Frage von Sumpfantilope,

Wie viel Mieterhöhung ist erlaubt?

Mein Vermieter hat sich endlich breitschöagen lassen, die alten einfach-verglasten Fenster gegen neue austauschen zu lassen. Dafür will er 30 Euro mehr Miete, dabei beruft er sich auf ein Recht, das, wie er sagt, beeinhaltet, dass im Haus anfallende Kosten auf 10 Jahre verteilt auf die Miete draufgeschlagen werden könnten. Darf der mich wirklich so ausbeuten oder erzählt mir der gute Mann einen vom Pferd?

Antwort von Luise,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Das sparst Du locker bei den Heizkosten wieder rein. Also keine Panik. Und ja, er darf die Miete erhöhen. Den genauen %-Satz weiß ich nicht.

Kommentar von maxinfo,

BGB ab §530 etwa im Netz nachzulesen

Kommentar von Luise,

Danke.

Kommentar von Mismid,

360 € pro Jahr ist so leicht durch Einsparung bei den Heizkosten je nach Wohnungsgröße nicht reinzuholen

Antwort von valvetvipe,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Eine sog. Modernisierungs-Mieterhöhung kann der Vermieter bei baulichen Veränderungen verlangen, die den Wohnwert erhöhen oder eine nachhaltige Energieeinsparung bewirken.

Formelle Voraussetzung ist eine schriftliche und erläuterte Berechnung, wie sich die Mieterhöhung zusammensetzt. Der Vermieter muss die Mieterhöhung in Textform mitteilen. Die Erklärung ist nur wirksam, wenn sie eine Kostenberechnung einschließlich notwendiger Erläuterungen enthält (§ 559b Abs. 1 BGB). Mängel der Erklärung führen zur Unwirksamkeit der Erklärung; die Mieterhöhungserklärung kann aber jederzeit nachgeholt werden.

Materielle Voraussetzung ist, dass sich durch die baulichen Veränderungen eine Wohnwertverbesserung oder Energieeinsparung ergibt oder dass die baulichen Änderungen auf Umstände zurückzuführen sind, die der Vermieter nicht zu vertreten hat (z. B. Umstellung von Stadtgas auf Erdgas).

Eine Kappungsgrenze oder eine Miethöhenbegrenzung durch einen Mietspiegel gilt bei dieser Form der Mieterhöhung nicht. Anders als bei einer Anpassung an die ortsübliche Miete ist auch eine Zustimmung des Mieters zur Modernisierungs-Mieterhöhung nicht erforderlich. Die Erklärung des Vermieters ist eine rechtsgestaltende Willenserklärung, die zur Erhöhung der Miete führt, vorausgesetzt die Mieterhöhung ist rechtmäßig.

Bei Vorliegen der formellen und materiellen Voraussetzungen können die Kosten der Modernisierung in Höhe von 11 % pro Jahr umgelegt werden (§ 559 Abs. 1 BGB). Bei Modernisierungskosten von 5000,00 € beträgt die Erhöhung der Jahresmiete also 550,00 €. Die Monatsmiete steigt mithin um 45,83 € (550,00 € : 12).

Kosten für Instandhaltung und Instandsetzung dürfen nicht umgelegt werden. Soweit die Modernisierung auch solche Maßnahmen umfasst, sind die darauf entfallenden Kosten von den Gesamtkosten abzuziehen. Beispiel: Anstelle völlig schadhafter einfacher Fenster baut der Vermieter Doppelfenster ein. Er darf dann nur die Kostendifferenz zwischen Einfach- und Doppelverglasung umlegen. Denn die Reparaturkosten muss der Vermieter nach dem Gesetz selbst tragen. Staatliche Zuschüsse sind bei Berechnung der Umlage von Modernisierungskosten ebenfalls abzuziehen. Ebenso wenig ist eine Modernisierungs-Mieterhöhung möglich, wenn beispielsweise neue Schallschutzfenster vom benachbarten Flughafen bezahlt werden.

Die höhere Miete infolge Modernisierung muss ab Beginn des 3. Monats nach dem Zugang der Mieterhöhungserklärung gezahlt werden. Trifft der Brief des Vermieters also beispielsweise im April ein, muss der Mieter die höhere Miete ab dem 1. Juli zahlen. Diese Frist verlängert sich um 6 Monate, wenn der Vermieter dem Mieter die voraussichtliche Mieterhöhung vorher nicht mitgeteilt oder sich die tatsächliche Mieterhöhung gegenüber der Ankündigung um mehr als 10 % erhöht hat (§ 559b Abs. 2 BGB).

Der Mieter kann auch im Falle einer Modernisierungs-Mieterhöhung das Mietverhältnis spätestens am 3. Werktag des Monats, von dem an die Miete erhöht werden soll, für den Ablauf des übernächsten Monats kündigen. Kündigt der Mieter, tritt die Mieterhöhung für die restliche Mietzeit nicht ein (§ 561 Abs. 1 BGB).

Quelle: Wikipedia

Kommentar von valvetvipe,

http://de.wikipedia.org/wiki/Mieterh%C3%B6hung

Kommentar von Sumpfantilope,

Das lässt wohl keine Fragen offen. DH und Danke!

Antwort von mitra54,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Es gibt ganz klare Regelungen, wie sowas gehandhabt wird. Der Mieterschutzbund kann dir da genaue Auskunft geben.

Antwort von Mismid,

Da es sich hierbei um eine Modernisierung handelt darf er diese Kosten auf den Mieter durch Mieterhöhung abwelzen. Die Summe muß auf mindestens 11 Jahre umgelegt werden. Bei 30 € Erhöhung müssen die Gesamtkosten also mindestens 3960 € betragen.

Antwort von curafe,

lies dazu hien mal nach http://de.bluewin.ch/news/dossier/index.php/wirtschaft/mietrecht/9126/Mietzinserhoehung:_Was_ist_rechtens/

Kommentar von bitmap,

Wir wissen zwar nicht, wo der Fragesteller wohnt, aber wenn er in D wohnt, dann gelten schweizer Bestimmungen nicht.

Antwort von Rabbit7,

ich will jetzt nichts falsches sagen aber soweit ich weiß darf der vermieter alle 10 Jahre die miete um 10% erhöhen.

Kommentar von Mismid,

das ist aus dem Reich der Phantasie

Kommentar von critter,

Rabbit7: Schön wärs!

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