wäre es Rechtsanspruch, beim neuen AG aber dann nichts mehr. Aber da heute der 4.Okt. ist, wird das kaum gehen, somit kommen die 23 Tage, die Du auf jeden Fall nehmen könntest.

Antwort
von TheAllisons, 66

Ich würde mir nicht schon bevor du eine Arbeit antrittst, Gedanken über den Urlaub machen, das kommt mit Sicherheit nicht so gut beim AG an.

Kommentar von ErdbeerCookie92 ,

Sorry, ich rede vom aktuellen Arbeitgeber, also jetzt im Oktober noch :-)

Beim neuen lass ich das auf mich zukommen

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