Frage von Jarka2001, 76

Wie viel Gerste und Müsli sollte mein 500kg deutsches Sportpferd am Tag bekommen?

Es wir 6mal in der Woche geritten . 4mal Dressur. 2mal Springen. Ich habes erst 4Monate und vorher worde es von S-Reitern geritten, jetzt reite ich es und ich habe ca. A Nivau. Baut Muskeln ab und Fett ab, lebt im Offenstall. Mit welcher Menge an Gerste und Müsli kann ich wieder Muskeln aufbauen und Fett aufbauen? Füttere natürlich auch Zusatzfutter und Öl.

Helft mir schnell, muss im März top fit sein.

Antwort
von LyciaKarma, 38

Wieso soll das Pferd fett werden?  

Das ist schlecht, wie beim Menschen.  

Gerste weglassen und nach Leistung durch Hafer ersetzen. Eine Hand voll am Tag tuts, vielleicht auch zwei.  

Müsli gar nicht, weils sehr ungesund ist. Zu viel Zucker und hauptsächlich Industrieabfall..  

Öl gehört nicht ins Pferd, das können sie aufgrund fehlender Gallenblase nicht verdauen. 

http://www.sanoanimal.de/oelfuetterung-was-ist-da-dran/

Außer Hafer würde ich nur ein gutes MiFu geben, schau dir mal die von Iwest an, die sind super.  

Bisher war nur die Zusammensetzung von Iwest so, dass ich es verfüttern würde. Da ist mir dann auch der Preis egal. 

Wieso muss das Pferd im März top fit sein? Und was verstehst du unter top fit? 

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 38

gar keine gerste und gar kein müsli (pferde fressen keine mäuse), aber auch kein müEsli.

sie baut muskeln ab, weil sie anders gearbeitet wird. du musst dir tipps zum muskelaufbau von den früheren reitern holen, die das pferd aufgebaut haben.

gutes heu, wenig haferstroh und täglich eine handvoll hafer, gemischt mit mineralfutter enthalten genug nährstoffe und auch eiweiss zum muskelaufbau.

in jedem fall gehören zum training: sorgfältiges warmreiten (vor allem im winter!), also mindestens 20 minuten lockerungsphase. die lockerungsphase kann nach 10 minuten mit leichter trabarbeit verstärkt werden. vorwiegend das pferd in dehnungshaltung reiten, nicht erlauben, dass der kopf kurz über dem boden pendelt, denn dann entzieht sich das pferd der arbeit. nach der lockerungsphase energische arbeit im vorwärts-abwärts in allen gangarten, damit das pferd schwung bekommt und last aufnimmt. das erhöht auch die kondition und sorgt dafür, dass der stoffwechsel so aktiviert wird, dass die energie aus dem futter überhaupt in den muskelstoffwechsel hineinkommt.

wenn du das 14 tage so durchgezogen hast, kannst du jeweils eine halbe stunde vor der springstunde 500g karotten oder eine rote bete füttern - oder auch zwei äpfel und, wenn dein pferd sie mag, zwei walnüsse (nicht mehr). diese "schnellen" kohlenhydrate stehen dann direkt dem energiestoffwechsel zur verfügung. die fettlöslichen vitamine können ausserdem so besser ihre wirkung entfalten.

deine hauptarbeit sollte also wirklich die rittigkeit und die arbeit in dehnungshaltung sein. wenn das pferd genügend warm ist, kannst du an den galoppwechseln arbeiten, an der biegung,  an der versammlung und an den seitengängen in allen gangarten. das ende der arbeitsreprise sollte 10 minuten intensive schrittarbeit sein. ebenfalls mit biegung, durchlässigkeit, lastaufnahme der hinterhand, versammlung (die versammlung im schritt kannst du so weit bringen, bis dein pferd eines tages dabei von allein zu piaffieren beginnt) seitengänge, wendungen der hinter- und vorderhand. diese arbeit im schritt mit den warmen muskeln, die jetzt gut versorgt werden, ist ein ganz wesentlicher punkt beim muskelaufbau. ausserdem kommt dabei der kreislauf wieder zur ruhe und das pferd kann bereits bei der schrittarbeit nachschwitzen. den abschluss der arbeit bildet das trockenreiten. etwa 15 minuten (je nach pferd auch länger - das fell muss ganz trocken sein, wenn du absitzt).

du kannst das pferd nicht einfach mästen. es muss das futter auch "umbauen" können. und das geschieht nur durch sinnvolles training.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 34

Muskeln baut man mit Training auf, die kann man nicht anfüttern, schön wär´s.

Fett braucht ein Pferd auch nicht zu sein, Pferde sollen schlank sein, um gesund zu sein. Vor lauter fetten Pferden sehen wir gar nicht mehr, wie ein Pferd eigendlich aussehen sollte.

Gerste ist nur was für Araber - alle anderen Pferde können damit herzlich wenig anfangen.

Müsli ist schlecht für alle Pferde und sollte niemals gefüttert werden - die schönen Bildchen auf den Verpackungen zeigen leider nicht die Wahrheit.

Fast alle Müslis sind voll mit Zucker und Zuckerstoffen, Getreidesorten die nicht mal ins Pferd gefüttert werden dürfen (Weizen), und viel zu teuer für das was drin ist.

