Frage von maxiking2403, 82

Wie viel muss ich davon abgeben?

Hallo Community, bitte nur antworten von Menschen die wirklich Bescheid wissen und nicht nur ahnen.

Folgende im Moment noch hypothetische Situation:

Gehen wir davon aus dass meine Mutter und seit kurzem mein Stiefvater zusammen leben und ein Kind innerhalb der nächsten zwei Monate erhalten. Beide vom Jobcenter anhängig und beziehen ALG 2, ich 18 Jahre gehe Jobben und verdiene

Im ersten Fall 150 Euro im Monat Im zweiten Fall 400 Euro im Monat Im dritten Fall mehr im Monat

ich lebe bei meinen Eltern und beziehe damit aufgrund meiner Mutter mit ihr zusammen Hilfe vom Staat. Summe XY. Ändert sich diese Summe im Verhältnis dazu ob ich Geld verdiene oder nicht? Also geht man davon aus dass ich das Geld das ich verdiene der Familie gebe und deswegen gibt das Jobcenter weniger Geld an die Familie? Oder ist das sozusagen mein Geld und ich mache was ich will und meine Eltern bekommen so viel Geld wie wenn ich gar nichts verdienen würde?

Erneut: bitte nur antworten von Menschen die wirklich Bescheid wissen und nicht nur ahnen.

LIEBE GRÜßE UND VIELEN DANK

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Jobcenter, 21

Dein Verdienst nimmt dir keiner weg,denn diesen bekommst du ja von deinem AG - auf dein Konto überwiesen,nur bekommt deine Mutter bzw.der Antragsteller ja auch Leistungen für dich gezahlt !

Wenn du nun aber selber Einkommen erzielst,wird dir dein Einkommen bis auf Freibeträge auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll auf deinen Bedarf angerechnet,also im Endeffekt von deinen Leistungen abgezogen.

Du musst diese Kürzung dann aus deinem Verdienst wieder ausgleichen,wenn du wie bisher wohnen willst und verpflegt werden möchtest.

Dann hättest du zunächst von deinem Bruttoeinkommen die ersten 100 € als Grundfreibetrag,von 100 € - 1000 € Brutto stehen dir 20 % Freibetrag zu und von 1000 € - 1200 € Brutto sind es noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden dann addiert,theoretisch vom Netto abgezogen und ergeben dann dein anrechenbares Einkommen,dass dann von deinen Leistungen bzw.deinen Bedarf abgezogen wird.

Verdienst du also angenommen 150 € Brutto wie Netto,dann blieben dir die 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 50 € stehen dir noch mal 20 % Freibetrag,also 10 € zu.

Es würden dann also 110 € an Freibetrag bleiben,40 € wäre das anrechenbare Einkommen.

Bei 400 € Brutto wie Netto würden es 100 € Grundfreibetrag sein und von den 300 € Überschuss blieben dir wieder 20 %,also 60 € dazu,gesamt 160 € Freibetrag und 240 € würden dir als anrechenbares Einkommen von deinen Leistungen abgezogen.

Würdest du 600 € Brutto und 450 € Netto verdienen,also eine versicherungspflichtige Beschäftigung ausüben,dann läge der Freibetrag bei 100 € Grundfreibetrag,vom übersteigenden Teil ( 500 € ) dann 20 % Freibetrag = 100 € dazu = 200 € gesamter Freibetrag.

Demnach blieben nach Abzug der 200 € Freibetrag von deinen 450 € Netto noch 250 € anrechenbares Einkommen,also 250 € Abzug von deinen Leistungen,die du dann wieder ausgleichen müsstest.

Wenn du angenommen weiterhin zur Schule gehen würdest,dann könntest du in den Ferien in einem reinen Ferienjob pro Jahr in bis zu 4 Wochen bis zu 1200 € zusätzlich ohne Anrechnung auf deinen Bedarf dazu verdienen,müsstest aber nach den Ferien dann wieder zur Schule gehen und den Job dürftest du nicht bei dem AG - ausüben,bei dem du schon nach der Schule arbeite gehst.

Antwort
von EstherNele, 7

Auch wenn das viele nicht wahrhaben wollen - ALG II (oder "Hartz IV") ist eine nachrangige Leistung. Du musst also erst mal alle deine Einkommen nehmen und davon versuchen, deinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Wenn das nicht ausreichen sollte, dann kann man mittels ALG II aufstocken bis auf den Betrag, den der Gesetzgeber im SGB II als Bedarf vorsieht.

