Frage von RenaUchiha, 228

Wie viel Startkapital sollte man vor einem Hauskauf/bau haben?

Mein Freund und ich sind seit längerem Berufstätig mit ganz guter Bezahlung. Ich zahle fleißig meinen Studienkredit ab und in etwa 3-4 Jahren sollte er (24 000€) auch komplett abgezahlt sein.

Jetzt ist die Frage: Wenn man sich ein Haus kaufen möchte, wie viel Startkapital sollte man zuvor haben? Ich habe einmal gehört man sollte 1/3 des Hauspreises parat haben. Stimmt das?

Wie läuft das mit Hausbau? Gibt es eine Möglichkeit, wie man Baupannen verhindern kann? Bei den meisten meiner Verwandten und Freunde, die ein Haus bauen ließen gab es entweder beim Fundament oder bei Türen und Zimmeraufteilung Probleme.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Interhyp, Business Partner, 130

Hallo RenaUchiha,

vielen Dank für Deine Frage.
Grundsätzlich empfehle ich Euch zumindest die Kaufnebenkosten als Startkapital zu haben. Hierzu zählen die Grunderwerbsteuer (je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 6,5 % vom Kaufpreis), die Notar- und Grundbuchkosten (pauschal 2 % vom Kaufpreis) sowie gegebenenfalls Gebühren für einen Makler (Provisionen werden vom Makler unterschiedlich hoch angesetzt).

Weitere 5 – 10% des Kaupreises als Eigenkapital bringen Euch einen deutlich besseren Zinssatz mit sich. Denn bei Finanzierungen ohne oder mit wenig Eigenkapital ist mit höheren Zinskosten zu rechnen, da die Bank grundsätzlich eine verminderte Sicherheit hat. Die meisten Banken gehen davon aus, dass der Marktwert maximal dem Kaufpreis der Immobilie entspricht und finanzieren ungerne darüber hinaus.

Unter nachfolgemden Link findet Ihr weitere Tipps zum Eigenkapital in der Immobilienfinanzierung: http://www.interhyp.de/bauen-kaufen/tipps-zur-finanzierung/eigenkapital.html

Ich empfehle Euch für eine konkrete Beratung und individuelle Angebote ein Gespräch mit Eurer Hausbank oder eine Beratung durch einen unabhängigen Immobilienfinanzierungsvermittler.

Bezüglich Eurer Frage zu etwaigen Baupannen empfehle ich Euch, Gespräche mit Verwandten und Freunden zu führen, um von den dortigen Erfahrungswerten zu profitieren. Des Weiteren sollte der Bau durch einen erfahrenen Architekten begleitet werden. Sofern Ihr ein Fertighaus baut, achtet bitte darauf, dass diese über die gängigen Zertifikate und einen deutschen Sitz verfügen. Auch Listen von Fertighaus-Verbänden können hilfreich für Euch sein. Unter dem nachfolgenden Link findet Ihr weitere Tipps zum Bau: http://www.interhyp.de/bauen-kaufen/tipps-zur-immobilie/

Ich hoffe, ich habe Euch hiermit weiterhelfen können,

Viele Grüße
Lukas Klimowitsch
Interhyp AG

Antwort
von Iceboone, 119

Ich staune immer wenn soviele Antworten schon dort stehen und eigentlich keiner wirklich auf die Frage eingeht.

Die klassiche Antwort hier wäre: "es kommt darauf an".

Es ist eine Finanzierung ohne Eigenkapital möglich, ob das sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt. Die Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notarkosten eventuelle Maklergebühren sollte man schon selbst bezahlen können. Ab 15% Eigenkapital kann man schon so einiges erreichen.

Dann stand im Raum, dass KFW als Eigenkapital zählt. Vorsicht. Das ist nicht grundsätzlich so. Viele Banken machen das so, aber es gibt auch andere.

Die Höhe des Eigenkapitals hat bei der Finanzierung nur einen Efffekt. Die Höhe des Zinssatz wird hierdurch bestimmt. Manche Banken gehen halt sehr hoch mit im Risiko, andere wiederum lassen komplett die Finger davon.

Ich kann nur den Tip geben nicht nur für die Kondition sein ganzes Eigenkapital in die Finanzierung zu stecken. Man sollte immer eine Reserve behalten und die sollte man auch ansparen.

Unabhängigen Berater suchen und ab dafür.

Ab dem 21.03.2016 tritt eine neue Richtlinie in Kraft. Die Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Dort gibt es einiges an Veränderungen. Dort muss dir die Bank oder der Berater seine Produktpartner, die Finanzierungsrahmenbedingungen und einiges mehr vorab aushändigen.

Dann siehst du welche Bank welche Zinsbindung anbietet. Welche Tilgungsvarianten und -Höhen angeboten werden,

So wirst du sicherlich schon schlauer was deine Frage angeht.

Allerdings sollte  man überlegen den Studienkredit schnellstmöglich loszuwerden, da der Zins unterm Strich deutlich mehr kostet als dir ein EIgenkapitalaufbau bringen kann. Also Rücklagen bilden drei bis sechs Monatskosten als Puffer aufbauen und dann alles in den Kredit.

Danach Eigenkapital für eine Finanzierung aufbauen.

Mehr lässt sich aus deiner Frage nicht wirklich an sinnvollen Tipps ableiten ;)

Kommentar von RenaUchiha ,

Vielen Dank für die Hinweise, das bringt mich schon einmal ein ganzes Stück weiter. Der Studienkredit ist zum Glück in meinem Fall mehr eine private Abzahlung, das heißt es gibt keine Zinsen und ich kann selbst entscheiden wann ich wie viel davon zurückzahle. Natürlich möchte ich es trotzdem so schnell wie möglich vom Tisch haben.

