Frage von ptsch42, 94

Wie viel Umsatzsteuer und wie viel Steuern auf den Gewinn?

Hallo, ich bin als Sportfotograf nebenberuflich für eine Zeitung unterwegs und stehe gerade vor einem kleinen Problem. Ich habe in 2015 4.100 € eingenommen und 1.600 € für Ausrüstung ausgegeben, von diesen waren nur ca. 480 € inkl. 19% MwSt. (also ca. 78€). Ich selber stelle der Zeitung auch 7% MwSt. in Rechnung, weil ich bis Ende 2014 noch ein Handelsgewerbe betrieben hatte und damals die Fotografie nebenbei ausübte. Frage A: Muss ich die 7% auch weiterhin in 2016 in Rechnung stellen? Als Kleinunternehmer ist man ja davon befreit. Frage B: Mit welcher Nachzahlung kann ich für 2015 ca. rechnen? Kann hier noch Abhilfe geschaffen werden?

Ich wäre Euch sehr dankbar. Habe da noch nie durchgeblickt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 55

   Als Kleinunternehmer ist man ja davon befreit.

Falsch, sie wird nicht erhoben.

    Muss ich die 7% auch weiterhin in 2016 in Rechnung stellen?

Nein, denn ab 2016 bist Du Kleinunternehmer, aber Du solltest optieren. Für Die Zeitungen, die ja alle Umsatzsteuer zahlen udn Vorsteuer abziehen können, ist es egal, ob Du denen 200,- Euro, oder 200,- + 19 % = 38, also 238,- Euro berechnest. Aber Du hast dadurch Vorsteuerabzug. Also auf jeden Fall einen positiven Effekt.

Wieviel Steuer Du auf den Gewinn zahlst, kommt auf Dein Einkommen aus der Haupteinnahmequelle an.

Kommentar von ptsch42 ,

Was meinst mit Vorsteuerabzug und den positiven Effekt?

Wenn wir einfach mal 2.500€ Monatsbruttolohn annehmen?

Kommentar von wfwbinder ,

   Was meinst mit Vorsteuerabzug und den positiven Effekt?

Ist es kein positiver Effekt, wenn für Dich alle Kosten udn Anschaffungen für den Betrieb durch den Vorsteuerabzug billiger werden? Wenn Anfang des Jahres meine neuen Mac's kommen, spare ich dadurch mal eben 1.150,- Euro. ist das kein positiver Effekt?

Du schreibst es doch selbst, der Ausrüstungsgegenstand kostet Dich statt 480,- Euro nur 402,- Euro, weil Du 78,- abziehen kannst. Einfach verdientes Geld.

Dazu müsste man Deinen Gewinn ermitteln. 4.100,- Einnahmen, ist vermutlich inkl. Umsatzsteuer.

Aber die 1.600,- Anschaffungen, sind das alles GWG, die gleich abgeschrieben werden können, oder sind die auf die Nutzungsdauer zu verteilen?

Was gab es sonst für Kosten? Speicherkarten, oder Filme, je nach System. Fahrtkosten, Bürobedarf, usw. usw.

Falls 3.000,- Gewinn übrig bleibt, wären es ca. 800,- Euro Einkommensteuer.

Kommentar von ptsch42 ,

Jetzt verstehe ich was Du damit gemeint hast. Das ist natürlich ein positiver Effekt.

800 Euro Einkommenssteuer, ausschließlich für die Sportfotografie oder gesamt? Ich muss dazu sagen, dass ich erst seit 6 Monaten im festen Angestellten-Verhältnis stehe mit 2.500 Monatsbrutto-Gehalt. Kann man dagegen etwas Abhilfe schaffen, wenn ich mir jetzt z. b. am Montag (noch 2015) ein neues Objektiv kaufe i. H. v. 1.800 € inkl. MwSt.?

Kommentar von ptsch42 ,

Ja 4.100 Euro sind inkl. 7% Umsatzsteuer.

Ich hatte mir ein gebrauchtes Objektiv für 550 Euro, eine Kamera für 475 Euro und ein neues Objektiv für 460 Euro gekauft. alle anderen Sachen pendeln zwischen 10 und 80 Euro.

Kommentar von wfwbinder ,

die 800,- sind natürlich nur das, was zusätzlich entrichtet werden müsste. Du zahlst ja schon über 300,- Monat an Lohnsteuer.

Ausserdem, wenn die 2.500,- nur für 6, oder 7 Monate gelten ist das schon wieder ein neuer Sachverhalt und man muss fragen, was vorher war (ALG I, steuerfrei aber Progressionsvorbehalt, oder ALG II steuerfrei, kein Progressiosnvorbehalt).