Isomatte hat es supergenau vorgerechnet. Wenn dir das auf den ersten Blick zu viel Information ist, dann nur soviel:

Wenn du arbeiten gehst und verdienst, dann musst du dein Einkommen dem Jobcenter mitteilen.

Das Jobcenter sieht für dich einen Bedarf von 324 € + ein Drittel der Miete bzw. in zwei Monaten: ein Viertel der Miete, vor. (Die Miete wird rechnerisch immer durch die Anzahl der Personen geteilt. Die "324 €" ist der Regelbetrag für "junge Erwachsene im Haushalt anderer")

Wenn du also einen Bedarf von 320 € und, sagen wir, 220 € Miete , dann muss dein anrechenbares Einkommen, also dein Netto minus Freibetrag, mindestens 540 € betragen, sonst würdest du weiter anteilig ALG II bekommen. Wenn du arbeiten gehst und nicht in die Ausbildung, dann entfällt ja das Kindergeld für dich.

Um genug "anrechenbares Einkommen" zu haben, damit du deinen Bedarf selbst decken kannst, müsstest du mindestens ein Brutto-Einkommen von 1100 - 1200 haben, bei 1100 € Brutto hättest du ein anrechenbares Einkommen von 573 € und einen Freibetrag von 290 €.

Damit würden deine Eltern gar nichts mehr vom Amt für dich bekommen.

Du musst dich dann allerdings mit einem Viertel der Miete beteiligen und sicher wollen deine Eltern auch, dass man dann ein wenig Kostgeld oder Haushaltsgeld abgibt - du wirst ja sicher "mitverpflegt", obwohl du dafür selbst aufkommen musst.

Antwort
von Sanja2, 22

Dein Verdienst wird angerechnet. Einen kleinen Betrag davon darfst du als Selbstbehalt behalten. Nicht nur deine Eltern beziehen ALG2, auch du. Da jeder Mensch in Deutschland dazu verpflichtet ist innerhalb seiner Möglichkeiten für seinen Lebensunterhalt aufzukommen musst auch du von deinen Einkommen zunächst einmal deinen Lebensunterhalt bezahlen und wenn der gedeckt ist kannst du den Rest für alles mögliche nutzen. Der Staat zahlt nur wenn du ansonsten verhungern müsstest.

Antwort
von Piadora, 27

Die unterschiedlichen Beträge kannst Du hier in dem Rechner ausrechnen:

http://www.hartziv.org/hartz-iv-rechner.html

Solange Du zu Hause lebst, bildet ihr alle eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft, d.h., Dein Einkommen wird auf jeden Fall angerechnet.

Viele Grüße

Kommentar von isomatte ,

Eine BG - bilden sie max. nur bis das Kind 25 Jahre alt ist,dann bildet das Kind seine eigene und wenn das Kind vorher seinen Bedarf nach dem SGB - ll aus eigenem Einkommen decken kann,dann gehört es da schon nicht mehr zur BG !

Es muss dann nur seinen Kopfanteil der Wohnkosten usw.selber zahlen.

Sein Einkommen wird dabei nur auf seinen eigenen Bedarf angerechnet,weil ein Kind im SGB - ll seinen Eltern / Geschwister nicht zum Unterhalt verpflichtet ist.

Eine Ausnahme bildet hier nur das Kindergeld des Kindes,wenn das Kind über ausreichend Einkommen verfügt,sodass es von seinem Kindergeld nur noch einen Teil oder gar nichts mehr zur eigenen Bedarfsdeckung benötigt,dann würde dieses Kindergeld Einkommen des Antragstellers / Beziehers und es würde dann nach evtl.Abzug von 30 € Versicherungspauschale auf die BG - verteilt.

Antwort
von tanja370, 27

Dein Verdienst wird angerechnet da du im gleichen Haushalt lebst.

Kommentar von EstherNele ,

Sein Verdienst wird auf seinen Leistungsbedarf angerechnet, nicht aber auf den seiner Eltern, also der übrigen BG. Das sollte man schon so detailliert unterscheiden.

Kommentar von tanja370 ,

Aber trotzdem lebt er noch daheim.Wenn er als Kind ein Vermögen verdienen würde,müsste er sogar für seine Eltern aufkommen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community