Frage von xxxspixxx, 68

Wie viel Arbeitslosengeld werde ich voraussichtlich bekommen?

Hallo zusammen,

ich werde bald für ein paar Monate Arbeitslos sein. Grund dafür ist, dass ich mich selbstständig machen möchte. Aktuell arbeite ich bei einer Bank und werde einen Aufhebungsvertrag unterschreiben.

Meine Frage nun :

Wie genau wird das Arbeitslosengeld berechnet ?

Also ich verdiene Ca 1800€ netto. Da ich aber durch Boni usw... Manchmal auf 2000 oder Weihnachtsgeld 3000€ komme, frage ich mich ob für die Berechnung nur die 1800€ angesetzt werden oder werden die letzten 12 ausgezahlten Gehälter berechnet und dann davon Ca 60% ? Und muss ich dann die Gehaltsabrechnungen besorgen bzw abgeben ?

Vielen Dank schonmal für alle seriösen Antworten!

Mit freundlichen Grüßen

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von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 25

Wenn Du durch den Aufhebungsvertrag Deine Arbeitslosigkeit selbst verschuldest, bekommst Du zuerst einmal eine Sperre von 12 Wochen für ALG 1.

Die zwölf Wochen werden aber nicht später dran gehängt, die sind weg.

Bei Aufhebungsverträgen wird nur dann keine Sperre verhängt, wenn der AN nachweisen kann, dass er auch ohne diesen arbeitslos geworden wäre oder wenn man ihn z.B. schließt, weil der AN auf ärztliches Anraten die Beschäftigung aufgeben soll.

Du bekommst, wenn Du keine Kinder hast, 60% des durchschnittlichen Nettogehalts wenn Du ALG 1 erhältst.

 Ausrechnen kannst Du Dir das besser als ich, Du weißt ja welche Sonderzahlungen Du in welcher Höhe bekommst.

Kommentar von xxxspixxx ,

Danke für die ausführliche Antwort.

Was wäre denn, wenn der Arbeitgeber mich sowieso kündigen würde und das auch so in dem Aufhebungsvertrag steht ? Eine Abfindung wird nicht gezahlt.

Würde die Agentur es dann akzeptieren ? 

Und was wären meine vor und Nachteile wenn ich mich fristgerecht kündigen lasse ? Bekomme ich dann sicher alg ? Denke das einzig negative wäre dann das Zeugnis ? 

Da ich diesen Fall das erste mal habe, kenn ich mich noch nicht gut aus 😅

Kommentar von Hexle2 ,

Wenn der AG bestätigt und es nachvollziehbar ist, dass Du auch ohne Aufhebungsvertrag gekündigt worden wärst, bekommst Du keine Sperre des ALG 1. Allerdings darf es keinen selbstverschuldeten Anlass für eine Kündigung/Aufhebungsvertrag geben.

Wenn der AG Dir kündigt, muss er einen Grund haben (außer in der Probezeit). Ist die Kündigung betriebsbedingt, bekommst Du keine Sperre. Hast Du die Kündigung selbst verschuldet (verhaltensbedingte Kündigung), wird auch gesperrt.

Oft wird man von der Agentur für Arbeit auch aufgefordert Kündigungsschutzklage einzureichen.

Wenn Du ein schlechtes Zeugnis befürchtest, befürchte ich, Dein AG hat einen Grund Dir zu kündigen und zwar nicht betriebsbedingt.

In diesem Fall werde ich mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und Dir eine (für mich) sichere Antwort geben. Ich kenne  nicht die gesamten Umstände und werde daher nicht spekulieren ob das Amt einen Grund für eine Sperre sieht oder nicht.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn der AG bestätigt und es nachvollziehbar ist, dass Du auch ohne Aufhebungsvertrag gekündigt worden wärst, bekommst Du keine Sperre des ALG 1.

Abgesehen davon, dass das nicht für eine verhaltensbedingte Kündigung gilt, trifft das auch nur dann zu, wenn für die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Aufhebungsvertrag auch diejenige Frist ab Unterschrift eingehalten wird, die der Arbeitgeber bei einer ordentlichen Kündigung hätte einhalten müssen.

Kommentar von Hexle2 ,

Danke   @ Familiengerd  für die Ergänzung. Das mit der Frist habe ich vergessen zu schreiben

Antwort
von testwiegehtdas, 25

Es wird der Durchschnitt der letzten 12 Monate genommen, aber nicht netto sondern brutto.