Ein Objektiv ist nicht einzeln nutzbar, sondern wird mit der zugehörigen Kamera abgeschrieben.Ein Kauf im Dezember nur mit 1/12 des Jahresbetrages. Daher nahezu wirkungslos.

  Ich hatte mir ein gebrauchtes Objektiv für 550 Euro, eine Kamera für 475 Euro und ein neues Objektiv für 460 Euro gekauft.

Wird alles zusammen auf 3 Jahre abgeschrieben.

   alle anderen Sachen pendeln zwischen 10 und 80 Euro.

Da kommt auch einiges zusammen. Auch an den betrieblichen Anteil von Telefon und Internet gedacht?

Kommentar von ptsch42 ,

Zum postiven Effekt des Vorsteuerabzugs müsste das neue Objektiv doch was bringen. Eingenommen 300€ (7% MwSt) und ausgegeben (300-350€ 19% MwSt). Oder?

Kommentar von wfwbinder ,

Stimmt. Aber immer daran denken die Umsatzsteuer aufzuschlagen. wenn die Arbeit 300,- Wert ist, dann 300,- + 21,- = 321,-. Für den Auftraggeber ist es egal 300,- netto (Kleinunternehmer), oder 321,- mit Steuerausweis.

Kommentar von ptsch42 ,

Verstehe ich das richtig: den Vorsteuerabzug kann ich nur geltend machen bei Sachen, die auch in Verbindung mit der Fotografie stehen, auch als Privatmann?

Als Kleinunternehmer ist auch eine Meldung beim Finanzamt ausreichend und die Gewerbeanmeldung nicht erforderlich?

Kommentar von wfwbinder ,

Nun verwirrst Du mich.

Vorsteuerabzug natürlich nur für die Dinge, die mit dem Betrieb zu tun haben. Aus einem neuen Toaster für die Küche, kannst Du natürlich keine Vorsteuer ziehen.

Die Frage "Kleinunternehmer" udn Gewerbeanmeldung hat nichts mit einander zu tun. Kleinunternehmer ist ein Begriff aus der Umsatzsteuer und ist nur eine Frage der Umsatzhöhe, wobei man eben auf diese Vergünstigung verzichten kann, was ich Dir rate.

Gewerbeanmeldung, oder nciht, ist eine Frage, ob man ein Gewerbe ausübt, oder einen freien Beruf. Bei Dir wäre beides möglich. Ein Fotograf im Sinne von Hochzeitsfotos udn Passbildern betriebt ein Gewerbe.

Da wo es mehr um Kunst geht, ist es freier Beruf.

Kommentar von ptsch42 ,

Es ist eine freie Journalisten-Tätigkeit ... Es ist in dem Sinne kein Betrieb.

und wenn ich mir mehrere Sachen kaufe, die preislich zwischen 151 und 409€ liegen? Schmälert meinen Gewinn und entlastet die zu entrichtende Umsatzsteuer?!

Kommentar von wfwbinder ,

Journalist ist ein Katalogberuf nach § 18 EStG, also freier Beruf, somit keine Gewerbeanmeldung.

Stimmt, Sachen unter 410,- Euro netto sind sofort abzugsfähig, müssen aber einzeln nutzbar sein. Vorsteuer ist abzugsfähig, wenn die Rechnung ordnungsgemäß ist.

Kommentar von ptsch42 ,

Einzeln nutzbar ist in der Fotografie eigentlich fast nichts... gilt die Grenze von 150 bis 410 oder kann alles unter 410€ sofort abgeschrieben werden?

Kommentar von wfwbinder ,

Hast Du einen zweiten Kamerabody?

Ich würde einfach gegenüber dem Finanzamt die Theorie aufstellen, dass man es nciht klar zuordnen kann.

Ausserdem kann es ja klappen, dass Du nicht gefragt wirst. Ich würde bei den GWG keine Liste mitgeben, sondern abwarten, ob gefragt wird.

Kommentar von ptsch42 ,

Ich habe zwei Bodys und mehrere Objektive. Im Vergleich zu anderen Fotografen ist meine Ausrüstung mickrig :)

Antwort
von wurzlsepp668, 59

wer Umsatzsteuer auf seinen Rechnungen ausweist, schuldet diese auch ....

somit KEINE Abhilfe möglich

Kommentar von ptsch42 ,

Ich meinte Abhilfe im Sinne von Ausrüstung dazu kaufen...

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