Frage von Vitaaaa, 126

Wie viel Miete zahlt das Amt?

Hallo Meine Freundin wurde gestern fristlos gekündigt. Sie ist gerade in eine 55qmm Wohnung gezogen wo sie Ca 470€ Miete zahlt wie viel übernimmt das Amt davon in Niedersachsen danke für die Hilfe

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Arbeitsamt & Hartz IV, 126

Wenn die Firma schließen muss,dann kann sie keine fristlose Kündigung bekommen haben,denn diese würde ein Fehlverhalten voraussetzen,dann wurde sie betriebsbedingt gekündigt !

Das hätte sonst nämlich Auswirkung auf ihr evtl.ALG - 1 was ihr von der Agentur für Arbeit zustehen könnte,dann würde sie nämlich erst mal eine Sperre von 12 Wochen bekommen und müsste zur Überbrückung erst mal ALG - 2 beim Jobcenter beantragen.

Da würde sie dann auch zumindest eine 30 % Sanktion bekommen und das über 3 Monate.

Wenn sie also innerhalb von 2 Jahren min.12 Monate ( 360 Tage ) versicherungspflichtig war,also mehr als 450 € pro Monat verdient hat,dann hätte sie Anspruch auf ALG - 1.

Das würde dann ca. 60 % vom durchschnittlichen Nettoeinkommen der letzten 12 Monate ( 360 Tage ) vor der Arbeitslosigkeit betragen,wenn das zu gering ausfallen würde,dann könnte sie vorrangig Wohngeld bei der Stadt ( Rathaus / Landratsamt ) beantragen ( kostenlose Rechner für Wohngeld gibt es im Internet ) und wenn sie das Mindesteinkommen nicht erreichen würde,dann eine ALG - 2 Aufstockung beim Jobcenter.

Ihr würden dann derzeit als Single,also wenn sie alleine wohnen würde,ein Regelsatz von 399 € zustehen ( ab 01.01.2016 dann 404 € ) und dazu erst mal die tatsächlichen KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),also die 470 €.

Dann läge ihr Bedarf erst mal bei ca.869 € und die KDU - würde dann in der Regel für weitere 6 Monate vom Jobcenter in tatsächlicher Höhe anerkannt,danach nur noch die angemessenen KDU - sie müsste dann entweder in eine angemessene Wohnung umziehen oder die Differenz dann selber zuzahlen.

Wie hoch die KDU - dann bei ihr sein dürfte,dass kann sie nur genau beim zuständigen Jobcenter erfahren,um einen ersten Überblick zu bekommen,kann sie im Internet mal eingeben ,, Harald - Thome - örtliche - Richtlinien " oder ,, angemessene KDU " und dazu den Namen ihrer Stadt.

Antwort
von DerHans, 104

Bei einer fristlosen Kündigung wird sie erst einmal damit rechnen müssen, dass sie 3 Monate gar nichts bekommt.

Hat sie gegen die Kündigung die Klage eingereicht?

Antwort
von anitari, 79

Gerade eingezogen und schon fristlos gekündigt? Warum?

Wie viel KdU (Kosten der Unterkunft) das Jobcenter übernimmt kann man beim Amt erfragen bzw. bekommt man dort gesagt. Denn das ist von Landkreis zu Landkreis, manchmal sogar von Ort zu Ort, unterschiedlich.

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Miete, 73

Wenn sie Hartz IV oder ergänzende Leistungen bezieht:

Die m² können ruhig etwas höher sein.

Bis zu 6 Monaten wird maximal die zu hohe Miete übernommen, dann nur noch die angemessene Miete.

 

Antwort
von cyracus, 52

Ergänzend zur Antwort von isomatte (sie ist in Sachen Grundsicherung sehr erfahren):

Vorsorglich diese Hinweise von mir:

Umgang mit Sozialbehörden

Mit dem Amt nichts telefonisch klären (das kann man später nie beweisen). Alles schriftlich machen. Am besten Schreiben, Belege und Anträge persönlich abgeben. - Den Erhalt des Schreibens lässt man sich auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel, Datum und Unterschrift bestätigen. (Dies verlangt man mit ruhigem, freundlichem Ton und reicht das Schreiben rüber, „und hier brauche ich noch Stempel mit Datum und Unterschrift“).

