Frage von Urlewas, 165

Wie viel sollte ich für die Anschaffung eines geeigneten Pferdes rechnen?

so ab und zu denke ich nun doch darüber nach, ein eigens Pferd anzuschaffen. Den Aufwand des Unterhalts kenne ich zur Genüge, auch was Sattelzeug und dergleichen kostet, weiß ich. Was ich nicht weiß, ist: - wie viel eine große Ankaufsuntersuchung kostet und was diese beinhaltet - was bezahlt man für ein Pferd, welches noch rüstig mit 16, 17 Jahren aus dem Sport ausscheidet. Ich würde mir ein Pférd wünschen, was auf L - Niveau ausgebildet ist ( springen oder Dressur ist egal) und keine größeren Macken hat ( also schmiede - und verladefromm, geländetauglich). Wieviel Geld müßte ich in die Hand nehmen, um da realistisch ein ordentliches Pferd zu bekommen? ( falls man grade so eines findet😉) Und wie viel dürfte so ein Pferd dann noch kosten, wenn es doch schon ein paar Zipperlein hat, oder in gutem Zustand noch ein wenig älter ist?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 58

16/17 ist ja nun noch kein allzu hohes Alter - da laufen bei uns die Pferde gerade noch die besten Dressuren. Lipizaner werden da erst reif.

Man kann gut Suchen - die Preise können von 2000 Euro bis ca. 8000 Euro reichen. Manche geben Pferde wie in deiner Vorstellung alleine deshalb ab, weil sie keinen Blumentopf mehr gewinnen und man sie "austauscht" gegen besseres Material. An die kommt man teilweise super günstig.

Realität bei einem 16 jährigen Pferd, das aktuell noch L geht liegt ca. bei 6000 Euro.

Zipperlein würde ich mir prinzipiell nicht mit einkaufen. Das meiste das Pferde in diesem Alter und dieser Dressurhistorie haben sind Arthrosen - oft Halswirbelarthrosen, die dir das zukünftige Reiten nicht gerade spassig machen werden.

Wie immer ist der Ankaufspreis eigendlich das minimalste. Selbst wenn man 10000 Euro für ein Pferd liegen lässt so bleiben doch die monatlichen Kosten die selben. Oft wird das Pferd mit den schon eingekauften Zipperlein, aber das teuerste sein.

Hier mal 2 Beispiele:

http://www.ehorses.de/search?dum=dum&warmblut=ON&dressurpferde=ON&ab...;cy=EUR&UmkreisPLZ=7&Alter=14&AlterBis=24&Stockmass=144&StockmassBis=185&SuchPreisMax=999999999&Land=4&Umkreis=100

Kommentar von friesennarr ,

Must den ganzen Link kopieren und in die Adresszeile einfügen. Da sind dann auch noch ein paar andere dabei.

Die kleine AKU kostet 250 Euro ca. Die große AKU kostet 250 Euro plus ca. 30 Euro pro Röntgenbild - also bei 10 Bildern kommen da noch 300 Euro dazu.

Kommentar von Urlewas ,

Danke schön - das sind mal solche Zahlen, um die ich gebeten hatte. Also ein Pferd, das noch L geht, kostet um die 6000€.

Muss nahcher mal sehen, ob ich das mit dem Link hinbekommen, danke jedenfalls für die Mühe!

Wenn das gute Tier dann schon, sagen wir mal, 1 Jahr aus dem Sport raus ist, weil der Turnierreiter schon ein neues Pferd hat und sich noch nicht gleich vom alten trennen konnte, was dürfte  ich dann vielleicht  noch abziehen...? 

Ich wäre mal davon ausgegangen, dass ich für ein Pferd, wie ich es mir vorstelle, 3-4 000 € brauche. Demnach ist das fast eine wenig knapp, und ich muss eher mit 5 rechnen..?

Eine Kaufempfehlung brauche ich eigentlich weniger.. Ist mir schon klar, dass man bei einem jungen Pferd den Beritt, und bei einem älteren mit mehr Tierarzt oder Ostepathen rechnen muss...

Ich bin auch noch nicht sicher, ob ich ein Pferd anschaffe, aber ich würde mich ganz bewusst für einen " Proffessor " entscheiden. 

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 76

Die wenigsten möchten ja eigentlich ein so altes Pferd. Meist steht ja der Grundgedanke im Raum, möglichst lange Freude am eigenen Pferd zu haben. Mit 16,17 sind viele Pferd noch sehr fit. Aber schon mit 19, 20 gelten sie als Senioren, denen nicht mehr so viel zugemutet werden kann oder auch darf. 

Von einem "Professor" kann man herrlich lernen und wenn es für einen selber O.K. ist, dass das Pferd unter Umständen nur noch 2-4 Jahre voll reitbar ist und danach dann entweder auf die Seniorenweide geht, oder aber nur noch eingeschränkt bewegt werden kann, dann ist ein erfahrenes Pferd als erstes eigenes Pferd keine schlechte Option.