Antwort
von Detlef32, 72

Zur Frage des Eigenkapitals gibt es ja schon eine Menge Hinweise.
Ich möchte hier ein paar Sachen zu den "Baupannen" anbringen.

Ich habe bei einem Neubau oder großer Modernisierung noch nie erlebt das es ohne Zusatzkosten abging. Das liegt einerseits an optimistischen Schätzungen von Handwerkern oder auch an Dingen die man erst merkt wenn man im Detail steckt und die auch ein guter Handwerker nicht vorher sehen konnte.

Optimistische Schätzungen kommen von Dingen wie: Der Handwerker schätzt tief weil er zu wenig Erfahrung hat oder den Auftrag unbedingt erhalten möchte oder keine Zeit für eine genaue Analyse bekommt oder sich nimmt. 

Der zweite Faktor sind Dinge die einfach schlecht planbar sind. Wie z.B. wie ist wirklich der Untergrund wie ist das Wetter zur Bauzeit wie ziehen sich Sachen hin aufgrund von Lieferschwierigkeiten oder ein Subunternehmer fällt teilweise oder vollkommen aus und es muss Ersatz gesucht werden. Das kann die Schuld des Subunternehmers sein oder einfach nur Pech weil er z.B. krank wird. Und dann natürlich die Leitung im Boden die man vorher nicht gesehen hat oder die Durchfahrt für Dinge ist versperrt oder oder oder.

Dann gibt es noch den Einfluss des Bauherren. Man kann nicht alles genau planen weil es halt noch keine 3D Welt gibt in der man virtuell durch alle Räume laufen kann. Also werden Dinge vergessen oder es ändern sich Anforderungen im Laufe der Bauzeit.

Ich habe in den letzten Jahren ein Haus von Grund auf restauriert (restaurieren lassen) und hatte 10% Puffer in meinen Geldplan eingebaut - jetzt nach Fertigstellung habe ich 30% gebraucht. Mal lagen die Dinge schief und es war teuer drum herum zu bauen, mal waren die Kosten für die Anbindung von Strom teurer weil sich Anforderungen geändert haben mal hatte ich Sonderwünsche die ich erst gesehen habe als ich durch halbfertige Räume ging.

Also ich kann bei knappen Eigenkapital nur von einem Bau abraten. Dann wäre eine Bestandsimmobilie bei der nur absehbare Sachen erst mal renoviert werden müssen wesentlich sicherer. Dort kann man meist innerhalb von ein paar Monaten einen bewohnbaren Status herstellen und erst mal wohnen, leben und sich finanziell erholen. Und dann kann ich mir in 10 Jahren immer noch meine Idealimmobilie bauen lassen.

Ach so - nicht aus eigener Erfahrung - aber auch beim Fertighausbau habe ich schon einiges an kostenträchtigen Problemen gehört. Oder besser gesagt ich habe noch nie erlebt, dass ein Neubau fristgerecht und im Geldplan gebaut wurde.

Kommentar von RenaUchiha ,

Super, vielen dank! Das erklärt zumindest einiges und leuchtet ein.

Antwort
von MsMaST, 105

Ich habe mich neulich zum Thema Hauskauf beraten lassen, da war von 20% Eigenkapital die Rede. Was ich nicht wusste war, dass auch Bausparverträge als "Bargeld" zählen. Die löst du natürlich nicht auf, sondern die werden nur angerechnet. Wenn du dann deine Raten nicht zahlen kannst und die Bank das Haus versteigert, gehören die Verträge leider auch der Bank.

Beim Hausbau kann ich dir leider nicht helfen.

Antwort
von nestler500, 92

Optimal ist natürlich, wenn du so viel übrig hast, dass du das Haus in einer Summe bezahlen kannst. Alternativ ist ein Drittel als Anzahlung schon ganz gut.

Antwort
von GregDaCrack, 100

Richtig, beim aktuellen Zinsniveau bekommst du selbst 100% Finanzierungen zu super Konditionen. Suche dir aber dennoch ein Angebot, wo du möglichst lange Zinsgarantie bekommst.

Auch wenn der nette "Bankberater" der eigentlich ein Verkäufer ist dir was anderes empfiehlt. Du kannst dir gerne mal ausrechnen wie stark sich der monatliche Abtrag bei nur 1% Zinsdifferenz bereits ändert.

Denke du wirst überrascht sein. Umso wichtiger den Zinssatz möglichst lange sicher zu haben, denn wenn der nach 10 Jahren plötzlich von 1,7% auf 5% geht, schauen viele plötzlich wie ein Eichhörnchen.

Mfg

Antwort
von schelm1, 65

15 % bis 25 % des Gesamtvolumens sollten da sein!

Antwort
von rommy2011, 91

deshalb ist es immer einfacher ein bereits fertiges haus zu kaufen, 20 % eigenkapital ist nicht schlecht, da du aber kfw mittel bekommst (50T€) gelten diese bei der bank auch als eigenkapital. bei den heutigen zinsen kann man sich auch eine 100%-finanzierung leisten und dann eine möglichst lange laufzeit vereinbaren. in der zwischenzeit kann man ansparen und sonderzahlungen einbringen. nutze die günstigen zinsen - so billig wirds nicht so schnell wieder.

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