Wenn man nur etwas abgeben will, dann wie üblich ein Schreiben aufsetzen, in dem erklärt wird, was "als Anlage" überreicht wird (sind es mehrere Anlagen, diese mit Nummern versehen aufzählen). - Wiederum dieses Anschreiben auf einem mitgebrachten Doppel mit Stempel und Unterschrift bestätigen lassen.

Diese Bestätigungen sind Gold wert, sie sind mehr wert als ein Einschreibebeleg (mit dem ja nur der Eingang eines Umschlags bestätigt wird).

Mit einer solchen Bestätigung kann von Seiten der Behörde nicht behauptet werden, Schreiben und Belege seien nicht eingegangen. Und wenn doch, eine Fotokopie von deren Bestätigung vorlegen (das Original unbedingt wie eine Kostbarkeit hüten). - Nicht (oder angeblich nicht) abgegebene Unterlagen kann als Verstoß gegen die Mitwirkungspflicht gedeutet werden, was zu Sanktionen führen kann = Kürzung von Geld. - Und: Werden so die Unterlagen / Belege abgegeben, wird erfahrungsgemäß allgemein die Sache zügiger bearbeitet.

Falls Du meinst, ich würde übertreiben, google mit jobcenter unterlagen verloren.

Im Gespräch mit den Mitarbeitern immer korrekt und konzentriert sein. Wenn die Mitarbeiter freundlich und zugewandt sind: Auch **Infos im Vertrauen** landen in der Akte und können später gegen den „Kunden“ (wie es vollmundig bei Sozialbehörden heißt) verwendet werden.

Oft ist es ratsam, zum Amt einen Beistand als Begleitung mitzunehmen. Dieser muss nur zuhören und kann dabei Protokoll führen, oder hinterher macht man gemeinsam ein Erinnerungsprotokoll. Der Beistand kann aber auch für Dich Erklärungen abgeben, dazu § 13, Absatz 4 SGB X (google mit 13 sgb 10):

     (4) Ein Beteiligter kann zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem
           Beistand erscheinen. Das von dem Beistand Vorgetragene gilt als von dem
           Beteiligten vorgebracht, soweit dieser nicht unverzüglich widerspricht.

Für einen ehrenamtlichen Behördenbegleiter = Beistand google jeweils mit Deinem Wohnort (oder dem nächstgrößeren, wenn Deiner klein ist) mit

Ämterlotsen
Behördenlotsen
Behördenbegleiter
Hartz IV Mitläufer
Hartz IV Gegenwind e.V.
Wir gehen mit org

Diese Ämterbegleiter sind wertvolle Hilfen und notfalls auch Zeugen, und (die meisten? alle?) haben für diesen ehrenamtlichen Dienst eine kleine Ausbildung genossen und kennen sich bestenfalls mit den Gesetzen aus. (Sag beim Amt niemals, Du hättest einen Zeugen dabei! Zeugen dürfen des Raumes verwiesen werden - Beistände dagegen nicht, auf die hast Du ein Recht.)

Lebst Du in einer Bedarfsgemeinschaft (oder Haushaltsgemeinschaft): Andere Mitglieder solch einer Gemeinschaft können für Dich kein Beistand sein, denn sie sind nicht neutral, sondern automatisch selbst Betroffene.

Google mit

legitimation eines beistands pdf (die Wörter genau so)

und lade Dir die Datei vom elo-forum runter. Darin erfährst Du die gesetzliche Grundlage für Beistände und dass jeder Bürger ein Recht darauf hat, sich bei Behördengängen von einem Beistand begleiten zu lassen. - Einzig nicht mehr aktuell in der Info: Darin wird erklärt, dass Beistände sich nicht ausweisen müssen (liest Du ja dann dort). Das Sozialgericht Stuttgart urteilte unlängst: Ämter können vom Beistand verlangen, dass er sich ausweist.