Nur sollte man darauf achten, dass das erfahrene Pferd eben keine richtigen  Zipperlein und Krankheit-Vorgeschichten hat. Denn daraus werden unter Umständen deutlich größere Sachen, die bis hin zur Unreitbarkeit gehen können. Normaler altersgerechter Verschleiß ist nicht auszuschließen, aber wenn die Hufrolle zum Beispiel schon feine Kanälchen hat, das Gleichbein Veränderungen aufweist, der Rücken deutlich gesenkt ist, Arthrose schon sichtbar oder sogar Spat, dann ist davon auszugehen, dass sich die Freude am eigenen Pferd in Grenzen halten wird und man den Tierarzt unter Umständen öfter sieht, als es dem Konto gut tut.

Was den Preis eines solchen Pferdes angeht, so divergiert dieser ziemlich und hat auch immer was damit zu tun, ob sich in dem Moment "die Richtigen" finden. Mitunter geht es dem Verkäufer nämlich gar nicht um den Profit, sondern darum, sein Pferd in gute Hände zu bekommen, wenn es aus dem Sport ausscheidet und durch ein jüngeres mit mehr Potential ersetzt werden soll. Da ist alles ab dem symbolischen einen Euro möglich, bis 2,3-tausend und mehr Euro. 

Dann wiederum gibt es eine ganze Reihe von Pferden dieses Alters, wo die Besitzer aus den unterschiedlichsten Gründen komplett mit dem Reitsport aufhören und gleich die ganze Ausrüstung günstig mit abgeben - auch  hier kann es durchaus nur ein symbolischer Preis sein oder etwas zwischen ein- oder zweitausend Euro.

Und immer wieder haben Verkäufer auch echtes Glück. Sie fordern einen viel zu hohen Preis und bekommen ihn auch - weil der Käufer sich unsterblich verliebt hat und ihm das Pferd genau diesen Betrag wert ist.

Wichtig ist - eine große AKU (zwischen 500 - 900 Euro) - egal ob das Pferd 1 oder 10.000 Euro kosten soll. Denn wenn gesundheitlich etwas extrem im Argen liegt, dann nützt es einem auch nichts, dass das Pferd nur einen Euro gekostet hat.

Kommentar von VanyVeggie ,

Ein 16-17-jähriges Pferd kann man idR länger als nur 2-4 Jahre reiten, wenn es gesund ist. Es gibt Pferde, die laufen mit 30 als wären sie erst 10 Jahre alt. 

Kommentar von Sallyvita ,

Ist aber ehr die Ausnahme, wenn das Pferd L oder M gelaufen ist. Ganz viele haben dann schon sehr viele Kilometer auf dem Buckel und müssen anders geritten werden.

Aber das es auch anders geht, das stimmt natürlich, da hast Du Recht, denn das erlebe ich selber tagtäglich. Meine Stute hatte in jungen Jahren viele gesundheitliche Probleme, u.a. 2 Fissuren, eine üble Zerrung  der tiefen Beugesehne, Probleme mit der Hufrolle, ein Reheschub und und und.... Wir sind durch so manches tiefe Tal gemeinsam gegangen und heute, mit 18 ist sie topfit und das schon (ich klopfe gerade auf Holz) seit 3 Jahren am Stück. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass sie in absehbarer Zeit nachlassen wird, denn sie hat Energie ohne Ende.

Trotzdem wären ihre Röntgenaufnahmen sicherlich nicht die Besten. Und dass sich ihre Arthrose mal verschlimmern kann, ist nicht unwahrscheinlich. Und irgendwann wird sich auch die angeschlagene Hufrolle bemerkbar machen und das ist leider ab einem gewissen Alter nicht unnormal. Deshalb ist eine AKU - vor allem die große wichtig. Man muss das Risiko ein wenig abschätzen können und abwägen, ob man sich dem, was eventuell kommt, auch finanziell stellen kann. Denn wenn ich die Verantwortung für ein Tier übernehmen, dann auch die für den Erhalt der Gesundheit und wenn klar ist, dass da ziemlich teure tickende Zeitbomben lauern, muss man entscheiden, ob man das tragen kann oder nicht. Das war das, was ich meinte.

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 20

Ich habe so einen 16-jährigen L-Dressurwallach MIT 1,5Jahre lang augeheiltem Sehnenschaden übernommen - als bedingt reitbar - Galoppvolten ging er nicht mehr oder gar Pirouetten, aber er war ein tolles Lehrpferd, bis die schwachen sehnen nach 5 Jahren überall den Halt aufgaben und er öfters vorne aus den Gelenken trat, o daß wir ihn erlösen mußten - Er war ein Traumpferd, wenn auch für begrenzte Zeit, was ich aber vorher wußte und sich auch im Preis niederschlug (500,-€ Schutzgebühr und 1 Jahr lang monatliche Kontrollbesuche); Tipp: warte bis zum erten Frost - dann werden die Pferde plötzlich billiger - weil sie aufgetallt werden müssen, und das kostet... Im Dez/Jan kannst Du vielleicht dein Traumpferd für unter 3000,-e finden, aber nimm möglichst einen, der nicht durch x Hände gegangen ist und dessen Besitzer ein gutes Heim und fachkundige weitere Betreuung und Nutzung wichtiger ist al viel Geld. Ich würde es wieder so machen (hab's ja auch schon....und bin glücklich mit meiner kleinen 22jährigen Rennsemmel). Ich wünch Dir die nötige Geduld, etwas Glück und Viel Erfolg! nina

Antwort
von DieYvi, 7

Also ich plane für den Kauf des Pferdes zwischen 4000€ bis 6000€ ein. Erst untersuchung beim Tierarzt.Dann wenn da noch kein passender Sattel dabei ist nochmals für Erstausstattung ca 2500€ wovon der Sattel am teuersten ist.

