Wie viel Grad sollte man in der Wohnung haben, damit sich kein Schimmel bildet?

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13 Antworten

Eine genaue Temperatur zur Schimmelvermeidung kann Dir niemand sagen.

Schimmel entsteht an nährstoffhaltigen Oberflächen (z.B. Wand mit Hausstaub oder Tapetenleim und Tapete) die eine bestimmte Oberflächenfeuchte über einen bestimmten Zeitraum besitzen.

Daher gilt es, in Wohnräumen dauerhaft feuchte Oberflächen zu vermeiden.

Die Oberflächenfeuchte einer Oberfläche in einem Wohnraum wird oftmals von der anliegenden Raumluft bestimmt (wenn kein Dach oder die Wasserinstallation undicht ist). Diese oberflächennahe Luftschicht sollte 70% rel. Feuchte nicht überschreiten. Ab diesem Wert keimen bereits die ersten Schimmelsporenarten aus.

Ab dauerhaften 80% rel. Feuchte an einer Oberfläche sind nahezu alle Schimmelsporenarten keimbereit und das Schimmelwachstum setzt bei einem entsprehenden Nährstoffangebot und Temperaturen zwischen 5 und 30°C ein. Schimmel wächst aber auch noch bei geringeren und auch bei höheren Temperaturen.

Zur Schimmelvermeidung sollte also auf die Oberflächenfeuchte geachtet werden. Da diese bei ruhender Luft mit der anliegenden Luftfeuchte identisch ist, ist dieser Luftfeuchtewert zu überwachen. Die oberflächennahe Luftfeuchte ist jedoch praktisch nicht zu messen, da sich die rel. Luftfeuchte mit der Temperatur ändert.

Feuchte Luft bekommt man durch Temperaturerhöhung trockener und Luft wird feuchter, wenn sie sich abkühlt. Der zuletzt genannte Prozeß ist oft bei der Auffeuchtung von Wänden in Wohnräumen näher zu betrachten. Hierbei spielt die Art der Beheizung eine wesentliche Rolle.

Mit der Art der Beheizung ist die Wärmeverteilung im Wohnraum durch Warmluft und Wärmestrahlung gemeint. Beides in verschiedenen prozentualen Anteilen erwärmt den Wohnraum.

Leider wird von der heutigen Heiztechnik oftmals zu viel Warmluft produziert. Verantwortlich dafür sind die Heizflächen. Kleine Heizkörper mit viel lufterhitzenden, gewellten Blechen erzeugen viel Warmluft und wenig Wärmestrahlung (Kompaktheizkörper, Rippenheizkörper etc.), große sichtbare und ebene Heizflächen erzeugen viel Wärmestrahlung (Kachelöfen, Wand- und Fußbodenheizungen).

Ein hoher Warmluftanteil des Heizkörpers sorgt für einen Warmluftstau unter der Zimmerdecke. Diese Warmluft kühlt sich oben an der Aussenwand ab und fällt nun vor der Aussenwandoberfläche unter weiterer Abkühlung nach unten. Dabei nimmt die rel. Luftfeuchte in der wandoberflächennahen Luftschicht zu.

Unten an der Scheuerleiste ist die rel. Luftfeuchte am höhsten, weil dort die Luft am kühlsten ist. Hier ist die Schimmelgefahr am größten. Gleiches gilt hinter Möbelstücken und in den Raumecken, weil dort die Warmluft schlecht zur Oberflächenerwärmung hin kommt.

Wird dagegen der Raum mit einem hohen Anteil an Wärmestrahlung beheizt, so ändern sich die Verhältnisse grundlegend. Die Wärmestrahlung erwärmt direkt Oberflächen und lässt die Raumluft (vorerst) kühl. Die Raumluft erwärmt sich nachfolgend an der wärmeren Oberfläche. Bei dieser Erwärmung der Luft an der wärmeren Oberfläche sinkt die rel. Luftfeuchte der oberflächennahen Luft - die Luft wird damit trockener und trocknet die Oberfläche. Dadurch wird die Gefahr der Schimmelbildung minimiert.