In der Info erfährst Du unter anderem, dass wenn Dein Beistand für Dich etwas sagt, und Du widersprichst nicht, gilt es so, als hättest Du selbst es gesagt.

Antwort
von pilot350, 73

Als einzelperson steht ihr eine wohnung von 45 qm zu mit maximalmiete von 276 euro plus nebenkosten von 54 euro also maximal kann sie 330 euro bekommen. Weitere kosten wie strom und müll muss sie selbst zahlen.  

Kommentar von Vitaaaa ,

Wenn ihr 45qm zustehen und ihre Wohnung ist 55qm zahlen die dann trotzdem die 45qm?

Kommentar von pilot350 ,

Nicht unbedingt, sie werden dein einkommen feststellen und vielleicht bekommst du nur den mietwert für 45 qm, du musst für die differenz selbst aufkommen.

Antwort
von Muellermaus, 94

Die beste Lösung wäre, dass  Deine Freundin  sich schnellstens um neue Arbeit kümmert, dann hat sie keine Probleme mit Amt, Wohnung und Miete

Antwort
von DeathMagicDoom, 126

Zunächst wird sie ja ALG1 erhalten, oder? Wenn sie die Kündigung durch Fehlverhalten selbst herbeigeführt hat, bekommt sie allerdings 3 Monate Sperre

Antwort
von himako333, 42

gebe Mietspiegel und die Region in die Suchleiste, darüber erfährst Du die max Mietübernahme bei Euch 

bei einer fristlosen Kündigung wird wohl eine Sperre anstehen, denn fristlos gekündigt wird man ja nur bei pers. Fehlverhalten.

Antwort
von GerdausBerlin, 57

Wenn das ALG I nicht ausreicht (oder irgendwann ausgelaufen ist), zahlt das Jobcenter (notfalls ergänzend) ALG II. Darin sind auch Bedarfe für Unterkunft und Heizung enthalten.

Eine Zeitlang (in der Regel sechs Monate) werden die vollen tatsächlichen Kosten für Unterkunft und Heizung übernommen, danach nur noch die örtlich angemessenen Kosten.

Was angemessen ist, ist von Ort zu Ort verschieden - also mal dort fragen. Im Streitfall kann man darüber auch prozessieren.

In Berlin würde die Dame nach einem halben Jahr ALG II in der Regel nur noch ca. 395,- Warmmiete erstattet bekommen und den Rest selbst zahlen müssen - oder umziehen oder untervermieten.

Gruß aus Berlin, Gerd

Antwort
von Tim2k12, 72

Wenn Sie Alg 1 bekommt nichts.

Bei Alg 2 hat sie Anspruch auf max 50 m², sollte die Wohnung über der Grenze von dem Mietpreis sein, kann es sein das sie umziehen muss.

Warum fristlos gekündigt?

Kommentar von Vitaaaa ,

Die Firma wo sie war ist pleite sie hat schon viele Bewerbungen geschrieben 

Warum umziehen wenn die Wohnung 55qmm ist zahlen die dann trotzdem nicht jedenfalls 50qmm?

Kommentar von Tim2k12 ,

Ich denke das sollte möglich sein, wenn Sie damit klar kommt die extrakosten zu tragen, denn Hartz 4 ist schon recht knapp kalkuliert für den Monat. Kommt auch darauf an wo Sie wohnt, da das Amt nach m² zahlt. Auf dem Land sind es glaube ich 5€ m², in der stadt 7€ m²

Kommentar von DerHans ,

Eine Pleite ist kein Grund für eine fristlose Kündigung. da muss es schon noch andere Gründe geben.

Und einer alleinstehenden Person stehen nur 45 qm zu.

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