Im großen und ganzen knapp 10.000€ natürlich variiert diese Summe. Zb kriegt man einen günstigeren Sattel oder das Traumpferd kostet nur 4000€. Man sollte immer einen Topf mit Geld haben wenn mal etwas schief geht bevor man sofort nach dem kauf eines Pferdes pleite ist. Das mit dem pleite sollte natürlich nie passieren. Man muss sich dessen bewusst sein wie viel ein pferd kostet und auch noch Nachkosten mit sich bringt.

Ich wünsche dir ganz viel Glück bei der suche nach dem Traumpferd

Lg Yvi

Kommentar von Urlewas ,

Vielen Dank!

Ich habe mein Traumpferd eigentlich  schon gefunden - nun möchte ich wissen, wo meine Verhandlungsbasis ist. Weil ich lieber  etwas mehr im " Nottopf" übrig behalten würde, als einen Liebhaberpreis zu bezahlen. 😉

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 55

Ich würde niemals ein älteres L-springpferd kaufen. Die allermeisten sind angeschlagen. Und bei einem Pferd über 11 Jahre, solltest du die Röntgenaku unbedingt in einer guten Klinik machen lassen. Mein TA sagt, dass jenseits der 11 Jahre jedes Pferd Veränderungen aufweist. Und dann brauchst du einen sehr erfahrenen Ta, wenn der eine Prognose abgeben soll. Wenn das überhaupt möglich ist. Aber ein älteres Springpferd? Niemals.

Kommentar von Urlewas ,

Weißt Du, die Frage ist nicht, OB  ich mit so ein Pferd kaufen möchte, sondern wieviel ich gegebenenfalls dafür hinlegen müsste.

Ich reite oft Pferde, ( auch Springpferde) die nach ihrer Karriere noch etliche  Jahre "für den Hausgebrauch" gut reitbar sind. 

Antwort
von Deepdiver, 76

Für ein Freizeitpferd musst du ca. 1000 € - 3000 € rechnen.

Für ein Turnierpferd suind es dann ca. 2000 € - 5000 €.

Zusätzlich kommen noch die monatlichen Kosten für

Stall / Paddock ca 400 €

Hufschmied ca 50 €

Tierarzt  je nach Impfung Krankheit

Zubehör wie Sattel Trense Pflegemittel ca. 3500 € - 5000 €

Versicherung von 20 € - 150 € je nach Selbstbeteiligung. Die kann da auch mal locker 2000 € betragen

Kommentar von Urlewas ,

Danke. Also Du meinst, mehr als 5000€ wäre dann Wucher, mit dem Betrag sollte ich auf jeden Fall fündig werden?

Kommentar von Deepdiver ,

Nein, gute Pferde kosten nun einmal so viel. Die sind dann aber auch schon für Turniere ausgebildet und bringen einiges an Erfahrung mit.

Nach oben hin sind da keine Grenzen gesetzt.

Kommentar von Urlewas ,

Vielleicht hast du die Frage nicht ganz verstanden...

Ich denke an einen " Professor", also am ein Pferd, welches gut ausgebildet ist, aber nicht mehr für Turniere eingesetzt wird, und noch für ein paar Jahre als Lehrpferd und Freizeitpartner taugt.

Ich weiß, was ich möchte; ich weiß nur nicht, was ich für genau so ein Pferd bereit sein sollte zu bezahlen.

Kommentar von Sallyvita ,

Ich tippe mal, dass der Preis, der Dir von einem Privatmann für ein solches Pferd angeboten werden würde, zwischen 1.500 (je nach Anbieter-Motivation) - und 5.000 Euro liegen würde, bei akzeptabler AKU. Bei gesundheitlichen Einschränkungen auch deutlich niedriger. Ist der Verkäufer ein Stallbesitzer/ Reitlehrer, dann tippe ich mal, dass es schon 2,3-tausend Euro höher liegen könnte. Er lebt halt auch vom Verkauf.

Kommentar von Dahika ,

für ein Turnierpferd 2000 bis 5000 Euro? dat wüsst ich aber...

Kommentar von Sallyvita ,

Für ein Älteres bisweilen schon: 

http://www.ehorses.de/search?dum=dum&dressurpferde=ON&abs\_1\_5=ON&s...;cy=EUR&alterbis=99&stockmassbis=190&inserate=9

Das jeweilige Risiko wegen der gesundheitlichen Vorgeschichte muss dann jeder für sich selbst herausfinden und abwägen.

Kommentar von Urlewas ,

Ich will ja keinen Leistungssport  betreiben. Daher reicht mir eines, was die Turnierreiter nicht mehr wollen. 

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