Ausschlaggebend für die Schimmelbildung in Wohnräumen ist also die allgemeine Raumluftfeuchte (die zu überwachen ist und deutlich unter 70%rF liegen solte) und die innere Oberflächentemperatur der (Aussen-)Wände im Verhältnis zur Raumlufttemperatur, denn diese Werte bestimmen die Oberflächenfeuchte der Wand.

Man kann mit dem Mollier-h,x-Diagramm (mal googeln) die Feuchte der oberflächennahen Luft bestimmen, indem man sich im Mollier-h,x-Diagramm den Schnittpunkt der Linien der allgemeinen Raumluftfeuchte (schräge, leicht gebogene Linie) und der allgemeinen Raumlufttemperatur (waagerechte Linie im Diargamm) - beide Werte in der Raummitte gemessen - sucht und von diesem Schnittpunkt aus senkrecht zu der waagerechten Temperaturlinie der mit dem IR-Thermometer (!!!) gemessenen Oberflächentemperatur der Wand geht. Durch diesen zweisten Schnittpunkt läuft die (gedachte) schräge, leicht gebogene Linie der Luftfeuchte. Das ist der Luftfeuchtewert der an der Wand anliegenden rel. Luftfeuchte und nur dieser Wert entscheidet über die ausreichende Feuchte für Schimmelbildung oder nicht. Er sollte die 70%rF nie überschreiten.

Einige sind der Meinung, Schimmel bildet sich erst, wenn der Taupunkt (100%rF) erreicht ist. Das ist falsch! Die Schimmelbildung setzt schon viel früher ein.

In der Praxis sollte also die Raumluftfeuchte, die allgemeine Raumlufttemperatur und die Oberflächentemperatur der kältesten Wandstelle (in der Regel eine untere Wandecke das Aussenwand) überwacht werden.

Gibt es zwischen der Raumlufttemperatur und der Wandoberflächentemperatur keine Differenz, so liegt die allgemeine Raumluftfeuchte auch an der Wandoberfläche an. Das ist jedoch fast nie der Fall. Ist die Wand kühler als die Raumluft (der Regelfall), so ist dort die rel. Luftfeuchte höher als die allgemeine Raumluftfeuchte. Je größer diese Temperaturdifferenz nun ist, um so feuchter ist nun die Luft vor der Wand.

Es kann also ausreichen, um die Schimmelbildung zu vermeiden, wenn die Raumluft 15°C hat und die Wandoberfläche ebenfalls 15°C hat und die allgemeine Raumluftfeuchte nicht über 70% liegt.

Es wird sich auf Dauer Schimmel bilden, wenn die Raumluft 22°C hat und 60% rel. Luftfeuchte besitzt und die Wandoberfläche nur 16°C hat, weil sich nun oberflächennah eine rel. Luftfeuchte von 85% bildet. Siehe Mollier-h,x-Diagramm.

Wichtig im Altbau ist es, durchgängig zu heizen, ohne Temperaturabsenkung. So werden unnötig große Temperaturdifferenzen vermieden. Wichtig ist es auch, die Türen zu kühleren Räumen stehts geschlossen zu halten, um eine Warmlufteinströmung in den kühleren Raum zu verhindern. Kein "Mitheizen" unbeheizter Räume über wärmere Räume.

Für eine gute Lüftung ist zu sorgen wobei sich luftdichte Fenster als kontraproduktiv erweisen. Sie unterbinden den Luftwechsel durch die Fensterfuge und sorgen damit für eine unnötig hohe Raumluftfeuchte, die die Wandfeuchte ebenfalls erhöht (durch Feuchteausgleich) und mit der feuchteren Wand den Dämmwert senkt.

Luftdichte Fenster gehören in Gebäude, bei denen der Dämmwert der Wand nicht durch die Raumluftfeuchte beeinflusst wird (Passivhaus ohne sorptive Wände).

