Frage von Dromaeosaurus, 25

Wie viel schneller waren die Jungtiere des T-Rex im Vergleich zu ihren Eltern?

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von MarkusPK, 12

Sogar ganz erheblich schneller. Berücksichtigt man das Verhältnis zwischen Ober- und Unterschenkel und geht von einem Gewicht von 6,4 Tonnen aus (das angenommene Gewicht von "Sue", dem größten bekannten Tyrannosaurus), so hätte ein erwachsener Tyrannosaurus eine Höchstgeschwindigkeit von 35 - 40 Stundenkilometern erreichen können - zu diesem Ergebnis kam auch der berühmte Paläontologe Jack Horner, der darauf auch seine Aasfresser-Theorie stützte. Bei höheren Geschwindigkeiten wäre wegen der Kopflastigkeit des Tyrannosaurus das Sturzrisiko zu groß geworden. 

Computersimulationen, bei denen die Muskelansatzflächen der Bein- und Schwanzmuskulatur auf ein Skelettmodell übertragen wurden, haben Horners Berechnung bestätigt: die Zugkraft der Muskelgruppen war stark genug, diese Geschwindigkeiten zu erreichen, aber nicht mehr.

Als man jedoch in den letzten Jahren immer mehr Fossilien von Tyrannosauriern fand, änderte sich das Bild erneut: es war nun klar, dass Tyrannosauier erstens keine behäbigen Einzelgänger waren, sondern im Rudel- und wahrscheinlich Familienverband lebten, und man wusste nun auch, dass Tyrannosaurier-Jungtiere ganz anders gebaut waren als ihre Eltern. Diese unterschiedliche Körperbau hatte in der Vergangenheit sogar dazu geführt, dass man die Jungtiere für eine andere, viel kleinere Tyrannosauridenart hielt und sie "Nanotyrannus" nannte.

Vor allem das Verhältnis zwischen Ober- und Unterschenkel unterschied sich besonders: die Jungtiere hatten ungefähr so lange Beine wie die Ornithomimosaurier, die zu den schnellsten Dinosauriern überhaupt zählten. Im Zusammenspiel mit den kräftigen Bein- und Schwanzmuskeln konnten junge Tyrannosaurier Geschwindigkeiten von weit über 50, wahrscheinlich sogar über 60 Stundenkilometern erreichen.

Die Unterschiede im Körperbau, aber auch die Tatsache, dass junge Tyrannosaurier im Alter zwischen 5 und 10 Jahren kaum gewachsen sind und erst als Teenager einen gewaltigen, recht kurzzeitigen Wachstumsschub bekamen, führt die Wissenschaftler zu den Schluss, dass sie im Rudelleben eine ganz bestimmte Rolle eingenommen haben. Sie könnten zum Beispiel bei der gemeinsamen Jagd die Beute (große Entenschnabel- und Horndinosaurier wie Edmontosaurus und Triceratops) vor sich hergehetzt, ein Tier von der Herde getrennt und dann auf ihre Eltern zugetrieben haben. Die Tötung erfolgte dann durch die viel kräftigeren, ausgewachsenen Tyrannosaurier, die dann auch das Vorrecht am Kadaver hatten.

Diese Jagdstrategie wird auch bei früheren Tyrannosauriden wie vor allem Albertosaurus angenommen, der sogar in noch größeren Rudeln von über zwanzig Tieren lebte.

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