Du könntest, da du freiwillig gegangen bist, aber eine Sperre bekommen und daher erst mal ein paar Monate auf Geld verzichte müssen. Dein Vermögen musst du auch angeben, wenn ich das richtig weiß, da könnte es dann schnell Probleme geben (du wirst für die Selbstständigkeit ja vermutlich Geld gespart haben)

Zudem musst du dich mindestens 3 Monate vorher beim Amt melden (persönlich vor Ort) und dann am ersten Tag der Arbeitslosigkeit direkt hin.

Normalerweise muss der/die Arbeitgeber der letzten 12 Monate ausfüllen, wie viel du erhalten hast. Nur wenn sie es nicht oder falsch machen, musst du deine Bescheinigungen einreichen.

Kommentar von Familiengerd ,

Dein Vermögen musst du auch angeben

Das spielt beim Arbeitslosengeld 1 keine Rolle, weil der Arbeitnehmer durch seine Arbeitslosenversicherung Anspruch auf diese Versicherungsleistung hat - unabhängig von seiner Vermögenssituation.

Antwort
von RoCMu, 8

Hallo, der Aufhebungsvertrag sollte auch vor dem Hintergrund des anstehenden möglichen bezuges von Arbeitslosengeld gut formuliert sein. Eine Sperrzeit oder gar ein Ruhen des Anspruches auf ALG wären sicherlich kontraproduktiv.

Details: http://www.kanzlei-mudter.de/7-antworten-kuendigung-aufhebungsvertrag-abfindung....

Im Prinzip muß aus dem Aufhebungsvertrag hervorgehen, dass Du keine andere Möglichkeit hattest und nicht "freiwillig" diesen Schritt gegangen bist (Sperrzeit) und es muß sicher gestellt werden, dass die ordentliche Kündigungsfrist eingehalten ist (Ruhen). Daneben könntest Du Deine Neupositionierung stärken, in dem Du ein sehr gutes/gutes zeugnis aushandelst.

Antwort
von thetee99, 25

Dein oder deine letzen Arbeitgeber müssen dir so eine Meldebescheinigung ausfüllen (genauen Namen des Dokuments bekommst du beim Arbeitsamt), diese enthält die Information zu deinen letzten Gehaltszahlungen, daraus wird der Durchscnitt berechnet und davon kann man ca. 60% erwarten. So ungefähr wird das laufen.

Antwort
von FusselAmNabel, 22

aufhebungsvertrag und arbeitslosengeld vertragen sich äusserst schlecht...du wirst sehr warscheinlich eine sperre von drei monaten bekommen ...danach bekommst du für die restlichen neun monate 60% von deinem durchschnittlichen netto verdienst...

Antwort
von Kanjee7, 27

Lieber nochmal nachdenken. In den meisten Fällen bekommt man eine Sperrfrist von 90 Tagen, wenn man das Arbeitsverhältnis freiwillig aufgibt. Versuch dich lieber kündigen zu lassen.

Antwort
von sunnyhyde, 30

wahrscheinlich bekommst du gar nichts, denn ein aufhebungsvertrag wird vom amt meist einer eigenen kündigung gleichgesetzt und dann gibt es sperrzeiten

Kommentar von thetee99 ,

Der Aufhebungsvertrag sollte dann eben die Information enthalten, dass du gekündigt worden wärst, wenn du den Aufhebungsvertrag nicht unterschrieben hättest.

Kommentar von sunnyhyde ,

das bringt nix weil während der kündigungsfristen noch gehalt und sozialversicherung gezahlt worden wäre....also bewusst in kauf genommen das  Gehälter oder ein gehalt nicht mehr gezahlt werden brauchen

Antwort
von LittleMac1976, 23

Also ich frage mich, ob du überhaupt Geld bekommst, DENN: Du gibst freiwillig einen unbefristeten Vertrag auf........und bringst dich damit selbst in finanzielle Not (Hintergrund egal) Ich glaube eher du bekommst eine 3 monatige Sperre vom Arbeitsamt.

So war es bei mir, ist aber schon 15 Jahre her

Antwort
von MancheAntwort, 22

richtig ! es wird der Schnitt der letzten 12 Monate genommen !

( Incl. Gratifikationen )

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