Eine leichte Luftdurchlässigkeit der Fensterfuge (ggf. oben ein Stück Dichtgummi am Fenster entnehmen) sorgt für eine permanente Feuchteabfuhr im Altbau, mindert damit die Schimmelgefahr und wirkt eher heizkostensenkend durch besser dämmende, trockenere Wände, als heizkostensteigernd wegen der leichten "Lüftungswärmeverluste", deren Existenz im Zusammenspiel mit der Dämmwertänderung der Wand durch Auffeuchtung im Altbau noch nie untersucht wurde.

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Ach Du meine Güte! Ich persönlich bevorzuge 22 - 23 °C.

 Der Schimmel mag es eher feucht. Tägliches Lüften ist sicher am wichtigsten.

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Das kann man nicht eindeutig beantworten. Für Schimmelbildung sind DREI Faktoren wichtig:

1) die Raumtemperatur (darauf bezieht sich Deine Frage)

2) Die (relative) Feuchte in der Nähe der Wand. (Wichtigster Faktor)

3) Die Oberflächentemperatur der Wand. (Kondensationsgefahr)

Das heisst in feuchten Räumen (Badezimmer, Küche) muss die Raumtemperatur etwas höher sein. Besonders wichtig ist aber die Lüftung!! Im Winter ist die Aussentemperatur trocken; und durch Lüftung kann man die Feuchte niedrig halten. Zur Kontrolle gibt es einfache, elektrische, kombinierte Temperatur- und Feuchtemessgeräte.

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Die Raumtemperatur ist eigentlich nebensächlich, entscheidend ist, ob es Stellen gibt, an denen sich Kondenswasser niederschlägt. Denn dort entsteht dann der Schimmel.

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Das hängt von der Höhe der relativen Luftfeuchtigkeit ab. Je höher die Temperatur, desto mehr Feuchtigkeit kann die Luft aufnehmen. Niedrige Lufttemperatur und hohe Luftfeuchtigkeit führen zum Niederschlag (Kondensation) an den Wänden. Begünstigt durch Kältebrücken, Fenster ohne Isolierglas, unzureichendes Lüften etc..

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Dass du Heizkosten sparen willst, ist bei den Energiepreisen verständlich. Jedoch sollte du darauf achten, es mit dem Sparen nicht zu übertreiben. Zu stark ausgekühlte Räume bergen nämlich das Risiko der Schimmelbildung. Wenn du aber ein paar Dinge beim Heizen und Lüften beherzigst, kannst du dem vorbeugen und trotzdem sparen.

Schimmel entsteht durch Wasserdampf, der täglich innerhalb der eigenen vier Wände durch Duschen, Waschen, Kochen oder den Menschen selbst entsteht. Zum Beispiel steigt die Luftfeuchtigkeit schon allein durchs Atmen oder Schwitzen an. Bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sind dabei die Obergrenze, steigt sie darüber, steigt auch das Schimmelrisiko.

Wenn die warme Luft nämlich an kalten Wänden abkühlt, kann sie weniger Feuchtigkeit absorbieren. Folglich sammelt sich Feuchtigkeit in den Wänden an, es kann Schimmel entstehen. Besonders ist Schimmel in organischen Stoffen zu finden, wie Tapeten, Papier oder Leder. Orte, an denen sich bevorzugt Schimmel bildet, sind zum Beispiel Aussenwände, Zimmerecken, Rollladenkästen, Rückwand von Schränken, die zu nah an der Wand stehen (mind. 5 bis 6 cm Abstand von der Wand halten) oder der Keller.

Im Badezimmer ist eine Temperatur von rund 23 Grad angenehm. Im
Schlafzimmer genügen dagegen rund 16 Grad. Gleiches gilt für die Küche. Eine Wohnzimmertemperatur von 18° ist viel zu niedrig. Besser wären konstant 21 bis 22 Grad und dann 3 bis 4 Mal am Tag kräftig 5, besser 10 Minuten stoßlüften. Keine Angst, die kalte Luft erwärmt sich schnell wieder und du beugst damit Schimmelbildung vor. Ein oder gar mehrere Fenster permanent „auf Kipp“ zu stellen, ist keine gute Alternative zum Stoßlüften.