Öle können Pferde zu max. 30 bis 40 g pro Fütterung überhaupt nur verdauen - der Rest verklebt den Darm und macht die Darmzotten so, das sie keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. In einer normalen portion Hafer (Gerste oder Müsli) ist schon mehr als 30 g Öl enthalten - ergo wird jedes weitere Öl das gegeben wird nicht verdaut und landet (nachdem es im Darm schaden angerichtet hat) im Mist.

Jedes Pferd braucht Heu, Stroh, Gras und ein Mifu - dies reicht in der Regel. Pferd die besonders stark gefördert werden bekommen noch Hafer im ganzen Korn. Zu allerletzt braucht das Pferd ständige gleichmäßige Bewegung und keine Box in der es dahinvegetiert.

Kommentar von LyciaKarma ,

ergo wird jedes weitere Öl das gegeben wird nicht verdaut und landet (nachdem es im Darm schaden angerichtet hat) im Mist.

Das stimmt leider nicht - überschüssiges Öl wird über die Haut entgiftet. Das sorgt auch dafür, dass Ölpferde wie eine Speckschwarte glänzen.

Kommentar von friesennarr ,

Wenn das so wäre, dann würde das Öl ja aufgenommen. Öl kann nicht durch den Darm diffundieren - das ist unmöglich.

Kommentar von ponyfliege ,

drittmeinung? ;-)

das öl wird über die leber verstoffwechselt.

"ölpferde" "stinken" oft auffällig nach pferd. das ist in den symptomen dort nicht aufgeführt (s. link), was auf die abbauprodukte zurückzuführen ist. in der tat werden diese teils über die haut, teils über die atemluft ausgeschieden, und natürlich auch über den darm. das, was nicht verdaut werden kann, wird unverdaut und recht dünnflüssig wieder ausgeschieden. ihr habt also alle beide recht ;-))

http://www.artgerecht-tier.de/kategorie/pferde/beitrag/teil-1-symptome-fuer-stof...

Kommentar von friesennarr ,

Ich habe ein Problem mit dem: Öl in der Leber verstoffwechseln! Wie soll das gehen? Was davon wird in der Leber verstoffwechselt, das Glyzerin oder die Fettsäuren? Weil das ganze kann nicht verstoffwechselt werden, das ist unmöglich.

 

Kommentar von Anaschia ,

Hi Friesennarr, wenn das so wäre hätte die Leber ein großes Problem.

Fakt ist, dass die Leber des Pferdes keine Gallenblase besitzt und das Pferd daher nicht in der Lage ist, größere Mengen Öl zu verdauen. Das Pferd ist ja eigentlich ein Dauerfresser, und dem entsprechend produziert die Leber laufend etwas Gallenflüssigkeit.

Bei einer Zufütterung von Öl wird schon im Magen das Öl durch die zugeführte Magen-Lipase teilweise zerlegt.Nach Aufnahme im Dünndarm gibt die Bauchspeicheldrüse ihre Lipase  und die Leber Gallensäure dazu. Dazu kommen noch einige Enzyme, und mit Hilfe der Gallensäure werden die sogen. Mizellen gebildet, die von den Dünndarmzellen aufgenommen werden. Dort kommen noch Cholesterin und Phospholipide dazu.,und das Ganze kann dann die Darmwand passieren und über die Lymphgefäße ins Blut gehen. Von dort geht es dann in die Zielgewebe ( Leber, Fettgewebe,Muskeln) die mit Hilfe der Lipoproteinlipase die Fette aufnehmen und verarbeiten.

Ich hoffe, dass war jetzt nicht zu verwirrend !!

Schüttet man also zuviel Öl ins Pferd, kommt der Rest hinten unverdaut wieder raus, und kann im schlimmsten Fall vorher noch zu Fehlgärungen im Darm führen. Auch hier gilt wieder - Weniger ist Mehr -

Kommentar von friesennarr ,

Das war ja mein erster Kommentar, das hatte ich geschrieben:

Öle können Pferde zu max. 30 bis 40 g pro Fütterung überhaupt nur verdauen - der Rest verklebt den Darm und macht die Darmzotten so, das sie keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. In einer normalen portion Hafer (Gerste oder Müsli) ist schon mehr als 30 g Öl enthalten - ergo wird jedes weitere Öl das gegeben wird nicht verdaut und landet (nach dem es im Darm schaden angerichtet hat) im Mist.


Kommentar von Anaschia ,

@ Friesennarr !! Bitte nicht auf Dich beziehen. Du hast vollkommen recht !! Wollte hier auch nur LyciaKarma und Ponyfliege die Verstoffwechselung vom Öl erklären.

Antwort
von Anaschia, 34

Die Gerste die bei uns wächst, ist für Pferde schwer verdaulich. Bei uns gibt es frisch gequetschten Hafer nach Leistung und Bedarf. Dazu ein Mineralfutter, dass hier speziell noch den Muskelstoffwechsel unterstützt. Gutes Heu und Stroh ad libidum, und ebenso gutes Aufbautraining. Davor würde ich allerdings ein Blutbild machen lassen, um evtl. Mangelzustände gezielt ausgleichen zu können.

Antwort
von Anaschia, 25

Habe noch etwas ganz wichtiges vergessen, Lass bitte von einem Pferdezahnarzt die Zähne kontrollieren. Außerdem solltest Du einmal darauf achten, ob Dein Pferd stressfrei im Offenstall fressen kann und ungestörte Ruhezonen hat. Es gibt ja leider nicht nur gute Offenställe.

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