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ordentlich lüften ist viel wichtiger, um die luftfeuchtigkeit zu senken, gerade beim duschen / baden und kochen ist das wichtig. das wasser in der luft kondensiert dann auf kalten wänden und auch, wenn man pech hat, möbeln.

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Das kann man so nicht generell sagen, es kommt auf verschiedene andere Dinge ebenfalls an. Je höher die Raumtemperatur - desto höher darf auch die Luftfeuchtigkeit sein (einfach ausgedrückt). Aber Raumtemperatur, also 20° sind schon ok.

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Das kann reichen, wenn oft genug gelüftet und nicht so viel Feuchtigkeit produziert wird. Bei mir (allein auf 55 qm) ist 18° kein Problem.

Wenn da mehrere Leute auf engem Raum wohnen, viel mit Möbeln vollgestellt haben und kochen, duschen, backen, dann entsteht viel Feuchtigkeit, die über das Lüften aus dem Haus gebracht werden kann.

Je wärmer die Luft innen ist, desto mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen und beim Lüften nach draußen bringen.

Je kühler die Luft außen ist, desto weniger Feuchtigkeit kan sie beim Lüften nach innen bringen. Und desto mehr Feuchtigkeit kann sie drinnen aufnehmen, wenn sie erwärmt wird.

Entscheidend für möglichen Schimel sind die kältesten Stellen. Das können die Fenster und Nischen oder auch Raumecken sein.

Beispiel: Bei 18° Zimmertemperatur und 65% Luftfeuchtigkeit könnte Schimmel an Wandstellen entstehen, die 11,3° oder kühler sind. In einem Kubikmeter Raumluft sind dann übrigens 10 Gram Wasser enthalten.

Hier ein Rechner:

https://www.wetterochs.de/wetter/feuchte.html

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Kommentar von Onki73
23.10.2016, 17:47

In Deinem Beispiel kann an der Wand bereits bei 17°C Schimmel entstehen und wenn es kälter als 15°C ist, wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit Schimmel entstehen, weil die Oberflächenfeuchte bei 17°C die 70%rF übersteigt und unter 15°C bei über 80%rF liegt, was zur Schimmelbildung völlig ausreichend ist. Bei über 95%rF vor einer Oberfläche nimmt das Schimmelwachstum wieder ab, da es zu nass ist. Daher ist der Taupunkt für das Schimmelwachstum uninteressant.

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Die Temperatur ist zweitrangig, du solltest nur immer richtig lüften das beugt vor

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Unser Haus stand 3 Jahre leer, und  wir hatten solange nicht geheizt .Wir hatten allerdings immer gelüftet - Wenn es regnete schlossen wir die Fenster, ansonsten waren Fenster durchgehend gekippt. Und das Haus wurde nicht feucht .  Meiner Meinung  benötigt ein Haus , gerade bei Altbau , richtige Lüftung um trocken zu bleiben.  

Liebe Grüße 

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Günstiger als wenig heizen ist auf Dauer ein Luftentfeuchter. Dieser entzieht der Luft die Feuchtigkeit. Sobald die Luft trocken ist, schaltet der Entfeuchter ab. Das eingebaute Hygrometer regelt alles automatisch.

Durch die Entfeuchtung der Raumluft werden automatisch auch die Wände getrocknet. Dort ist sehr viel Feuchtigkeit gespeichert und geht durch Lüften kaum mehr weg. Das würde viel zu lange dauern.

Ein Entfeuchter regelt das in ein paar Tagen und bald sind die Wände trocken. Trockene Wände isolieren besser und daher muss weniger geheizt werden. Hier sparst du viel, und der Komfort steigt an.

Schimmel kann an trockenen Wänden nicht leben und stirbt ab.

Beim Wohnen entsteht viel Feuchtigkeit. Bügeln, Kochen, Duschen usw. sind die grossen Quellen. Auch Menschen verdampfen viel Wasser täglich.

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Ich habe im Winter immer so um die 18 Grad. Aber ich schaue auf die Luftfeuchtigkeit, immer zwischen 30 und 55 % . Bis jetzt kein Schimmel !

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